Black Friday 2015 Preview

Black Friday in den USA mit vielen College-Football Spielen. Aus zeitlichen Gründen beleuchte ich nur einige Partien mit gerankten Teams.

  • Nebraska Cornhuskers – #4 Iowa Hawkeyes (21h30, ESPNP)
  • #19 TCU Horned Frogs – #7 Baylor Bears (1h30, ESPNP)
  • Houston Cougars – #15 Navy Midshipmen (18h, ESPNP)
  • #17 Oregon Ducks – Oregon State Beavers (21h30)
  • Washington Huskies – #20 Washington State Cougars (21h30, EversportsTV)
  • #24 Toledo Rockets – Western Michigan Broncos (18h)

Nebraska – #4 Iowa | 21h30 ESPNP (morgen ab 6h30 Tae SPORT1 US). Iowa (11-0) ist eine der überraschenden Geschichten des Jahres. Gestartet als völlig anonymer Teilnehmer der Big Ten West, haben sich die Hawkeyes gegen einen sehr mauen Schedule nach oben gespielt und sind heute neben Clemson das einzige ungeschlagene Team in der FBS.

Iowa ist bereits für das Conference-Finale qualifiziert, aber im Prinzip wartet mittlerweile schon ein viel größerer Preis: Die Aussicht auf eine Playoff-Qualifikation. Dafür muss Iowa freilich nicht bloß die Conference gewinnen, sondern auch ungeschlagen bleiben.

Es könnte dabei angenehmere Gegner als Nebraska geben. Die Huskers sind dieses Jahr in der Debütsaison von Head Coach Mike Riley bei einer enttäuschenden 5-6 Bilanz, aber Vorsicht: Die Mannschaft ist 1-5 in engen Spielen und hat alle ihre Spiele mit insgesamt 23 Punkten verloren.

Ein richtig gutes Team stellt Nebraska freilich trotzdem nicht, sonst würdest du nicht @Miami/FL verlieren, aber andererseits wurden Mannschaften wie Northwestern und Wisconsin bis in die Schlusssekunden gefordert (beide verbringen die Saison in den niedrigen Top-25 Regionen der Rankings) und man schlug #9 Michigan State.

Nebraska spielt heute vor vermutlich fast 90.000 fanatischen Zuschauern auch um die Qualifikation für die Bowl Season. Ein Verpassen selbiger wäre eine mittlere Katastrophe und würde Riley schneller als gedacht anschießen. Das macht die Partie für Iowa zu sowas wie einem „Trap Game“.


#19 TCU – #7 Baylor | 1h30 ESPNP (morgen Tape ab 9h bei SPORT1 US). Unabhängig davon, dass dieses Spiel zwischen 9-2 TCU und 9-1 Baylor heuer „nur noch“ einen Playoff-Außenseiter fabrizieren kann, ist das eine ganz interessante junge Rivalität.

TCU und Baylor fristen im Prinzip als die beiden „anderen“ texanischen Universitäten eine lange Verbindung im Schattendasein hinter Texas oder Texas Tech. Beide Teams galten in den 1990er Jahren, als sich die Southwest Conference (SWC) auflöste, als Streichkandidaten bei der Fusion mit der Big 8 Conference, aus der letztlich die heute bekannte Big 12 Conference hervorging.

Den Zuschlag bekam letztlich Baylor, während die Horned Frogs draußen bleiben mussten und in die kleine WAC eingegliedert wurden. Doch während Baylor als Mauerblümchen der Big 12 ein ganz kleiner Fisch blieb, arbeitete sich ausgerechnet die „übersehene“ der beiden Universitäten nach oben: Unter dem großartigen Head Coaches Gary Patterson entwickelte man eine ganz eigene Philosophie (4-2-5 Defense) und stieg alsbald die Leiter nach oben: Von der WAC in die MWC und von dort ab 2012 in die Big 12.

Baylor musste ein paar Jahre länger warten, ehe man zum „richtigen“ Head Coach griff. 2008 kam Art Briles und führte eine der krassesten Spread-Offenses im Lande ein. Spätestens seit der Heisman-Saison von QB Robert Griffin III 2011 ist Baylor auf dem Schirm der nationalen Aufmerksamkeit.

Jene Heisman-Saison wurde eingeleitet von einem der schönsten Spiele, das ich bislang gesehen habe: TCU vs Baylor 2011, ein 50-48 der ganz großartigen Sorte. Baylor blieb auch in der Folge ein Dorn im Auge der Frogs: Letztes Jahr gewann man 61-58 in einer weiteren Freak-Partie, und eine ähnlich punktreiche Veranstaltung könnte das auch heute werden.

Allerdings plagen beide Mannschaften Verletzungssorgen. Bei TCU ist mittlerweile wohlbekannt, dass die Defense ein einziges Lazarett ist, und in der Offense fehlt neben dem großartigen WR Josh Doctson wohl auch erneut QB Boykin. Letzte Woche sprang Backup Foster Sawyer ein und fabrizierte viel zu viele Interceptions. Sawyer wurde durch 3rd-Stringer Kohlhausen ersetzt, der im Schlussviertel fast noch die Sensation geschafft hätte und Oklahoma an den Rand der Niederlage brachte.

Auch Baylor ist drunten beim 3ten QB: Starter Seth Russell fiel Ende Oktober aus, sein Backup QB Stidham musste letzte Woche it Gehirnerschütterungssymptomen runter. Heute soll wieder QB Chris Johnson starten, der bis letzte Woche nach als Wide Receiver über das Spielfeld geflitzt ist.


Houston – #15 Navy | 18h. Das direkte Duell der beiden besten Mid-Majors des Jahres, und gleichzeitig das direkte Duell um den Einzug ins Endspiel der American Athletic Conference. Vielleicht ist es sogar schon das Spiel, in dem der New Years Six Bowl-Platz für die Mid-Majors vergeben wird.

Houston spielt im Jahr 1 unter dem Head Coach Tom Herman, der die letzten Jahre als OffCoord unter Urban Meyer gearbeitet hat. Der 40-jährige Herman ist nicht nur optisch ein Mann der vielen Gesichter:

Herman hat die Philosophie der spread/run Offense mit nach Houston genommen, aber im Vergleich zu Ohio State etwas passlastiger spielen lassen. Zentraler Fokus im Spiel ist QB Greg Ward jr, der für 2193yds (13 TD, 5 INT) wirft und 816yds (16 TD) läuft.

Hermans Erfolg mit Houston hat natürlich Interesse am Markt geweckt. Schon im ersten Jahr gilt Herman als oft genannter Name für höhere Aufgaben. Houston versucht momentan, seine Loyalität mit Geld zu erkaufen: Das 3 Mio/Jahr Angebot, das man Herman vor einigen Tagen unterbreitete, gilt als teuerstes ever unter Mid Majors.

Gegner Navy (10-1) ist eine großartige Geschichtes des Jahres. Die Navy, in der Urzeit des Football eine Macht, spielt zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder oben mit, ist im SRS an #11 gerankt und gilt heute als Favorit. Navy spielt eine triple option Offense aus der Flexbone-Formation. Man wirft mit QB Keenan Reynolds nur 7 Pässe/Spiel, hat dafür 60 Läufe.

Diese optisch entzückende Offense hat dieses Jahr großen Erfolg. Man schießt die Mid-Majors im Schedule gleich serienweise ab, hat nur gegen Notre Dame nach hartem Kampf verloren.


#17 Oregon – Oregon State | 21h30. Der „Civil War“ aus Eugene ist für Oregon die Gelegenheit, eine etwas verkorkste Saison doch noch versöhnlich abzuschließen. Oregon hat sich nach einem schwachen Oktober berappelt und steht mittlerweile bei 8-3 Bilanz.

Seit der Rückkehr von QB Vernon Adams (2080yds, 22 TD, 6 INT) hat man auch wieder an Effizienz gewonnen und das Triebwerk der Ducks funktioniert auch optisch wieder. Problem bleibt die Defense, die teilweise katastrophale Fehler macht.

Oregon State ist im Debütjahr von Head Coach Gary Andersen bei 2-9. Man hatte aber nie großartige Dinge erwartet. Schlüsselfigur im Angriff ist QB Seth Collins, der nicht nur die meisten Pässe wirft, sondern auch die meisten Yards erläuft. Auch bei den Beavers ist die Defense das größere Problem. Sie gibt in schöner Regelmäßigkeit zwischen 40 und 50 Punkten auf.


Washington Huskies – #20 Washington State Cougars | 21h30. Der Apple Cup in diesem Jahr als spannende Ansetzung. Washington State ist mit dem Pass-Guru Coach Mike Leach auf 8-3 Siegen und damit sogar in den Rankings angekommen, während Gegner Washington im zweiten Jahr von Head Coach Chris Petersen (früher Boise State) zwar nur 5-6 Bilanz eingefahren hat, aber im SRS dafür an #34 gereiht ist – vor Washington State.

3 thoughts on “Black Friday 2015 Preview

  1. TCU vs Baylor: Unglaubliches Spiel in Fort Worth in absolut unwirtlichen Bedingungen. Wir bekommen einen Eindruck, was eine schlecht gelaunte Mutter Natur aus zwei an sich großartigen Offenses machen kann.

    Sensationell, trotz der Punt-Orgie.

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