Engel an Heiligabend

US-Amerika kennt keinen Heiligabend in unserer gewohnten Form und setzt eiskalt ein Thursday Night Game für diesen Anlass an. Die Ansetzung ist sportlich nahezu wertlos, aber mit Blick auf die nahenden Verhandlungen bezüglich des ewigen Themas „Los Angeles“ recht knackig: Oakland RaidersSan Diego Chargers.


Rein zufällig ist es das direkte Aufeinandertreffen zweier umzugsbereiter Franchises. Ziel der Träume: Die Stadt der Engel, Los Angeles. Die Timeline für den Umzug schaut wie folgt aus:

  • Bis 30.12. Finale Präsentationen der Städte St Louis, Oakland und San Diego, quasi als letzter Versuch, die Mannschaften doch noch zu halten.
  • Bis 04.01. Bewertung der Präsentationen durch ein NFL-Komitee.
  • -13.01. Entscheidung über den Umzug einer Franchise beim Owner-Treffen in Houston.

Ich höre und lese immer wieder Meinungen aus zwei Lagern. Die einen behaupten, die NFL halte keine Umzugsstrategie einer Franchise für gut genug. Die anderen sagen, es deute vieles darauf hin, dass sich die NFL von den Endpräsentationen der aktuellen Heimatstädte nicht mehr einlullen lasse. Diese zweite Option spräche für einen Umzug mindestens einer Mannschaft.

Unklar ist auch, welche Franchise(s) umziehen wird/werden. Los Angeles soll Gerüchten zur Folge bis zu zwei Mannschaften aufnehmen können. Auf der anderen Seite fragst du dich wie du einer Stadt, die vor 21 Jahren quasi zeitgleich in den Rams und den Raiders zwei Franchises zum Teufel gejagt hat, nach so langer Abstinenz mit einem Mal wieder zwei Teams zurückgeben kannst.

Los Angeles ist ein riesiger Markt, der zweitgrößte der USA nach New York. Aber im Sport gilt die Stadt als relativ gesättigt mit zwei großen NBA-Teams, zwei großen MLB-Teams, zwei großen College-Sportmannschaften und zwei Hockey-Teams. Die NFL hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem Monstrum aufgebläht, insofern ist locker möglich, dass die Stadt mit einem Mal auch wieder die NFL (in doppelter Ausgabe!) aufnehmen kann. Aber die Erfahrung macht skeptisch. Los Angeles mag nur Gewinner.

Die Konstellationen gelten noch als in der Schwebe. Die Franchises befinden sich ein bisschen im Gefangenendilemma. Jeder möchte umziehen, eventuell auch mit einem Partner. Aber keiner möchte das dritte Rad am Wagen sein. Hinter den Kulissen wird aktuell gefeilscht wie Sau.

Eine Franchise darf dann umziehen, wenn sie 24 von 32 Owner-Stimmen auf sich vereinen kann. Insiderkreise lassen durchsickern, dass keiner Owner Stand heute 24 Stimmen hat. Auf der anderen Seite soll jeder Owner mindestens 9 Verbündete haben, die gegen einen Umzug der jeweils anderen stimmen.

Unklar ist auch noch, wo das neue Stadion gebaut werden soll; Inglewood und Carson gelten als mögliche Standorte. Rams-Owner Kroenke progapiert das Inglewood-Projekt. Chargers und Raiders haben sich zu Partnern für Carson zusammengetan, aber es gilt nicht als stabilste Partnerschaft.

One thought on “Engel an Heiligabend

  1. Also ich als Laie würde die Rams hinschicken. Die Oakland Raiders haben einfach Kultstatus und verrückte Fans in Oakland und in San Diego hängen die Spieler wenigstens noch sehr am Club (siehe Eric Weddle, Philip Rivers etc.). In St.Louis sind hingegen die Zuschauerränge teilweise völlig leer gefegt und man hat auch keine sportliche Identität aufgebaut in den letzten Jahren. Aber wiegesagt, hängt natürlich viel mehr dran, ist halt so mein Bauchgefühl.

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