NFL Draft 2016 – Rede und Antwort | Defensive Backs

Abschluss der zehnteiligen Serie zu den Draft-Prospects mit Christian Schimmel von Der Draft.de. Heute dran: Die Defensive Backs. Wer noch einmal vergangene Ausgaben lesen möchte, kann diese hier gesammelt finden.


2016 gilt als guter Jahrgang für Cornerback, aber als eher schwacher für Safetys. Beim besten Prospect, Jalen Ramsey von Florida State, ist noch umstritten, auf welcher Position er am besten einsetzbar ist. Warum?

Im Prinzip ist klar, dass er ein absolut herausragender Safety Prospect ist. Es ist eigentlich kaum vorstellbar, dass er als Safety aufgrund seiner Leistungen auf dem Feld busted. Er hat 2014 so viele Plays eben als letzter Mann gemacht, dass er dort auch in der NFL mindestens „gut“ sein wird. Natürlich ist der Einfluss eines Cornerbacks der einen gegnerischen Receiver aus dem Spiel nehmen kann, in aller Regel deutlich höher, als der eines Safeties.

Ramsey hat 2015 bei Florida State auch als Cornerback überzeugt, doch bleiben zumindest ein paar kleine Fragezeichen. Das betrifft besonders die Bewegung auf engem Raum. Schnelle Richtungswechsel sehen bei ihm mitunter etwas staksig und nicht so flüssig aus, wie der Rest seines Movements. Das macht sich insbesondere gegen Hitch und Curl Routen bemerkbar. So ist nicht völlig sicher, ob er als Cornerback genauso gut ist, wie als Safety.


CB Vernon Hargreaves gilt je nach Experte als zweitbester oder drittbester CB im Draft. Was sind seine Stärken, und warum reicht er letztendlich trotzdem nicht an einen Ramsey heran?

Als reiner Coverage Cornerback ist er nicht weit weg von Ramsey, wenn überhaupt. Er  ist ein wahnsinnig guter Spieler, dessen Tape am Anfang des Jahres etwas litt, weil er sich mit Hamstring-Problemem herumschlug. Zum Ende des Jahres war Hargreaves wieder stellenweise richtig dominant. Er kann Man to Man, Zone und er kann den Lauf verteidigen.

Hargreaves ist ein ziemlich kompletter Prospect, einer der besten auf der Position in den letzten Jahren. Was ihm zu Ramsey fehlt sind zunächst mal ein wenig an Größe, denn er ist „nur“ 5‘10‘‘ (Ramsey 6‘1‘‘). Dazu, und das sieht man auch auf Tape, ist Ramsey schon der etwas bessere Athlet. Die Combine hat das Ganze dann bestätigt und auch die 4,50 Sekunden über 40 Yards von Hargreaves war zwar nicht langsam, aber eben auch recht weit weg von der absoluten Spitze.


CB Mackensie Alexander von Clemson hat die Cornerback-Statistik für die Hölle: Null Interceptions in seiner College-Zeit. Inwieweit ist diese Zahl überhaupt ein Faktor beim Scouting?

Wie immer kommt das immer auf den Kontext an. Eine einzelne Zahl, zumal eine rein statistische, sollte nie ein zu großer Makel für einen Spieler sein. Natürlich wünschst du dir von einem Cornerback, dass er den Ball attackiert, und ihn im besten Fall auch mehrmals pro Saison abfängt. Ich denke, dass Alexander trotz der 0 Interceptions am College diese Fähigkeiten besitzt.

Speziell in den letzten Spielen seiner Laufbahn, haben es die gegnerischen Quarterbacks vermieden, in seine Richtung zu werfen. Ich habe jedenfalls nicht gesehen, dass er Pässe, die er hätte abfangen können, gedroppt hätte. „0 Interceptions“ machen sich bei mir nur dann bemerkbar, wenn man bei einem Spieler sieht, dass er mehrfach Bälle droppt, die er hätte abfangen können.


Woran liegt es, dass die Öffentlichkeit den dominanten Safety von Ohio State, Vonn Bell, nicht ganz so hoch einzuschätzen scheint? Wo liegt Bell im Vergleich zum Beispiel zu Karl Joseph von West Virginia?

Bell ist sicher ein aktiver Spieler, der bei Ohio State aufgefallen ist. Was unsere Einschätzung betrifft: Roman hat beide fast genau gleichauf, ich persönlich habe Bell etwas höher, weil ich ihn für den kompletteren Spieler gegenüber Joseph halte. Er ist ein Allrounder, der für uns eigentlich alle Safety-Rollen spielen kann, die aktuell verlangt werden. Bell ist allerdings kein Spieler, der dich mit seiner Athletik beeindruckt, eine überragende Beweglichkeit hat oder besonders hart tackled. Er ist solide bis gut in allem was er tut. Wir haben ihn beide in der Mitte der zweiten Runde, ich vermute aber, dass er früher gezogen werden wird.

Joseph ist allein von seiner Spielweise der klassische Strong Safety. Hittet gerne und kräftig, sehr aktiv gegen den Lauf, wird speziell in der Mitte des Feldes mit seiner Präsenz seiner zukünftigen Mannschaft enorm weiter helfen. Er ist jedoch auch eindimensionaler als Bell. Ich würde ihn kaum in ein Cover 2 Scheme draften, denn in Zone Coverage sah er doch das ein oder andere Mal schwach aus.

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