NFL Draft 2016 – Rede und Antwort | Wide Receiver

Nächster Teil der großen, extern unterstützten Draft-Vorschau von 2016: Christian Schimmel von DerDraft.de beantwortet meine Fragen zu den wichtigsten Prospects. Heute dran: Die Wide Receiver. DerDraft hat diese Positionsgruppe schon vor einigen Wochen im Draftcast S3/E26 besprochen.


Das Kronjuwel unter den Wide Receivern 2016 scheint Laquon Treadwell von Ole Miss zu sein, dem im Prinzip nur der letzte Zacken Speed abgeht. Wie kann man Treadwell mit Granaten wie in den letzten Jahren A.J. Green oder Julio Jones vergleichen?

Ähnlichkeiten gibt es darin, dass Treadwell genau wie Jones oder Green es wahnsinnig leicht aussehen lassen, was sie auf dem Platz machen. Alles sehr geschmeidig, sauber und locker. Seine Hände sind sehr gut und seine Bewegungen flüssig. Was ihm zu oben genannten fehlt ist schlicht die Athletik. Treadwell ist ein guter Athlet, aber kein Freak. Er könnte noch entschiedener zum Football gehen und generell physischer spielen. Dennoch bleibt er ein toller Prospect.


Das ziemlich genaue Gegenteil zu Treadwell ist Notre Dames Will Fuller, dem einen Ruf als One-Trick Pony vorauseilt: Speed oder Bust. Bei solchen Attributen schrillen bei mir die Alarmglocken mit der Melodie von Darrius Heyward-Bey. Was hebt Fuller von Heyward-Bey ab?

Heyward-Bey war vor meiner Scouting Zeit, von daher fallen mir Vergleiche schwer. Ich glaube Fuller ist nicht ganz so eindimensional wie Heyward-Bey in der NFL. Fuller kann sich schon bewegen und auch auf kürzeren Routen Erfolg haben.

Trotz seiner Geschwindigkeit hat er für mich jedoch deutlich zu viele Fragezeichen für einen Pick in der ersten Runde. Er hat mit 8 ¼ Inches sehr kleine Hände und hatte am College Probleme mit gedroppten Bällen zu kämpfen. Ich denke er kann in seiner Nische Erfolg haben, aber er nie ein kompletter Receiver werden.


Zwei der produktivsten College-WR waren Josh Doctson von TCU und Corey Coleman von Baylor, die in ihren Spread-Offenses jeweils atemberaubende Zahlen einfuhren. Warum gelten sie trotzdem nicht als die besten Receiver im Draft, und was fehlt ihnen zu einem Treadwell?

Bei Coleman ist die Antwort schlicht die Größe, die an ihm kritisiert wird. Es gibt rein von der Athletik, schon Argumente für Coleman > Treadwell. Coleman hatte im College aber etwas mehr mit Drops zu kämpfen, dennoch ist er ein toller Prospect und für mich ein Top 20 Spieler in dieser Klasse. Er ist explosiv, beweglich und gewinnt eben trotz seiner Größe die meisten Jump Balls. Ich bin sehr gespannt wo er im Draft landen wird.

Doctson und Treadwell sind schon ähnlicher, was den Spielertyp betrifft. Doctson ist ein Spieler, der konstant ist. Sehr gute Hände, sehr saubere Routen. Keiner der dir auf Tape als großer Athlet entgegen springt. Bei der Scouting Combine hat er mich mit seinen Zahlen sogar positiv überrascht. Josh Doctson ist die Art von Receiver, die ich suche wenn ich bei 3rd&6 ein First Down brauche. Verlässlich, spielintelligent und sehr gute Hände. Es wäre kein Schock, wenn er als erster Receiver gedrafted würde.


Sterling Shepard von Oklahoma war in seiner College-Offense der absolut zentrale Treiber der Pass-Offense. Welche Rolle könnte er in der NFL einnehmen?

Shepard ist für mich ein Schweizer Taschenmesser. Kein überragender Athlet, nur 5’10“, löst aber alle Aufgaben, die man ihm stellt. Für mich der flexibelste Spieler im Draft, der hoffentlich bei einem kreativen Offensive Coordinator landet. Ich musste da als erstes an die Patriots denken, denn für Brady wäre ein solcher Spieler Gold wert.

Nein, er ist kein reiner Outside Receiver, eher jemand für den Slot. Aber du kannst ihn in einigen Spielzügen auch außen aufstellen und er wird seine Sache trotzdem gut machen. Mit seiner Beweglichkeit, seinem guten Gespür für Zone Coverage und seinen guten Händen, sollte er eine gute Rolle in der NFL spielen.

4 thoughts on “NFL Draft 2016 – Rede und Antwort | Wide Receiver

  1. Zu Shepard: Wenn man ein wirklich guter Baller ist, muss die Größe nicht entscheidend sein. Der beste WR der NFL ist auch nur 5’10 (auch wenn Brown natürlich noch athletischer ist)😉

  2. Heute per Zufall auf der NFL-Seite von Moritz Boehringer gelesen. Wie darf man sich denn die Chancen von jungen ausländischen Talenten vorstellen, die nicht durch die Schule des US-Collegesports gegangen sind? Wieviel Aussagekraft haben da zB Maße, Stats und Tapes? Und gibt es positionsabhängige Einflüsse (also hat ein RB andere Chancen als ein LB z.b.)? Danke schon mal im voraus für eure Infos!🙂

  3. Wie darf man sich denn die Chancen von jungen ausländischen Talenten vorstellen, die nicht durch die Schule des US-Collegesports gegangen sind?

    Abseits von Puntern, Kickern und evtl. Long-Snapper: Theoretischer Natur. Es gibt in den letzten Jahren extrem wenige Beispiele von NFL-Profis abseits dieser Positionen, die nie im College gespielt haben. Mir fällt auf die Schnelle Michael Lewis ein, der vor 10-15 Jahren vom Fernfahrer zum Wide Receiver bei den Saints wurde und damit Kultstatus genoss.

    Im letzten Jahr hat es Jarryd Hayne geschafft, ehemaliger Rugby-League Spieler aus Ozeanien: Ein paar Einsätze als Returner bei den 49ers. Hayne galt vor allem als exzellenter Athlet. Er ist aber auch schon 28.

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