TB12 und der lukrative Life Coach

Der Boston Globe hat am Wochenende eine Recherche veröffentlicht, die die Beziehung von Patriots-QB Tom Brady und einem Training-Center „TB12 Sports Therapy Center“, das von einem Vertrauten Bradys, Alex Guerrero, geleitet wird, durchleuchtet.

Der Ernährungsberater Alex Guerrero gilt in den Vereinigten Staaten als Heuchler, der monatelang im Fokus der US-Gesundheitsbehörde gestanden hatte weil er Produkte fälschlicherweise beworben hatte. Mit Brady.

Der springende Punkt ist jedoch ein anderer. Tom Brady spielt seit vielen Jahren für erstaunlich wenig Gehalt. Dieses Entgegenkommen Bradys erlaubt den Patriots, rund 8-10 Millionen Dollar an Cap für andere Positionen zu investieren, die normalerweise ein Quarterback seines Formats einstreichen würde.

Patriots-Anhänger verteidigen dies als Grundgüte Bradys („er ist anders als der Finanzhai Peyton Manning“). Andere verweisen auf den unendlichen Reichtum von Bradys Ehefrau Gisele Bündchen („die Familie braucht nicht nochmehr Geld“).

Wiederum andere vermuten unerlaubte Schatten-Deals zwischen Spieler und Franchise um die Gehaltsobergrenze zu umgehen. So geschehen zuletzt, nachdem der NFL-Businessexperte Andrew Brandt (ehemaliger Spieleragent und Packers-Manager, heute gern gesehener Gast in Podcasts und auf Sports Illustrated) im September über den verblüffenden Spielvertrag von Brady in New England schrieb: Bargain-Bin Brady.

Die Guerrero-Geschichte ist Futter für diese Spekulationen: Die Firma TB12 zählt die Patriots zu ihren Kunden. Sie kassiert überhöhte Stundensätze. Teilhaber von, und Werbeträger für, TB12: Tom Brady. Solche Beziehungen werden vom neuen CBA eigentlich untersagt. Die NFL hat bislang trotz Mitwisserschaft nicht reagiert.

Aber die Geschichte kannst du dir warmhalten.

5 thoughts on “TB12 und der lukrative Life Coach

  1. Uff. Endlich wieder ein Gate bei den Patriots. Würde ja langsam langweilig.
    Warum kommen solche Stories aeigebrlich immer zu den Playoffs auf den Tisch?

  2. Nachlesen hilft. Die NFL hat es untersucht und es stört sie nicht. Steht im CBA NICHT drin. Wenigstens informieren sollte man sich:
    Is this kind of partnership against the rules?
    If Brady financially benefits from this arrangement, it would appear to be in violation of the spirit of the salary cap. It also robs medical groups the opportunity to be official care providers for the Patriots, which can be highly lucrative.
    The NFL, however, tells the Globe it doesn’t have a problem with the partnership:
    „We are aware of the arrangement and have not determined that there is any violation of the CBA [collective bargaining agreement],“ the NFL says.
    Though the NFL may not have a policy against this, the NBA does. The league’s collective bargaining agreement prohibits teams from entering agreements with businesses that are owned by its players.
    http://www.sbnation.com/nfl/2015/12/20/10629538/tom-brady-alex-guerrero-tb12-patriots-partnership
    http://www.nytimes.com/2015/02/01/magazine/tom-brady-cannot-stop.html?_r=0

    Einseitige Berichterstattung?
    https://www.google.de/search?q=russell+wilson+recovery+water&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=eLN6Vr_OF8eUsgHWuJ-oDg

  3. Mir sind deine Ausführungen bekannt. Der Brady-Deal bleibt im besten Fall ein (irregulärerweise im Spielervertrag nicht dokumentiertes) Schlupfloch, das die NFL mit hoher Wahrscheinlichkeit schließen wird.

    Man stelle sich vor, ein Jerry Jones bekommt von den Möglichkeiten Wind. Oder ein richtig reicher Owner wie Paul Allen von den Seahawks lässt Russell Wilson für Microsoft werben.

    Ich denke, es sollte zumindest überprüft werden, in welchem Umfang Brady finanziell von der Partnerschaft profitiert. Der Deal ist gegen die Intentionen der CBA/Salary-Cap.

    Teams wie die Superbowl-Mannschaften von Denver oder Kansas City in den 1990ern wurden für ähnliche Spielerabmachungen bestraft.

  4. Ist ein heißes Eisen was du hier anfasst. Ich konnte bisher nirgends finden, ob und inwieweit denn TB selbst überhaupt von dem Deal profitiert. Sprich wie hoch ist seine Beteiligung an dem Unternehmen? Was zieht er raus? Dass das Teil seinen Namen trägt, spricht für ne Beteiligung, aber wissen tun wir das nicht.

    In älteren Berichten ist oft die Rede davon, dass Guerrero ja schon für die Pats tätig war, bevor TB auftauchte. TB hat ihm trotz fehlender ärztlicher Approbation aber offenbar vertraut und Guerrero hat in seinen Augen maßgeblichen Anteil an seinem persönlichen Erfolg.

    Wer sagt denn nun, dass TB das ganze bewirbt, um selbst Profit rauszuziehen? Es könnte doch genauso sein, dass er ihn aus Dankbarkeit unterstützt oder ihn für nen sauguten „Doc“ hält, auch ohne entsprechende Approbation. Ich meine auch irgendwann inrgendwo gelesen zu haben, dass Guerrero Patenonkel eines seiner Söhne ist. Die sind also auch neben dem Geschäft ziemlich dicke Freunde.

    Ich denke, es gibt weit einfachere Wege, um den ein oder anderen Dollar an der salary cap vorbeizuschleusen als so einen dämlichen, weil total offensichtlichen, Weg zu bestreiten wie ihn der Boston Globe nun meint gefunden zu haben. Ich denke da zB an nen gut bezahlten Posten nach der aktiven Karriere im Kraft Imperium.

    Davon ab wäre es natürlich absolut sinnvoll und auch nötig, jegliche Geschäftsbeziehung des Owners und seiner Franchise und Spielern, die über den Spielervertrag hinausgeht zu untersagen oder aber die Vergütungen auf die salary cap anzurechnen. Aber auch hier wäre vonnöten zu wissen, ob denn überhaupt eine Beteiligung besteht. Die Reaktion der NFL spricht eher dagegen…ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass die anderen Owner solche Deals akzeptieren würden, wenn da wirklich was dran wäre.

    Aber ok ist halt viel Spekulation auf beiden Seiten…ohne konkretes Wissen ist das immer Vorverurteilung und befeuert die ganzen Patsgate Verschwörungen…nicht mein Ding!

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