NFL Kickoff – Weekend 2016: Montagsvorschauer

Zum Abschluß des diesjährigen Kickoff – Weekends gibt es wie schon in den letzten Jahren einen Doubleheader. Das zweite Spiel wird dabei immer von Leuten kommentiert, die sonst nur beim Worldwide Leader in sinnfreie Panel Shows in Panel Shows rumsitzen: heute Chris Berman und Steve Young.

Aber auch im ersten Spiel gibt es eine ungewohnte Stimme: Sean McDonough ersetzt Mike Tirico. Tirico ist im Sommer nach 25 Jahren bei ESPN zu NBC gewechselt. Er war immer einer der besseren play-by-play men (nicht nur beim Football) und hatte in den letzten zwei, drei Jahre eine sehr gute Chemie mit Jon Gruden gefunden hat. Letzte Saison haben die beiden auch die vielen Blowouts unterhaltsam wegkommentiert. McDonough habe ich noch nie gehört.

Was ist sonst noch neu?

Pittsburgh @ Washington, 01.10Uhr


Bei Pittsburgh und Washington ist kaum etwas neu. Beide Coaching-Staffs blieben unverändert; die wichtigsten Spieler sind alle noch da. Zumindest nominell, denn bei den Steelers fehlen die WRs Wheaton (verletzt) und Bryant (ganzjährige Sperre wegen Drogen) und RB Le’Veon Bell, auch wegen Drogen, aber nur für drei Spiele. Somit hat die suspekte Verteidigung der Redskins einige Sorgen weniger. In der Secondary hat man nur Leute, die andere Teams nicht mehr haben wollten. Als Safety will man in dieser Saison anscheinend das Sicherheitsrisiko DeAngelo Hall aufstellen, damit gibt es einen würdigen Nachfolger für Blindfisch Brandon Meriweather.

Ob der neue Cornerback Josh Norman sein Geld wert ist, wird man hier gleich sehr gut beobachten können. Mit Antonio Brown bekommt er die unangenehmste Herausforderung für jeden Cornerback. Niemand läuft knackigere Routes als Brown. Dazu kommt die recht gute Offensive Line der Steelers. Es ist noch gar nicht lange her, da war diese Linie ein einziges Wrack. Mittlerweile ist dort aber eine sehr talentierte, junge Truppe zusammen.

Auf der anderen Seite steht mit Kirk Cousins ein allenfalls mittelmäßiger QB , aber seine Waffen gehören zu den besten der Liga. DeSean Jackson zieht mit seinem Speed die Defense auseinander; Pierre Garcon ist ein wendigerer Anquan Boldin; der lange TE Jordan Reed kam 2015 endlich mal ohne schwere Verletzung durch die Saison und hat dann auch gleich 1000 Yards gemacht; und in der diesjährigen Draft wurde in der ersten Runde mit Josh Doctson ein großes Talent gedraftet, der wohl perspektivisch Jackson ersetzen soll.

Die Defense ist der Steelers wird immer gesichtsloser. Einzig Lawrence Timmons und der unkaputtbare James Harrison sind noch große Namen. Die vielen Draft Picks der letzten Jahre haben sich eher so mittel entwickelt. Das vermeintlich größte Talent, Bud Dupree aus der Klasse 2015, ist schon auf IR. Paßverteidiung ist schlecht, Laufverteidigung immerhin durchschnittlich.

Los Angeles @ San Francisco, 04.20Uhr


Hier gibt es schon mehr Neuigkeiten. Zwar ist bei den Rams immer noch Jeff Fisher der Head Coach und man marschiert mit großen Schritten Richtung Mittelmaß und graue Maus. Aber immerhin tut man das jetzt im sonnigen Kalifornien und mit einem neuen Quarterback: Jared Goff. Der diesjährige 1st overall pick kommt aber mit den größeren Jungs und dem höheren Tempo in der NFL noch nicht so mit, wie erhofft, darum ist er nicht mal im Kader (!). Er steht im Depth Chart hinter Case Keenum und Sean Mannion.

Die Nachbarn aus Kalifornien, die 49ers, haben vor zwei Jahren mit Jim Harbaugh einen erfolgreichen Head Coach vom Hof gejagt, den sich fast jede andere Mannschaft gewünscht hätte. Nun haben sie diesen ersetzt durch einen Mann, den wohl keine andere Mannschaft mehr mit der Kneifzange anfassen würde: Chip Kelly. Talentmäßig soll die Mannschaft viel dünner sein als noch vor zwei Jahren. Ob das tatsächlich so ist, kann man nur schwer einschätzen. Die Übergangslösung Tomsula stand jedenfalls nicht im Verdacht, seine Spieler über sich hinauswachsen zu lassen.

Mit Kelly jedenfalls sind die 49ers wieder eine interessante Mannschaft und man sollte als Fan froh sein, daß so ein innovativer und unkonventioneller Kopf der Liga erhalten bleibt. Das Spiel zum Abschluß des Kickoff-Weekends ist eine große Wundertüte. Sicher ist nur, daß Rams‘  DL Aaron Donald einige highlight-plays produzieren wird.

6 thoughts on “NFL Kickoff – Weekend 2016: Montagsvorschauer

  1. Na, warten wir mal ab, ob die Laufverteidigung wirklich nur durchschnittlich ist. Letztes Jahr war man starker 5. gegen den Lauf, und obwohl man gegen den Pass nur 30. war, haben am Ende doch lediglich 10 andere Teams weniger Punkte zugelassen. Auch die drittmeisten Sacks (nur 4 weniger als die erstplatzierten Broncos) können sich durchaus sehen lassen, insbesondere dahingehend, dass man man eigentlich gar keinen Monster-Pass-Rusher hat. Sicherlich sind das nicht mehr die Superstars von vor einigen Jahren, aber von biederem Durchschnitt ist die Front Seven mMn schon noch ein bisschen entfernt. Tuitt, Heyward und ein gesunder Shazier sind schon ganz gute Jungs. Ein Fragezeichen bleibt höchstens dahingehend, inwiefern McLendon ersetzt werden kann, der gestern wenig überraschend einen ziemlich guten Einstand bei den Jets gegeben hat.

  2. Ich vermute die 49ers haben ihr Retirement-desaster nach dem Rausschmiss von John Harbaugh noch nicht wieder aufgeholt. Vom Imageschaden ganz zu schweigen: Wo so viele Spieler freiwillig den Club verlassen, da stimmt doch etwas grundlegend nicht. Ergo halte ich die 49ers nach wie vor für extrem schwach. Nach seiner miesen Jacksonvillezeit würde ich Gabbert ein bisschen Erfolg gönnen, vermute allerdings, dass die 9ers übel unter die Räder kommen.

  3. Leider etwas spät, aber Chris Brown hat beim Ringer eine Analyse zu Chip Kelly und seinem „Innovations-Ruf“ geschrieben.
    Das Urteil – und Brown war immer einer der größten Kelly-Fans – fällt nicht positiv aus:

    Chip Kelly and the Vanishing Offense.

    Kelly: Zu sehr in der Vergangenheit behaftet, zu einfache Plays, die einfachste zu verteidigende Offense. Und die Preseason in San Francisco soll wenig Neues gezeigt haben.

    Kann man sich wirklich gut durchlesen. Hab mit Geoff Schwartz gesprochen, er teilt das Stück inhaltlich zu 100%.

  4. Jeff Fisher und LA Rams…beide der absolute Bodensatz der NFL.
    Was da uns Zuschauern NICHT geboten wurde von dieser Kombination spottet jeder weiteren Kommentierung.
    Ein apathisch wirkender Headcoach an der Seitenlinie.
    Während 60 Minuten KEIN einziger Drive bis Fieldgoalnähe.

    Ein Dank an Chip Kelly und seinen Trainerstab wie sie
    mit dieser Auswahl an Spielern ihren Gameplan überzeugend umgesetzt haben.

  5. Das nenne ich mal Offenbarungseid, wenn man schon gegen die schwachen 49ers so deutlich verliert. Kann Goff noch schlechter als Keenum sein. Ich bin schon mit etwas Hoffnung in die Saison gegangen, aber das ist jetzt erst mal komplett zerstört.

  6. Mäßig überraschend für eine Mannschaft, die ihre Offense in 2016 allein auf Laufspiel aufbauen möchte. Mäßig überraschend für ein Front Office, das nach Jahren alleiniger Fokussierung auf Running Game plötzlich Haus und Hof für einen gemeinhin als mittelmäßig bezeichneten QB verkauft.

    Sehr überraschend allerdings für eine Franchise, die im RG3-Trade mehr Kapital erwirtschaftete als alle anderen Franchises.

    Was aus dem Kapital gemacht wurde, ist in der Tat erschütternd.

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