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Die furchtlose NFL-Vorschau 2016/17 | Die Titelaspiranten

Heute der Abschluss der furchtlosen NFL-Vorschau 2016/17, die die acht Mannschaften mit der größten Chance auf die Vince Lombardi Trophy unter die Lupe nimmt. Nach wochenlanger Arbeit, die Locharten händisch ausgestanzt und in den Zentralrechner von Sideline Reporter eingegeben, sämtliche Käfer ausgemistet, haben sich völlig überraschende Titelanwärter ergeben. Wer wird es in die Super Bowl schaffen? Wer wird der Nachfolger der Denver Broncos?

#8 Kansas City Chiefs

Div       AFC West
Coach     Andy Reid
Schedule  #25
Pyth      11.2
2015      11-5
Tipp      10-6

Die Kansas City Chiefs haben eine Bizarro-Saison hinter sich: Nach 1-5 Start eine Siegesserie hingelegt, die bis in die Playoffs führte, wo man erst mit Schlafwagenfootball in New England ausschied. Jetzt geht man als Favorit (according to me) in der AFC West an den Start.

Kansas City ist keine schwierig zu lesende Mannschaft. Sie spielt unter Andy Reid den immergleichen Stiefel herunter: Fehlerminimierung in der Offense um mit wenigen Turnovers und guten Special Teams hervorragende Feldpositionen zu erspielen und viele Fieldgoals zu schießen, und sich darauf verlassen, dass sich die von DefCoord Bob Sutton gecoachte, mit vielen ehemaligen 1st Roundern gespickte Defense nicht übertölpeln lässt.

So spielen die Chiefs seit drei Jahren. Letztes Jahr war man z.B. #1 in Starting Fieldposition in Offense und #3 in Defense. Man gab die zweitwenigsten Bälle in der Offense per Turnover ab und holte die drittmeisten in der Defense. Daraus ergab sich ein Feldpositionsvorteil pro Drive von 6.9 Yards, #1 der Liga. Summier das auf die ca. 10 Drives pro Spiel und du hast 2 Scoring-Chancen mehr als der Gegner. Plus Turnover-Quote von +14.

Normalerweise würde ich schreien „Regression!“. Bis du siehst Starting Feldposition #4 (Offense) bzw. #12 (Defense) im Jahr davor. Und #1 und #1 ein weiteres Jahr davor. (Bei Turnovers: #6 und #3) Hier steckt System dahinter. System, ja keine Bälle wegzuschenken.

Das perfektioniert kein Mann besser als QB Alex Smith, der in seiner Chiefs-Zeit nur 1.4% INT-Quote fabriziert und dabei immerhin noch 6.2 NY/A Passspiel auflegt. Damit ist die Chiefs-Offense nicht „explosiv“, aber sie erreicht ihr Ziel.

Jetzt bekommt Smith zwei neue Vorblocker in RT Schwartz aus Cleveland und Rookie-OG Ehinger, einem unerfahrenen Rookie, der starten soll. RB Charles kehrt von Kreuzbandriss zurück – es ist sein zweiter. Charles ist ein wichtiger Ballträger und macht an die 5yds/Carry, aber letztes Jahr brach auch ohne ihn nicht die Effizienz im Laufspiel ein. Und schließlich und endlich scheint Smith in WR Maclin einen brauchbaren Wideout gefunden zu haben (87 Catches, 12.5yds/Catch), der nicht wie TE Kelce zu 90% über die Mitte geht.

Das alles langt – solange die Defense hält. Die war mit 5.6 NY/A gegen den Pass #3 der Liga. CB Smith wanderte gen Oakland ab, FS Branch gen Arizona, aber der schmerzhafteste Verlust könnte OLB Justin Houston sein, der im Schnitt 13 Sacks und 65 QB-Pressures pro Jahr macht. Houston ist nicht fit und verpasst womöglich die komplette Saison verletzungsbedingt.

Er kann durch einen rapide alternden OLB Hali und den jungen OLB Dee Ford nicht 1:1 ersetzt werden. Es geht nur im Verbund (Vorteil: Houston fehlte schon letztes Jahr 5 Spiele, alle wurden gewonnen). Ganz schlecht sind die Chiefs aber nicht aufgestellt: DT Poe ist, wenn auf der Höhe, ein Monster, und mit DT Chris Jones kommt schon wieder ein hoher Pick in der Rotation dazu. Bei LB Derrick Johnson wartet man seit Jahren vergeblich auf einen Einbruch.

Und in der Secondary hat SS Eric Berry nach Leukämie schnell zu alter Form gefunden und wurde CB Marcus Peters zum Defense-Rookie des Jahres gewählt. Peters galt zuallererst als Abfangjäger; von ihm erwartet man sich bessere Manndecker-Qualitäten in seinem zweiten Jahr.

Die Chiefs werden sich schwer tun, ihren Defense-Level vollständig zu halten. Fast sicher wird es Regression bei den Interceptions geben, wo man deren 22 holte (3.6% INT-Quote, #2 der Liga). Aber die großen Themen hatten wir schon letztes Jahr: Ein Houston im Verletztenstand, ein Poe außer Form, ein Hali mit Altersschwächen. Trotzdem hielt Suttons Defense ihren Level.

Kansas City ist mein Divisionsfavorit im Westen der AFC. Es ist die kompletteste Mannschaft und sie hat im Vergleich zu Denver den etwas einfacheren Schedule (#25 der Liga vs Denver #10): Positionsspiele gegen Pittsburgh und die Jets anstelle New England und Cincinnati.

#7 Cincinnati Bengals

Div       AFC North
Coach     Marvin Lewis
Schedule  #27
Pyth      11.7
2015      11-5
Tipp      10-6

Die Cincinnati Bengals waren über weite Strecken der Saison 2015 die vielleicht kompletteste Mannschaft der NFL. Sowohl in Offense (mit 7.1 NY/A die #4 Pass-Offense) als auch in Defense (mit 5.7 NY/A gegen den Pass die #6) spielten die Tiger vorne mit und schlossen im Power-Ranking in Offense und Defense jeweils an #7 ab.

Dennoch das erneute Aus in der Wildcard-Runde, komplett eigenverschuldet mit hirntoten Strafen im finalen Drive. Wenn diese Jungs den Selbstzerstörungsknopf finden, sind sie nicht aufzuhalten. Welchen Weg werden sie dieses Jahr finden um auszuscheiden?

Erstmal muss das Team aber den Weg zurück in die Post Season finden und dabei die Abgänge einiger Erfolgsfaktoren in der Offense verkraften: OffCoord Hue Jackson, OT Andre Smith und die beiden WRs Jones und Sanu nehmen durchaus etwas Feuerkraft mit. Cincinnati – das gesündeste Team der NFL 2015 – muss mit weniger Kadertiefe und womöglich weniger Verletzungsglück durchkommen.

Freilich konnten sie sich von Platz in AGL nix kaufen, weil sich ausgerechnet QB Andy Dalton in seiner Breakout-Saison wenige Wochen vor den Playoffs verletzte und ausfiel und von Backup McCarron nicht gleichwertig ersetzt werden konnte.

Aber Cincinnati hat unter Lewis ähnlich wie z.B. Baltimore unter Billick/Harbaugh einen zu langen Lauf mit viel Qualität, als dass ich trotz der Abgänge und trotz mehr zu erwartender Verletzungen an einen Einbruch glaube: 11.7 Siege nach Pythagorean, plus konstant in Offense und Defense stark. Jackson ist nicht der erste Coordinator, den Cincinnati ersetzen muss, und bisher haste von den Wechseln nie viel gemerkt.

Das größte Red Flag vor der anstehenden Saison ist in der Tat QB Dalton. Der rotschopfige Quarterback spielte 2015 weit über seinem „normalen“ Level: 7.7 NY/A, 1.8% INT-Quote, 6.5% Touchdown-Quote, vs. 6.5 NY/A, 2.9% INT-Quote und 5.0% TD-Quote in seiner bisherigen Karriere. Cincinnatis variabler, sehr balancierte Angriff war streckenweise eine Augenweide. Wie wird das nun nach natürlicher Regression sowie mit neuem OffCoord und ohne die #2 und #3 WR aussehen?

Die positiven Zeichen: Der prägende Offense-Spieler, WR A.J. Green (Fünfjahresschnitt 83 atches, 1234yds, 15yds/Catch und 9 TD) ist noch da. Green bestimmt die gegnerischen Coverages, er wird die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der zweite entscheidende Angreifer, TE Eifert, kommt nach Verletzung auch wieder zurück. Eifert ist vermutlich der beste „menschliche“ Tight End der Liga (Gronkowski ist weniger Mensch, mehr Monster). Die Offensive Line wird auch nach Smiths Abgang gut dastehen, da Cincinnati seit Jahren intelligent draftet und nun mit Ogbuehi bereits den Nachfolger im Kader hat. Damit sollte auch das „one two punch“ Laufspiel mit RB Hill und RB Bernard gut aufgestellt bleiben.

Und so gute Zahlen Jones und Sanu anschrieben, so waren sie doch stets nur relativ austauschbare Ergänzungsspieler zum Superstar Green. WR Lafell (aus New England) und WR Boyd (Draft) dürften die beiden halbwegs ersetzen.

Die Defense lebt weniger von Rabatz als mehr vom „Mehltau-Effekt“: Sie legt sich wie ein Schleier über die Offense, würgt sie langsam ab, und plötzlich sind wir trotz weniger Aha-Effekte bereits im Schlussviertel und du hast erst 13 Punkte erzielt. Schlüsselfigur ist DT Geno Atkins, der nach überstandener Kreuzbandverletzung letztes Jahr wieder zu großer Form gefunden hat. Richtig großartige Pass Rusher gibt es abseits von Atkins und auch an den Flanken keine, aber ein DE Dunlap oder DE Johnson sind immer für 6-8 Sacks pro Jahr gut (Sackquote der Bengals: 6.1%, Liga-Mittelfeld)

Die Linebacker sehen sich mit Oldie Dansby (aus Cleveland) ganz nett verstärkt, aber die entscheidende Figur bleibt Vontaze „Knalltüte“ Burfict, der Mann, der für das letztjährige Ausscheiden  mitentscheidend war, aber ein hervorragender Linebacker. Defensive Backfield bleibt nach der Vertragsverlängerung von SS Iloka stabil. Allenfalls die schwere Verletzung von Rookie-CB Jackson III schmerzt, da die Cornerbacks mit Oldie Hall, mit dem eher wenig verlässlichen Kirkpatrick und „Knalltüte II“ Pacman Jones zwar gut, aber nicht 100% verlässlich aufgestellt sind.

Wie geschrieben: Das ist trotz einiger Abgänge ein gut aufgestelltes, grundsolides Team. Dass man mit dem Wildcard-Aus eine schwere Enttäuschung wegstecken muss, ist man quasi „gewohnt“, und ich sehe nicht, warum das ausgerechnet diesmal für den großen Kater sorgen sollte. Eher im Gegenteil: Diesmal dürfte der damals verletzte Starting-QB Dalton gerade keinen Knacks erlebt haben. Man sollte sich allenfalls nicht darauf verlassen, erneut mit nur 28 „Adjusted verpassten Starts“ über die Saison zu kommen. Ich sehe ein 10-6, aber nicht den Divisionssieg.

#6 Carolina Panthers

Div       NFC South
Coach     Ron Rivera
Schedule  #29
Pyth      12.4
2015      15-1
Tipp      10-6

Die Carolina Panthers haben nahezu eine Traumsaison hinter sich, die letztlich im Albtraum endete: „Perfect Season“ mit 15-1 Siegen um zwei Wochen verpasst, Superbowl mit zu steriler Vorstellung gegen Denver verloren. Trotzdem gehen die Panthers erneut als einer der Mitfavoriten 2016 an den Start.

Das ist vor allem an der Kontinuität im Programm festzumachen: Fast alle Leistungsträger und Erfolgsgaranten der letzten Jahre kehren zurück. Die Pythagoreische Erwartung sagt zwar, Carolina war mit 15 Siegen überschätzt, aber mit 12.4 Siegen war man trotzdem die #1 nach Pythagorean. 6-1 Siege in engen Spielen sind auch kaum zu wiederholen, und man hat nicht erneut den einfachsten Schedule der Regular Season (sondern „nur“ den 4t-einfachsten), aber hey: Wenn es 10 oder 11 Siege werden, ist das noch immer die praktisch sichere Qualifikation für die Post Season.

Man kann sogar Argumente aufbringen, dass Carolina in der Offense so gut wie nie aufgestellt ist: QB Cameron Newton übernahm spätestens letzte Saison die totale Kontrolle über die „Cam Option Offense“ und spielte sich zum NFL MVP hoch: 35 Pass-Touchdowns zu einem Receiving-Corp, dessen beste Anspielstation neben TE Olsen der einstige WR-Flop Ted Ginn war.

Mit WR Kelvin Benjamin kehrt nun ein echter #1-WR nach Kreuzbandriss in den Kader zurück. Benjamin ist nicht der beste Feinmechaniker und hatte als Rookie Probleme mit Drops, aber mit seinen 1,96m eine ernst zu nehmende Waffe für Newtons latent überworfene Bälle sowie in der Redzone (also Rookie machte Benjamin in der Redzone in 19 Anspielen 6 Catches für 5 Touchdowns).

Wenn Benjamin auch noch nicht bei 100% ist, so diversifiziert er das Offense-Portfolio doch immens. Auf der anderen Seite müssen die Panthers vorsorglich bereits dahingehend „schemen“, dass RB Jonathan Stewart nicht erneut die komplette Saison durchhält. Das war 2015 der Fall – erstmals in acht Jahren überhaupt. In der Offense Line hat man nach dem Superbowl-Debakel nicht reagiert, ganz nach dem Motto „Denver läuft uns in der Post Season eh nicht mehr übern Weg und alle anderen stecken wir in den Sack“.

Die Defense stellt um DT Short (contract year), DT Lotulelei und das LB-Pärchen Davis / Kuechly die vielleicht beste Front Seven der NFL. Die braucht Carolina aber auch, denn in der Secondary schleift man nach dem Abgang von CB Norman eine ganze Latte an 3rd Stringern und Rookies durch. Carolina hat vermutlich die namenloseste Secondary der NFL!

Die alles entscheidende Frage ist: Wie entscheidend war CB Norman für den Erfolg der Pass-Defense, die nur 5.4 NY/A zuließ (#2 der Liga)? War sein Durchbruch (mit 28 Jahren) das letzte Puzzleteil, oder war er bloß Produkt der famosen Front-Seven, die die Schwächen im Defensive Backfield kaschieren konnte, z.B. durch Passrush und weil die Linebacker alle Tight Ends sofort zudecken? Carolinas sehr besonnener GM Gettleman feuerte Norman letztlich aus freien Stücken – ein Anzeichen, dass Carolina mehr weiß als die Konkurrenz?

Dennoch bleibt die Situation in der Back-Seven zu beobachten. Auf Linebacker besteht das Risiko eines Qualitätsverlustes beim mittlerweile 33-jährigen Thomas Davis, der vom Grünschnabel Shaq Thompson noch nicht 1:1 ersetzt werden kann. Thompson könnte überdies als „halber Safety“ im Sinne von Deonne Buchannon gebraucht werden.

Letzter Vorteil: Head Coach Ron Rivera ist nach wie vor einer der aggressiveren Coaches, wenn auch die ganz kompromisslosen „Riverboat“-Zeiten vorbei sind. Carolina spielt einen „1st Place“-Schedule mit Washington, Minnesota und Arizona, der wohl einfacher ist als der 2nd-Place Schedule mit Philadelphia, Green Bay und Seattle. Carolina hat seit mittlerweile 4-5 Jahren einen Lauf konstant hoher Qualität, und seit Rivera keine Spiele mit zu konservativen Entscheidungen mehr wegwirft, auch entsprechend viele Siege.

Die Panthers bleiben oben, solange sich die Schlüsselfiguren wie Newton oder Kuechly nicht verletzten. Aber dieses „solange“ gilt für alle Topmannschaften.

#5 Pittsburgh Steelers

Div       AFC North
Coach     Mike Tomlin
Schedule  #30
Pyth      10.7
2015      10-6
Tipp      11-5

Die Pittsburgh Steelers haben sich seit einigen Jahren von ihrer Defense-Identität verabschiedet und pflegen mittlerweile, ihre Spiele eher 35-24 als 13-6 zu gewinnen. In den letzten Jahren stellte man stets eine Top-10 Offense, hatte aber Schwierigkeiten, über eine .500 Siegbilanz zu kommen, weil die Defense soweit abschmierte.

Zumindest die Zeiten von ganz absurden Abwehrproblemen scheinen jetzt vorbei. Pittsburgh ist wieder wer. In den letzten beiden Jahren qualifizierte man sich angetrieben von der Offense – und nicht völlig eingebremst von der Defense – jeweils für die Playoffs. 2015/16 scheiterte man erst im Viertelfinale in Denver, als ein kaputter QB Ben Roethlisberger gegen eine Denver-Defense in Hochform kein Land sah.

Roethlisberger nähert sich gefährlich der Zone „körperliches Wrack“, aber er würde niemals freiwillig aussetzen. Lieber pumpt sich Roethlisberger mit Schmerzmitteln aller Art zu. Trotzdem verpasste er letztes Jahr 4.5 Spiele. Dass die Steelers dennoch die #1 Offense stellten, zeugt vom immensen Potenzial in diesem Kader.

Und es gibt sogar noch Verbesserungsmöglichkeiten: Roethlisberger warf ungewohnt viele Interceptions in seinen Einsätzen: 3.4% INT-Quote. Er kompensierte das mit sensationellen 7.8 NY/A im Passspiel, aber sollte seine Pass-Effizienz nachlassen, dürfte das mit einer konventionelleren Turnover-Rate mehr als kompensiert werden.

Pittsburgh knüpft viele Hoffnungen an seine „Triplets“: Roethlisberger, WR Antonio Brown und RB LeVeon Bell. Brown hat sich mit seiner quicken, kaum zu tackelnden Spielweise zu einem der besten Receiver im Lande entwickelt. Er macht in den letzten drei Jahren in 180 Anspielen pro Saison 125 Catches über 1677yds und 10 TD im Schnitt. Mit 13.3yds/Catch ist er kein deep threat, aber mit 70% Catch-Quote ein kaum auszuschaltender Mitteldistanz-WR.

Bell gilt als bester Runningback der Liga. Er ist gleichermaßen als Ballträger wie als Ballfänger gefährlich und war vor zwei Jahren ein Geheimtipp in der Offense-MVP Wahl. Bells Problem: Er raucht zu viel Gras. Heuer ist er wieder die ersten drei Spiele gesperrt – mit Washington, Cincinnati und Philadelphia haben die Steelers dabei aber zwei machbare Spiele. In RB Williams gibt es einen verlässlichen Backup.

Naturgemäß gibt es bei so dominanten „High End“ Spielern das „Depth“-Problem, sprich: Fallen entweder Brown oder Roethlisberger aus, kommt die Offense vielleicht nicht komplett ins Schlittern, lässt aber zwei Zacken nach. Das dürfte sich in dieser Saison intensivieren: WR Bryant, eigentlich der deep threat, ist die ganze Saison gesperrt. TE Green wird erst in ein paar Wochen einsatzfähig sein und TE Miller ist in den Ruhestand gegangen. Hinter WR Brown stehen mit Wheaton, Coates und Heyward-Bey nicht die zuverlässigsten Konsorten bereit. Und in der Offense Line hat man neben einem Backup-Fragezeichen nun auch die Sorgen, LT Beachum nicht adäquat ersetzen zu können.

Die vermeintliche Regression der Offense versucht man in der Defense aufzufangen. Dort hat sich DefCoord Keith Butler halten können. Trotz Fehlens eines echten Star-Passrushers und trotz Kritik am Spielsystem haben die Steelers 47 Sacks (7.1% Sack-Quote) generieren können. Die großen Wehwehchen hatte man in 3rd Downs, wo man nur in 40% der Versuche Druck ausüben konnte. Das ist ein unterdurchschnittlicher Wert.

Freilich hätten die Steelers jeden Passrusher gebrauchen können, v.a. nachdem sich OLB Jarvis Jones nicht wie gewünscht entwickelt hat. Aber OLB Bud Dupree, 1st Rounder 2015, ist schon auf der IR. Druck muss also durch „Scheming“ kommen.

Gegen den Lauf sollte die Mannschaft nicht schlecht aufgestellt sein: Letztes Jahr 62% Success-Quote. Die DL Heyward und Tuitt gelten als verlässliche Kumpanen, und die LB Timmons und Shazier werden nicht noch einmal 34 Tackles verpassen. Dadurch soll der möglicherweise doch irgendwann einsetzende Alterungsprozess bei LB Harrison (wird 38) kompensiert werden.

Gegen den Pass (6.3 NY/A, #13 der Liga) hat man zwei Cornerbacks in den ersten beiden Draftrunden geholt. Das wird die Pass-Defense zwar nicht retten, sollte aber ein allzu starkes Einbrechen verhindern.

Pittsburgh ist natürlich abhängig von der Gesundheit des QBs Roethlisberger. Pittsburgh ist abhängig von der Form seiner Offense-Stars, und wenn diese Stich auslassen, ist dieses Ranking viel zu hoch. Aber halten sie ihren Level – und nach mittlerweile drei Jahren en suite auf Tempo 180 spricht nicht zwingend etwas dagegen – ist man dank dieser Offense einer der absoluten Topfavoriten. Ich erwarte ein Kopf-an-Kopf Rennen mit Cincinnati und Baltimore um den Gewinn der AFC North, und sehe die Steelers ganz leicht vorne. Und dann wird es in den Playoffs schon eine exzellente Defense brauchen, um Roethlisberger und Co. Paroli zu bieten.

#4 Seattle Seahawks

Div       NFC West
Coach     Pete Carroll
Schedule  #21
Pyth      11.8
2015      10-6
Tipp      10-6

Die Seattle Seahawks wurden in der letzten Saison von eben diesen Carolina Panthers aus dem Rennen geschossen – und es war kein knappes Ding, sondern eine 0-31 Schlachtung in der ersten Halbzeit. Am Ende des Tages verabschiedete sich Seattle mit ehrenvoller 24-31 Pleite nach Aufholjagd in der zweiten Hälfte von einer Saison mit 10-6 Bilanz, aber Platz 2 im Power Ranking.

Das ist das auch das Gefährliche an den Seahawks: Sie waren 10-6 und Divisionszweiter in der NFC West, und sie waren damit ein eher unglückliches Team! 2-5 in engen Spielen, eine Siegerwartung von 11.8 Siegen nach Pythagorean und eine streckenweise brutal dominante zweite Saisonhälfte waren Markenzeichen von Seattle, das noch zu Saisonbeginn einige knappe Niederlagen hatte einstecken müssen.

Wichtigste Erkenntnis von 2016: Es geht auch ohne Marshawn Lynch. Das ist auch insofern von Bedeutung, als dass Lynch mittlerweile die Footballschuhe fast bildlich an den Nagel gehängt hat und sich die Seahawks nach der Verletzung des erstaunlich starken Backup-RB Rawls fast ausschließlich auf QB Russell Wilson verlassen konnten. Wilson spielte seine vielleicht famoseste Saison. Er bewies, dass er zu den echten Elite-QBs in der NFL zählt.

Wilsons Pass-Offense zauberte 6.9 NY/A im Passspiel auf das Parkett, und das trotz heftigem Defense-Spielplan, katastrophaler Offensive Line und der Verletzung des vermeintlich sichersten Ballfängers, TE Jimmy Graham. Graham ist jetzt wieder fit und sollte eine weitere Verstärkung für Seattle bedeuten, auch wenn manche unkten, dass Seattles Motor ohne den blockfaulen Graham besser funktionierte. Ich halte die Theorie für Quark. Einen der besten Ballfänger willst du immer auf dem Platz haben, umso mehr einen pflegleichten Mann wie Graham.

Größter Knackpunkt bleibt die bodenlose Offense Line, um die man letztes Jahr aber dank Wilsons Mobilität und Spielintelligenz erfolgreich herumdoktern konnte.

Die Defense muss den Abgang von DT Mebane und LB Irvin verkraften, womit die einst so tief besetzte Front Seven zusätzlich ausblutet. In DE Avril, DT Bennett und LB Wagner sind noch einige Stars vorhanden, aber Seattles Problem in der Front Seven ist dasselbe wie in der „Legion of Boom“, der Secondary: Sie ist kopflastig, wird immer abhängiger von ihren Stars (die Namen in der Secondary sind natürlich CB Sherman, FS Thomas und SS Chancellor).

In den letzten eineinhalb Jahren zeigte sich recht deutlich, dass Seattle „vorne“ wie „hinten“ Ausfälle auch nur eines Topstarters nur noch auf dem Zahnfleisch kompensieren kann. Das ist bei Topspielern natürlich fast immer so, bloß: Seattle konnte sie früher, als sie alle noch unter billigen Rookieverträgen spielten, viel hochwertiger ersetzen und frisch halten. Die heutigen Backups wären in manchen Mannschaften nur 3rd Stringer.

Ich schrieb schon vor über einem Jahr darüber, wie Seattle sich vom kompletten Team zu einem Team mit viel Qualität in der Spitze, aber wenig Breite entwickelte. Fallen auch nur 1-2 der Spitzen-Leistungsträger QB Wilson oder genannte 6 Defense-Spieler zeitweise aus, wird es schnell dünn.

Bliebe in allen Mannschaften die Einser-Garnitur fit, wäre Seattle in dieser Aufstellung ohne Diskussion auf #1. Aber Football lebt von Verletzungen, und zum Saisonstart kann man nur versuchen, alle Faktoren – Starter, Backups, Coaching, Regression zur Mitte und Schedule – zu betrachten, und dort fallen die Seahawks leicht ab – auch wegen des im Vergleich zu Arizona um ein Jota schwierigeren Spielplans: Seattle muss gegen den #2-Schedule spielen, Green Bay und Philadelphia, anstelle des #1-Spielplans von Arizona (Minnesota, Washington). Und: Arizona bekommt die New England Patriots in Woche 1 zuhause, mit QB Jimmy Garroppolo. Seattle muss in Woche 10 auswärts gegen die Patriots ran… gegen QB Tom Brady.

#3 Green Bay Packers

Div       NFC North
Coach     Mike McCarthy
Schedule  #28
Pyth      9.3
2015      10-6
Tipp      11-5

Die Green Bay Packers gelten trotz einer wechselhaften letzten Saison vor Saisonstart 2016 vielerorts erneut als „logischer“ Titel-Contender. Der Grund hat einen Namen: QB Aaron Rodgers. Niemand glaubt, dass Rodgers‘ schwache letzte Saison ernsthaft sowas wie die neue Norm in Green Bay ist: Rodgers, der über seine Karriere 7.0 NY/A an den Mann gebracht hat, gurkte letztes Jahr mit unerklärlichen 5.7 NY/A durch die Saison.

Die Hoffnung ist nun, dass mit der Rückkehr von WR Jordy Nelson (letztes Jahr kein Einsatz) wieder alles besser wird. Ohne Nelson entpuppten sich Leute wie WR Cobb, WR Adams oder TE Rodgers als Kaiser ohne Kleider. Der komplette Receiving-Corp ging vor die Hunde, und spätestens im November war die Offense irreparabel geschädigt.

Ich denke, es lag nicht nur an Nelsons Ausfall. Es gibt Phasen, in denen es schlicht „nicht läuft“. Du suchst, und findest nichts. Das passiert im Football wie im Spitzen-Fußball, wie im täglichen Leben. Manchmal schleppst du dich ohne offensichtlichen Grund wochenlang unkonzentriert durch das Leben. Ich halte ein Zusammenkommen mehrerer solcher und ähnlicher Faktoren für Gründe in Green Bays verhakter 2015er-Saison.

Ich würde daher wetten, dass die Pass-Offense wieder in Gang kommt, auch wenn die einzige echte Ergänzung TE Cook aus Tennessee ist. Cook gibt Rodgers Jahre nach dem Abgang von Jermichael Finley wieder so einen hünenhaften Tight End. Die Lauf-Offense funktionierte über RB Lacy auch ganz ordentlich, sobald Lacy auf unter 150kg abgespeckt hatte.

In der Offense Line war man sich seit einigen Jahren sicher, mit welcher Aufstellung man antreten will. Bis 2015 kam, und QB Rodgers plötzlich wieder über 7.5% Sack-Quote kassierte. Und bis vor wenigen Tagen OG Josh Sitton aus Cap-Gründen entlassen wurde. Aber wenn wir uns an die Hochblüte der Packers-Offense zwischen 2009 und 2011 erinnern, dann erinnern wir uns an Zeiten, in denen Rodgers auf die Frage nach der gruseligen Pass-Protection schlicht antwortete: The best protection? Fewer Blockers!

Die Defense tritt fast unverändert auf: DT Raji trat zurück, und weil sich die beiden jungen CBs Rollins und Randall (1st und 2nd Rounder 2015) gut entwickelten, konnte Green Bay CB Casey Heyward ziehen lassen. Die Packers sollten also die 6.1 NY/A (#10 der Liga) in etwa halten können. Rush-Defense ist mit dem weiterhin äußerst wackeligen Linebacker-Corp ein Problem, aber wenn die Offense wie geplant Punkte vorlegt, werden die Gegner eher schnell eindimensional und Laufspiel unwichtiger.

DefCoord Dom Capers konnte bei mir letzte Saison punkten, in dem er gute Gameplans aufstellte und sich erstaunlich anpassungsfähig zeigte. Die Packers wussten, was sie erwartete. Weil es in der Front Seven in OLB Clay Matthews, Oldie-DE Julius Peppers und DT Daniels weiterhin exzellente Einzelkönner gibt, die auch 1:1 Matchups gewinnen können, dürfte die Defense gerade gut genug sein um die Offense zu unterstützen.

Ich werde Green Bay nie abschreiben, solange Aaron Rodgers den Quarterback gibt. Dass die Packers in allen den Jahren mit Rodgers nur einen Titel geholt haben, liegt auch an den zu konservativen Entscheidungen von Head Coach Mike McCarthy in der Crunch-Time. Armageddon in Seattle ist nur das krasseste Beispiel. Ich habe kein Vertrauen zu McCarthy, den Play-Caller. Aber ich habe Vertrauen zu McCarthy in der Spielplanerstellung. Und ich habe ultimatives Vertrauen in den ultimativen Quarterback: Rodgers.

#2 Arizona Cardinals

Div       NFC West
Coach     Bruce Arians
Schedule  #22
Pyth      12.1
2015      13-3
Tipp      11-5

Auf dem Blatt Papier haben die Arizona Cardinals das beste und am tiefsten besetzte Team der NFL zusammengestellt, und in der Offseason 2016 auch die exakt richtigen Moves zur Komplettierung eines in Spitze und Breite nahezu ideal besetzten Kaders gemacht.

Arizona war bis zum Kollaps im NFC-Finale in Carolina die beste Mannschaft der letzten Saison. QB Carson Palmer spielte mit 36 Lenzen seine beste Profisaison und feuerte 7.6 NY/A durch die Luft, Spitzenwert der NFL. WR Larry Fitzgerald erlebte nicht nur wegen dieses Laufes seinen dritten Frühling. Im Offensive Backfield lieferten sich der junge David und der alte Chris ein Johnson-Duell wer die meisten Yards fabriziert. In der Defense war FS/CB Tyrann Mathieu auf dem Weg zum Defense-MVP, bis er sich verletzte…

… und Arizona fast keinen Qualitätsverlust erlebte (im Power Ranking schloss die Defense auf #8 ab). Arizona schlug die Seahawks in Seattle, putzte die damalige #1 der AFC Cincinnati, überrollte die Green Bay Packers. Arizona verlor nur drei Spiele: Mit zwei Punkten gegen St Louis, auswärts gegen Pittsburgh und in der letzten Woche, als es um fast nichts mehr ging, gegen Seattle.

In der Offseason holten sie mit DE Chandler Jones ihren potenziell besten Pass Rusher seit Jahren aus New England. Sie komplettierten mit OG Evan Mathis ihre Offense Line, wo auf der rechten Tackle-Flanke mit OT D.J. Humphries ein 1st Rounder von 2015 eingelernt werden konnte und nun erstmals aufläuft. Im Draft griff man an #29 zu DT Robert Nkemediche, von etlichen Beobachtern als eines der größten Talente des Jahrgangs beschrieben. Head Coach Arians hat bewiesen, dass er mit allen Wassern gewaschen ist und mittlerweile auch die Eier für mutige Entscheidungen im Spiel hat. Und zur anstehenden Saison kehren mit Mathieu und RB Johnson zwei wesentliche Elemente der letzten Saison nach Verletzungen wieder in den Kader zurück.

Im Spielplan kommt Arizona im Vergleich mit Seattle besser weg. Man bekommt Garroppolo statt Brady, man bekommt Redskins und Vikings anstelle von Eagles und Packers.

Arizona steht massiert. Trotzdem sind sie bei mir nur auf #2 der Favoritenliste. Die Gründe?

QB Palmer ist 37 und schmierte Ende letzter Saison böse ab. Es mag an einer kleinen Verletzung gelegen haben, es mögen die ersten Anzeichen für den Alterungsprozess sein. Palmer 2015 war großartig, die vertikale Offense ist ein Augenschmaus, aber sie war auch weit über den Verhältnissen von Palmers bisheriger Karriere: 8.0 NY/A zu 6.7 NY/A.

Ähnliches Bild bei WR Fitzgerald, der sich im Slot neu erfunden hat. Fitzgerald wird bald 35. Wide Receiver schmieren ab einem gewissen Alter ab, und sie schmieren für gewöhnlich schnell ab.

Humphries mag ein großes Talent sein, aber er hat noch kein NFL-Down gespielt. Richtigen Individualisten im Passrush abseits von Jones gibt es nicht, und Nkemediche ist eine charakterliche Zeitbombe. Mathieu mag wieder da sein, aber nach seinem letzten Kreuzbandriss humpelte er die ganze Saison recht leise über den Platz und war erst ein Jahr später (2015 eben) wieder voll da.

Das meiste wird von Palmers Form abhängen. Hält er seinen Level, ist Arizona der NFC-Favorit in diesem Jahr, und vielleicht der NFL-Favorit. Doch war die Schlussphase 2015 ein Innuendo für das was uns bevorsteht, steht hinter Arizona massierte Konkurrenz bereit, die nur darauf wartet, die Cardinals zu rupfen.

#1 New England Patriots

Div       AFC East
Coach     Bill Belichick
Schedule  #23
Pyth      11.7
2015      12-4
Tipp      11-5

So bleiben am Ende des Tages alte Bekannte als größte Meisterschaftsanwärter übrig: Die New England Patriots, die Dynastie von Head Coach Bill Belichick und QB Tom Brady, die sich jedes Jahr neu erfinden und nach starker Draft-Arbeit in den letzten Jahren den besten Kader seit Jahren auf die Beine gestellt haben.

Ja, New England muss ein Saisonviertel lang auf „Deflate Gate Brady“ verzichten, und ja, New England hat seine Fragezeichen in der Offensive Line, vor allem ohne RT Vollmer. Ja, New England spielt keinen einfachen Schedule mit @Arizona, Cincinnati, @Pittsburgh, Seattle, Baltimore und @Denver. Und ja, der Abgang von DE Chandler Jones ist durchaus kein Pappenstiel.

Aber auf der anderen Seite: Hat Bill Belichick je einen unverzichtbaren Spieler aus freien Stücken ziehen lassen? Glaubt jemand, dass die Patriots nicht mindestens die Hälfte der sechs schwersten Brocken besiegen wird? Glaubt jemand, dass die Offense Line nach den Katastrophen der letzten Jahren ausgerechnet diesmal komplett kollabiert, jetzt, nachdem der Coach-Guru Scarnecchia wieder aus dem Ruhestand zurückgekehrt ist? Und erwartet jemand ernsthaft, dass ein Saisonviertel mit Garroppolo die Patriots vom Gewinn der durchwachsenen AFC East abhält?

Die Patriots fahren eine schwer zu schlagende Offense auf das Feld: Wenn schon ein TE Gronkowski allein auf dem Feld kaum einzubremsen (von stoppen spricht keiner) ist, was passiert dann, wenn mit TE Bennett ein zweiter Hüne auf dem Feld steht? Wenn die wuseligen WR Amendola und WR Edelman im besten Alter über das Feld flitzen?

Komplementiert wird die Truppe durch die bestbesetzte Patriots-Defense seit Jahren. Das Linebacker-Duo Collins / Hightower ist eines der besten im Lande. In der Defense Line geht DT Malcom Brown nach starker Debütsaison in sein zweites Jahr, und New England konnte sich erlauben, den erst 2014 in der 1ten Runde gedrafteten DT Easley wegen Charakterproblemen zu feuern. Im Passrush mag Jones fehlen, aber der Ersatz kommt in der Gruppe: DE Ninkovich (verpasst 1/4 der Saison mit Dopingsperre), Situations-DE Sheard und DE Mingo (1st Rounder 2013 in Cleveland) sind prädestiniert für den Durchbruch.

Die Secondary ist um die Schlüssel FS McCourty und CB Butler gebaut. CB Ryan und Rookie-CB Jones ergänzen die Pass-Defense, die bereits im letzten Jahr trotz immens vieler Verletzungsausfälle nur 5.8 NY/A (#9 der Liga) kassiert hat.

Überhaupt die Verletzungen: New England war 2015 die #29 nach Adjusted-Games Lost. Trotz eines Lazaretts, das streckenweise nahezu die komplette Offense Line, beide Top-WR und den Linebacker-Corp forderte, fuhren die Patriots 12-4 Siege ein, bei einer Pythagoreischen Erwartung von 12 Siegen, und waren im AFC-Finale auswärts gegen den späteren Superbowl-Champ eine 2pt-Conversion von der Verlängerung entfernt.

New England ist auf dem Blatt die vermutlich am komplettesten besetzte Mannschaft. Sie hat den unbestritten besten Coach. Richtig brenzlig wird es nur im unwahrscheinlichen Fall, dass Garroppolo alle seine vier Spiele verliert. Oder dass sich Rob Gronkowski verletzt. Oder dass QB Tom Brady mit nunmehr 38 Jahren so einbricht wie vor eineinhalb Jahren sein Buddy und ewiger Rivale Peyton Manning. Und selbst der ist dann noch mit der Superbowl-Trophäe in den Sonnenuntergang geritten.

10 thoughts on “Die furchtlose NFL-Vorschau 2016/17 | Die Titelaspiranten

  1. Starker Abschluss, dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich sehe nicht alle Teams gleich, aber das ist in diesem Jahr wohl auch nicht so einfach, denn gefühlt sind viele Mannschaften gleichauf.

    Oder wie es Andreas Renner bei den Sofa QB sagte: Das einzige was wir fix sagen können ist, daß Cleveland und San Francisco nicht den Titel gewinnen werden.

  2. @korsakoff: Danke für die ausführliche und lesenswerte Einführung, ich fühle mich nun bestens informiert auch wenn ich nicht alle Kennzahlen richtig interpretieren kann, glaube ich.

    Kannst du vielleicht irgendwann auswerten, wie gut oder schlecht die Prognosen in den letzten Jahren waren? Oder hast du das bereits gemacht und ich habe es nur nicht gefunden?
    Ich finde deinen Ansatz spannend, sehr viel anders als das was nfl.com oder ESPN machen und würde gerne einen Vergleich ziehen zwischen den Methoden.

    Danke für die Mühe derweil.

    Gruß Philipp

  3. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass in diesem Jahr Verletzungen noch viel entscheidender sein werden als in den letzten Jahren.

  4. Danke für die Vorschau. Viel interessante stats. Kleine Anmerkung Cook kam aus St. Louis nach GB nicht Tennessee.

  5. Auch von mir besten Dank für die Ausführliche Vorschau. Wirklich nicht umsonst, der Tite „wichtigster deutschsprachiger NFL-Blogger“ -Zeit.de 😊

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