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NFL Power Ranking 2015, Week 16 | Ehre, wem Ehre gebührt

Heute mal wieder eine ausführliche Version des Power-Rankings mit dem Versuch, einige Playoff-Mannschaften etwas genauer zu durchleuchten.

Arizona Cardinals

Die Arizona Cardinals sind seit Wochen die #1 im Power-Ranking. Spätestens seit dem vergangenen Wochenende bekommen sie auch US-weit die Presse, die sie verdienen. Das liegt zum einen am atemberaubenden 38-8 Kantersieg über die Green Bay Packers, aber auch daran, dass die Carolina Panthers ihren Sturm auf die Perfect-Season beenden mussten.

Arizona hat die beste Offense und die viertbeste Defense nach Power-Ranking. Das matcht sich erstaunlicherweise ziemlich genau mit dem Punkte-Output: Kein Team hat mehr als die 483 Punkte der Cardinals erzielt. Nur vier Teams haben weniger als die 277 Punkte der Cards kassiert – Cincinnati mit 263, Kansas City mit 270, Seattle mit 271, Denver mit 276.

Die Pass-Offense von Arizona 2015 ist die effizienteste seit Jahren: 8.1 NY/A. Besser waren zuletzt die Packers von 2011. QB Carson Palmer spielt eine fantastische Saison mit 330/512 für 4542yds, 34 TD und nur 10 INT. Die Offense ist nicht bloß effizient. Sie ist auch ästhetisch ein Genuss. Wie ich schon vor einigen Wochen schrieb: Palmer ist mein NFL MVP 2015.

Aber es ist nicht nur Palmer allein. Im Backfield hat sich mit RB #31 David Johnson ein ganz famoser Rookie etabliert, mit einer reizenden Kombination aus Speed und Power. Johnson geigt in den letzten Wochen fantastisch auf, ist ein ebenso guter Läufer wie Ballfänger und nimmt es im Blitzing auch mit schnelleren Defensive Backs auf. Johnson hat erst zu Saisonmitte die Rolle vom Namensvetter Chris übernommen, seither 114 Carries für 556yds und 8 TD plus 33 Carches für 423yds und 4 TD fabriziert.

Auch der WR-Corp funktioniert brillant. Treiber ist nach wie vor WR Larry Fitzgerald in seinem dritten Frühling. Fitzgerald hat sich selbst als Slot-WR neu erfunden und geistert in diesen Wochen und Monaten mit 103 Catches für 1102yds und 8 TD durch die Spielfeldmitte, und reißt damit immer wieder Lücken für die Mitspieler auf.

Fitzgerald macht damit nur 11.3yds/Catch. Mehr braucht es aber nicht, denn die tiefen Routen übernehmen die jüngeren Kollegen wie WR #15 Floyd (16.3yds/Catch) und #12 John Brown (15.7yds/Catch).

Die Defense muss seit 10 Tagen auf FS Tyrann Mathieu verzichten, dem man eine MVP-würdige Saison nachsagte. Wurscht. Gegen die Packers geigten die Hinterbänkler auf, wie der einstige Special-Teamer #28 Bethel. Arizonas Spezialrezept in der Defense sind vor allem Turnovers (3.5% INT-Quote, #3 der Liga) – nicht das stabilste Rezept, aber es ist nicht so, dass die Cardinals mit 6.0 NY/A gegen den Pass (#9 der Liga) und 61% SR gegen den Lauf (#11) dahinter einen brüchigen Untergrund hätten.

Hidden Fact: Arizona ist mit nur 0.2yds Strafen pro Snap das disziplinierteste Team der Liga. Es mag die letzten Wochen vielleicht untergegangen sein, weil mit Carolina ein Team auf 16-0 stürmte und in Seattle ein alter Bekannter zu altbekannter Form zurückfand, aber: Das Team, das es 2015/16 zu schlagen gilt, gehört dem Head Coach Bruce Arians.

Green Bay Packers

Green Bay dagegen kann langsam damit beginnen, sich Sorgen zu machen. Die Packers wurden am Sonntag nicht geschlagen. Sie wurden auseinandergenommen in ihre Einzelteile, verprügelt dass ihnen Hören und Sehen verging, und ich im dritten Viertel lauthals ein Benching von QB Aaron Rodgers verlangte um diesen großartigen Quarterback nach dem achten oder neunten Sack nicht noch im Krankenhaus landen zu sehen.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Green Bays Offense hat ernste Probleme. 5.7 NY/A im Passspiel sind der viertschlechteste Wert der Liga, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. #29 der Liga. Mit Aaron Rodgers als QB.

Es gerüchtelt, dass es in den letzten Wochen zu einem schweren Zerwürfnis zwischen Rodgers und Head Coach McCarthy gekommen ist. Klar ist: Es gibt nach dem Ausfall von WR Nelson keinen Receiver mehr, der Manndeckung schlagen kann. WR Cobb ist als Kaiser ohne Kleider enttarnt. WR Adams hält keinen Ball fest. WR Abbrederis und WR Janis werden von Rodgers noch nichtmal angespielt, wenn sie sich mal freigelaufen haben.

Die Packers haben versucht, die Offense anzupassen. Sie haben die Offense weg vom ganz krassen Spread nach „innen“ verlagert und werfen mehr Screenpässe als all die letzten Jahre zusammen. Sie spielen Pistol-Offense um den 150kg-Bomber RB Lacy wieder in Schwung zu bekommen.

Es kommt zu wenig bei rum. Die Probleme gehen aber über einen formschwachen Rodgers oder einen planlosen Headcoach oder über WR-Drops hinaus. Green Bay hat seit Jahren keinen Tight End mehr aufs Feld gebracht, der höheren Ansprüchen genügt. Die Offensive Line ist von Verletzungen zerbröselt worden wie nur noch jene in New England. Und du kannst sie nicht verstärken, nicht durch einen Tight End, denn TE Rodgers ist ein noch schlechterer Blocker als Ballfänger.

In den letzten Jahren haben es die Packers bis zuletzt noch immer geschafft, auch mit vielen Ausfällen ein brauchbares Offense-Produkt aufs Feld zu schicken. Ich möchte Green Bay noch nicht komplett abschreiben, denn zu lange und zu hochwertig war der Run der letzten Jahre.

Aber wenn es dumm läuft, kommen nach Minnesota am Sonntag mit Seattle und später eventuell Arizona oder Carolina die nächsten Defense-Kaliber des Weges und Rodgers beendet die Saison mit Gehirnerschütterung im abgedunkelten Schlagzimmer zuhause.

New England Patriots

O-Line Probleme auch in New England, aber die sind nichts Neues. Am Sonntag sah die Offense der Patriots nicht gut aus, aber…

…wenn du nach LT Vollmers Ausfall eine Tackle-Combo Cannon/Waddle plus drei unerfahrene Late-Rounder auf Guard und Center in der Stammformation stehen hast,

…und wenn du in WR Edelman und WR Amendola deine quirligen Kurzpassspieler und in RB Lewis deinen Einser-RB vorgeben musst,

…und dann noch auf die vermutlich beste und tiefste Defensive Line der Liga im Spiel ihrer letzten Hoffnung triffst: OKAY, dann sei dir ein schwaches Spiel verziehen.

Auffällig war gegen die Jets auch ihre relativ softe Defense. Ein WR Marshall konnte in dem Spiel schalten und walten wie er wollte. Noch das ganze Jahr wurden die Patriots vom gegnerischen Passspiel nicht so auseinander genommen.

New England spielte strategisch nicht anders als die letzten Wochen und Monate: Auf Marshall wurde in CB #26 Logan Ryan nur der CB2 mit Safety-Unterstützung angesetzt, während ihr CB1 #21 Butler allein den WR Decker bewachte.

Der Unterschied zu den letzten Wochen dürfte im Safety-Duo gelegen haben, wo diesmal mit FS McCourty und SS Chung die beiden Topleute verletzt draußen saßen. Von McCourty und Chung zu Jordan Richards und Duane Harmon – ein Leistungsabfall, der vielleicht erklärt, wie die Jets New Englands Defense so aufmischen konnten.


Zur Entscheidung, in der Overtime den Ball wegzukicken, muss nicht mehr viel geschrieben werden – hat alles schon der Stat-Guru Brian Burke bei ESPN übernommen: Numbers do not back up Patriots strategy.

Erstaunlich an den Reaktionen auf den Call Belichicks fand ich, dass eine Vielzahl an Beobachtern Belichick für die angeblich „richtige“ Entscheidung lobte. Die Entscheidung konnte man nach Anbringen von Belichicks Argumenten zwar nachvollziehen. Aber sie bleibt suboptimal.

Wie schon im Superbowl, als man Belichick für den Verzicht auf Timeouts in der absoluten Crunch-Time lobte, weil hernach der ungedraftete Backup-Cornerback die entscheidende Interception abfing. Dagegen prügelt man weiterhin auf Belichick für smartere Entscheidungen wie das 4th Down in Indianapolis ein. Nein, diese Gedanken kommen nicht von mir:

Kansas City Chiefs

Bill Barnwell können wir gleich nochmal zitieren bzw. auf ihn verweisen. Er hat über die Kansas City Chiefs geschrieben, und warum man sie als Superbowl-Anwärter auf dem Zettel haben sollte. Ich kann jedem Stück nur ans Herz legen.

Die Chiefs rangieren im Power-Ranking seit Wochen in den Top-7, obwohl ich mir noch nie so recht erklären konnte, warum. Mittelmäßige Pass-Offense, gute Pass-Defense, starkes Laufspiel, hervorragende Turnover-Werte, guter Schedule… nirgendwo überragend, aber in vielen Kategorien im Spitzenfeld dabei.

Washington Redskins

Damit noch einmal kurz zum Leistungsgefälle der NFL 2015, das ich bemerkenswert finde. Nach Woche 16 sind nach Power-Ranking nur noch ganze 12 Mannschaften als überdurchschnittliche Mannschaften (also >.500) eingestuft. In einer Liga mit 32 Mannschaften würdest du 16/32 erwarten.

Auf dem Spielfeld äußert sich dieser Split gefühlt in einer ganzen Horde an schlechten bis dürftigen Mannschaften, von denen gefühlt keine die Playoffs verdient hat. Nun haben 8 der 12 positiven Mannschaften ihr Playoff-Ticket bereits sicher, und vermutlich werden mit Denver und Pittsburgh/Jets noch zwei weitere dazukommen.

Aber mit Houston und Washington qualifizieren sich zwei landläufig eher als mau beschriebene Mannschaften für die Playoffs. Houston geht mit .480 noch als brauchbare Mannschaft durch, und führt in WR Hopkins und DE Watt auch zwei absolute Superstars ins Feld.

Aber Washington ist eine totale Freak-Erscheinung. Die Redskins setzten sich in einer grausigen NFC East als Sieger durch, obwohl sie erst am Samstag zum ersten Mal in dieser Saison eine positive Siegbilanz hatten. Die Redskins brauchten eine Implosion der Dallas Cowboys nach Romos Verletzung, eine sich selbst in die Scheiße reitende Eagles-Franchise und fünf verkackte Führungen im Schlussviertel der Giants um sich mit Ach und Krach in die Playoffs zu lavieren.

Und trotzdem: Sie können eines – den Ball per Passspiel bewegen. QB Kirk Cousins hat sich mit 6.9 NY/A (#8 der Liga) zu einem respektablen Quarterback entwickelt und dabei mit 2.1% INT-Quote noch nichtmal das ganz lockere Abzugshändchen ausgepackt.

Cousins wurde vor der Saison von Head Coach Jay Gruden zum Stamm-QB ernannt. Über den Franchise-Hoffnungsträger schlechthin, RG3. RG3 hielt trotz seiner Degradierung still. Auch das ist Grudens Verdienst.

Ich hatte die Redskins als schlechtestes Team der Liga erwartet. Gruden hat eine mutige Entscheidung getroffen und wurde dafür belohnt. Ehre, wem Ehre gebührt.

NFL Power Ranking 2015, Week 16

Und so liest sich das ganze: Die erste Sektion (WP | E16) beschreibt die Stärke der jeweiligen Mannschaft. WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16). Die zweite Sektion (SOS | Rs) beschreibt die Stärke des Schedules und die Platzierung des Schedules. OFF ist die Platzierung der Offense, DEF die Platzierung der Defense. LW ist die Platzierung der entsprechenden Mannschaften in der letzten Woche.

Hier weitere erklärende Grafiken mit den Statistiken hinter dem Power-Ranking und weiteren Zahlen. Bitte durchwühlen:

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 17

Woche 16 war sehr Upset-lastig: Nur eine 7-9 Bilanz bei den Siegertipps. Das Ranking steht damit eine Woche vor Ende der Regular Season bei 108-69 korrekten Tipps, oder 61%.

Dagegen gibt es gegen den Spread weiterhin eine hervorragende Bilanz: 11-5 in der letzten Woche. Über die Saison macht das eine 100-73-4 Bilanz, oder 58% korrekte Tipps. Das ist genug, um gegen die Büros Geld zu gewinnen.

Die Tipps für die letzte Woche sind folgende – ich denke, man kann Week 17 halbwegs ernst nehmen, da nur wenige Teams ihre Starter auf die Bank setzen werden.

 NFL Wahrscheinlichkeiten für Woche 17.png

16 thoughts on “NFL Power Ranking 2015, Week 16 | Ehre, wem Ehre gebührt

  1. mir als packersfan blutet das herz.
    man kann eigentlich nur hoffen, dass die Cards soweit gesund bleiben und nicht wieder durch ne wichtige Verletzung wie im letzten jahr um ihre verdienten früchte betrogen werden.

    welches Zerwürfnis soll es denn zwischen Arod und MMC gegeben haben? Weißt du da mehr? Und welche Ideen hättest du denn bzgl. der Offensive der Packers. Du hast ja geschrieben; sie haben ja eigentlcih alles mögliche versucht…

  2. Ein weiteres Team unter der Lupe: Chip Kelly in Philadelphia gefeuert.

    Überraschend, weil das nie der Modus operandi in Philly mit Jeff Lurie war. Aber es hat wohl ein Meeting mit Chip gegeben in dem man ihm den Personell Plan vorgestellt hat: Chip ohne Personal Befugnis, ohne ihn zu informieren.

    Chip hatte nicht mehr viele Freunde in Philly, und in dem Moment in dem er Lurie verloren hat, war er gegangen.

    Es bleiben drei Jahre und ein 26-21 Record. Chip war weder so schlecht wie er jetzt gemacht wird, noch so gut wie man es von ihm erwartet hat. Seine Ideen bei Ernährung werden bestand haben. Sein Schema war nicht besser als das anderer Teams. Seine Idee von Execution > Playbook sind fehlgeschlagen mit 60 Fumbles in zwei Jahren.

    Howie Roseman hat im Winter die Schlacht verloren, aber dank Chip Fehlern beim Personellen den Krieg vielleicht doch gewonnen.

    Bin gespannt ob Chip einen nächsten Job in der NFL (SF, TEN, IND??) annimmt oder in den College zurückgeht, wo man ihn mit offenen Armen empfangen würde.

  3. Würde mir persönlich die Combo Chip + Mariota bei den Titans wünschen, aber denke eher, dass er zurück ans College geht.
    Letztendlich haben ihn die fragwürdigen Personalentscheidungen in dieser Offseason das Genick gebrochen.

  4. @napoleon

    Die Entscheidungen allein hätten ihn nicht schon in diesem Jahr den Job gekostet. Aber Chip hatte keine Backer im Front Office und im Roster. Wenn du dann keinen 100% Stand beim Owner hast, bist du eben gegangen.

    Ist nichts neues. Bill Bellichick ist in Cleveland in den neunzingern auch entlassen worden, weil er menschlich unumgänglich war. Wenn du dann keinen 100% Erfolg hast bist du eben schnell entbehrlich. Bellichick ist heute auch nur deswegen unantastbar, weil er sportlich unantastbar ist.

    Wenn ich jetzt lese, daß McDaniels ein Nachfolgekandidat sein soll, wird mir übel. Wenn es einen HC Kandidat gibt der zwischenmenschlich einen größeren Scherbenhaufen hinterlassen hat, dann JMD.

    Abschließend hoffe ich, das Chip Kelly doch noch einen zweiten Stint in der NFL bekommt. Er war nicht so revolutionär wie erhofft, aber einige Ideen täten der Liga gut.

  5. @sesso
    Wenn ich mich recht erinnere hatten Rodgers und McCarthy ein „Gespräch“ an der Sideline beim Cinci-Spiel. Rodgers war mit der Entscheidung bei 4&1 an der 1y-Line der Bengals ein FG zu kicken wohl nicht einverstanden.
    Außerdem wurde Rodgers irgendwann auch gezeigt als er an der Sideline stand und rumgefuchtelt hat dass man jetzt ein TO nehmen müsse, was McCarthy nicht gemacht hat und somit die Gesamtsituation verschlimmert hat. Ob das in dem Cinci-Spiel oder in einem anderen war weiß ich nicht.

    Ins Blaue spekuliert: Rodgers sieht seine Chancen davonschwimmen weil McCarthy durch kathastrophales Gamemanagement wichtige Spiele wegschmeißt. Der Gipfel war letztes Jahr das Championchipgame (1FG von der 0,1y-Line, ein FG mit 4&1 ebenfalls dicht an der Endzone). Dadurch kamen die Seahawks ins Spiel zurück und am Ende musse der Backup-TE gefeuert werden weil der Onsidekick verkackt hat.

  6. Wobei Chip als Coach + GM in Tennessee schon interessant wäre. In Philadelphia hat er ziemlich viele Stars (Jackson, McCoy, Mathis) vergrault während seinen drei Jahren bei den Eagles.

    Bei den Titans könnte er so ziemlich bei Null anfangen. Ich persönliche fände es schon interessant ob es Kelly wirklich schaffen würde „sein“ Team aufzubauen und damit erfolgreich zu sein.

    Ist natürlich alles rein spekulativ

    Kelly wollte nächsten Sonntag anscheinend seine Starter spielen lassen.
    http://bleacherreport.com/articles/2603521-chip-kelly-was-outsmarted-by-his-greatest-enemy-chip-kelly
    (wird in dem Artikel irgendwo erwähnt)
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Lurie dies verhindern wollte um keine schweren Verletzungen zu riskieren. Anders könnte ich mir den Rausschmiss zu solch einem Zeitpunkt nicht erklären.

  7. @sesso: Rodgers soll mit der generellen Ausrichtung der Offense nicht einverstanden sein. Rodgers soll nicht einverstanden gewesen sein, dass McCarthy das Playcalling wieder übernommen hat, nachdem er OffCoord Clements zwischen QB und HC geschaltet hatte.
    Diese „Zwischenschalte“ von Clements wurden von einigen schon in der Offseason so gedeutet, dass McCarthy versuchte, entstandenen Schaden in der Beziehung zwischen QB und HC zu reparieren bzw. eine Eskalation zu vermeiden.

    McCarthy soll sich eingestanden haben, dass es mit der Pass-Offense dieses Jahr nichts mehr wird und würde die Offense am liebsten über Laufspiel durchschleifen + QB Rodgers zu einem Game-Manager degradieren.
    Rodgers ist anderer Meinung. Im Prinzip verstehe ich nicht, warum die Packers in ihren Pass-Routen noch immer alte Wege und Mittel versuchen, anstelle z.B. mit crossenden Routen und neuen Aufstellungen etwas Konfusion durch Scheming zu schaffen.

    War WR Nelson wirklich so zentrale für die Pass-Offense, dass sie ohne ihn von Top-3 zu unteres Drittel mutierte? Schwer zu glauben, aber nachdem in den letzten Wochen am Kern des Problems nicht allzu viel gearbeitet wurde, bin ich skeptisch, ob es dieses Jahr noch was wird mit der Packer-Offense.

    Wie gesagt: „Skeptisch“, nicht hoffnungslos. Es ist immer noch Aaron Rodgers.

  8. @bark

    Einen Coach entlässt man nicht weil er in einem bedeutungslosen Spiel noch einmal gewinnen will. Einen Coach entlässt man weil grundsätzlichere Probleme vorhanden sind.

    Bei Kelly war das neben den bereits besagten GM Moves vor allem sein bräsiger Charakter, was schnell nach hinten losgeht, wenn die Erfolge ausbleiben. Kelly hat die besten Playmaker wie du richtig sagtst entlassen, weil er nicht mit ihnen konnte. Aber ist das eine Art und Weise, Probleme zu lösen? Einfach Trennung ohne den Kern anzugehen.

    Der Abgrund zwischen Kelly und der Organisation muss wirklich groß gewesen sein, wenn sogar ein Jason Peters, den Kelly immer gelobt hat und mit dem er noch am besten von allen Leistungsträgerrn auszukommen schien, sich am Samstag zu schade ist bei 2 Scores Rückstand in ein entscheidenden Spiel zurückzukehren, weil er für den Coach keine Verltzung mehr riskieren will. DAS sind aus meiner Sicht viel deutlichere Gründe über eine Trennung nachzudenken als die Starter in Week 17 einzusetzen.

    Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer scheint mir, dass Chip in der NFL vor allem zwei Optionen hat:

    1. Colts. Vorteile: Franchise-QB mit Luck ist schon vorhanden. Die Top-WR sind mit Hilton, Dorsett und Moncrief jung und viel pflegeleichter als ein DJax. Sogar ein Andre Johnson ist bei aller Klasse keine Diva.
    Nachteile: Der Owner hat keinen Plan. Hohe Erwartungen.

    2. Titans. Vorteile: Mariota, junger Kern, aber problematische Typen wie DBG. Niedrige Erwartungen und kleiner Markt. Geduldigere Fanbase.
    Nachteile: Owner Struktur ist undurchsichtig. Talent Level deutlich gerniger als Indy.

    Bin gespannt, was er als nächstes macht. Hoffentlich lernt er aus den Fehlern die er in Philly begangen hat und trifft eine gute nächste Jobwahl.

  9. @Colt

    Mir ging es dabei lediglich um den Zeitpunkt der Entlassung. 4 Tage vor dem letzten Spiel ist schon ein etwas seltsamer Zeitpunkt.

    Dass die grundsätzlichen Gründe der Entlassung die von dir benannten GM-Moves und wahrscheinlich sein Charakter sind ist klar.

  10. @bark

    Mea Culpa. Ich habe deinen letzten Absatz schlampig gelesen („zu diesem Zeitpunkt“). Sorry.

    Ja, beim Zeitpunkt stimmt ich dir zu. Die ganze Szenerie passt nicht zu Jeffrie Lurie. Könnte aber auch sein, dass Kelly im Hintergrund aktiv mit Colleges verhandelt hat und Lurie davon Wind bekommt hat.

  11. Wenn ich das richtig verstehe und interpretiere, ist die Saints Defense ja noch schlechter als alle sagen!

    No 32 Pass, No 31 Lauf und No 29 Interceptions gegen den No 27 Offense Schedule.

    Mit einer durchschnittlichen Offense wäre das ein 4-12 Team basierend auf Medium Luck. Sehr, sehr krass. Da ist die Saison von Drew Brees in meiner Achtung gleich wieder deutlich gestiegen😉

  12. eagles brauchen erst mal einen vernünftigen QB,ein franshise QB der Zukunft. bradford ist es nämlich nicht,dann sollte man die defensive verbessern.Ein RG3 der ja verfügbar ist wäre schon mal ein Anfang.Ein Coach wie gruden wäre auch nicht schlecht, auf jeden Fall hat die Stadt Philadelphia ein besseres Team verdient als dieser sauhaufen.

  13. Pingback: Chip Kelly: Ohne Huddle entlassen | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  14. @sesso @korsakoff
    Danke für diese Ausführungen. Obwohl ich mich intensiv mit GB beschäftige war mir das so auch noch nicht bewusst.

    Wie wird man diesem Konfliktpotential ARMM in der Offseason begegnen? Ich denke eine Rasur von MM oder ein Trade ARod sind unrealistisch.
    Auf Ted Thompson könnte eine schwierige Zeit zukommen.

  15. Pingback: Sonntagsvorschauer 2015 | Woche 17 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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