Denver Broncos Oakland Raiders

Die furchtlose NFL-Vorschau 2016/17 | Das Niemandsland

Nach dem gestrigen Auftakt zur großen, furchtlosen NFL-Vorschau 2016/17, folgt heute Teil 2 mit den Mannschaften, die nicht Gefahr laufen sollten um den Top-Pick zu spielen, die aber auch keine logischen Playoffanwärter sein sollten. Willkommen im Mittelmaß.

Buffalo Bills

Div       AFC East
Coach     Rex Ryan
Schedule  #9
Pyth      8.5
2015      8-8
Tipp      8-8

Die Buffalo Bills waren letztes Jahr 8-8. Dieses Ergebnis ist das einzige, was nach Skript verlaufen ist. Denn das Zustandekommen war eher unerwartet: Eine Defense, die sich ins Mittelmaß zurückentwickelte, während eine jahrelang stagnierende Offense plötzlich Shootouts mitging und fast 24 Punkte pro Spiel erzielte. Und das alles in Jahr 1 unter dem „Defense-Guru“ Rex Ryan!

QB Tyrod Taylor, langjähriger Backup in Baltimore, führte die Offense zu 6.5 NY/A im Passspiel (#13 der Liga). Das hatte keiner kommen sehen. Und es funktionierte, obwohl Taylor kein wirklich gutes Mitteldistanzspiel aufziehen kann, aber OffCoord Greg Roman schneiderte wie schon früher in San Francisco eine Offense zusammen, die haargenau auf die Stärken der Spieler zugeschnitten war und versuchte, deren Schwächen zu kaschieren.

Jetzt hat Taylor aber nur das eine gute Jahr auf dem Buckel. Die Haupt-Entlastung, RB LeSean McCoy, wird nicht jünger und der hochgelobte Backup-RB Karlos Williams wurde vor kurzem wegen wiederholter Drogenprobleme gefeuert. Ohne überzeugendes Laufspiel als Entlastung hat man Taylor noch nicht gesehen.

Andererseits: In WR Sammy Watkins hat Taylor einen der besten Anspielstation in der NFL. Watkins schaffte zuletzt seinen Durchbruch, entwickelte sich zum idealen deep threat und machte sensationelle 18.4yds/Catch. Watkins muss aber den Alleinunterhalter geben: Percy Harvin ist zurückgetreten, WR Robert Woods hat sich nicht wie gewünscht entwickelt, nur TE Clay als Kombination aus H-Back und Tight End gilt als Waffe (16 Missed Tackles in 51 Anspielen).

Und Offense Line: LT Glenn und LG Incognito bekamen eine Vertragsverlängerung, aber rechtsseits dieses Duos gilt Buffalo als äußerst fragwürdig besetzt.

Gehen wir mal davon aus, dass die Offense nicht komplett einbricht, sondern halbwegs ihren Level halten kann: In dem Fall hängt viel von der Defense ab, ob Buffalo ein Contender in der AFC werden kann. Und genau diese Defense war eine der irritierenden Geschichten der letzten Saison.

Trotz des Neuankömmlings Ryan ließ sie 6.4 NY/A gegen den Pass (#15 der Liga) und 61% Erfolgsquote gegen den Lauf (#10 der Liga) zu. Das ist Mittelmaß und somit nicht das, was man angesichts des Personals und der Vorleistungen erwartet hatte.

Auffällig war der verschwundene Pass Rush. Buffalo musste trotz sagenhaft besetzter Defensive Line in 33% der Standard-Downs blitzen, weit mehr als in der Vergangenheit. Dadurch entblößte man die Secondary mehr als gut sein konnte. Selbst ein hervorragendes CB-Pärchen Gilmore / Darby hatte nur bedingt was entgegenzusetzen, wenn gegnerische Quarterbacks mit viel Zeit in der Pocket operieren konnten.

Jetzt geht man personell schwächer besetzt ins Rennen: DE Mario Williams heuerte in Miami an. Seinen Ersatz, Rookie-DE Lawson, plagen seit Monaten diverse Verletzungen. DT Dareus ist ein Saisonviertel wegen Dopings gesperrt, DT Kyle Williams wird mit 33 Lenzen nicht jünger.

Auf Linebacker ist der junge Rookie-LB Ragland bereits auf der IR und hinterlässt ein klaffendes Loch. Der beste Pass Rusher der Bills bleibt somit wohl Jerry Hughes, der genau zwei gute (vs vier dürftige) NFL-Jahre auf dem Buckel hat.

Ich bin noch nicht bereit, das Rex-Schema als ineffizient abzukanzeln, aber bei Ryan muss man immer schauen, ob er nicht zu sehr „Durchlaufhitzer“ ist und wie hoch die Halbwertzeit seiner Methoden ist. Eine komplett dominierende Saison der Bills-Defense ist nicht auszuschließen. Aber: Dafür braucht es a) einige Überzeugungskraft und b) keine weiteren Verletzungen oder Suspendierungen.

Ich bin skeptisch. Die Offense war zu überraschend gut. Die Defense zu mittelmäßig. Ich erwarte beiderseits Regression zur Mitte, was im Nullsummenspiel wieder so etwas wie ein 8-8 erwarten lässt.

Chicago Bears

Div       NFC North
Coach     John Fox
Schedule  #24
Pyth      6.3
2015      6-10
Tipp      7-9

Es gibt Coaches, denen ich ganz einfach vertraue. John Fox ist einer von ihnen. Fox ist manchmal ein Ärgernis, weil seine in-Game Entscheidungen dazu tendieren zu konservativ zu sein. Er ist in Sachen Offense-Philosophie zu verhangen in den 90ern, wo hartes Laufspiel angesagt war. Er verlor seine beiden Superbowls. Aber Foxes Mannschaften zeichnen sich in der Regel durch äußerst solide Spielweise aus: Sie machen nicht viele Fehler, die Tackles sitzen, jeder am Feld weiß, was er zu tun hat.

Damit holt Fox aus vorhandenem Spielermaterial für gewöhnlich mehr heraus als vergleichbare Coaches. In Chicago mit aktuell eher dünner Spielerdecke wird diese Eigenschaft wieder gefragt sein.

Letztes Jahr holte Fox eine 7-9 Bilanz, musste hernach aber seinen ambitionierten OffCoord Adam Gase nach Miami ziehen lassen. Die Offense ist also ein Fragezeichen. Dafür ist die Defense besser aufgestellt.

Chicagos größte Schwachstelle der letzten Jahre war die Front Seven und insbesondere der Linebacker-Corp, die als hauptverantwortlich für die drittschwächste Run-Defense und einen oftmals zahnlosen Pass Rush galten.

Es ist imposant, was für einen sauberen Schnitt die Verantwortlichen auf dieser Position in der Offseason gezogen haben: Mit LB Trevathan aus Denver und LB Freeman aus Indianapolis hat man zwei preiswerte, aber durchaus hochwertige Routiniers eingekauft. Ein schwarzes Loch sollte damit zumindest adäquat besetzt sein.

Dazu kommen drei wichtige Neuzugänge für die Front Seven: DE Leonard Floyd aus der 1ten Runde Draft, DT Jonathan Bullard aus der 3ten Runde Draft und DT Hicks von den Patriots für die Tiefe. Die „interne“ Verstärkung erwartet man durch die Genesung von LB/DE Pernell McPhee, dem variantenreichsten Passrusher der Bears, der 2015 in der zweiten Saisonhälfte verletzt runtermusste – ein Ausfall, der prompt die komplette Bears-Abwehr in die Scheiße ritt. Bis zu seinem Ausfall gehörte McPhee zu den produktivsten Edge Rushern der NFL.

Weil auch die Entwicklung von DT Eddie Goldman (geht ins 2te Jahr) äußerst vielversprechend war, ist von der Bears-Defense eine massiv verbesserte Laufverteidigung zu erwarten. Weil in offensichtlichen Pass-Situationen mit McPhee, Goldman, Floyd, DE Houston und DE Young nun zahlreiche Sackjäger in verschiedenen Kombinationen aufgestellt werden können, dürfte auch die 6.2% Adjusted Sack-Rate (#18 der NFL) sprunghaft ansteigen. Die blutjunge Secondary bleibt bedenklich, dürfte aber von mehr Punch vorne profitieren.

Die Defense muss sich aber auch wesentlich steigern, da es in der Offense Fragezeichen gibt: Die Offensive Line gilt seit der Entlassung von C Slausson wieder als Problemzone. Mit LT Leno und LG Whitehair starten auf der linken Flanke zwei Grünschnäbel. Rechts ist man mit RG Long und RT Massie immerhin mit bekannten Faktoren besetzt.

Auf der WR-Position hofft man inständig auf verletzungsfreie Zeit für WR Jeffery und WR Kevin White. White, 1st Rounder 2015, verpasste seine Rookiesaison komplett. Jeffery hatte in nur 9 Einsätzen starke 54 Catches für 807yds und gilt in Hochform als nicht zu stoppende Waffe bei hohen Bällen. Wenn diese beiden Türme gemeinsam auflaufen, sollen auch die gelegentlich zu hoch angetragenen Würfe von QB Jay Cutler ein geringeres Problem sein.

Cutler ist aber der wesentliche Faktor zum Erfolg: Letztes Jahr war er mal wieder besser als befürchtet: 6.8 NY/A, nur 2.3% Interception-Quote. Nun ist sein geliebter OffCoord Gase weg. Wie reagiert Cutler? Sein Karriereschnitt ist 6.3 NY/A und 3.2% Interceptions. Gibt es eine Regression, bekommt Chicago Probleme. Andererseits hat er nun die besseren Anspielstationen als 2015.

Insgesamt ist von den Bears deutlich stabilere Defense und leicht abfallende Offense zu erwarten. Regressionskandidat ist vor allem die 1.6% INT-Quote in der Defense, aber ansonsten sind viele knappe Spiele im Schedule zu erwarten. Wenn der notorisch launische Cutler einen Groove mit seinen Receivern entwickelt, ist auch ein Überraschungslauf drin. Aber die Wetten stehen eher auf eine Saison im grauen Mittelfeld.

Denver Broncos

Div       AFC West
Coach     Gary Kubiak
Schedule  #11
Pyth      9.7
2015      12-4
Tipp      8-8

Die Denver Broncos gehen als Titelverteidiger in diese NFL-Saison – und sind trotzdem nur Kandidat für das Sideline Reporter Niemandsland. Das liegt an mehreren Faktoren.

Zum einen: Denvers Superbowl-Run 2015/16 kam gegen alle Wetten. Denver lavierte sich durch zu einer 12-4 Saison inklusive dreier bombiger Playoff-Performances, aber auf der anderen Seite sprechen eine 9-3 Bilanz in engen Spielen und eine Pythagoreische Erwartung von nur 9.7 Siegen schon mal qua Punkteverhältnis klar für Regression zur Mitte. Und nein, Head Coach Gary Kubiak ist kein Meister der engen Spiele: Vor der letzten Saison war er in acht Jahren als Head Coach 29-33 in one score games.

Einen Großteil der letzten Saison bestritt man mit einem QB-Duo Peyton Manning / Brock Osweiler, die über lange Wochen der Saison 5.5 NY/A im Passspiel und 4% Interception-Quote fabrizierten – jeweils schlechteste Werte der Liga (am Ende lief man im unteren Mittelfeld raus). Und jetzt kann man argumentieren, dass Denver mit einem völlig kaputten Manning sowie einem weniger als unterwältigenden Osweiler immer noch besser dran war als es in dieser Saison der Fall ist, wenn man mit QB Trevor Siemian sowie dem Starter in spe, QB Paxton Lynch, an den Start geht.

Siemian wurde 2015 in der 7ten Runde gedraftet und setzte sich im Training Camp gegen Mark Sanchez und Lynch durch. Keine massive Konkurrenz. Jeder, der Siemian an College und in der kurzen Zeit NFL gesehen hat, sieht wenig Aufregendes in dem Mann. Lynch ist der Mann der Zukunft, aber seit Monaten dominiert die Schlagzeile „not ready yet“ die öffentliche Meinung.

Manning konnte nicht gehalten werden, Osweiler nicht um jeden Preis. Jetzt Siemian am Start: Strategischer Geniestreich von GM John Elway oder Hoffen mit Schweißperlen, dass das gut geht?

Grosso modo muss Denver damit mit ähnlichen Mitteln gewinnen wie in der vergangenen Saison – mit Defense. Jene Defense dominierte die letzte Saison komplett: 5.2 NY/A gegen den Pass, 65% Success-Quote gegen den Lauf – jeweils die besten Werte der NFL. DefCoord Wade Phillips hat ganze Arbeit geleistet und mit seiner Unit in den Playoffs noch einmal einen Gang hochgeschaltet, mit Carolina, New England und Pittsburgh drei der vier besten Offenses auf insgesamt 41 Punkten gehalten.

Aber: Hochkarätige, epische Defense ist historisch gesehen weniger stabil als hochkarätige Offense. Natürliche Regression zur Mitte von solchen Ausreißer-Werten wie 5.2 NY/A gegen den Pass ist das eine. Aber es gibt auch greifbarere Werte wie zum Beispiel Abgänge: Mit LB Trevathan und DT Malik Jackson müssen zwei Leistungsträger und mit FS Bruton ein Ergänzungsspieler ersetzt werden. Sie sollen ersetzt werden durch die Rookies DT Gotsis (2te Runde) und FS Simmons (3te Runde) sowie Routinier DT Melton.

Der Kern ist noch da: DE Derek Wolfe, OLB Von Miller bis hin zu CB Chris Harris. Die Defense wird also nicht plötzlich ins Mittelfeld abfallen. Aber sie wird wahrscheinlich auch nicht mehr die Liga komplett in Grund und Boden spielen.

Vermutlich nachlassende Defense-Gewalt, ein gigantisches Fragezeichen auf Quarterback, eine umgebaute Offensive Line (OGs Vasquet und Mathis raus, LT Okung rein) sowie Abgänge beider Starting-TE (Davis und Daniels) – zu viele Baustellen machen zu wenig Punkte.

Jacksonville Jaguars

Div       AFC South
Coach     Gus Bradley
Schedule  #14
Pyth      6.2
2015      5-11
Tipp      7-9

Wie tief die Jacksonville Jaguars in den letzten Jahren gesunken sind, zeigt die Tatsache, dass zuletzt ihre 5-11 Saison in der schwächsten Division der NFL als Comeback unter den Lebenden gefeiert wurde. Auf der anderen Seite: Die positiven Anzeichen schon nachvollziehbar. Die größten Hoffnungen knüpft man an die Entwicklung des jungen Offense-Kerns sowie an einige aufregende Neuzugänge in der Defense.

Die größte Überraschung der letzten Saison war der kometenhafte Aufstieg von QB Blake Bortles, der 35 Touchdowns und 4428 Yards zustande brachte – inflationäre Zahlen allerdings durch ein hohes Pass-Volumen. Beim Blick hinter die Fassade sieht es mit 6.2 NY/A (#17 der Liga) und 3.0% INT-Quote schon etwas weniger spektakulär aus.

Jetzt kommt der harte Teil: Liefern, wenn der Sieg noch in Reichweite ist. Der Skill-Corp ist gar nicht übel aufgestellt: WR Allen Robinson gilt als Superstar in the making (80 Catches, 1400yds, 14 TD), und hinter ihm stehen Jungspunde wie Allen Hurns (64 Catches, 1031yds, 10 TD), Marquise Lee oder der hoch aufgeschossene 28-jährige TE Julius Thomas bereit. Auf Runningback bekommt der junge T.J. Yeldon Unterstützung durch das brachialere Arbeitstier Chris Ivory, der vielleicht noch 1-2 gute Jahre übrig hat und der im Gegensatz zu Yeldon auch über die Spielfeldmitte zu gebrauchen ist (Ivorys Karriere sieht im Schnitt 2.5yds nach dem ersten Kontakt).

Schwerwiegende Kopfschmerzen bereitet allenfalls die Offense Line, aber auch dort gibt es positive Signale: Mit LT Beachum wurde ein potenziell sehr guter Left Tackle eingekauft und C Linder, 2014 als Rookie eine Augenweide, kehrt nach vielen Verletzungen im letzten Herbst in den Kader zurück. Aber beide Guard-Positionen bleiben Baustellen, und RT Joeckel wird auch so langsam als Bust abgeschrieben.

„Liefern, wenn das Spiel noch in Reichweite ist“ würde auch eine der krasseren Jaguars-Statistiken der letzten Saison upgraden: Zugelassene Defense-Touchdowns. Jacksonville kassierte 2015 gleich sieben (!) Touchdowns nach Fumbles und Interceptions. Weniger Zeit in Rückstand zu spielen bedeutet auch „sicherer“ spielen zu können, minimiert ergo das Risiko von Turnovers und zum TD returnierten Turnovers.

Massiv steigern muss sich die Defense, 2015 ein herber Kritikpunkt (6.7 NY/A gegen den Pass, nur 1.5% INT-Quote). Hier hat man in der Tiefe des Kaders nachgerüstet und gleichzeitig versucht einige Toppunkte zu setzen.

Via Draft kamen der extrem gehypte DB Jalen Ramsey (1te Runde) und der nicht minder gehypte LB Myles Jack (2te Runde). Beide galten als Top-5 Prospects. Jack gilt als Risiko wegen der Gefahr chronischer Knochenprobleme, aber wenn er fünf Top-Jahre liefert, war er das Investment wert. Zu den beiden gesellt sich in DE Dante Fowler der #3 Pick vom letzten Jahr – Fowler verpasste seine ganze Rookiesaison wegen Achillessehnenriss. Er hatte seither 16 Monate Rekonvaleszenz. Er geht fit in seine „Rookiesaison“. Also schonmal drei neue Supertalente.

Damit nicht genug: Jacksonville holte sich mit seinem gewaltigen Cap-Space DT Malik Jackson für einen Monstervertrag aus Denver, womit der verletzungsanfällige, aber hoch veranlagte DT Senderrick Marks entlastet wird.

Jacksonville verpflichtete CB Amukamara aus New York für einen 1-Jahresvertrag in der Secondary. Als noch wichtiger gilt der Einkauf von FS Tashaun Gipson, der die primären Deckungsaufgaben in der Spielfeldmitte übernehmen soll – damit kann man den athletischen, aber in der Deckung völlig indisponierten jungen SS Jonathan Cyprien weiter nach vorne gegen den Lauf in die „Box“ stellen – der Move erschlägt (zumindest in der Theorie) zwei Fliegen mit einer Klappe.

Um Head Coach Gus Bradley fangen die Geier zu kreisen an. Er muss liefern. Aber einen so guten Kader hatte er in Jacksonville seit Amtsantritt noch nie. Trotzdem: Es war immer noch nur 5-11. Mit Pythagoreischer Erwartung von 6.2 Siegen zwar, was für eine Verbesserung der Bilanz spricht. Aber der Mannschaftskern ist noch immer brutal jung. Fortschritt ist nicht linear. Und die vielen Neuen müssen sich erst finden.

Jacksonville wird stärker sein als im letzten Jahr und wird einige starke Teams ärgern können. Aber es wird auch Spiele geben, in denen es hapert. Jacksonville wird auf der Suche nach Balance zwischen den zwei Extremen oszillieren. Der Durchbruch kommt 2017 – die Frage ist, ob er dann noch mit Gus Bradley kommt.

Miami Dolphins

Div       AFC East
Coach     Adam Gase
Schedule  #16
Pyth      5.8
2015      6-10
Tipp      7-9

Die Miami Dolphins sind ein komischer Laden. Der Franchise geht seit vielen Jahren eine klare Richtung ab. Zum einen werden teure Altstars geholt, zum anderen vielversprechende Youngster ziehen gelassen – und gleichzeitig mit Head Coach Adam Gase ein neuer, eher junger Cheftrainer eingestellt.

Gases Vorgänger Joe Philbin war bekanntlich bereits während der laufenden letzten Saison gefeuert worden, nach dem Motto: Der Delfin stinkt vom Kopf. Philbin war sicher kein Super-Duper Coach, aber du wirst das Gefühl nicht los, dass nicht Philbin der Kopf in Miami ist, sondern eine oder zwei Instanzen drüber: Owner Stephen Ross.

Anyhow.

Gase hat einen Auftrag: Baue QB Ryan Tannehill auf. Tannehill ist mittlerweile vier Jahre in der Liga, hat den Durchbruch aber noch nicht geschafft. Er hat zwar seine INT-Quote auf ca. 2% stabilisiert, aber Tannehill hat noch nie über 6 NY/A in einer Saison geworfen und mit fast 8% eine der höchsten Sack-Quoten in der Liga. Das ist jeweils weit unter Durchschnitt.

Tannehill wurde bislang mit tausend Ausreden entschuldigt. Zu wenig Waffen. Keine Offense Line. Schlechte Coaches. Zu viel Ablenkung durch Frau Tannehill. Zu gutes Wetter. Zu viel Verantwortung.

Damit ist 2016 vorbei. Tannehill bekommt mit Gase einen Offense-Kopf als Mentor zur Seite gestellt, der sogar den störrischen Jay Cutler gebogen hat. Die Offense Line wurde mit Laremy Tunsil verstärkt, der den verdutzten Dolphins im Draft an #13 völlig unverhofft in den Schoß fiel. Mit dem Top-Talent Tunsil komplettiert Miami eine Offense Line, die sich mittlerweile hervorragend liest:

LT Albert / LG Tunsil / C Pouncey / RG Bushrod / RT James

Mit dem WR-Trio Parker / Stills / Landry sowie TE Cameron liest sich auch der Corp der Ballfänger nicht schlecht. Im Backfield muss RB Miller ersetzt werden. Nachfolger soll entweder RB Ajayi oder RB Arian Foster werden… aber was heißt hier „soll werden“? Wenn Ajayi nicht deutlich besser ist als der ca. 42 Jahre alte und von Achillessehnenverletzung gerade erst wieder genesene Foster ist, hast du sowieso ein Problem.

Die Defense kassierte 7.0 NY/A, #27 der Liga. Sie verliert ihren besten Edge-Rusher und muss ein blankes Defensive Backfield durchschleifen. Der 25-jährige DE Vernon (ging nach New York) wird mit dem 32-jährigen Mario Williams ersetzt, der 10 Mio/Jahr kassiert. Die Stamm-DL wird damit wohl von Williams, DT Ndamukong Suh und dem 34-jährigen Cameron Wake gebildet.

Neuer DefCoord ist Vance Joseph aus Cincinnati, wo Joseph stets brauchbare Secondarys gecoacht hat. In Miami werden seine Künste dringend gebraucht, denn u.a. wird der aus Philadelphia geholte CB Maxwell als „Top-CB“ (Anführungszeichen mit Absicht gesetzt) geführt.

Das Hauptproblem in Miami ist die klaffende Risswunde zwischen Innen- und Außensicht. Die Dolphins wollen mit aller Gewalt nach oben und haben einige gute Moves gemacht. Aber auf der anderen Seite versteift man sich auf die Idee Tannehill und ersetzt junge Leistungsträger wie Vernon oder Miller mit Oldies wie Williams oder Foster. Viele Regressionskandidaten sind nicht ausfindig zu machen. So bleibt es bei dem einen: Hoffnung.

Oakland Raiders

Div       AFC West
Coach     Jack Del Rio
Schedule  #18
Pyth      6.9
2015      7-9
Tipp      7-9

Der Geheimtipp Raiders ist so geheim, dass selbst die großen TV-Anstalten in den USA schon die Lombardi Trophy nach Oakland adressieren wollen – gefühlt zumindest. Aber so ist es eben mit einer der nach wie vor größten, populärsten Footballfranchises in der NFL nach eineinhalb Jahrzehnten Siechtum: Ein gutes Jahr, und sie sind wieder da!

Fakt ist: Oakland kommt vom absoluten Bodensatz. Vergleiche „Cleveland 2016“, nur noch eine Etage tiefer. Das Umbau-Konzept von GM Reggie McKenzie, gleichfalls ambitioniert wie zwischendurch holprig, trägt seit zwei Jahren erste Früchte. Die Debütsaison von Head Coach Jack Del Rio brachte letztes Jahr ein 7-9 als respektables Resultat, was schon deutlich mehr als erwartet war.

Jetzt soll der ganz große Durchbruch kommen. Ich widerspreche.

QB Derek Carr wird in den Gazetten hochgejubelt zum neuesten „just win, baby“ Quarterback, aber Carr ist zum aktuellen Zeitpunkt vor allem eins: Ungeschliffenes Potenzial. Carr zeigte nach einer (ich bleibe dabei) horrenden Rookiesaison 2014 im letzten Herbst erstmals Ansätze von komplettem Würfe-Arsenal, und er reduzierte die 2yds-Shuffles bei 3rd-und-12 auf ein Minimum. Aber letztlich sprangen dabei immer noch unterdurchschnittliche 6.1 NY/A heraus, #22 der Liga.

Die Anspiele sind völlig auf das Duo Crabtree / Cooper fokussiert: Das Duo sah 276 der 573 Wurfversuche, also 48%. Crabtree war der Mann für die kurzen Pässe, Cooper eher für die langen, wobei Letzterer ein massives Drop-Problem mitschleppte: Jeder 5te fangbare Ball wurde von Cooper fallen gelassen.

Für weiteren Fortschritt spricht Carrs positive Entwicklung unter Druck sowie die massiv aufgebolsterte Offensive Line: OG Osemele kommt aus Baltimore und komplettiert die letztes Jahr im Pass-Blocking zweitbeste Offense Line. Hinter dieser Line sollte sich auch einfacher laufen lassen.

Soweit die Hoffnungsträger. Aber „Verbesserung“ heißt für die Raiders-Offense noch immer: Auf den Liga-Durchschnitt zu kommen, ist auch schon Verbesserung.

Da trifft es sich schlecht, dass die Offense der vermutlich bessere Mannschaftsteil ist. Die Defense war mit 6.2 NY/A gegen den Pass und 55% Erfolgsquote gegen den Lauf an #20 im Power Ranking klassiert.

Wie viel besser kann nun eine Unit werden, deren absolut definierender Spieler, LB Khalil Mack, fast nicht mehr besser werden kann. Dessen „gute Seele“ bzw. „Ankermann“, FS Charles Woodson sich in den Ruhestand verabschiedet hat? Die sich nach den ersten Verletzungen nicht mehr auf adäquates NFL-Spielermaterial verlassen kann?

Woodsons Abgang versucht man mit FS Karl Joseph (1te Runde Draft) zu kompensieren. Das kann gelingen. Auf Cornerback hat man sich CB Sean Smith aus Kansas City angelacht, wo Smith nie den 1er-CB geben musste. In Oakland wird er es, denn auf CB Amerson willst du dich nach zwei schlechten und dann einem halben starken Jahr noch nicht wirklich verlassen, und im Slot steht der 2013er Bust CB Hayden.

Im Passrush stößt DE Irvin von den Seahawks hinzu – wie gut Seattles Abwehrspieler außerhalb von Carrolls Defense funktionieren, traut man sich in New York, Phildelphia oder Jacksonville nicht zu fragen, und auch Oakland hat mit LB Smith kein schillerndes Beispiel ehemaliger Seahawks-Defender im Kader.

Kurzum: Ich sehe durchaus noch zu viele Fragezeichen für den Durchbruch. Oakland kommt aus dem Nichts, und Oakland fuhr eine 7-9 Saison mit wenigen echten „Gratis-Faktoren“ für einfache Verbesserung ein.

Der vielleicht optimistischste Punkt ist der Spielplan: Nach vielen Jahren, in denen die Raiders gegen einen Top-5 Schedule anspielen mussten, bekommt man nun erstmals mit #18 eine etwas einfachere Kette an Gegnern serviert. Das ist mir aber zu wenig um Oakland allein deswegen in die Playoffs zu schreiben.

Philadelphia Eagles

Div       NFC East
Coach     Doug Pederson
Schedule  #12
Pyth      6.7
2015      7-9
Tipp      7-9

Regelrecht euphorisch wurde unter Eagles-Anhängern das Ende der enttäuschenden letzten Saison gefeiert – bzw. wurde die Entlassung von Head Coach Chip Kelly gefeiert. Kelly, der Innovator, hatte die Eagles nach einem vielversprechenden Einstandsjahr stetig zurückentwickelt und mit bizarren Personalentscheidungen das Übrige getan um sich in der Stadt der brüderlichen Liebe, die mit ihren Headcoaches selten brüderlich umgeht, zum Hassobjekt #1 zu machen.

Kelly: Zu kalt, zu arrogant, zu innovativ. Der Neue ist einer aus der „Iggles-Familie“: Doug Pederson, einst Backup-QB unter dem legendären Andy Reid. Nach Ristretto Stärke 10, lieber Darbovens Idee Kaffee, der Magenfreundliche. Nach dem Hochgeschwindigkeitscoach nun der „five and a half minutes drill“ Coach.

Pedersons Debütsaison ist für Philadelphia ein Jahr des Rückbaus. Das Front Office rückte mit der Mistgabel an und scheuchte viele wesentliche Kelly-Verpflichtungen der letzten Jahre vom Hof: RB Murray, LB Alonso, CB Maxwell.

Dafür kommt mit QB Carson Wentz aus dem Draft das Motto „zurück in die Zukunft“ – Wentz, teuer im Draft erkauft, soll vom ersten Tag an den Starter geben. Das birgt Gefahren. NFL-Spielsysteme kennt Wentz nur vom Hörensagen, und Wide Receiver von Format gibt es kaum: WR Agholor hat Droppitis, WR Green-Beckham noch nie was von Route-Running gehört und WR Matthews gilt im Idealfall als #3 Option im Slot.

Die Offense Line bleibt ein ungeklärter Punkt, solange es keine Klarheit über die bereits verhängte, dann wieder ausgesetzte 10-Spiele Sperre für RT Lane Johnson gibt. LT Peters kommt von der x-ten Verletzung zurück. Guards sind völlig unbekannt. Unter diesen Umständen wäre es von Pederson bereits zumindest da Gesellenstück, wenn er die 6.2 NY/A im Passspiel sowie die 42% Erfolgsquote im Laufspiel vom letzten Jahr wiederholen könnte – und Philadelphia damit erneut auf #26 im Offense-Ranking rausläuft.

Viel – sehr viel – positiver ist die Defense zu bewerten, wo DefCoord Jim Schwartz mit der Mission antritt, die 4-3 Defense in „Wide 9“ Aufstellung zurückzubringen. Schwartz steht für ultra-aggressive Front Seven, die alle Gaps mit Verve attackiert. Das soll vor allem dem hochbezahlten DT Fletcher Cox zugute kommen, der Außenseiterchancen auf den Defense-MVP Award haben soll. Cox, DE Barwin und DE Graham werden ein Sack-Festival veranstalten und die höchst fragwürdig besetzten Cornerbacks entlasten.

Auch Kadertiefe sollte ein geringeres Problem sein als unter Kelly: So wenig Verletzungen es dank Chips Wissenschaften gab, so sehr geriet die Defense durch die schnellen Drives der Offense unter Druck: Philadelphias Abwehr sah 194 Drives gegen sich ausgespielt, die zweitmeisten ligaweit. Vergleich das mal mit den Chiefs – wo Pederson die sehr langsame, zeit schindende Offense coachte – und die Abwehr nur 179 Drives sah. In Summe macht das über 120 Plays Differenz, zirka zwei Spiele. Das geht an die Substanz. Trotzdem war Philly in Play-by-Play Effizienz schon 2015 die #12 Defense. Für 2016 erwarte ich eine Top-10 Defense.

Einen Hidden-Champ für die Eagles gibt es in den Special-Teams, wo man mit -14 Punkten im letzten Jahr das unglücklichste Team bei gegnerischen Kickoffs und Fieldgoals war. Solch extremes Pech wiederholt sich nur sehr unwahrscheinlich.

Aber die Offense ist mir zu unsicher. Philadelphia ist kein Fall wie Jacksonville oder Oakland, wo man nach fünf bzw. sieben Siegen schon alle Kreuze macht. Philadelphia hat ein jahrelang recht stabiles Korsett gebaut, das auch zwei schlechte Jahre noch immer mit 7-9 wegstecken konnte. Jetzt also 2016. Vieles wird anders, aber nicht die Bilanz. Ich erwarte in Summe erneut sieben Siege.

Tampa Bay Buccaneers

Div       NFC South
Coach     Dirk Koetter
Schedule  #6
Pyth      6.0
2015      6-10
Tipp      7-9

Die Tampa Bay Buccaneers haben nach mehreren düsteren Jahren Zeit zum ersten Mal wieder Hoffnung auf eine glorreiche Zukunft. Das liegt vornehmlich am jungen Mannschaftskern um den 2015 gedrafteten QB Jameis Winston, der die Offense wiederbelebte.

Winston fabrizierte als Rookie 6.9 NY/A im Passspiel, und auch wenn er an schlechten Tagen viele Fehler machte (2.8% INT-Quote und nur 58% Completion-Rate) und Drive für Drive zwischen „exzellent“ und „haarsträubend“ schwebte, so war es doch eindrucksvoll mitanzusehen, wie der Trainerstab der Buccs seinem QB-Jungspund vom ersten Tag an alle Schlüssel zur Offense in die Hand drückte und sagte, „Mach mal!“

Großen Anteil an der schnellen Entwicklung schrieb man OffCoord Dirk Koetter zu. Koetter liebäugelte hernach öffentlich mit Headcoach-Anstellungen, was die Buccs dazu veranlasste, Koetter ungeachtet aller Kollateralschäden (Entlassung des beliebten Lovie Smith) zu ihrem neuen Head Coach zu befördern.

Das bedeutet zweierlei: Koetter kann nun allein bestimmen, in welche Richtung die Offense gehen soll. Aber er hat gleichzeitig dabei weniger Zeit, sich um das Individualtraining mit Schützling Winston zu kümmern.

Immerhin aber kein schneller Bruch in Winstons Entwicklung. Die muss ohnehin schon ohne personelle Upgrades im Spielerkader auskommen, denn Tampa investierte all seine Ressourcen in der Offseason in die Defense. So weit, so nicht schlecht.

Denn die Buccs-Offense hat durchaus Potenzial. WR Mike Evans machte 74 Catches für 1206yds und 3 TD. Macht 16yds/Catch für einen Spieler, dessen Saison von Verletzungen durchzogen war und der 2014 als Rookie in einer kaputten Offense noch deutlich bessere Ergebnisse es eingefahren hatte. Evans hat Verbesserungspotenzial en Masse: 11 Drops und eine Catch-Rate von nur 50% sind eine andere Formulierung für „Luft nach oben“ – Evans war in seiner gesamten Laufbahn nie durch Drops aufgefallen.

WR Jackson wird mit 33 natürlich nicht jünger und TE Seferian-Jenkins ist noch immer eine Wildcard, aber wenn Evans und RB Martin (5yds/Carry) ihr Potenzial abrufen, steht zumindest der erste Anzug. Problematisch bleibt die Offensive Line, wo sich LT Donovan Smith in seinem zweiten Jahr deutlich steigern muss.

Wo sich die Offense mit fast identischem Personal entwickeln muss, wurde in der Defense deutlich nachgebessert: Mit Mike Smith kommt ein neuer DefCoord, in der Front Seven wurden DE Noah Spence (2te Runde) und DE Ayers aus New York geholt, in der Secondary CB Vernon Hargreaves (1te Runde) und CB Grimes aus Miami. Die Moves sorgen für mehr Breite und dürften etwa zwei Starter produzieren.

In den Griff kriegen muss man vor allem die eklatante Abhängigkeit von DT Gerald McCoy sowie die extrem vielen verpassten Tackles der LB Alexander und Lavonte David, die zusammen über 60 Mal ins Leere griffen und somit mitschuldig waren an der eher lauwarmen Rush-Defense.

Tampa ist der unsicherste Kandidat in dieser heutigen Aufstellung. Das Potenzial der Buccs ist offensichtlich: Entwickelt sich QB Winston, ist die Buc-Offense mit ihm und seinem Selbstverständnis schnell ein Kandidat, auch toughere Defenses zu knacken und ein NFC-Player zu werden. Auf der anderen Seite ist keine Mannschaft im „Niemandsland“ so zerbrechlich wie der noch immer dünn besetzte Buccaneers-Kader. Ich tippe ähnlich wie bei Jacksonville auf eine wechselhafte Saison, nur mit noch extremeren Ausprägungen.

18 thoughts on “Die furchtlose NFL-Vorschau 2016/17 | Das Niemandsland

  1. Ich verstehe seit dem Bradford Trade nicht wo hin Philly möchte. Anscheinend soll ja Carson Wentz starten sobald er fit ist, aber ich kapiere die Entwicklung dahinter nicht. Zunächst soll der Rookie ein Redshirt Year absitzen und jetzt wird er plötzlich Chase Daniels vorgezogen???
    In der NFC East dürften die Eagles doch zumindest Ambitionen haben um um den Division Titel mitzuspielen, zumal mit Dallas ein Konkurrent durch den Ausfall von Romo vermutlich weg fällt.

  2. Ohne Bradford in die Zukunft. Ein hochdotierter, mittelmäßiger Quarterback gegen einen 1st-Rounder und einen schlechtestenfalls 4th-Rounder. Besser kann man aus der Sache doch nicht rausgehen…

  3. Der Bradford-Trade war ein Muss, wenn einem so viel auf den Tisch geknallt wird (gerade ein Draft in Philly ohne 1st Round Pick wäre bitter gewesen), kannst du das nicht ablehnen.
    Ob Wentz so schnell startet…abwarten. Ich rechne noch damit, dass er Zeit erhält und Daniel erstmal darf (Pederson weiß da auch was er hat). Auch wenn Wentz weiter zu sein scheint als Goff

  4. @MalikShabazz
    Der Bradford Deal war so ziemlich das Beste was Philly passieren konnte, keine Frage.
    Mir ging es darum, dass es zunächst hieß Wentz wäre dritter QB, aber nach dem Trade berichten ESPN und NFL.com, dass er starten soll, wenn er fit ist. Das ist für mich unverständlich, da das Team mMn schon die Möglichkeit hat um den Division Titel mit zu spielen.
    Korsakoff hatte ja Dallas und Washington ziemlich gut begründet zu den „Kellerkindern“ gelistet. Bleiben noch die Giants in der Division und von denen weiß ich nicht so recht was ich halten soll nach dieser Offseason.
    Da verstehe ich halt nicht so ganz warum Wentz zunächst als „noch nicht reif genug“ gesehen wird und jetzt dann doch starten soll (wenn fit) obwohl man noch eine Alternative hat.

  5. Denver als Niemandsland, ja klar… spätestens bei Henry Melton ist der Preview lächerlich… kann man nicht ernst nehmen, wer denkt sich sowas eigentlich aus?

  6. @The Doctah

    Schwarze Rhetorik, alte Schule: Mit irrelevanten Argumenten Glaubwürdigkeit in Zweifel ziehen. Gibt es auch inhaltliche Argumente gegen die Einschätzung Denvers?

  7. Hätte hier auch mit den Saints und Falcons gerechnet, die ich zumindest auf Augenhöhe mit Tampa Bay sehe. Deuten die Zahlen wirklich auf 8 oder gar 9 Siege der beiden erstgenannten hin?

  8. @dansk wie gesagt, eine Investition in die Zukunft. Auch mit ihm ist maximal eine mittelmäßige Saison drin. Lieber nächstes Jahr Picks, einen eingespielten qb und mehr salary cap

  9. Sehr nett, Miami ins Niemandsland zu stellen. So optimistisch bin ich nicht mal… Und das als Anhänger des Teams. Die letzten Jahre haben da doch sehr viel Skepsis erzeugt…

  10. Ein paar Argumente für eine höhere Einstufung Denvers:
    – Die Defense hat genau genommen keinen wirklichen Impact Player verloren und wird daher aller Voraussicht nach an die Stärke letzter Saison anknüpfen können (siehe Preseason-Auftritte – ja, Spekulation, I know)
    – Bei den Linebackern hat man sogar eher noch an Tiefe gewonnen
    – Den Verlust von Bruton hat man sowohl bei den ST als auch auf der Safetyposition ausreichend kompensiert
    – Einzig DE sieht durch den verletzungsbedingten Verlust von Walker etwas dünn aus

    Wenn man sich die Offensive mal anschaut:
    – Du hast ein erstklassiges WR-Tandem mit Sanders und Thomas (letzterer hat ja sogar selbst mit Tebow eine brauchbare Saison hingelegt damals).
    – CJ Anderson ist als fitter Running Back sehr stark und kommt mit dem System von Kubiak auch sehr gut zurecht, zudem hat man mit Devontae Booker einen vielversprechenden Rookie als Backup.
    – Auch auf der Tight End Position sehe ich die Broncos als besser aufgestellt als zuvor. Virgil Green hat zwar keinen großen Namen, da er in der Vergangenheit nahezu exklusiv als pass-blocking TE agierte, aber er hat schon mehrfach gezeigt, dass er sehr gut als kurze Anspielstation / Sicherheitsventil funktioniert und daher mindestens Daniels gleichwertig ersetzen wird.
    – Wer in der letzten Saison die Broncos regelmäßiger gesehen hat wird zudem auch den Weggang von Vernon Davis mit ziemlicher Sicherheit als Upgrade sehen…

    So gesehen bleibt „nur“ das große Fragezeichen hinter QB Siemian. Und da hat ja eigentlich die letzte Saison gut genug gezeigt, wie sehr Denver mit seinen Skill Playern im Verbund mit Defense und Special Teams in der Lage sind, grottiges QB-Play zu kaschieren.
    Und solange Siemian die Turnoverrate niedrig hält, sollte das normalerweise reichen, um auch in dieser Saison wieder in die Playoffs zu gelangen.
    Zumindest sehe ich da wenige der von Dir in den „Kronprinzen“ gelisteten Teams, die viel besser rundum aufgestellt sind.

    Aber letztlich ist das was wir hier machen natürlich alles Fischen im Trüben. Und die meisten von Deinen Punkten sind ja durchaus auch nachvollziehbar (mit Ausnahme von TE), aber eben prognosemäßig immer eher mit der negativstmöglichen Aussage verbunden. =)

  11. Also wenn die letzte Saison etwas gezeigt hat, dann nicht, dass Den ers Skillplayer den QB vertuschen kann, sondern. dass die Defense die offense kaschieren kann. Klar kann die defense vom Potential her die letzte Saison wiederholen, aber, dass noch mal alles zusammen kommt ist sehr unwahrscheinlich

  12. @hirngabel:

    Danke für die ausführliche Schilderung. Alles valide Punkte. Mein größter Zweifel bei den Broncos ist die natürliche Regression. Denver wird nicht noch einmal in Offense und Defense so dominant die #1 geben. Der Kader ist etwas dünner, letztes Jahr hatte man kaum Ausfälle, und 2015 war auch für ein Top-Personal ein sehr positiver Ausreißer. Auch Defenses wie die Buccs 2002 oder Seahawks 2013 haben solchen Level nur in einer einzigen Saison erreicht.

    Was passiert nun mit einer Offense, wenn sie diese Regression mit einem komplett unerprobten QB kompensieren muss? Was passiert, wenn man öfters in Rückstand spielen muss? Was ist mit der Offense Line?
    Denver hat nun 1,5 Jahre mit mausetoter Offense. Quasi seit Peyton Manning über Nacht körperlich zusammengebrochen ist. Ich weiß nicht, inwiefern man mit den Offense Skill Playern argumentieren kann – trotz relativ klingender Namen war das jetzt 1,5 Saisons grottenschlecht.
    Es ist unter Kubiak nicht besser geworden. Es mag sein, dass sie Offense durchkommt, weil alle Spiele eng sind, aber was passiert, wenn die Defense mal nicht 16 Wochen auf Topniveau durchkommt.

    Dazu kommen die recht eindeutigen Faktoren wie das krasse Sieg/Niederlagen Verhältnis in engen Spielen. Mein generelles Misstrauen gegen Gary Kubiak und sein Game-Management. Und ein Spielplan mit etlichen Stolperfallen. 8-8 oder 9-7 halte ich für durchaus möglich.

    Muss man Denver damit oberhalb von Baltimore, Jets oder Texans sehen? Vielleicht. Aber auch wenn diese drei in der Defense etwas abfallen, so sind sie in der Offense IMHO doch um einiges kompletter aufgestellt.

  13. @Panthers
    Wie geschrieben: Es ging um die Kombination Offensive jenseits des QBs, Special Teams UND Defensive.

    @Korsakoff
    Verdammt, eigentlich wollte ich noch auf das Thema „natürliche Regression“ eingehen, denn das ist ja ein Motto, das Du die letzten Jahre auch immer beherzigt hast in Deinen Vorschauen. Das ist ja auch für mich soweit nachvollziehbar als Argument Deswegen hatte ich ursprünglich nicht widersprochen.

    Aber nach dem obigen Kommentar wollte ich dann doch zeigen, dass man als Broncos-Fan auch vernünftig argumentieren kann.😉

    Und natürlich bin ich mit meinen Prognosen grundsätzlich immer am oberen Ende der Positivitätsskala, was ja durchaus bewusst war. Ich habe insgesamt eine gesunde Skepsis, was die kommende Saison angeht, eben aufgrund der Fragezeichen in Sachen QB und auch weil sich defensiv so eine Leistung schwer wiederholen lässt. Daher halte ich auch so etwas wie eine Championshipgame-Teilnahme für unrealistisch, aber ebenso glaube ich, dass die Qualität im Kader locker ausreichen wird, um um die Playoffs mitzuspielen und nicht im Niemandsland zu landen.

  14. @hirngabel: Wobei „Niemandsland“ vielleicht etwas krass klingt. In „Titelanwärter“ und „Kronprinzen“ sind 4 + 4 Mannschaften aus der AFC vorhanden und 6 Playoff-Plätze gibt es. Die 4 Teams aus der dritten Kategorie sind natürlich auch keine Meilen davon weg.

    Man müsste eher sagen „Zone, zu gut um nicht um den Top Pick mitzuspielen“.

  15. Pingback: NFL Kickoff-Weekend 2016, Preview | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  16. Ich stehe zu der Leistungsprognose. Die Raiders sind mit 8-2 massiv überschätzt. Sie sind das beschriebene mittelmäßige/gute Team mit Wackel-Defense.

    Der Grund für die hohe Siegzahl ist ein 6-1 Record in engen Spielen, unterstützt u.a. Durch die 2pt-Conversion gegen die Saints oder den Selbstzerstörungsbutton der Buccs.

    Der happige Teil des Spielplans kommt noch. Reden wir Saisonende nochmal drüber.

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