Die Quarterbacks der Combine 2016

NFL-Combine in Indianapolis ist der Beginn der Hochsaison für den Draft 2016. Die aufregendste Position ist wie immer Quarterback. Schauen wir uns die Prospects mal kurz an.


Die spannendste Figur ist QB Carson Wentz vom kleinen College North Dakota State. Wentz tauchte im Jänner wie aus der Kanone geschossen auf dem nationalen Radar auf: Tauchte er noch vor zwei Monaten auf keinem einzigen 1st-Round Report auf, gilt er seit rund einem Monat als mehr oder weniger guter Kandidat für die Top-10 Picks.

Wentz ist dabei der typische Senkrechtstarter aus dem Nichts: Nur eineinhalb Jahre Starter und das noch nichtmal in einer Mid-Major Liga, sondern der FCS (Football Championship Subdivision), der zweiten Stufe des College Football.

Das erste Mal wahrgenommen wurde er beim Finale der FCS Anfang Jänner, als er mit dem Seriensieger North Dakota State eine dominante Endspielperformance hinlegte. Als ich Wentz erstmals spielen sah, dachte ich intuitiv sofort „Cam Newton“. Der Mann ist ein Weißer, aber er spielt einen ähnlichen Stil: Groß gewachsen, ebenso mobil wie fluide in seinen Bewegungen, scharfer Wurfarm (wenn auch nicht so krass wie bei Newton).

Es gibt drei kritische Punkte an Wentz: Die maue Konkurrenz am College, die geringe Erfahrung (1.5 Saisons) und das mit 23 Jahren recht hohe Alter. Alle drei sind keine Killer-Faktoren für sich, aber sie sind Risiken. Wentz gilt als solider Typ, dem seine Grenzen bewusst sind. Er wird in den nächsten zwei Monaten aber Indizien liefern müssen, dass er in 1-2 Jahren als Franchise-QB durchgehen kann.


Die anderen Quarterbacks, die es in die ersten Runde schaffen könnten, sind Jared Goff (Cal) und Paxton Lynch (Memphis). Lynch kenne ich spielerisch überhaupt nicht. Er ist ein typischer „ewiger Underdog“: Vor seiner College-Karriere übersehen, weil er an der Highschool in einer Wing-T Offense spielte und sich ausgerechnet in seiner Senior-Saison verletzte. Dann gezwungen, das einzige Stipendium zu nehmen, das er bekommen konnte (eben Memphis). Und dann scheint er sich im letzten abgelaufenen Jahr in der Spread-Offense von Headcoach Justin Fuente nach oben gearbeitet zu haben.

Goff ist schon länger ein Begriff. Auch er kommt aus der Spread-Offense (Head Coach Sonny Dykes). Goff war ein sehr effizienter Air-Raid QB bei Cal, aber wie so viele Spread-QBs kennt er nur Shotgun, und er hat nicht den rattenscharfen Wurfarm der Top-Prospects. Goff wirkt mental brutal stabil. Ebenso positiv: Er bleibt im Angesicht von Pass Rush cool, hält seine Augen downfield bei seinen Receivern.


Langsam durch den Rost zu fallen scheinen Connor Cook (Michigan State, gilt als arroganter Schnösel) und Christian Hackenberg von Penn State, bei dem es lange her ist, dass zuletzt positive Meldungen verbreitet wurden. Hackenberg, früher ein gehyptes Prospect, spielte zuletzt zwei desaströse Jahre in einer nicht funktionierenden Offense, die an seinen Talenten vorbei designt war. Hackenberg hat einen prächtigen Wurfarm, aber er gilt mittlerweile nur noch als Anwärter für die mittleren bis späten Runden im Draft…

… es sei denn, der „Draft-Prozess“ schlägt wieder zu und spült den einen oder anderen Prospect doch wieder nach oben. Welchen, ist momentan schwer zu prognostizieren. Fix ist nur, dass es einer von ihnen sein wird.

4 thoughts on “Die Quarterbacks der Combine 2016

  1. Bei Goff und Hackenberg wurden im aktuellen Combine „nur“
    9″ Handgrösse gemessen. Ist für einige Teams vielleicht ein Ausschlußkriterium.

  2. Das mit den kleinen Händen halte ich auch für nicht unerheblich. Goff musste 2013 beispielsweise im starken Regen von Oregon spielen und wurde nach zwei, drei Drives gegen seinen Backup ausgetauscht, weil er in jedem einzelnen Drive mindestens einmal den Ball fallengelassen hatte. Kann natürlich sein, dass er da inzwischen sicherer geworden ist. Ein Hinweis auf die Hand-Sache ist es trotzdem. Gerade bei widrigen Witterungsbedingungen.

    Ich bin noch gespannt, wo und ob Dak Prescott und Vernon Adams eine Chance bekommen. Von Stil und Körperbau her erinnert vor allem Adams an Russell Wilson. Das wäre eventuell eine Option für die ungeklärte Backup-Frage bei den Seahawks (Wunsch ist Vater des Gedanken bei mir). Hat da jemand Gedanken zu?

  3. Ich wäre da eher für Adams in San Francisco.Adams hat ja selber gesagt,dass er 80 – 90 % der Plays von den Eagles letztes Jahr schon in Oregon hätte callen können.Ich denke als 6th-7th round pick wird er dann auch von den 49ers gedraftet,wenn nicht vorher schon von einem anderen Team.
    Aber Seattle macht wahrscheinlich auch noch Sinn,gerade wenn der Backup aus Seattle weg möchte.

  4. Wie werden eigentlich die Chancen von Jake Rudock eingeschätzt? Er ist mir diese Saison bei Michigan positiv in Erinnerung geblieben.

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