Vorschau Wild Card Playoffs 2015/16: Green Bay Packers @ Washington Redskins

Abschluß der Wild Card Runde: Green Bay Packers (10-6, #5 Seed) @ Washington Redskins (9-7, NFC East Champions, #4 Seed) um 22.40Uhr bei den üblichen Verdächtigen: FOX (Joe Buck & Toy Aikman); Sat.1/ran.de mit Buschi & Co.; hinter den Bergen bei PULS4 mit den Herren Reiterer und Eschlbröck (und Shuan Fatah im Studio, wenn ich das gestern richtig mitbekommen haben).

Wer schon wieder vergessen hat, was gestern nacht und heute morgen passiert ist, kann hier korsakoffs Liveblogs nachlesen.

[#5 Chiefs @ #4 Texans im Liveblog]
[#6 Steelers @ #3 Bengals im Liveblog]

Green Bay gegen Washington, was können wir wissen?

  1. Was wir wissen: Green Bays Offense ist kaputt.
  2. Was wir nicht wissen: Wer spielt eigentlich in Washingtons-D?
  3. Was wir wissen sollten I: Washington hat starke Playmakers im Angriff
  4. Was wir wissen sollten II: Green Bay hat eine gute Verteidigung

 1. Green Bays Offense ist kaputt

Nach NY/A hat Green Bay den zweitschlechtesten Paßangriff der Liga. Mitte November hat Aaron Rodgers das letzte Mal für mehr als 300 Yards geworfen. Nach allen nur erdenklichen Statistiken ist das die schlechteste Saison in Aaron Rodgers‘ Karriere.

Es ist bis heute schon unglaublich viel über dieses Faszinosum geschrieben worden, aber niemand hat die eine große, alles erklärende Antwort gefunden. Wahrscheinlich ist es einfach so, daß viele kleine Fehler und Unglücklichkeiten zusammengekommen sind, die in extem ungünstigen Winkel in einen schon bestehenden Problemstrudel gefallen sind, der sich durch das immer schneller werdende Flattern der Nerven der Beteiligten in einen tiefen Morast verwandelt hat: Offensive Linemen verletzt, Jordy Nelson verletzt, Mike McCarthy dickköpfig mit seinen Route Concepts, Power Struggle zwischen MMC und Rodgers/OC Clements, Rodgers verliert das Vertrauen in seine WRs und in McCarthy; und das Laufspiel und die Position des Tight Ends waren schon länger Probleme, die durch das schwache Paßspiel nur noch deutlicher werden.

Ein Morast so tief, daß man sich da einige Wochen in der Offseason Zeit nehmen muß, um da wieder rauszukommen, in einer Woche zwischen Regular Sason Finales und Playoffstart geht das nicht. Wir reden hier aber immer noch über Aaron Rodgers – und der Gegner sind nur die Washington Redskins, ausgeschlossen ist eine Wunderheilung nicht.

 2. Wer spielt eigentlich in Washingtons D?

Es ist eine No-Name-Defense. DeAngelo Hall spielt immer noch, jetzt als Safety. Einige Free Agents, die nach einem guten Jahr für großes Geld geholt wurden spielen mit, wie zum Beispiel Pot Roast Knighton und Jason Hatcher. JAGs wie Perry Riley, die man noch vage als gute Spieler von starken College Programmen in Erinnerung hat. Und schließlich vereinzelt hohe Draft Picks, die sich gut entwickelt haben wie Ryan Kerrigan. Den Zahlen nach ist das nicht mal eine durchschnittliche Defense.

Wenn sie gut aussahen, dann durch Turnovers.

Im Normalfall zerlegt Rodgers so einen Haufen im Vorbeigehen. Ich habe keine Ahnung, was man hier heute erwarten kann. Gegen die meisten schlechten Units konnte GB immerhin den Ball bewegen, mit Lauf und manchmal auch durch die Luft; wenn dabei auch nicht so viele Punkte heraussprangen. Außerdem machen sie kaum Turnovers. GB wird nicht untergehen.

 3. Washington hat starke Playmakers im Angriff

Also richtig starke Playmakers im Angriff, nicht Quarterback Kirk Cousins. Zuallererst wäre da Tight End Jordan Reed, der dieses Jahr 87 Pässe gefangen hat. Dieser Typ, gerade 25 Jahre alt, fängt fast alles, was in seine Richtung kommt und ist wohl der einzige fangstarke TE, der noch nicht den Nickname Baby Gronk hat.

Rechts und links von ihm stehen Pierre Garcon und DeDeepThreat Jackson. Jackson ist ein bißchen komisch, er rennt ständig full speed die Seitenlinie runter und fängt nur drei Bällle pro Spiel, aber er macht jeder Verteidigung große Angst. So macht er zwar nur ein Big Play pro Spiel, schafft aber ständig Platz für Reed und Garcon, weil er die Paßverteidigung so weit auseinanderzieht.

Garcon ist vom Schlage Anquan Boldins. Er wirkt viel größer und kräftiger als er tatsächlich ist und pflückt jeden Gurkenpaß, der in seine Nähe kommt, zuverlässig runter. Jackson, Reed und Garcon ziehen so viel Aufmerksamkeit auf sich, daß selbst Rookie Jamison Crowder mit seinen 1,70m 59 Pässe gefangen hat. Dazu trägt natürlich auch Kirk Cousins. Er ist gut, mehr aber auch nicht. Du würdest nicht viele Teams finden, die irgendwas für ihn traden würden. Aber wie viel ein guter, solider QB Wert ist, hat man gestern nur zu deutlich gesehen, als wir unsere Zeit mit Brian Hoyer, A.J. McCarron und zeitweise sogar Landry Jones verplempert haben. In Houston haben die Fans irgendwann angefangen zu rufen: „We want Weeden“. Soweit ist es schon.

Zurück zu WAS: das Laufspiel ist Grütze, Alfred Morris und ein gewisser Matt Jones machen 3,7 beziehungsweise 3,4Y/C, aber wenn Du vier gute Optionen im Paßspiel hast und dein QB die auch konstant findet und trifft für eine Completion Percentage von 70%, ist dein Angriff besser als mindestens die Hälfte aller NFL-Teams.

 4. Green Bay hat eine gute Verteidigung

Wie so oft hat Green Bay eine überraschend gute Verteidigung, ohne mehr als einen oder zwei Superstars zu haben. Die bekanntesten Gesichter sind Clay Matthews und Julius Peppers. Der beste dürfte mittlerweile DE Mike Daniels sein.

Ohne große Party hat Daniels vor einigen Wochen einen 4yrs/$40M-Vertrag unterschrieben. Nur J.J. Watt und Calais Campbell verdienen als 34-DE mehr. Auf deren Level ist Daniels nicht, aber er ist der Playmaker in der Defensive Line geworden, der ein gehypter B.J. Raji nie war. Sie spielen unterschiedlichen Positionen, aber Daniels macht Plays und Raji nicht viel.

Dahinter macht Matthews Plays und daneben Julius Peppers. Peppers bekommt immer wieder viele Pausen, er ist schließlich 35 Jahre alt, aber selbst in seiner reduzierten Rolle macht er noch 11 Sacks. Matthews spielt nun schon seit längerer Zeit ILB und nur noch selten in „obvious passing downs“ als Edge Rusher.

Die Cornerbacks Sam Shields und Casey Hayward gehören zu dieser seltenen Spezies an Defensive Backs, die kaum auffallen – weder positiv noch negativ. Genau solche CBs wünschen sich alle Coaches, die keinen Richard Sherman oder Darrelle Revis haben.

In dieser Saison zu richtigen Playmakers haben sich die Safeties Micah Hyde und Ha-Ha Clinton Dix entwickelt. Die beiden sind die typischen Packers-Verteidiger. Homegrown, zu Beginn ihrere Karrieren nur mit der Aufgabe „Nichts kaputt machen!“ betraut, werden sie stetig weiterentwickelt und saugen das System von Defensive Coordinator Dom Capers auf, bis sich darin so wohl fühlen wie sonst nur im eigenen Wohnzimmer. Ebenso wie Box Safety Morgan Burnett haben auch Shields, Hayward, Dix und Hyde nie einen anderen Coordinator als Capers gehabt. Continuity rules.

Das sollte hochklassige Match-ups geben: die super geschulten Defensive Backs Green Bays gegen die Individualtalente Washingtons, die von Gruden und Cousins gut in Szene gesetzt werden.


Wenn Green Bay den Ball hat: Not gegen Elend.
Wenn Washington den Ball hat: richtig guter Football auf beiden Seiten.

Dieses Spiel ist für mich völlig offen. Aber weil ich viel zu viele Spiele von Aaron Rodgers in den letzten sieben Jahren gesehen habe: Vorteil Green Bay.

Washington hat kein Team mit einer positiven Bilanz geschlagen, die sind nur hier, weil die NFC East heuer ein Wrack war. Green Bays schlimmste Pleiten gab es gegen so Teams wie Denver, Carolina und Arizona – das kann passieren. Nach korsakoffs Power Ranking sollte das eine ganz knappe Nummer werden, Green Bay ist mit einem Punkt Favorit, auswärts. Die Buchmacher sehen das ganz ähnlich.

5 thoughts on “Vorschau Wild Card Playoffs 2015/16: Green Bay Packers @ Washington Redskins

  1. „und Shuan Fatah im Studio, wenn ich das gestern richtig mitbekommen haben“
    Ja korrekt – der einzig „Sehende“ unter den Einäugigen und Blinden (ich meine die puls4-‚Experten‘-Runden)😉

    Ansonsten: Sam Shields ist bereits out (concussion). Die Rookie-CBs der Packers müssen es wieder richten.

  2. Ich sehe schwarz , für die Packers , ja , die Offens ist kaputt und wenn das heute Abend besser werden würde , wäre es ein kleines WUNDER für mich . Zu deutlich die letzten 2 Niederlagen gegen Arizona und Minnesota . Rogers scheint nicht in bester Form zu sein , zu viele Trops und die Defens hat mich auch nicht überzeugt ! Aber , natürlich wünsche ich mir einen Sieg der Packers , wieso sollte nicht mal der schlechteste der Setzliste den SB gewinnen, die Hoffnung stirbt zuletzt !

  3. Wenn diese 4 schweren Jungs 71 – 61 – 67 – 75 – 76
    QB Kirk Cousins genügend Schutz und Zeit geben, dann gewinnt Washington.
    Dank an @Herrmann für die bisherigen Vorschauen, hilft sich auf das wesentliche zu fokussieren.

  4. Ich frage mich allerdings, ob für die Packers ein Sieg/Weiterkommen die aktuelle Situation eher verklärt oder eine Niederlage vllt doch hilfreicher für eine sachliche Analyse und darauffolgende Adjustments in der Offense, die dringend notwendig sind, ist.

    Ansonsten in riesiges Danke an Herrmann für die tollen Previews zu den Spielen! Es macht mehr als nur Spaß, diese zu lesen.

  5. Pingback: NFC-Wildcards 2015/16: Washington Redskins – Green Bay Packers live | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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