Date am Donnerstag, Week 14: Einen Teddy zum Nachtisch

Thursday Night Game mit den Arizona Cardinals (10-2) und den Minnesota Vikings (8-4) heute ab 2h30 als nominelles Spitzenspiel aus Glendale. Wobei: Bei „Spitzenspiel“ bin ich mir nicht ganz so sicher.

Arizona marschiert in der NFC weiter ganz weit vorne hinweg und leistete sich auch am Sonntag in St Louis keinen Aussetzer: Sieg mit 27-3 Punkten, der nie in Gefahr war.

In der MVP-Diskussion wurden in den letzten Wochen häufig Tom Brady und Cameron Newton genannt, aber prinzipiell würde ich zum Stand heute einen anderen QB für den Preis nominieren: Carson Palmer, Cards-QB und der Anführer der besten Pass-Offense der NFL.

Palmer hält die Cardinals weiterhin bei über 8 NY/A, und dank der vielen tiefen Bälle in der Offense von Arizona auch mit entsprechend hoher B-Note. Darüber, wie sich Palmer und der Trainerstab auf die Spieltage vorbereiten, hat vor einigen Wochen Peter King von Sports Illustrated geschrieben – es ist ein häufig in der Bloggerszene zitierter Artikel: A Quarterback and his Gameplan, Teil 1 und Teil 2.


Bei den Vikings bin ich seit Monaten skeptisch. Haupt-Problemzone ist die Pass-Offense, wo man eigentlich gehofft hatte, mit QB Teddy Bridgewater einen jungen Franchise-QB nachziehen zu können, der RB Peterson zumindest ansatzweise entlasten kann.

Der Plan geht nicht auf: 5.5 NY/A sind der zweitschlechteste Wert der Liga. Die Optik bestätigt die Statistik: Es ist eine üble Screenpass-Offense, die auch bei 3rd/16 Snaps kein Risiko eingeht. Oder wie am Sonntag gegen Seattle: 2nd/38, und QB Bridgewater versucht einen 2yds-Pass für den Tight End.

Das ganze Design ist völlig untypisch für OffCoord Norv Turner, der seit Jahrzehnten tiefe Passrouten als Standard-Formationen spielen lässt. Aber Turner ist nicht blind. Turner hat verstanden, dass er mangels Personal keine andere Offense als die 2015er Variante spielen lassen kann.

Ich bin geneigt, das Hauptproblem in der Offensive Line zu sehen, die vor allem über die linke Seite ihren Namen nicht wert ist. Am Sonntag wurde die Line auch über RT Clemmings zermalmt. Du brauchst Manning oder Rodgers um hinter dieser Line zu überleben, nicht einen Bridgewater in seinem zweiten Profijahr.

Bridgewater zeigte in den letzten Wochen besorgniserregende Tendenzen. Bridgewater gab immer öfter seinen Blick downfield auf um in den Passrush zu starren – ein Novum bei diesem sicher nicht fehlerfreien, aber grundsätzlich vielversprechenden QB. Beginnt ein junger QB, den Pass Rush zu fühlen, sind wir gefährlich nahe an der Zone, in der QBs verbrennt werden.

Ich glaube also, ich habe verstanden, wieso Turner seinem Teddy so gar nix zutraut.

Die Vikings werden es nicht machen, weil es keine NFL-Mannschaft jemals machen wird, aber: Prinzipiell wäre ich ein Fan von der Idee, die heutige Partie abzuschenken. Ich würde die angeknockten Defense-Stars DT Joseph, LB Barr, FS Smith und SS Blanton ihre Verletzungen auskurieren lassen. Ich würde es nicht wagen, QB Bridgewater in Arizona einem Campbell zum Fraß vorzuwerfen.

Auskurieren, um in den letzten Wochen den noch fehlenden letzten Sieg zur Qualifikation für die Wildcards zu schaffen. Denn die momentane Entwicklung, das aktuelle Lazarett, stimmen mich nicht wirklich positiv.

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3 Kommentare zu “Date am Donnerstag, Week 14: Einen Teddy zum Nachtisch

  1. Als großer vikings-fan möchte ich noch meine Meinung beitragen:
    Die O-line ist ein riesen Problem: Pass protection ist praktisch nicht vorhanden (angesprochenes Play: http://www.gfycat.com/UnawareLastGalah ) keine Zeit und keine Anspielmöglichkeiten für Teddy. Wir stellen teilweise 8 Mann in die Line gegen 4 D-Liner und die beiden Receiver sollen sich gegen ein volles backfield frei laufen. Es war eines seiner schlechteren Spiele gegen Seattle, auch weil mein Eindruck ist, dass die O-line mit jedem Spiel schlechter wird.
    Mit Smith, Barr und Joseph die drei besten defense Spieler definitiv Out, dazu praktisch alle anderen safetys Out, würde ich heute mal leider von einer ganz klaren Sache ausgehen. Da bräuchte es schon ein kleines Wunder oder einen richtig schlechten Tag der Cardinals wenn man was holen will.

  2. Norv Turner’s O ist einfach nicht mehr zeitgemäß und lässt die durchschnittliche Line katastrophal aussehen. Man spielt mit Abstand die meisten 7-Step-Drobbacks der Liga, da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn Teddy bei nahezu 50%(auch deutlich der höchste Wert der Liga) seiner Dropbacks unter Druck gerät.
    Die Pass-O gehört gründlich verändert, sonst verbrennt man Teddy, wie du schon geschrieben hast. Auch Sam Monson ist im letzten Spiel ähnliches aufgefallen:

    Wenn ein junger QB anfängt Geist-Pass Rusher zu sehen, wird’s kritisch.

  3. Schauts euch an die nicht LIVE dabei waren.
    Kurzweilig, offenes Spiel ohne nennenswerten Durchhänger beider Teams bis zur Schlussekunde bei überraschend knappen Ausgang.

    Diskussionstoff; ein klares Facemask an QB Bridgewater das bei gleicher Entstehung im Run nicht anerkannt wurde im Gegensatz zu GB QB Rogers.

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