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Optimierungen am NFL Power Ranking | Week 12

Einige Änderungen im Power-Ranking dieser Woche, da ich wie schon letzte Woche angekündigt einige Stellschrauben gedreht habe. Das Ranking ist damit einen Schritt weiter.


Step 1: Done. Von einem Kollegen habe ich einen einfach zu handhabenden Play-by-Play Zugang bekommen, der es erlaubt, ohne viel Aufwand die Success-Rate der Rushing-Offenses und Defenses präziser zu kalkulieren. Ich hatte bereits vor zwei Monaten geschrieben, woran das Ranking dieses Jahr kränkeln wird: An der nur noch unzureichend errechneten SR%.

Im neuen Ranking sind nicht bloß 1st Downs und Touchdowns plus eine Regressionsformel ausschlaggebend für die SR% im Laufspiel, sondern alle Downs. Errechnet wird sie allerdings anhand einer manuell festgelegten Faustregel: 1st Down und 2nd Down = halbe Distanz zum 1st Down. 3rd Down und 4th Down = Neues 1st Down. Werden diese Kriterien erreicht, haben wir einen Success.

Step 2: Offen. Besser wird diese Kalkulation dann, wenn wir nicht mit Faustregeln, sondern die SR% mit EPA (Expected Points Added) errechnen. Das wird jedoch eine Aufgabe für die Offseason.

Noch besser wird diese Kalkulation, wenn ich einen Weg finde, den künftigen Erfolg einer Rushing-Offense komplett mit EPA zu errechnen. Wird auch eine Aufgabe für Offseason, wird aber auch eine kreative Aufgabe.

Step 3: Offen. Ein offener Punkt seit Jahren sind die Special Teams. Sie sind im Ranking noch nicht inkludiert. Sie werden aber vielleicht nächstes Jahr dabei sein. Es ist nicht schwierig, Dinge rauszurechnen, über die ein Team keinen oder fast keinen Einfluss hat, z.B. gegnerische Fieldgoals, Kickoffs, Punts.

Wo es jedoch Prognosefähigkeit geben könnte: Eigene Fieldgoals, eigene Punts, eigene Returns.

Step 4: Offen. Es muss eine Vorgehensweise definiert werden für längerfristige Ausfälle z.B. von Starting-QBs. Die Pass-Werte sind die wichtigsten Werte der Saison, und wenn – wie 2015 in Dallas oder Pittsburgh – hervorragende QBs durch unterklassige Backups ersetzt werden, schütteln diese Ausfälle die Rankings durch. Nicht bloß, was die eigene Mannschaft angeht, sondern auch den Strength of Schedule aller Mannschaften.

Step 5: Offen. Die Garbage-Time. Es ist zu prüfen, ob die in der Garbage-Time fabrizierten Stats Prognosefähigkeit haben. Wird die Prognose-Fähigkeit durch Garbage-Time Statistiken gemindert, sollte sie ausgeschlossen werden. Ein schwieriger Punkt, da sich die Garbage-Time als solche nicht eindeutig definieren lässt.


Mit der Umstellung gehen auch einige (aber nicht alle) größere Positionsänderungen im Power-Ranking einher.

Taucher: Chicago, Tampa, Raiders und Saints sind im neuen Ranking um einiges schwächer eingestuft als im „alten“.

Kletterer: Panthers, Chiefs, Vikings und Colts werden im neuen Ranking besser eingestuft. Die Lions kraxeln vor allem aufgrund ihrer zuletzt deutlich ansteigenden Formkurve.

Zu beachten: Nicht nur die reinen Stats der eigenen Mannschaft sind ein Faktor, sondern auch das Adjustment an den gespielten Schedule.


 NFL Power Ranking 2015, Week 12

Und so liest sich das ganze: Die erste Sektion (WP | E16) beschreibt die Stärke der jeweiligen Mannschaft. WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16). Die zweite Sektion (SOS | Rs) beschreibt die Stärke des Schedules und die Platzierung des Schedules. OFF ist die Platzierung der Offense, DEF die Platzierung der Defense. LW ist die Platzierung der entsprechenden Mannschaften in der letzten Woche.

Hier weitere erklärende Grafiken mit den Statistiken hinter dem Power-Ranking und weiteren Zahlen. Bitte durchwühlen:

Playoff-Bild

AFCPatriots (10-1), Bengals (9-2) und Broncos (9-2) marschieren vornweg. Die Patriots bleiben trotz des verlorenen Tie-Breakers mit Denver der klare Favorit auf den Top-Seed. Zu einfach ist ihr verbleibender Schedule, und wenn Gronkowski mit einer Bänderdehnung davon kommt, sind ein 14-2 oder 13-3 nicht undenkbar. Der potenzielle Albatross 16-0 ist verflogen. New Englands Lage bleibt exzellent.

Die AFC South stellt momentan zwei Teams in den Playoffs. Korrega: Colts (6-5) als Divisions-Leader, Texans (6-5) als #6-Seed. Das wird nicht so bleiben.

Im AFC-Rennen haben zwei Teams einen massiven Favoritenstatus: Kansas City (6-5) und Pittsburgh (6-5). Beide sind nach Power-Ranking Top-5 Teams. Aber die Steelers haben einen fiesen Schedule: Colts, @Bengals, Broncos.

Die Jets (6-5) bleiben ein Contender, und ihr Spielplan ist nicht übel: @Giants im eigenen Stadion. Vs Titans und @Cowboys sieht lösbar aus. Dann aber noch Patriots und @Bills (5-6). Und gegen die Raiders (5-6) hat man den Tie-Breaker verloren.

Spannender als erwartet könnte die AFC South werden: Die Texans zuletzt in ansteigender Form. Die Defense hat bereits Top-10 Status erreicht. Man sieht noch die Patriots und auswärts die Bills, aber dann kommt der Abschluss mit 3 Divisionsspielen en suite.


NFC – Die Panthers (11-0) sind zu 99.9% durch und haben die Division fast sicher im Sack. Arizona (9-2) sieht komfortabel als #2 aus, mit drei Spielen plus Tie-Breaker Vorsprung über Seattle.

Das Seeding auf #3 und #4 kann spannend werden. Die Vikings (8-3) feiern einen glanzlosen Sieg nach dem nächsten. Sie haben ein Spiel Vorsprung gegen die Packers (7-4), aber ein schwieriges Finale – und sie haben das erste Spiel zuhause gegen Green Bay verloren.

Das Wildcard-Rennen hat auch hier zwei klare Favoriten. Die #5 geht aktuell an die Packers. Dahinter lauern die Seahawks (6-5), deren Spielplan (@Vikings, @Ravens, Browns, Rams, @Cards) nach minimum 10-6 schreit. Die Hawks kannst du ohne Risiko reinwählen. Packers oder wegen ihrer hervorragenden Ausgangslage Vikings als zweite Wildcard mehr als denkbar.

Atlanta mit 6-5 auf rapide absteigendem Ast. Lauerstellung für Buccs (5-6) und Bears (6-5). Dass Teams wie die 4-7 Lions, Rams oder Saints noch einmal heißlaufen, halte ich für nahezu ausgeschlossen.

Der #4-Seed geht an den Sieger der NFC East. Washington (5-6) halt aktuell den Tie-Breaker gegenüber den Giants (5-6). Philadelphia mit 4-7 nicht weit dahinter, aber sportlich im Sinkflug. Ausgang offen.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 13

Letzte Woche ein 11-5 für das Power-Ranking im Tippspiel für Sieger und gegen den Spread. Damit stehen wir bei 65-48 bei den Siegertipps und 60-50-3 gegen den Spread.

NFL Wahrscheinlichkeiten für Woche 13

2 thoughts on “Optimierungen am NFL Power Ranking | Week 12

  1. Ist es nicht schon ein Erfolg, wenn man beim Firstdown ein Drittel der Yards, die man zum Erreichen eines neues Firstdown braucht, erläuft? Ich meine, wenn mein RB 3.4 Yards pro Play läuft (nicht average sondern exakt), dann sollte es doch der beste RB der Welt sein oder wo steckt mein Denkfehler?

  2. Wenn er Varianz = 0 hat, keine Ermüdungserscheinungen kennt und keine Fumbles begeht, ja.

    Ansonsten wird dieser RB bei 80yds/3.4YPC pro Drive 23x laufen, was einem Fumble in jedem 3ten Drive entspricht, was einem Ballverlust in jedem 6ten Drive entspricht – ohne Varianz gerechnet.

    Aber klar: Prinzipiell reichen einer Offense 2.5yds/Play, wenn sie keine Turnovers begeht und in jedem Down verlässlich exakt die 2.5yds zustande bringt.

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