NFL Draft 2016 – Rede und Antwort | Die Combine

Die heutige Fragerunde zum NFL-Draft behandelt Themen rund um die NFL-Combine. Rede und Antwort gestanden ist wie bereits letzte Woche Christian Schimmel (@Chris5Sh) von DerDraft.de.


Vor einigen Tagen hast du die NFL-Combine als „Unterwäschen-Olympiade“ bezeichnet. Auch wenn die Combine mehr ist als Körpermaße und Sprinten: Was ist der effektive sportliche Wert dieser Veranstaltung? Warum sollte man glauben, dass Trainingseinheiten ohne Gegenspieler unseren Wissensstand um die Prospects erweitern?

Es gibt schon Erfahrungswerte, zum Beispiel bei der Schnelligkeit, oder der Beweglichkeit (Cone Drills) die uns schon verraten, wie explosiv ein Spieler ist. Prinzipiell sind die Drills aber immer nur ein Teil des Puzzles. 40 Yard Zeiten der Offensiver Liner sind irrelevant, da machen maximal noch die Zwischenzeiten über 10 Yards Sinn. Die Zahlen und die Drills sollen uns etwas über die Athletik sagen, doch in aller Regel sollten diese Indikatoren mit dem Eindruck des Tapes übereinstimmen. Nur bei deutlichen Abweichungen ist es ratsam nochmal ins Tape gehen.

Bei den Drills ist zudem interessant, wenn Spieler Dinge zeigen müssen, die sie am College gar nicht ausführten. Zum Beispiel Kick Backs von Offensive Tackles die am College in einer Shotgun Offense agieren und beim Snap nie im 3-Point Stance stehen. Die Combine ist ein Teil im Gesamtbild, darf aber nie isoliert betrachtet werden.


Anschließend an die erste Frage – Was ist für dich im Zweifel beim Scouting von Tape wichtiger: Gezeigte Leistung am College oder übertragbares Potenzial auf die NFL?

Es kommt darauf an, aber Roman und ich stehen eher der Fraktion „Tape“ näher. Die Wahrscheinlichkeit bei einem athletisch limitierten, aber produktivem College Spieler komplett daneben zu greifen, ist geringer als anders herum. Der Satz: “You are, what you are“ trifft auch beim Übergang vom College in die NFL zu, zumal die Spieler schon in einem Alter sind, in dem Lerneffekte langsamer ablaufen als bei Kindern oder Jugendlichen.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass viele Prospects zum Teil von ihren Coaches unpassend eingesetzt werden (Owa Odighizuwa letztes Jahr, Dadi Nicolas dieses Jahr, als Beispiele). Bei vielen leidet die Performance, weil sie nicht nach ihren Stärken eingebunden werden. Das ist teilweise auch logisch, denn College Coaches geht es in erster Linie ums Gewinnen, erst in zweiter Linie um Talententwicklung. Auch hier ist also der Kontext entscheidend.


Zwei der bekanntesten College-Quarterbacks der letzten Jahre werden in der Combine auf einer neuen Position antreten: Trevone Boykin (ehemals TCU) und Braxton Miller (Ohio State), die beide eine Profi-Karriere als Wide Receiver anstreben. Was macht diese beiden Spieler athletisch aus und warum können sie in der NFL Erfolg in neuer Funktion haben?

Von Braxton Miller war ich echt überrascht. Die Athletik ist offensichtlich, er hat aber auch bei Wide Receiver – spezifischen Dingen wie dem Fangen oder den gelaufenen Routen schon überzeugt. Das sah teilweise besser aus, als bei Prospects die schon Jahre auf der Position spielen. Miller war leider 2014 verletzt und auch 2015 mit 26 Catches nicht überragend produktiv, aber er hat eine Menge Anlagen um in der NFL Erfolg zu haben.

Bei Boykin bin ich etwas skeptischer. Ich bin überzeugt, dass er schnell und beweglich ist, seine Hände sind mit 9 Inches allerdings an der absoluten Untergrenze. Wide Receiver mit kleineren Händen sind anfälliger für Drops. Ich glaube, dass er mit seiner Explosivität als Slot Receiver und Returner am dritten Tag eine Chance bekommt. Gute Zahlen bei der Combine würden ihm sicher helfen.


Der bekannteste Drill der Combine ist mit Sicherheit der 40-Yards Sprint. Welche Athleten sind die Favoriten in dieser Disziplin im Jahr 2016?

Vermutlich wird am Ende wieder jemand die schnellste Zeit abliefern, den vorher kaum ein Experte auf der Rechnung hat. Von den Spielern die wir wahrgenommen haben sind die folgenden unsere Favoriten: Tyler Ervin, RB, San Jose State; Kolby Listenbee WR, TCU; Will Fuller, WR, Notre Dame; Braxton Miller, WR, Ohio State; Xavien Howard, CB, Baylor.

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