Laienbewertung

Am Montag lief mir mehr oder weniger zufällig eine Twitter-Diskussion über den Weg, in dem sich Browns-OT Mitchell Schwartz und Panthers-LB Thomas Davis über einen Spielzug in der Super Bowl 50 unterhielten.

Vorausgeschickt: @MitchSchwartz72 ist seit Anfang der Playoffs einer meiner Lieblings-Accounts auf Twitter. Durch seine Live-Tweets habe ich extrem viele neue Einblicke in das Funktionieren von Offensive Lines gewinnen können.

Schwartz analysiert in diesem Snap das off-contact Duell zwischen LB #58 Thomas Davis und dem rechten Guard der Broncos.

Prompt folgte die Antwort von eben jenem der misslungenen Wette beschuldigten Thomas Davis:

Ein interessanter Kommentar von Davis. Davis bekommt von seinem Trainerstab eine gewisse Anweisung („assignment“), die in diesem speziellen Spielzug einzuhalten ist. Davis hält sich nach eigener Aussage daran. Sein Move sieht unglücklich aus, weil die Offense den Spielzug in eine andere Richtung entwickelt. Trotzdem hat Davis nach eigener Aussage sein assignment gehalten.

Schwartz ist ein extrem smarter Typ. Er gilt als einer der besten Offensive Liner in der NFL, und er hat einen eloquenten Stil, Wissen auf Twitter weiterzugeben. Aber dieser Spielzug ist ein gutes Beispiel, warum die Bewertung einzelner Spielzüge bzw. der Leistung einzelner Spieler in diesen Spielzügen gefährlich sein kann.

Weil du eben nur ein Laie bist. Weil du die Aufgaben der Spieler nicht kennst. Weil du nicht alles siehst, was am Feld passiert.

Ich frage mich bekanntlich seit Jahren, wie z.B. Pro Football Focus es schafft, am Montagmorgen Bewertungen von 100 Spielern in über 150 Snaps von 14 Sonntagsspielen online zu stellen, ohne dabei das „Coaches Tape“ (All 22) zu benutzen oder ohne die Assignments zu kennen. Ich weiß nun wieder, wieso ich so skeptisch bin.

Ach ja, sie haben sich natürlich trotzdem lieb:

4 thoughts on “Laienbewertung

  1. Sehr interessant. Den Punkt mit PFF kann ich nur unterschreiben. Ich habe sie am Anfang immer sehr gefeiert, aber mittlerweile denke ich mir auch, dass so eine Masse an Spielern (mit zudem noch lückenhaften Daten etc.) kaum objektiv zu bewerten ist in so kurzer Zeit. Außerdem kommt es mir vor, als wäre der confirmation bias bei ihnen sehr hoch. Macht ein Spieler, den sie ohnehin nicht mögen, einen Fehler, kann dieser Spieler noch so gut spielen, er wird negativ bewertet. Genau andersherum mit ihren Lieblingen.

  2. Pingback: nfl-transfermarkt.sidelinereporter.com/2016 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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