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(Update: 15.03.2016: Patriots traden Chandler Jones nach Arizona!)

(Update: 12.03.2016, Phase 2)

Lass uns mal einen mehrtägigen Ticker zur Free Agency fahren. Anspruch auf Vollständigkeit ausgeschlossen.

Der Belichick-Störer

Betreff: Patriots/Cardinals Trade am 15.03.2016

Größter Offseason-Trade bisher, und wie könnte es anders sein: Bill Belichick ist beteiligt. New England verkauft DE Chandler Jones an die Arizona Cardinals. Als Gegenwert kommen OG Jonathan Cooper und der 2nd Round Draftpick der Cardinals nach Foxboro.Ein Trade zwischen zwei der bestgeführten Organisationen in den letzten Jahren, und er macht Sinn für beide Seiten. Let me explain.

Zuerst die Verträge: Jones geht in sein 5tes Profijahr und spielt 2016 unter der „5th-Year Option“, die für den ehemaligen späten 1st Rounder rund 7.7 Mio wert ist. In einem Jahr ist Jones Stand heute Free Agent.

Cooper, 2013 als einer der besten Guard-Prospects ever gehypt, aber in der NFL nach einer schweren Verletzung bislang enttäuschend, geht in sein 4tes Profijahr. Die Patriots müssen sich bis Mai entscheiden, ob sie bei Cooper die 5-Jahres Option ziehen. Für Cooper, einen ehemals hohen Draftpick, kostet diese rund 11.5 Mio Dollar. Ziehen die Patriots sie nicht, wird Cooper in einem Jahr Free Agent. Wichtig: Die 5th Year Option ist nur für den Fall von Verletzung „guaranteed money“.

Dann die Teams. Arizona hat eine Latte an anstehenden großen Verträgen vor der Backe und ein junges Team mit zwei Altstars an vorderster Front: Der 36-jährige QB Palmer und der 34-jährige WR Fitzgerald. Möglich, dass sich das Fenster zum Erfolg nach 2016 erstmal schneller schließt als gedacht. Jones als einer der besseren Pass Rusher der Liga könnte der Move sein, der die Cards über den Hügel bringt, wie man in den USA zu sagen pflegt.

Auch in New England muss man die Cap-Komponente beachten: Die Pats müssen in Bälde mit LB Hightower, LB Collins und CB Butler verlängern. Wer Belichick kennt, weiß, welches Trio er im Fall von Jones/Hightower/Collins/Butler für Vertragsverlängerung picken würde. Belichick hat seine Präferenzen. Insofern ist der Jones-Trade keine Sensation.

Dazu Cooper und die Rückkehr vom bald 70-jährigen Offense-Line Coach Dante Scarnecchia aus dem Ruhestand. New Englands Offensive Line war letztes Jahr das bekannte Torso. Jetzt kommen der beste Line-Coach der Liga und einer der ehemals besten Draft-Prospects dazu. Möglich, dass QB Brady bald wieder akzeptablen Schutz erlebt.

Dazu der 2nd Rounder. Belichick galore. Für die Cards auf kurze Sicht kein Beinbruch, weil Fenster eh in Kürze geschlossen. Ein Trade, der auf dem Papier für alle Sinn macht.

Die zweite Welle

Betreff: Moves vom 10., 11. und 12. März 2016

Die erste Welle der Verpflichtungen in der NFL ist die „legal tampering“ Periode (drei Tage bis NFL-„Neujahr“) plus der erste und zweite Tag der Free Agency, also heuer 9. und 10. März. An diesen Tagen gehen die Top-Spieler vom Tablett und unterzeichnen die Monster-Verträge. Darüber habe ich weiter unten schon geschrieben.


Es gibt noch Ergänzungen, die kommentiert werden müssen. Miami und der Oliver-Vernon Abgang zum Beispiel. Die Dolphins ließen DE Vernon bekanntlich ziehen. Den Abgang bereitete man bereits vor, als man Vernon vor ca. 10 Tagen nicht die „Franchise Tag“, sondern die deutlich billigere „Transition Tag“ gab.

Als sich abzeichnete, dass Vernon einen Mega-Vertrag unterzeichnen würde, entzogen sie Vernon kurzerhand das Preisschild und machten ihn somit zu einem UFA („unrestricted free agent“). Vernon war eh nicht mehr zu halten. Als UFA bekommen die Dolphins für Vernon aber nächstes Jahr annähernd einen 3rd Round Draftpick durch das so genannte „compensatory pick system“.

Cleverer Move. Obwohl der GM Mike Tannenbaum ist.


Damit zu Phase 2, ergo der Rest der 1ten Woche, an denen die „Tier 2“ der Spieler für bereits deutlich moderatere Kohle wegging.

Die teuerste Verpflichtung war CB Sean Smith, der in Oakland für 4 Jahre, 40 Mio und 20 Mio guaranteed unterschrieb. Smith ist nach OG Osemele und ER Irvin der dritte nennenswerte Neuzugang. Mit 29 ist er auch der älteste. Free Agency ist nicht der Weg um die NFL zu erobern, aber er ist ein guter Weg, ein Team zu ergänzen bzw. zu vervollständigen. Die Raiders haben drei auf dem Papier exzellente Moves gemacht: Offensive Line mit einem hervorragenden Spieler (Osemele ist auch erst 27!), mit Irvin einen zwar eindimensionalen Spieler, aber hervorragenden Passrusher geholt, und CB Smith als Ergänzung für die Secondary.

Ich würde GM Reggie McKenzie den Durchbruch gönnen. Ich war nicht mit all seinen Moves in den letzten Jahren einverstanden, aber ich habe stets betont, dass ich hohen Respekt habe vor der Traute McKenzies, den kaputten Laden Raiders in der allerletzten Konsequenz aufzuräumen. Ich habe auch hohen Respekt vor der Owner-Familie Davis, dass sie McKenzie gewähren ließ.

Fortschritt in der NFL ist nicht linear, aber die Raiders haben schon 2016 eine Chance, die AFC West im Sturm zu nehmen. Das freut mich. Das Revival dieser großen, alten Franchise kann nur gut sein für die NFL.


„Punktuelle“ Verstärkung in Atlanta: WR Sanu aus Cincinnati für 5 Jahre, 32 Mio und 14 Mio. guaranteed. Damit kommt Sanu deutlich billiger als der WR-Kollege Jones, der in der 1ten Welle von Cincinnati nach Detroit ging. Sanu wird in Atlanta die Bürde tragen müssen, als Komplementär zu WR Julio Jones zu dienen. Also kein #1 Mann, sondern eine entlastende #2.


Punktuelle Verstärkung einer ewigen Schwachstelle auch in Tampa: DE Ayers kommt aus New York. Damit doch noch ein Abgang der Giants nach einer massiven Einkaufstour in den ersten Tagen. Ayers kam einst als 1st Rounder in die NFL, enttäuschte in Denver, belebte seine Karriere aber in New York. In Tampa ist er derzeit der einzige Defensive End von Format.

Buccs-Move auch in der Secondary: CB Grimes kommt aus Miami. Grimes galt mal als einer der besseren Cornerbacks in der NFL, kommt aber zunehmend in die Jahre. Als größtes Problem an Grimes galt der sehr exponierte Twitter-Account seiner Frau, der in Miami für viel Unruhe sorgte. Tampa scheint die Lösung gefunden zu haben: Twitter-Account gelöscht.


Secondary-Moves auch in Jacksonville: Die Jaguars holen doch noch einen Safety, Tashaun Gipson aus Cleveland. Und sie holen CB Prince Amukamara aus New York. Alles keine Superstars, aber gute Ergänzungen für einen Kader, der nach Start dieser Free Agency deutlich aufgepeppt aussieht.


Miami hat Broncos-RB C.J. Anderson einen Vierjahresvertrag über 18 Mio. angeboten. Anderson ist RFA, also ein „eingeschränkter“ („restricted“) Free Agent. Denver hat aber noch ein Vorkaufsrecht und kann Anderson evtl. halten.

QB-Situation in Denver: QB Sanchez wurde via Trade aus Philadelphia geholt. Ob Sanchez ist Lösung als „neuer Peyton“ ist? Nun ja…


Die Verlängerungen. DE Clayborn in Atlanta, CB Pacman Jones in Cincinnati (holla die Waldfee nach dem Playoffspiel gegen Pittsburgh!!), WR Kearse in Seattle, DE Perry in Green Bay und CB Claiborne in Dallas als nennenswerte Vertragsverlängerungen. LB Weatherspoon kehrt nach einem Jahr im Exil in Arizona nach Atlanta zurück.


Cleveland hat in dieser Free Agency einen ziemlichen Aderlass hinnehmen müssen: C Mack, RT Schwartz, S Gipson und WR Travis Benjamin haben den Verein verlassen. Sie alle waren Leistungsträger in einer Mannschaft, die nicht mehr viele Leistungsträger hat. QB Manziel wurde aus freien Stücken gefeuert und schließt damit den Kreis der horrenden 1st-Round Draftpick Quarterbacks der Browns seit ihrer Neugründung 1999:

  • 1999 Tim Couch, #1 Draftpick overall, Abgang nach 5 Jahren
  • 2007 Brady Quinn, #22 Draftpick overall, Abgang nach 3 Jahren
  • 2012 Brandon Weeden, #22 Draftpick overall, Abgang nach 2 Jahren
  • 2014 Johnny Manziel, #22 Draftpick overall, Abgang nach 2 Jahren

Als möglicher Neuzugang ist derzeit QB Colin Kaepernick im Gespräch, den man für einen 3rd Rounder aus San Francisco holen möchte, allerdings nicht ohne eine krasse Gehaltskürzung. Die Geschichte wirkt wie ein Täuschungsmanöver. Kaepernick ist in wenigen Wochen vermutlich sowieso auf dem freien Markt.


Letzte Geschichte für heute: Die Rams bleiben nicht ohne Kontroversen. Sie schreiben in ihre Verträge noch immer den Standort „Missouri“ um die deutlich günstigeren Vertragskonditionen im Vergleich zu Kalifornien nutzen zu können. Da nutzt jemand alle Hebel. Erfolg verspricht das ganze aber eh erst, wenn sie einen Quarterback gefunden haben.

Stunde null und Tag 1

Betreff: Moves vom 7.-9. März 2016

Die auffälligsten Verpflichtungen betreffen ehemalige Broncos-Spieler. Da wäre zum einen DT Malik Jackson, der in Jacksonville einen sensationellen 6-Jahresvertrag über 90 Mio. unterschrieben hat, mit 42 Mio. „fully guaranteed“, eine massive, sehr massive Zahl für einen Abwehrspieler auf einer non-premium Position, noch dazu für einen Spieler wie Jackson, den man vor nicht einmal drei Monaten noch gar nicht so wirklich gekannt hat.

Jackson gilt als exzellenter Pass Rusher und ist somit die erste große Verpflichtung der Jaguars, bei denen ich schon in der Sezierstunde geschrieben hatte, dass sie eine monströse Einkaufstour unternehmen werden.

Jacksons Positionskollege, DE Derek Wolfe, muss sich angesichts der Zahlen fast etwas verarscht vorkommen: Wolfe hat erst im Jänner seinen auslaufenden Vertrag in Denver verlängert, für 4 Jahre, 36 Mio und 15 Mio guaranteed. Vom Volumen nur 66% der Laufzeit, 40% des Gesamtumfangs und 60% des Jahresgehalts.

Das für Wolfe, den ich stets als den wichtigeren Part der Broncos-Defense wahrgenommen hatte. Aber Wolfe schien sich in Denver extrem wohl zu fühlen und verzichtete allem Anschein nach darauf, die letzten Pennys aus dem Vertrag herauszupressen.


Der andere Abgang in Denver betrifft QB Brock Osweiler, der für 18 Mio/Jahr in Houston unterschrieb. 18 Millionen pro Jahr. Für einen kaum erprobten – und wenn erprobten, dann unterdurchschnittlichen – Quarterback. Das ist Bradford potenziert mit einskommafünf.

Osweilers Vertrag umfasst 4 Jahre, 72 Millionen Dollar und 37 Mio. guaranteed. Zum Vergleich: QB Brady hat fast zeitlich in New England eine Neustrukturierung seines Vertrags vorgenommen. Output: 4 Jahre, 58 Mio. und 28 Mio. guaranteed.

Denver bot Osweiler 16 Mio/Jahr an – zu wenig für Osweiler, der in vier Jahren bei den Broncos kaum gespielt hat und zu den Playoffs seinen Platz an einen der schwächsten Quarterbacks der Liga verloren hat. Der Verzicht, Osweiler die letzten Millionen zu zahlen, sieht nach einem hervorragenden Move von John Elway aus und erinnert mich daran, wie die Lions vor einem Jahr bei Ndamukong Suh ebenso konsequent nicht über ihre Schmerzgrenze hinaus gingen.

Denver verliert darüber hinaus u.a. RB C.J. Anderson, LB Trevathan und RB Hillman. Leute wie TE Owen Daniels oder RG Vasquez wurden aus eigenen Stücken gefeuert.


Dolphins altern… freiwillig. Völlig unverständlich, was sie in Miami veranstalten, wo man aus eigenen Stücken entschieden hat, das Durchschnittsalter auf Defensive End zu verdoppeln… gefühlt zumindest. Den 25-jährigen, aufstrebenden DE Vernon lässt man ziehen und holt im Gegenzug den 32-jährigen DE Williams aus Buffalo – für 10 Mio/Jahr. Der Defensive End, der im Kader bleiben darf, ist Cameron Wake, 33 Jahre alt und frisch von einer Achillessehenverletzung kommend. Die Dolphins bestätigen damit ihren Ruf der Rentnerbande, wo sich Altstars ihren Lebensabend versüßen.

Auf der anderen Seite: Der Dolphins-GM heißt Mike Tannenbaum.


Shopping Tour in New York. Vernon geht nach New York zu den Giants. Jacksonville soll auch im Bieterrennen gewesen sein, aber irgendwann kalte Füße bekommen haben und ausgestiegen sein. Verständlich: Vernon kriegt einen FETTEN Vertrag (fett in Großbuchstaben): 5 Jahre, 82 Mio, Hälfte davon Handgeld. My Ass.

Das ist der Vertrag der bisherigen Free Agency schlechthin. Noch vor zwei Tagen hätte keine Sau erwartet, dass ein Vernon für 16 Mio/Jahr vom Tablett geht.

Die Giants halten auch den Gipsmann, DE Pierre-Paul, für ein weiteres Jahr. Und weiter: CB Janoris Jenkins (5 Jahre, 62 Mio) von St Louis/Los Angeles nach New York. DL Harrison vom Stadtrivalen Jets zu den Giants (5 Jahre, 46 Mio, 24 Mio garantiert). Plus RB Forte aus Chicago (edit: sunnby weist zurecht darauf hin, dass Forte bei den Jets, nicht den Giants, unterschrieben hat). Dieses Einkaufsverhalten ist völlig untypisch für die Giants und ihren normalerweise besonnenen GM Jerry Reese.


Die Runningbacks. Forte zu den Giants Jets hatten wir bereits. Dazu RB Ivory nach Jacksonville (Jaguars feuern im Gegenzug den 3.3yds/Carry Mann Toby Gerhart). RB Doug Martin verlängert in Tampa um 5 Jahre, 35.8 Mio mit 15 Mio. guaranteed.

Und Lamar Miller geht von Miami nach Houston: 4 Jahre, 26 Mio mit 14 Mio Handgeld. Die Dolphins werden als Ersatz einen 42-jährigen Runningback für 4 Jahre, 35 Mio und 18 Mio guaranteed verpflichten. Vielleicht entscheiden sie sich auch für die Jungspund-Lösung und holen den in Houston entlassenen 30-jährigen Foster für 6 Jahre, 50 Mio fully guaranteed.


Wide Receiver. Der Top-WR am Board, Marvin Jones, geht nach Detroit, wo die Lions verzweifelt versuchen, Calvin Johnson zu ersetzen. Marvs Zahlen: 5 Jahre, 40 Mio, 17 Mio Handgeld. Das sind Cap-Zahlen auf einem Niveau von ca. 1/3 von Johnson, aber Jones hat keine Erfahrung als #1-WR. Jones, Golden Tate und der bislang enttäuschende TE Ebron sind das neue Trio in Detroits Pass-Offense.

WR Benjamin wechselt von Cleveland nach San Diego. Für die Browns null Problemo, haben eh fünf weitere hochklassige Receiver im Kader. WR Quick bleibt für 1 Jahr, 3.7 Mio bei den Rams.


Tight Ends. Neuer Vertrag für TE Dwayne Allen in Indianapolis. Dafür lassen die Colts TE Fleener nach New Orleans ziehen (5 Jahre, 36 Mio). Allen bekommt damit ein höheres Gehalt als Fleener, obwohl Fleener auf den freien Markt kam und einst der höhere Draftpick war.

Der Fleener-Vertrag ist allerdings extrem „backgeloaded“ (oder „gebackloaded“?) – Konsequenz aus der nach wie vor äußerst üblen Salary-Cap Situation in New Orleans. Sprich: Die Saints schieben mal wieder Probleme nach hinten. Und die Defense ist nach wie vor ein Scheunentor.

TE Ladarius Green (bislang San Diego) geht nach Pittsburgh als Nachfolger des ollen Heath Miller (Rücktritt). Die Chargers halten dagegen den Mittdreißiger TE Gates für moderate Kohle ein weiteres Jahr.


LG Osemele von Baltimore nach Oakland. Monster-Vertrag für Osemele in Oakland: 11 Mio/Jahr für einen Offensive Guard sind fette Kohle. Oder besser: Das ist fassungslose 35% über dem nächsthöher bezahlten Guard. Oder nochmal anders: Das sprengt der Gehaltsgefüge für Offensive Guards komplett.

Die anderen Erklärungen für solch einen Move umfassen Pläne, Osemele auf Left Tackle zu schieben (wo die Raiders aber aktuell in OT Penn einen akzeptablen Vertreter haben und wo Osemele aber zuletzt hoffnungslos ausgesehen hat) bzw. die Not der Raiders, Geld auszugeben um den „Spending-Floor“ zu erreichen.


Offensive Line, der Rest. RT Mitchell Schwartz, unser Twitter-Liebling, hat schon vor Tagen den Kontakt zu den Browns abgebrochen und geht zu den Kansas City Chiefs: 5 Jahres-Vertrag), 33 Mio. Für die Chiefs eine auf dem Blatt sinnvolle Verstärkung, war die Offense Line in den letzten Jahren doch der anerkannt große Schwachpunkt.

OG Jeff Allen für 7 Mio/Jahr von den Chiefs zu den Texans. OG Sweezy von den Seahawks zu den Buccs. OG Incognito verlängert bei den Bills.

C Alex Mack für rund 9.5 Mio/Jahr zu den Falcons.


Defensive Front Seven.

DT Haloti Ngata verlängert in Detroit, LB Derrick Johnson (3 Jahre, 21 Mio), DL Howard und DE Hali (3 Jahre, 22 Mio) in Kansas City. LB Trevathan (4 Jahre, 24 Mio) geht von Denver nach Chicago zu seinem alten Coach John Fox. DT Mebane von Seattle nach San Diego.

DE Irvin von Seattle nach Oakland, Preis: 9.8 Mio/Jahr. DE Charles Johnson kehrt nach Carolina zurück, für 1 Jahr/3 Mio. Das ist die NFL-Definition von „spottbillig“, aber Johnson, erst letzte Woche gefeuert, wollte unbedingt in Charlotte bleiben.


Und der Big Move: FS Iloka verlängert nun doch bei den Cincinnati Bengals: 5 Jahre, 30 Mio. Eine überraschend geringe Summe für einen 25-jährigen, aufstrebenden Safety. Am Beispiel eines DE Vernon sieht man, dass es in der heutigen NFL immer „klüger“ ist, auf den freien Markt zu gehen, weil horrende Summen bezahlt werden, aber es gibt offensichtlich auch Spieler, die ganz gerne dort bleiben, wo es ihnen gefällt und wo sie ins System passen und sie dafür ein geringeres Gehalt akzeptieren (Iloka, Wolfe).

Safety Barron verlängert bei den Rams. Preis: 9 Mio/Jahr (!!!). Vergleich das mal mit einem Iloka und denk dran, dass die Buccs den ehemaligen #7 Overall Draftpick nach zwei Jahren spottbillig an die Rams verkauft hatten.

Zuzüglich zu bereits genannten Moves fällt der Wechsel von FS Rodney McLeod nach Philadelphia auf: 5 Jahre, 37 Mio, 18 Mio guaranteed. Erstes Mal, dass ich den Name dieses Mannes höre, und schwupps – 7 Millionen pro Jahr in der Tasche.


Hausreinemachen in Philadephia. Die Eagles schließen gerade mit dem Kapitel Chip Kelly ab, wo es nur geht. RB Murray wurde nach Tennessee getradet für einen Tausch von 4th Round Draftpicks (Eagles gewinnen +13 Spots). Das ist so ein Trade, bei dem du im Prinzip Salary-Cap tradest, denn der Murray-Vertrag war so horrend schlecht, dass ich an Eagles-Stelle sogar noch Draftpicks hinterhergeschoben hätte. Denn: Trade = billiger als Entlassung.

LB Alonso und CB Maxwell, zwei von Kellys Top-Prio Verstärkungen aus dem letzten Jahr, nach Miami (eh klar). Eagles springen dafür von #13 auf #8 im Draft (1te Runde).

Natürlich war die Vertragsverlängerung für QB Bradford (36 Mio/2 Jahre) Kelly-Muster hoch drei. Aber die Eagles haben auch QB Daniel aus Kansas City für recht moderate Kohle geholt. Nicht unwitzig: Daniel gilt als Protegé von Headcoach Pederson.


Rücktritt von OG Logan Mankins. Der langjährige Patriots-Guard Mankins, zuletzt in Tampa aktiv, ist vom Football zurückgetreten. Mankins galt über viele Jahre als einer der besten Offense Liner in der NFL, aber er ist trotzdem ein bisschen tragische Figur: Zwischen dem „Dynasty-Run“ der Patriots (2001-2004) und dem vierten Titel (2014) lagen neun Jahre. Jene neun Jahre, in denen Mankins in Foxboro aktiv war.

Prägend in dieser Zeit war vor allen die größte Niederlage aller Zeiten, 2008 im Super Bowl gegen die Giants, als die ungeschlagenen Patriots 14-17 verloren. In Erinnerung geblieben ist aus jener Partie das Duell Mankins vs DE Tuck, der in einem Erdrutschsieg für Tuck endete. Wir sprechen also von einer großen Karriere, deren schwärzester Tag ausgerechnet im wichtigsten Moment kam.

26 thoughts on “nfl-transfermarkt.sidelinereporter.com/2016

  1. In fast allen Punkten d’accord, iwf. Osweiler allerdings ein unterdurchschnittlicher QB sein soll ist mir rätselhaft….

  2. Zu Giants: es sieht bei den Berichten und auf over the cap so aus, als hätten die Giants die nächsten 2 saisons mit extrem viel garantiertem Geld zugeplastert, dann aber alle Möglichkeiten. 2018 könnten sie hier komplett Schlussstrich unter eine Ära ziehen und neu anfangen. Also Eli weg, Reese weg, kompletter Neuanfang. Jetzt mal einfach 2 Jahre aufs Ganze zu gehen passt zwar nicht zur Philosophie, aber ich gehe davon aus, dass die Owner das abgesegnet haben und mit Eli und Reese nochmal auf Titel gehen wollen.

    natürlich spricht hier auch der Wunsch des Fans, aber ich kann mir das Verhalten sonst echt net erklären…

  3. @moep: Auffällig ist auch, dass es allesamt eher junge Spieler waren, die (bei normalem Karriereverlauf) in 1-2 Jahren ihre Blüte erreichen sollten. Das ist kompatibel mit deiner These.

    Defense Line Giants:
    DE Pierre Paul 27 Jahre
    DE Vernon 25 Jahre
    DT Harrison 27 Jahre
    DT Hankins 24 Jahre
    DE Odighizuwa 24 Jahre

    Man hat sich erinnert an die großen Defense Lines der Superbowl-Jahre. Mal schauen, ob DT Kuhn seinen Platz behalten kann.

  4. Was ich schreibe ist natürlich Spekulation, aber ich kann es in ein Giants/Reese kompatibles Erfolgsmodell sinnvoll einfügen. Man bekommt bestenfalls die Prime-Jahre einer ganzen Front 4 und kann sie in 2 Jahren relativ günstig loswerden. Wenn sie erfolg haben sogar noch Picks einsammeln für den Neuanfang. Dead money in einem Jahr verbrennen.
    wenns scheiße läuft, in 2 jahren cut and run, und man hat trotzdem den Neuanfang, eben minus n paar picks.
    Chancen, Risiken macht das durchaus Sinn.
    Auch wenn ich bei so FA Verpflichtungen immer arge Bauchschmerzen habe, da die neuere Geschichte lehrt, dass es so nicht funktioniert…

    Kuhn könnte zugutekommen, dass er wohl als Locker Room Guy gilt und ich unter den Leistungsträger DLinern keinen solchen wie Strahan, Usi, Tuck ausmachen kann. Rein von der Leistung aufm Feld könnte es aber eng werden für ihn…

  5. Ich hatte mal gelesen, dass der durchschnittliche NFL-Runningback drei Jahre spielt. Und dass die Leistung ab dem 30. Geburtstag meist abknickt. Seltsam, dass dann ein 27-jähriger Doug Martin einen 5-Jahresvertrag von den Buccs bekommt….

  6. Der Dolphins Absatz mit Rentnermannschaft hat mich sehr zum Lachen gebracht😀 obwohl ich sie nicht so sehr brauchen kann tun sie mir schon leid: wie kommt man darauf einen Mario Williams einem Olivier Vernon vorzuziehen? Das ist einfach nur schade für die Franchise.
    Die Eagles Moves mit Murray, Alonso und Maxwell finde ich super. Die hässlichen Verträge mitsamt wenig erfolgreichen Spielern loswerden obwohl ich persönlich ein Fan von Kiko Alonso bin…

    Gruß patpicksix

  7. Dizzy, mEn ist der Durchschnitt Überlebensdauer in der NFL ein schlechtes Maß. Ein 0 Jahre RB wird weniger wahrscheinlich auch nur 1 produktives Jahr haben als ein 4 Jahre RB ein weiteres obwohl dieser seine Lebenserwartung ja überschritten hat…
    Da spielen andere Faktoren eine Rolle.
    (Falls ich da jetzz voll daneben gegriffen habe, bitte ich die hier anwesenden Statistik, Econ Leute das zu korrigieren)

    Und es gibt so die faustregel, dass nach 7 bis 10 vollen saisons,inkl college, ein RB verbraucht ist. Das trifft bei vielen die ca.30…
    Wobei solche erfahringswerte auch schwanken.
    Schau mal wie der vertrag von Martin strukturiert ist, evtl ist das ja praktisch ein 2 oder 3jahres vertrag mit 2/3 bonus jahren fürs team… Das wäre nicht ungewöhnlich in der NFL.

  8. FO:
    „Running backs usually decline after age 28, tight ends after age 29, wide receivers after age 30, and quarterbacks after age 32.

    This research was originally done by Doug Drinen (editor of Pro-Football-Reference.com). In recent years, a few players have had huge seasons above these general age limits (most notably Tiki Barber, Tony Gonzalez, and Terrell Owens), but the peak ages Drinen found a few years ago still apply to the majority of players.
    […]
    Offensive age estimates based on How Important is Age? by Doug Drinen, written in 2000“

    Ich würde drei Gedanken ür den 5-Jahresvertrag anführen:
    – Ausnahmen bestätigen die Regel
    – In der Free Agency wird überbezahlt (Man wird fesstelen, dass dieses Jahr ein paar ganz große Böcke geschossen wurden….)
    – NFL Verträge sin nicht unbeingt ruf ausgelegt ihre Laufzeit zu erfüllen. EIn 35 Mio/ 5 Jahrevertrag ist für den cub aber leichter als ein 25 Mio/ 3 Jahresvertrag ….

  9. Schöne Idee mit dem FA-Ticker! Jetzt hab ich aber mal eine Frage: Die Packers wollten uns in der FA doch nach eigener Aussage „schocken“. Bisher isses ja aber relativ still – gibt es nennenswerte Gerüchte über mögliche Deals? So wie ich das sehe, drückt der Schuh ja auf mlb und eventuell RB, um mal die offensichtlichsten baustellen zu benennen. Die Top-RBs scheinen ja vom Board zu sein – wie wollen uns die Packers denn jetzt noch schocken!?

  10. Also ich kann mir nicht vorstellen das die Packers einen RB holen.. Wenn dann erst in späten runden im Draft

  11. Gibt es für die Saints eigentlich noch eine Möglichkeit die 30 Mio Cap Hit von Brees zu umgehen?

  12. Es gibt immer Möglichkeiten.

    1) Entlassung spart ca. 10 Mio (Cap-Hit 21 Mio für das laufende Jahr), ist aber wohl ausgeschlossen, nachdem die Saints erst vor wenigen Wochen eine 10-Mio. Klausel haben zu einem Fixgehalt werden lassen.

    2) Neustrukturierung des Vertrags. Saints können mit Brees eine Verlängerung aushandeln, die die Salary-Cap 2016 entlastet und Gelder in die Zukunft schiebt, z.B. durch die gängige Praxis, Grundgehalt in Handgeld umzuwandeln und es über mehrere Jahre abzuschreiben.

    #2 ist die realistischere Option, wobei gesagt werden muss, dass der Spieler selbst durch seinen Vertrag – und durch die prekäre Gehaltssituation in New Orleans – am deutlich längeren Hebel sitzt.

  13. Können die Saints ihr denn traden?
    Vielleicht will Brees ja nochmal bei einem Team mit Defense spielen und es gibt das ein oder andere Team das mit Brees als QB direkt ein SB contender ist.

  14. Meine Interpretation der Dinge ist, dass der 10 Mio Bonus im Brees-Vertrag im Februar fällig wurde -> ergo kostet ein Trade nun 20 anstatt von 10 Mio. Dead-Money. Ein Trade hätte nach dieser Rechnerei vor einigen Wochen wesentlich mehr Sinn gemacht.

    (wie gesagt, kein Gewähr für diese Aussage)

    Ich halte die Saints seit der verkorksten 2014-Saison für reif für einen kompletten Umbruch, aber man will offensichtlich mit Gewalt durch die letzten Jahre Brees kommen. Verständlich, wenn man sieht, dass Brees in 50 Jahren Franchise-Geschichte der erste akzeptable QB der Saints war.

  15. Glaubt Ihr, Manziel bekommt noch eine Chance? Ich finde, die Medien zerreissen ihn derzeit zuviel („second biggest draft bust behind Ryan Leaf“). So schlecht wie sie ihn derzeit reden kann er gar nicht sein…

  16. Also meiner Meinung nach bekommt er bestimmt noch eine Chance, da es ja einen QB-Mangel gibt. Aber der mediale Druck wird so groß sein, dass er sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nutzen können wird, auch wenn er diesmal professionell arbeiten sollte.

  17. Manziel
    Chance im Camp ja sofern die disziplinarischen Probleme gelöst werden können. Ob er noch mal irgendwo n Team/Franchise an die Hand bekommt ist nicht vorhersehbar da extrem situationsabhängig.
    Also falls sich Romo beim Jetski beide Beine und alle Arme bricht könnte Jerry ihn schon noch mal zum Starter machen. Einfach so. Is Jerry.
    Aber sonst müsste er sichs erarbeiten. Ggf sogar härter als andere..

  18. zu Manziel kann ich nur sagen, dass er meine Erwartungen an ihn zu 100% erfüllt hat. Glaube dementsprechend auch nicht, dass aus dem noch mal was wird.

  19. Chris Long is joining the New England Patriots on a one-year deal.
    Wird wohl ein ziemlicher Kulturschock für Long, nach 8 Jahren bei den Rams😉

  20. Bitte mehr zu den Free Agency Verstärkungen der Ravens, wenn möglich 😊 Aber hast ja nicht umsonst geschrieben „kein Anspruch auf Vollständigkeit“.
    Zu den Packers: War doch noch nie die Philosophie in GB auf dem FA-Markt groß aktiv zu werden, oder? (Erinnere mich nur an Charles Woodson)

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