USC Trojans | 2016/17 Vorschau

Die University of Southern California stellt mit den Trojans eines der größten und geschichtsträchtigsten Programme im College Football. Gegenwärtig ist es auch eines der chaotischsten. Jetzt soll ein relativer Außenseiter Abhilfe schaffen.

USC hatte seine letzte große Blüte in der ersten Hälfte der 2000er, als man in der Ära von Pete Carroll und Offense-Superstars wie QB Matt Leinart oder RB Reggie Bush den College Football dominierte. Seit Carrolls halb erzwungenem (NCAA Sanktionen), halb freiwilligem (ebenso: NCAA Sanktionen) Abgang 2009 krebst das Programm durch das FBS-Mittelmaß, nicht in der Lage, ernsthaft daraus auszubrechen.

Trainerfindungskommission à la USC

USC war in der Zeit nach Carroll darauf bedacht, Headcoaches mit USC-Hintergrund einzustellen, aber sowohl bei Lane Kiffin, als auch bei Steve Sarkisian, ging das komplett in die Hosen. Sarkisian wurde letztes Jahr mitten in der laufenden Saison gefeuert, nachdem er zum wiederholten Male betrunken zur Arbeit erschienen war. Sein Nachfolger wurde erst interimistisch, mittlerweile permanent, der bis dato völlig unbeschriebene Clay Helton.

Helton ist ein versuchter Ausbruch der USC Trojans aus ihrer eigenen Umklammerung – ein Mann von außen, der weder als Spieler noch als Trainer eine längere USC-Vergangenheit nachweisen konnte. Viele in der Branche sehen das als Pluspunkt: Helton ist politisch unverdächtig. Er ist kein Name, der das Programm überstrahlt und damit auch abseits vom Football für Störfeuer in Hollywood sorgt.

Helton ist ein Arbeiter. Sein wichtigster Arbeitsnachweis: Er hat USC 2015 nach dem Tumult unter Sarkisian ruhig gestellt. Das ist ein wichtiger Nachweis. Aber kann er auch Head Coach? Seine Bilanz 2015 in neun Spielen: 5-4, was einem „naja“ gleichkommt.

Helton hat seinen Trainerstab komplett neu aufgestellt: Als OffCoord hat Helton Tee Martin eingestellt, einen der „Brady 6“. In der Defense holte er DefCoord Clancy Pendergast zurück. Dazu eine Latte an neuen Positionscoaches.

Der Kader

Potenzial im Kader ist wie so oft bei USC zuhauf vorhanden. Die Offense gilt als personell nahezu ideal besetzt – mit einer Ausnahme: Quarterback. Dort muss Cody Kessler ersetzt werden, der die letzten 2-3 Jahre der Mann am Ruder war. Sein designierter Nachfolger ist der mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Max Browne. Vorteil Browne: Er kann jeden Wurf. Nachteil Browne: Er ist schon zwei Jahre an der Uni und ist nie am als „langweilig“ verpönten Kessler vorbeigekommen.

Auf Runningback gibt es mit Jones II und Davis zwei 900yds-Rusher, auf Wide Receiver der mit einem brillanten Namen gesegnete JuJu Smith-Schuster (zuletzt 1400yds), in der Offense Line kehren sechs Leute mit signifikanter Starter-Erfahrung zurück.


Die Defense ist das Reich von DefCoord Pendergast (war 2013 mal für ein Jahr bei USC). Der coachte in den letzten Jahren die Defenses von USC und Cal sehr weit nach oben. Er gilt als Mann, der weiß, wie man Spieler richtig einsetzt. Vor allem gegen das Passspiel gilt er als echtes Guru.

Das wird USCs zuletzt oft leidgeprüfte Pass-D auch brauchen: Die Front Seven ist nach etlichen hochkarätigen Abgängen extrem ausgeblutet. Zurück bleiben zwar viele hochtalentierte, aber noch wenig kampferprobte Passrusher.

In der Secondary ist das Play-Design um den Allrounder CB Adoree‘ Jackson gestaltet. Jackson hatte letztes Jahr 30 Tackles, 1 INT und 10 Pass-Defenses in der Defense und machte nebenbei fast 30 Catches als Receiver in der Offense und 55 Returns für 2 TD in den Special Teams. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Roger Goodell keinen weiteren 1st Rounder aus New England entführt, hat Bill Belichick seinen neuesten Lieblingsschüler bereits gefunden.

Vieles also neu bei USC. Und es geht gleich mächtig los: Week 1 gegen Alabama, Week 3 auswärts bei Stanford. Fehlstart also nicht auszuschließen – aber diesmal ist niemand so vermessen und erwartet gleich im ersten Jahr schon den Landesmeistertitel. Vielleicht ist das ganz gut so.

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