Oklahoma Sooners | 2016/17 Vorschau

Die Oklahoma Sooners stellen das erfolgreichste Big-12 Programm der letzten 20 Jahre. Mit den vielen Erfolgen – ein Landesmeistertitel, 9 Conference-Gewinne – ist ein Name untrennbar verbunden: Bob Stoops, Head Coach. Und trotzdem kann sich der gemeine Beobachter nicht des Eindrucks erwehren, dass prinzipiell noch mehr möglich gewesen wäre.

Stoops hängt bizarrerweise der Ruf des „ewigen Zweiten“ nach, trotz aller Titel und Trophäen. Dabei muss man wissen, dass Oklahoma zwar zu den Blaublütern im College-Football gehört, aber durchaus nicht über die gleichen Ressourcen wie die Konkurrenz von Texas, USC, Ohio State oder den Granden in der SEC verfügt. Und dennoch fallen die Ergebnisse seit Jahren wie die Fliegen, dass eine mit vielen knappen Niederlagen zustande gekommene 8-5 Saison wie 2014 als Staatsschande aufgefasst wird, die Stoops fast vom Hof vertrieb.


Die Scharte wurde 2015 ausgewetzt: Oklahoma spielte eine starke 11-2 Saison inklusive Gewinn der Big 12 Conference. Zwei Wermutstropfen blieben: Man verlor ausgerechnet gegen Texas – gegen das sonst so schwache Texas! – und wurde im Semifinale von Clemson 37-17 auseinandergenommen.

Dominierendes Thema in beiden Niederlagen: Ein zu lahmes Laufspiel, das so schnell gestoppt wurde, dass Oklahoma im Prinzip in jedem 3rd Down zum Werfen gezwungen war – und das kriegt keine Offense auf Dauer gebacken, nicht mal Oregon oder Clemson.

Offense

Prinzipiell ist Oklahomas Offense auch im Jahr 2016 super aufgestellt: Der OffCoord hört weiter auf den Namen von Lincoln Riley, der nach mehreren Jahren der Flaute wieder Schwung in die Offense brachte und sich vor allem mit seinem Musterschüler, QB Baker Mayfield, exzellent versteht.

Mayfield war die große Entdeckung der letzten Saison: Ein unauffälliger, physisch wenig beeindruckender QB, der in der Highschool noch nichtmal ernsthaft von den großen Schulen rekrutiert wurde und schließlich als Walk-on bei den Texas Tech Red Raiders landete, ehe man ihn auch dort vertrieb und er nach Oklahoma ging. Dort verdrängte er den viel bekanntere Trevor Knight und legte eine sensationelle Saison hin: 68% completion Rate, 3700yds, 36 TD bei nur 7 INT plus 100 Scrambles für über 600yds und 7 TD. Mayfield wurde in der Heisman-Wahl nicht ernsthaft als Siegkandidat geführt, war aber einer der großen Namen der letzten Saison.

Jetzt muss er ohne seinen Superstar-WR Sterling Shepard auskommen, den du immer kurz anspielen konntest und der dir trotzdem pro Catch 15yds und mehr machen konnte. Shepard war mit fast 1300yds immerhin für ca 1/3 der Pass-Yardage verantwortlich und fungierte in allen kritischen Spielsituationen als Ankermann.

Ohne Shepard dürfte die Sooner-Offense eine Prise abhängiger werden vom Laufspiel, das um die Star-RBs Samaje Perine und Joe Mixon gebaut ist. Perine tauchte vor zwei Jahren wie ein Komet auf der Football-Landschaft auf, als er in einem Spiel 427yds erlief und damit einen Uralt-Rekord pulverisierte. Letztes Jahr steuerte er 1369yds und 16 TD zur Sooner-Offense bei. Backup Mixon gilt eigentlich als physisch noch dominanterer Back, und er macht in halb so vielen Carries wie Perine auch mehr Yards/Lauf (6.7 zu 6.0), aber Mixon ist mit seinen privaten Aussetzern ein potenzieller Unruheherd und verpasste schon letztes Jahr gut die halbe Saison wegen interner Sperre.

Und: Center, Right Guard sowie jeweils zu einem Drittel Right und Left Tackle müssen ersetzt werden, wenn wir die Anzahl der Starts als Grundlage nehmen. Also: Bester WR + halbe Offense Line sind die zu ersetzenden Elemente in der Offense.

Defense

In der Defense sind mit DE Tapper und LB Striker die wichtigsten Passrusher plus in CB Sanchez der beste Defensive Back verloren gegangen. Was bleibt, ist die Verlässlichkeit des Safety-Duos Thomas/Parker, die hinten alles abräumen.

Oklahoma hatte immer wieder gegen den Lauf Probleme. Hier bleibt angesichts der dünnen Spielerdecke „vorne“ wohl wie letztes Jahr die Hoffnung „Angriff ist die beste Verteidigung“: Lege mit deiner Offense schnell so viele Punkte aufs Tablett, dass der Gegner früh im Spiel eindimensional gemacht wird. Dazu müsste aber natürlich die eigene Offense auch ohne WR Shepard passgewaltig bleiben…


Anyhow. Oklahoma gilt als sicherster Big-12 Tipp, aber es gibt einen Knackpunkt: Gegen den Co-Favoriten TCU muss man am 01.10. auswärts antreten. Diese Partie, nehmen viele an, könnte die Conference 2016 entscheiden. Dafür kriegt man Baylor und Oklahoma State im November zuhause. Über eine mögliche erneute Playoff-Qualifikation könnte indes auch im Erfolgsfall in der eigenen Conference ein großes out of conference Matchup entscheiden: 17.09. gegen Ohio State.

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