Los Angeles Rams

Machen wir es kurz: Die Rams kehren ab 2016 nach Los Angeles zurück und treten als Los Angeles Rams in der NFL auf. Die Owner haben heute Nacht überraschend deutlich dafür gestimmt: 30 Ja, 2 Nein Stimmen. Der Move gilt als Erfolg für Commissioner Roger Goodell, der in einer verzwickten Situation gut vermittelt zu haben scheint.

Den Rams gehört bereits ein großes Grundstück Land Inglewood, das Owner Stan Kroenke auf eigene Faust gekauft hatte.

Das Parallelprojekt in Carson zwischen den beiden Partnern Raiders und Chargers wurde von Disney unterstützt. Disney ist Eigentümer von ESPN, das die NFL jährlich mit 2 Milliarden Dollar für Übertragungsrechte an Monday-Night Football finanziert. Es wurde eiskalt niedergestimmt.

Die Chargers ziehen nicht bereits 2016 um, sondern haben nun ein Jahr Zeit um in San Diego einen neuen Deal auszuhandeln und dann eventuell ab 2017 in den Stadiondeal von Inglewood einzusteigen, wo sie aber wohl Untermieter der Rams werden würden. Für die Ownerfamilie Spanos ist das maximale Hebelwirkung.

Die größten Verlierer der Abstimmung sind die Raiders, die damit mit leeren Hosen dastehen. Die Raiders können frühestens wieder in den L.A.-Train einsteigen, sollten sich die Chargers gegen einen Umzug dorthin entscheiden. Sie haben aktuell keinen Stadionvertrag für die nächste Saison. Ein interessantes Detail: In ihrer Presseaussendung zur NFL-Entscheidung vermieden die Raiders das Wort „Oakland“.

Mehr vielleicht, wenn ich dazu komme.

20 thoughts on “Los Angeles Rams

  1. Also nächstes Jahr sie St. Louis Raiders?

    Immerhin halbieren Liga für chargers und Raiders jeweils 100Millionen $ für eine Stadionprojekte zur Verfügung gestellt. Damit hat man auch in den USA ne Basis

  2. Hm, haben die Chargers nicht die Möglichkeit, auch 2016 mitzugehen? So liest sich imo der Passus auf nfl.com

    „Per NFL Media Insider Ian Rapoport, the Chargers will have up until the conclusion of owners meetings (March 20-23) to decide if they’re playing in LA or SD in 2016. The window creates the possibility — however slight — that the Chargers could remain in San Diego. The city is hosting a June vote for $350 million in public funding toward a new facility to replace Qualcomm Stadium. It is possible the Chargers put off a final decision until that vote takes place.“

  3. Ziemlich spannende Nachricht auf einen Mittwoch-Morgen🙂 !!!
    Meiner Meinung nach, sollte die Chargers und Raiders in ihren Städten bleiben und den LA Rams die Stadt der Engel überlassen.

    Zwei Teams in einer Stadt :/?
    Gefällt mir in Big Apple schon nicht so richtig🙂 !!!

    Einzig und allein die Raiders und Chargers zusammen in LA, wären eine verrückte Konstellation gewesen. Dann hätten wir zwei Stadt-Division-Duelle pro Saison. Ich denke das hätte Derby-Züge wie das El Clasico oder Schalke vs. Dortmund annehmen können. Aber die Besitzer wollten es ja anders🙂 !!!

  4. Für mich noch unklar was alles die (Haupt-)Gründe für dieses deutliche Voting waren… Kroenkes Haufen Geld? Sein Move bereits das Grundstück zu besitzen? (gibts hier Infos?)… aber natürlich macht es auch geographisch in der NFC-West Sinn, die Rams nunmehr an der Westküste zu haben… (Das hat sicher einen Haufen guter Implikationen für die ganze Division)…

    Könnte jemand ausführen wie die genaue Situation in Oakland gerade ist, bzw. wies wohl weitergehen wird?… aktuell kein Stadionvertrag, aber weshalb? Weil sie auf LA gehofft haben, oder weil das Coliseum aus (unterschiedlichsten) Gründen keine Option mehr darstellt? Wollten die nicht auch mal nach San Antonio? Danke :)!

  5. Diesen ganzen Relocationzirkus halte ich für grundlegend dumm. Eine loyale (!) Fanbase aufzubauen dauert. Und im Endeffekt rechnet sich eine loyale Fanschar langfristig mehr als kurzfristiger Cash. LA hatten wir ja schonmal. Auch genauso: mit zwei Teams. Beide sind wieder weg.

  6. ziemlich unfair den Fans das Team einfach wegzunehmen,und wenns in LA nicht klappt was dann.

  7. Es gibt in Los Angeles ja noch eine große Anzahl von LA Rams fans, von daher muss in die Richtung nicht viel aufgebaut werden!

  8. Ob das gut geht? Klar, die ersten Jahre, sagen wir mal bis 2021 oder 22, werden spannend – das neue Stadion ist ja erst 2019 fertig – und dementsprechend attraktiv für Besucher. Aber was dann? LA hatte bereits Teams, grade die Rams sind von dort schon einmal weg – sicher nicht, weil die Fanbase so loyal war. Und in einer so großen Metropolitan Area kommt dann dazu, dass die meisten wirklichen Footballfans schon ihren Verein haben. Die werden jetzt nicht einfach zu den Rams wechseln, nur weil die in der Stadt sind. Da kann es dann grade gegen die traditionell weit verteilten Fanbases wie Steelers, Packers oder Patriots ganz schnell passieren, dass man zu Hause Auswärtsspiele spielt (siehe San Diego oder eben auch St. Louis). Und das Publikum in LA ist einfach grundsätzlich schon mal eher durch Eventbesucher, C- und B-Promis, aber sicher nicht durch konstante Loyalität geprägt. Siehe die Kings (NHL) als sehr gutes Beispiel dafür. Und siehe auch die Unis im Großraum LA.

    Im Endeffekt muss Kroenke über Jahrzehnte hinweg eine 80.000er Bude mit wohl mehr als gesalzenen Preisen ausverkaufen – ob das mit diesem Publikum möglich ist, das würde ich stark hinterfragen. Und da fangen noch gar nicht mal an davon zu reden, dass STL aktuell in einer der stärksten Divisions spielt und selbst keinen QB am Start hat.

  9. Also LA hat als Metropolregion 13 Mio Einwohner, da ist Stadion (8*80000 Tickets) voll kriegen für die NFL kein Problem. Ich glaube der Nfl wachsen langsam die Stadionkosten (ca. 1,4 Mrd. $ bei den letzten Neubauten) bei nur 8! Spielen pro Saison über den Kopf. Daher vermute ich, dass die Raiders zu den 49ers ins Levi’s Stadium ziehen und die Chargers zu den Rams um 16 Heimspiele pro Stadion zu bekommen. Wird zwar nicht gut für die Stimmung sein, aber Hauptsache $$$$$$.

  10. Für die Raiders Nation in Oakland ein befriedigendes Ergebnis.
    Und ob die Rams in LA es so leicht haben werden … Ein Team, das als Wandervogel bereits bekannt ist, wird es schwer haben die Herzen der Fans im Sturm zu erobern, vor allem dann, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt.

  11. @JD

    Du musst das realistischer betrachten. Die Tickets beginnen, bei 70 oder 80 Dollar, 2019 sind es dann sicher schon 100. Ein Bier im Stadion kostet 8 bis 10 Dollar, eine Tüte Popcorn 6 oder 7. Et cetera. Kroenke will das Stadion ja nicht mit Leuten voll kriegen, die keine Kohle dort lassen. Natürlich gibt es theoretisch mehr als genug Leute im Ballungsraum LA. Es gab aber auch mehr als genug im Ballungsraum St. Louis und trotzdem war die Bude die meiste Zeit gähnend leer. Die Leute gehen doch nicht hin und investieren einen Arsch voll Geld, wenn es sie nicht interessiert, persönlich betrifft, oder meinetwegen mitreißend ist. Das Interesse wird am Anfang so oder so da sein, einfach weil neue Dinge immer erstmal interessant sind und durch das Stadion 2019 bleibt dieses Gefühl der „Neue“ auch mal länger bestehen. Aber bei den Investitionskosten reicht das nicht aus – und an der langfristigen Wirkung gibt es berechtigte Zweifel.

  12. Lasst mal eure Schwarzmalerei… In Los Angeles bist du immer dann interessant, wenn du einen SIEGER auf das Spielfeld stellst.

    Kroenke muss die Rams also nur zu einem Siegerteam machen.

    Schwieriger als nach über 20 Jahren Untätigkeit Schwung in das Thema LA und NFL zu bringen sollte das auch nicht sein…

  13. Statistisch gesehen unwahrscheinlich, da es per Modus immer mehr Verlierer als Gewinner geben muss. Steht und fällt alles mit nem QB und nem HC. Fisher traue ich es nicht zu.

  14. So siehts aus die la rams werden nur dann die Zuschauer ins Stadion bringen,wenn das Team erfolgreich ist. Aktuell haben sie ja nicht mal einen Franchise QB das wird wohl wenn im draft nichts geholt wird auch so bleiben.

  15. Pingback: NFL – Eine kleine Geschichte des Wandels | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  16. Hier wird vergessen, dass ein modernes Stadion der Gegenwart viel mehr ist als „8 Heimspiele pro Saison“.

    1. Es sind erstens 10 Spiele pro Saison, da die Preseason mitzählt. Plus max. 2 weitere für die wirklich guten Playoff-Teams.
    2. Es gibt noch College Football, Bowl Season, College Basketball, Fußball-Länderspiele und Testspiele, Konzerte
    3. Es gibt Super Bowls
    4. Es gibt andere NFL-Veranstaltungen wie einen Pro Bowl
    5. Es gibt Konzerte
    6. Es gibt die Möglichkeit auf Fanshops, Mannschaftsmuseum, NFL-Museum usw.
    7. Es gibt, gerade in Los Angeles, die Chance auf einen monströsen Deal für Namensrechte

    und so weiter. Das Land in Inglewood dürfte eine Goldgrube sein, wenn die Zone intelligent verbaut wird. In Hollywoods Nachbarschaft musst du den Teufel tun um aus dem Baugrund keinen massiven Profit zu schlagen.

  17. Ja in LA hast du damit keine Probleme, in St. Louis und San Diego schon. Selbst in Oakland wird es schwierig werden mit nem neuen Stadion Profit zumachen.

  18. LA und New York sind die größten Märkte in Amerika. Genau wie in New York bekommst du auch in LA die Bude voll egal ob ein Team oder zwei und im Prinzip wäre es völlig egal ob sie in einem oder zwei Stadien spielen. Und natürlich macht es einen riesigen Unterschied ob ich in St. Louis hocke das für amerikanische Verhältnisse ein Kaff ist und nicht gerade boomt oder in LA. Was du vor allem verkaufen willst sind Luxusboxen und davon kann man in LA wahrscheinlich nicht genug haben. Die Klientel ist da halt ein bisschen anders als in St. Louis oder Oakland was als relativ gefährliches Dreckloch gilt. Der jeweiligen Fanbase wird es mittelfristig auch gut tun solange man nicht einen auf Cleveland Browns macht. Die Amis verstehen schon wie ihre Ligen laufen und wissen das man nicht permanent oben mitspielen kann, die erwarten da keinen Abomeister a la FC Bayern. Da alle in Frage gekommenen Teams sowieso schon LA Backround haben lässt sich das auch super vermitteln. Ich wüsste auch nicht welches der zahlreichen Profisportteams mit dem Standort unzufrieden wäre. Das ist auch kein kurzfristiger Cash sondern langfristige Gewinnmaximierung mit besten Aussichten. Nebenbei bemerkt zieht Hollywood auch medienaffine Sportstars an. Dieser Pessimismus wegen solchen Umzügen ist wohl urdeutsch weil hier sowas nicht vorkommt.

  19. Pingback: NFL in Los Angeles: W-Fragen und Aha-Antworten | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  20. „2. Es gibt noch College Football,…“

    USC hat allerdings schon mehrfach gesagt, sie wollen im Colosseum bleiben und den Vertrag vor gar nicht so langer Zeit auf ne sehr lange Zeitspanne verlängert. Wie das bei UCLA aussieht, weißlich jetzt nicht, da War mir aber in Erinnerung, dass sie zumindest mit der Entfernung Rose Bowl-Campus unzufrieden, ob Inglewood jetzt aber näher ist als Pasadena müsste man prüfen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s