Date am Donnerstag 2015, Week 13: Detroit Lions – Green Bay Packers Vorschau

Thursday Night Game heute ab 2h30 mit der NFC-North Ansetzung Detroit Lions (4-7) vs Green Bay Packers (7-4), zwei Teams mit entgegengesetztem Record, aber erstaunlicherweise noch entgegengesetzterer Stimmung: Die Lions kommen nach 3 Siegen en suite emotional im Hoch daher, während man sich in Green Bay fragt, wieso man vier der letzten fünf Spiele verloren hat.


Beide Mannschaften haben letzte Woche an Thanksgiving gespielt, womit wir die ungewöhnliche Situation erleben, dass zwei Mannschaften zweimal hintereinander an einem Donnerstag auflaufen.

Detroit kommt von einem dominanten 45-14 Sieg über die Philadelphia Eagles. Das Spiel war nicht so „knapp“ wie das Ergebnis aussagt, da Detroit nach drei Vierteln die Arbeit einstellte. Es war die erste komplette Performance der Lions-Offense in dieser Saison – und sie war so gut, dass einige schon das Wort „Playoffs“ in den Mund genommen haben.

Ich bin da sehr skeptisch. Detroit hat vor einem Monat den OffCoord getauscht: Joe Lombardi raus, QB-Coach Jim Bob Cooter zum neuen Frontmann befördert, wobei es auf mich immer den Eindruck machte, dass in Wahrheit Head Coach Jim Caldwell die Kontrolle über die Offense übernommen hat. Caldwell musste nach dem 1-7 Start wissen, dass er Geschichte sein wird, wenn die Offense nicht in Schwung kommt. Caldwell muss sich mehr in die Offense eingemischt haben.

Die Resultate: 18 Punkte und viel Gewürge vor zweieinhalb Wochen in Green Bay, inklusive aber einem starken 4th-Quarter Drive. 18 Punkte gegen Oakland. 45 Punkte gegen Philadelphia. Suche den Ausreißer.

Was sicher ist: Detroit hat seine Herangehensweise seit der Entlassung von Lombardi etwas geändert: Die Spielzugabfolge ist kohärenter, flüssiger. Es werden weniger Rochaden in der Aufstellung vorgenommen, dafür mehr Tempo angezogen. Obwohl weniger Personal durchgewechselt wird, werden die Spielzüge mehr durchgemischt: Mehr Shotgun für Stafford, mehr Durchmischen der Aufstellungen von Wide Receiver und Runningbacks. Gegen Philly stand RB Riddick so oft im Slot wie noch nie. Ein TE Ebron wurde als verkappter WR3 aufgestellt. Ein Golden Tate sah Snaps als Fullback. Stafford spielte sogar Snaps aus der Pistol-Formation, die man in Detroit seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat.

Wichtigste Neuerung scheint allerdings die erhöhte Aggressivität zu sein: Detroit spielte 3rd/17 aus und ging tief. Das hat man das ganze Jahr noch nicht gesehen. Detroit suchte gezielt wieder und wieder WR #81 Calvin Johnson, sein wertvollstes Goodie in der Offense. Johnson hatte dieses Jahr keine 12yds/Catch gemacht, nachdem er seit Jahren das beste deep threat der Liga gewesen war. Die letzten Wochen wird Johnson wieder tief geschickt und tief angespielt.

Detroit reagierte nach der elendigen Zeit unter den durchgewürfelten Spielzügen unter Lombardi mal wieder auf die Defense: Ein WR Johnson Play für Play in Manndeckung von CB Rowe? Dann werfen wir eben wieder und wieder dorthin.

Ebenso wichtig: QB Stafford bekam Zeit. Matthew Stafford ist ein Quarterback, der extrem abhängig davon ist, dass er eine halbwegs ruhige Pocket sieht. Arbeitet sich ein Stafford in einen Rhythmus, stellen die Lions eine Top-5 Offense und du wirst zerpflückt, da Stafford theoretisch jeden erdenklichen Wurf draufhat. Aber wenn der Druck vor allem über innen zu schnell durchkommt, wird dich Stafford ebenso schnell mit einer Orgie an Incompletions und Interceptions in die Scheiße reiten.

Also: Philly war ein Spiel. Es war ein herausragendes Spiel der Offense, aber es war ein Spiel. Ich habe diese Offense in den letzten Jahren zu oft nahe am Breakout gesehen, bin zu oft wieder enttäuscht worden, als dass ich die Trendwende verkünden kann. Es waren gute Adjustments dabei, dich mich an bessere Zeiten glauben lassen, aber ich bin Thomas. Ich will es zuerst sehen, bevor ich es glaube.


Green Bay plagt sich derweil mit quälenden Fragen, wie man seine Offense wieder in Gang bekommen soll. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Rodgers ganze Defenses im Alleingang zu zerpflücken pflegte. Rodgers brachte auch gegen Chicagos nicht furchterregende Defenses nur mickrige 4.2 NY/A zustande.

Die Probleme sind auf den ersten Blick mehrschichtig. Zum einen sieht Rodgers tatsächlich etwas verunsichert aus. Sein tiefer Ball ist etwas „shaky“. Wo früher jeder Ball millimetergenau auf dem Fadenkreuz auf der Brust gelandet ist, fliegen die Eier nun zwei Meter über dem Kopf des Receivers hinweg.

Zum anderen sind die Receiver nicht gerade in Bestform: Trifft Rodgers sie, lassen sie die Dinger fallen. Was ein WR Adams in den letzten drei Partien an Drops angeschrieben hat, geht auf keine Kuhhaut mehr. Auch ein WR Cobb, ein sicherer Hafen in den letzten Jahren, hat handgezählt minimum fünf Drops in den letzten drei Partien.

Das Laufspiel ist keine Katastrophe, aber auch kein Fahnenträger. RB Lacy scheint seine schlimmsten Tage hinter sich zu haben und wirkt in abgespeckter Verfassung wieder wie ein NFL-würdiger Athlet, aber mehr als 1-2x/Spiel tankt auch er sich nicht durch die Defense.


Glaubt man den Auguren, so kann das heute ein Spiel auf Augenhöhe werden. Dafür muss Detroit allerdings seinen Level von letzter Woche halten. Dafür braucht es wieder hervorragenden Pass Rush, initiiert vor allem von DE #94 Ansah. Dafür muss das Backfield wieder in etwa so decken wie die letzten Wochen. Ein CB #23 Slay gegen Cobb oder Jones? Nehm ich.

Dafür muss jedoch auch die Packers-Defense die altbekannten Probleme auspacken, die da wären: DefCoord Capers designt seinen Gameplan am Gegner vorbei, LB Matthews wird in Zonendeckung verbrannt, FS Clinton-Dix springt an jedem zweiten Ball vorbei.

Ab 2h30, live bei SPOX.com und SPORT1 US.

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9 Kommentare zu “Date am Donnerstag 2015, Week 13: Detroit Lions – Green Bay Packers Vorschau

  1. Als Anhänger der Cheeseheads sehe ich die GB-Analyse ähnlich.
    Ein noch ergänzender Punkt wären für mich die PO-Implikationen.
    Bei einem Lions-Sieg schaut es für GB düster aus. Man hat noch die 2 Spiele auswärts in OAK+ARI und müsste auf die NFC-WC hoffen.
    ATL wirkt natürlich auch nicht so tolle, das würde sogar noch Raum für die Bears oder sogar für die Lions geben.
    Ein Divisionsieg ginge dann nur noch über einen Vikings-Kollaps, den ich aber nicht sehe.

  2. Der Schedule NFC North Rennen spricht klar für GB:

    Wenn MIN beim restlichen Schedule (vs. SEA, @ ARI, vs. CHI, vs. NYG) in der letzten Woche nach Lambeau mit einer 9-6 Bilanz kommt, können sie glücklich sein.

  3. Nanana, mal nicht übertreiben. Ich denke, dass der Division Sieg für die Vikes durchaus drinnen ist. Bin gespannt 🙂

  4. Was für ein 1.Quarter!
    GB von der Rolle, miserables Runninggame, geschweige denn freie Passempfänger.
    2.Quarter neutralisierten sich beide Teams – 0 Punkte.
    Bin gespannt auf die Reaktionen in der 2.Hälfte ob und wie GB ihr System dem Gegner aufzwingen wird um endlich zu Punkten.
    Im Grunde sollten die Lions das Heft nicht mehr aus der Hand geben, aber es ist eben Detroit.

  5. Letztendlich ein Spielende, welches wunderbar illustriert, warum man (bzw ich) Football gucke. Einfach mal das Spielende genießen und die Fehler Fehler sein lassen.

  6. Kurzer Einschub von mir:
    Das ganze Gerede um die anscheinend unberechtigte Facemask Strafe in allen Medien ist meiner Meinung nach völlig überflüssig und zwar aus zwei Gründen:
    1. Er berührt die Facemask was man eindeutig in der Slow-Mo sehen kann womit man diese Strafe einfach geben kann.
    2. Wird die Strafe nicht gegeben regt sich die andere Seite (inklusive mir) noch mehr auf über die nicht gegebene defensive PI einen Spielzug davor, die für mich eine hundertprozentige Strafe war. Mit der PI wären die Packers in FIeld Goal Range gewesen und hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit das Spiel ebenfalls gewonnen.
    Da für mich der Facemask Call eine Kann-Entscheidung ist und davor die PI eine Muss-Entscheidung ist es doch völlig logisch, dass die Refs dann bei der Kann-Entscheidung für die Packers entscheiden.

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