Sonntagsvorschauer 2015 | Woche 16

Die Ansetzungen in Woche 16 sind etwas unglücklich geraten. Es gibt genau ein Topspiel um 19.00Uhr: der Klassiker Jets-Pats. Im späteren Slot gibt es auch genau ein Topspiel: Packers-Cardinals. Daneben gibt es viele Divisionsduelle, die in den meisten anderen Saisons mehr Glanz haben als 2015.

19.00Uhr

Steelers (9-5) @ Ravens (4-10)
Jets (9-5) @ Patriots (12-2)
Texans (7-7) @ Titans (3-11)
Panthers (14-0) @ Falcons (7-7)

Steelers vs Ravens zum Beispiel hat seit zehn Jahren nicht weniger Glanz gehabt als heute. Es war über Jahre die Hardest Hitting Rivalry in Football. Heuer aber haben die Ravens so viele Verletzte, daß man die Hälfte ihrer Spieler nicht mal vom Namen her kennt. Die Saison ist schon lange dahin; die letzten Spiele wurden vor allem genutzt um jungen Spielern Einsatzerfahrung zu verschaffen und zu evaluieren, wer auch 2016 noch Platz im Kader haben wird. Dann kommen die Verletzten zurück, die Jungen haben Erfahrung und Ozzie Newsome bekommt durch den schlechten Record hohe Picks.

Pittsburgh dagegen glänzt seit Anfang November, seit Ben Roethlisberger von seiner Verletzungspause zurückgekehrt ist. Fünf der letzten sechs Spiele haben die Steelers gewonnen. Die einzige Niederlage dabei war ein wilder 30-39-Shootout in Seattle. Da hat Big Ben für 456 Yards geworfen. Letzten Sonntag gegen Denver waren es 380. Im Schnitt wirft er für knapp 340 Yards, hochgerechnet auf eine volle Saison wären das 5400 Yards. Es gibt zur Zeit keinen besseren Quarterback als ihn.

Hier sollte nichts anbrennen, auch wenn Rivalry Games oftmals eine Spur härter und knapper sind als für gewöhnlich.

Noch längere Tradition hat die AFC East Rivalry zwischen Jets und Patriots. Rex Ryan wurde zwar durch Todd Bowles ersetzt, aber vieles blieb gleich: die Attraktion ist die Defense; Offense hat den Auftrag, nichts kaputt zu machen. Mit QB Ryan Fitzpatrick gibt es nun auch einen QB, der immerhin die dümmsten Fehler wegläßt, die Mark Sanchez und Geno Smith so oft die Schlagzeilen beschert haben. Es ist eine solider Angriff, in dem viel gepaßt wird und die WRs Brandon Marshall und Erik Decker die Hauptlast tragen (zusammen 165 Catches, 2200 Yards, 21 TDs).

Mehr als solide ist die Verteidigung, vor allem gegen den Lauf. Eine bessere Einheit gegen den Lauf als Sheldon Richardson, Mu WIlkerson, Snacks Harrison und Rookie Leonard Williams wird man kaum finden. Im Hinspiel Ende Oktober haben Belly, McDaniels und Brady eine recht simple Taktik dagegen angewandt: nicht laufen. Von 63 Spielzügen waren 58 Pässe, hauptsächlich schnelle, scharfe Bälle kurz hinter die Line of Scrimmage. Gronk, Edelman und Amendola wurden von Brady 34 Mal anvisiert.

Danach haben dann Mannschaften wie die Giants und Bills gezeigt, wie man damit am besten umgeht: die kurzen Routen mit Mann und Maus zustellen, bei den tiefen Routen darauf hoffen, daß entweder Brady oder/und die WR zu schlecht sind. Das wäre wohl das beste Mittel auch für Gang Green, umso mehr weil bei den Pats Edelman, Amendola und Brandon LaFell medzinische Fragezeichen sind und wenn überhaupt, dann nur angeschlagen werden auflaufen können. Das spannendste wird hier tatsächlich der Game Plan von New Englands Angriff.


Einen allseits bekannten Game Plan hat die Offense der ungeschlagenen Carolina Panthers. Es wird bei Mike Shula viel und sehr kreativ gelaufen, mit allem was man sich nur vorstellen kann: read option, triple option, QB keepers, zone blocking, man blocking undsoweiterundsofort….einmal die ganze Karte von oben bis unten, bitte! Vor allem die beiden Guards, Trai Turner und Andrew Norwell überraschen positiv; in der Mitte ist Ryan Kalil (heute questionable) eine Bank, links ist Michael Oher richtig solide und rechts gibt es zumindest schlechtere Tackles als Mike Remmers.

Beim Laufspiel gibt es viele wichtige Bausteine, im Paßspiel vor allem zwei: Cam Newton und Tight End Greg Olsen. Olsen ist der eine Paßfänger von Format, auf den sich Carolina verlassen kann. Es kann immer mal wieder passieren, daß Ted Ginn einem Defensive Back wegläuft, daß Corey „Philly“ Brown ein oder zwei wichtige Bälle fängt, Rookie David Funchess einfach größer ist als sein Verteidiger und daß Jericho Cotchery zwei „Veteran Plays“ macht – aber: das ist eines der schlechtesten WR-Corpses der gesamten Liga.

Insgesamt aber weiß man immer noch nicht so recht, ob nur der Record glänzend oder auch die Aussichten auf die Undefeated Season und den Super Bowl. Sie wollen ein Glanz sein, aber ob sie das auch sind, ist die Frage.

[Korsakoffs Power Ranking nach Woche 15.]

Letzte Woche haben sie schon wieder eine große Führung vergeigt gegen ein schwächeres Team, die so hochgelobte Defense hat zum zweiten Mal in drei Wochen fünf Touchdowns zugelassen und in der zweiten Halbzeit war die Offense vor allem damit beschäftigt 3-and-outs zu produzieren und rumzualbern. Das ist kein großes Team.

Könnte man sagen. Oder aber: Nur große Teams gewinnen auch solche Spiele: gegen einen verzweifelten Gegner, der mit allen Mitteln versucht seine kleine Chance auf die Playoffs zu wahren, auswärts und obwohl man im vierten Viertel zwei Freak Plays gegen sich hatte: das geblockte Field Goal, den Fumble bei einem Read-Option-Spielzug und überhaupt hätte ODB, der in Hälfte Zwo groß auftrumpfte, gar nicht mehr auf dem Feld stehen dürfen.

Stimmt jetzt Antwortmöglichkeit A oder B? In Atlanta haben sie einen Gegner, der völlig im Nichts steht. Vor zwei Wochen wurden sie in Charlotte beim 0-38 gedemütigt. Es war die sechste Niederlage in Folge. Nach dem knappen Sieg letzte Woche in Jacksonville haben sie aber noch eine kleine Chance auf die Playoffs (verlieren Hawks und Vikings ihre beiden letzten Spiele und gewinnt man selbst diese Woche gegen Carolina und nächsten Sonntag in New Orleans. Durchaus denkbar bei den Vikings, die noch gegen zwei angeschossene Teams der Giants und Packers spielen müssen; und Seattle mit Spielen gegen St. Louis und in Arizona.)

[Das komplette Playoff Picture von korsakoff.]

Für die Texans ist es einfacher: gewinnen sie noch ein Spiel, haben sie die Division im Sack. Die zwei großen Stärke der Texans sind einerseits die starke Defense, andererseits die Quarterbacks der anderen Mannschaften in der AFC South: letzte Woche waren die Gegner Matt Hasselbeck und Charlie Whitehurst; diese Woche kommt Zach Mettenberger. Auch wenn man selbst mit Brandon Weeden schon bei QB Nummer Vier angekommen ist, wäre das Verpassen der Playoff eine riesige Enttäuschung.

Colts @ Dolphins
Browns @ Chiefs
Bears @ Buccaneers
49ers @ Lions
Cowboys @ Bills

Ein verbliebener Konkurrent um den Divisionssieg sind die Indianapolis Colts. Hier glänzt gar nichts mehr. Chuck Pagano wird wohl gehen müssen, Andrew Luck laboriert immer noch an mehreren Verletzungen rum und die letzten drei Spiele gingen allesamt in die Binsen mit einem Score von 36-112. Miami ist ein ähnlicher Fall. Hier wurde der Coach schon gefeuert und Interimstrainer Dan Campbell kann auch schonmal Vorstellungstermine bei anderen Vereinen organisieren.

Beide Teams haben während der Saison außerdem ihren Offensive Coordinator gefeuert. In Indianapolis sagen die Spieler jetzt schon den Journalisten, daß sie den neuen für eine Pfeife halten: “The throws have been there, but we just haven’t been calling them,” receiver T.Y. Hilton told the Indianapolis Star. “It’s more the play-calling.”

Rob Chudzsinki war 2013 für eine Saison Head Coach der Cleveland Browns, die in zwei Wochen wahrscheinlich schon wieder den neuen entlassen werden, Mike Pettine. Heute werden sie von den Chiefs vermöbelt, für die es ein Must-Win-Game ist. Mit Steelers, Jets und Chiefs gibt es um 19.00 Uhr drei Mannschaften mit neun Siegen für die zwei Wild Cards.

Also, damit es spannend bleibt, muß Houston in Tennessee verlieren und Indy in Miami gewinnen, außerdem Atlanta den Panthers ein Bein stellen.

22.05/22.25 Uhr

Jaguars (5-9) @ Saints (5-9)
Packers (10-4) @ Cardinals (12-2)
Rams (6-8) @ Seahawks (9-5)

Verliert Houston, dann spielt Jacksonville das erste Mal in Äonen Ende Dezember noch um die Playoffs. Die Saints müssen sich noch entscheiden, ob sie im Januar den großen Schnitt machen: Brees weg? Payton weg? Den gesamten Trainerstab weg? GM Mickey Loomis auch raus? Die große Schwachstelle ist wie so oft in den letzten Jahre die Verteidigung. Der Angriff fährt wie gewohnt Top-10 Niveau, obwohl man nicht mit massig Talent glänzt.

Pack und Cards sind beide schon in den Playoffs. Green Bay würde gerne gewinnen, um in der Wild Card Round abermals gegen Minnesota zu spielen und nicht gegen Seattle. Die Hawks sind derzeit heiß wie das Buschmann’sche Frittenfett. Aggressiver als Arizona unter Bruce Arians ist derzeit keine Mannschaft: im Angriff werden die tiefen Bombem gefeuert, was das Zeug hält; in der Verteidigung wird geblitzt, daß es nur so kracht. Green Bay dagegen sucht seine Offense: im Paßspiel läuft es immer noch nicht richtig, im Laufspiel paßt vieles noch nicht zusammen. Und ob der Angriff um den Lauf herum aufgebaut werden soll oder doch lieber um Aaron Rodgers, das weiß Mike McCarthy anscheinend noch nicht.

Arizona ist hier der Favorit und steht in der Hackordnung der NFC zusammen mit Carolina und Seattle eine Klasse über allen anderen.

Sunday Night Football

Giants (6-8) @ Vikings (9-5)

Minnesota ist fast sicher in den Playoffs, aber Angst werden sie dort niemandem machen. Es gibt einen guten jungen Kern mit viel Potential, es könnte eine glänzende Zukunft blühen, aber nicht mehr in dieser Saison. Ich habe das Washington-Philly Game von letzter Nacht noch nicht gesehen; es könnte sein, daß Big Blue noch Chancen hat oder bereits ausgeschieden ist.

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Ein Kommentar zu “Sonntagsvorschauer 2015 | Woche 16

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