NFL 2016, Woche 2: Date am Donnerstag – Jets @ Bills

Thursday Night Football!

Thursday Night Football heißt dieses Jahr: jede Woche „Color Rush. Dabei tragen beide Mannschaften einfarbene Uniforms in möglichst grellen Tönen. Letztes Jahr wurde schon bei einigen Spielen damit experimentiert. Beim Jets-Bills-Spiel zum Beispiel traf knallrot auf grellgrün– was für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche, nun ja: schwierig ist. Dieses Jahr hat die NFL Experten zu Hilfe genommen. Heute also: New York Jets (0-1) in schneeweiß gegen Buffalo Bills (0-1) im trendigen Rot.


Das paßt vor allem zu Buffalos Offense unter OC Greg Roman sehr gut. Greg Romans Offense ist wie die moderne Frau, die auch im Jahre 2016 jeden Tag Kleid trägt: auf den ersten Blick wirkt es aus der Zeit gefallen, auf den zweiten denkt man: picture perfect! Warum sieht man das nicht viel öfter? Wie in den 60er Jahren wird der Ball gelaufen: mit Power durch die Mitte; mit vielen „pulling“ Guards und auch Tackles; mit weit ausgreifenden Sweep Plays à la Vince Lombardi und das Ganze durchsetzt mit Option Plays. Wenn Roman das Spotlight hätte, das er verdient, und einen PR-Berater, der ihm dicke Verträge verschafft, würde man seine Offense schon seit vielen Jahren als exotic smashmouth bezeichnen.

QB Tyrod Taylor sah in seinem ersten Jahr als NFL-Starter überaus vielversprechend aus. 6,5 NY/A (#13 ligaweit) und 570 Rushing Yards könnten ein solides Fundament für eine längere Zeit als Starting-QB sein. Wie gut Taylor tatsächlich ist, werden wir erst wissen, wenn er ohne Roman auskommen muß (Grüße an Colin Kaepernick!).

Daß er jetzt schon stark genug ist, dieser zerstörerischen Front-7 der Jets standzuhalten, traut ihm niemand zu. Zumal heute WR Sammy Watkins und LT Cordy Glenn verletzt fehlen.

Die Jets-DL um Mu Wilkerson, Leonard Williams und Neuzugang Steve McLendon hat in Woche 1 Andy Dalton siebenmal gesackt, heute kommt auch noch Sheldon Richardson dazu, der am Sonntag gesperrt war. Da können die Bills nur mithalten, wenn man einige Big Plays generieren kann. So ist diese Offense auch gebaut: konstant den Ball per Lauf bewegen und dann die Defense mit „langen Broten„, wie man jetzt sagt, auf dem falschen Fuß erwischen. Und Taylor kann sich jederzeit ein so schönes langes Brot aus der Hüfte zaubern, daß Dir der Mund offen stehen bleibt.

Ohne Big Plays oder Turnovers wird es nicht gehen für Buffalo. Die Jets sahen in Woche 1 gegen Cincy genauso aus, wie erwartet: rundum kompetent, zwar mit einigen Aussetzern auf beiden Seiten, aber auf jeden Fall wie ein Team, das definitiv bis Weihnachten im Playoffrennen bleibt. Und hätte A.J. Green die langen Brote von Dalton nicht gegessen wie Plätzchen, hätten die Jets das Spiel auch gewonnen.

Auch wenn beide Mannschaften mit Niederlagen in die Saison gestartet sind, müssen sich vor allem die Bills Sorgen machen und könnten bei einer Niederlage schonmal in den desperation mode schalten: in Woche 3 kommt Arizona, in Woche 4 geht’s nach New England. Head Coach Rex Ryan scheint schon einen Schritt weiter sein und wirkt bereits jetzt desperate wie der Kerl, der auf der Party von den schönen Frauen in roten Kleidern nur noch ignoriert wird.

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4 Kommentare zu “NFL 2016, Woche 2: Date am Donnerstag – Jets @ Bills

  1. Ein paar Gedanken zum Spiel:

    Buffalo mit einer absurden Defense-Vorstellung. QB Fitzpatrick mit 24/34 für 374yds, 10.4 NY/A. Ein einziger Sack. 9 Pässe über 18 Yards. Jets mit vielen langen Drives, aber zu vielen Fieldgoals, ansonsten wäre das ein Blowout geworden.
    Wie schlecht muss Baltimores Offense sein, dass sie letzte Woche gegen diese Defense nur 13 Punkte zustande gebracht hat?

    Jets-Offense läuft wie geschmiert, aber wieder ein ganz böser Drop von WR Marshall, der schon letzte Woche einen mitentscheidenden Drop hatte.
    Bengals-Defense steigt im Ranking gleich mal nach oben, nachdem sie die Jets-Offense weitgehend kontrollieren konnte.

    CB Darby und CB Gilmore immer und immer wieder verbrannt von gelupften, saftlosen Fitzpatrick-Pässen. WR Jalin Marshall einer der Stars mit 3 Catches für 45yds. Marshall kommt von Ohio State. Er ist als vermutlich einziger Buckeye nicht gedraftet worden.
    Buffalos Secondary ein Torso, Pass Rush relativ undiszipliniert, Fitzpatrick immer wieder mit Rushing-Lanes.

    Jets-HC Bowles geht auf Extrapunkt, spät im vierten Viertel, bei 36-24 Führung. WTF?

    Bedenklich bei den Jets allerdings: Wieder 2 lange TD-Pässe. WR Goodwin mit einem 84yds-TD, rennt CB Revis auf und davon. Revis danach mit einer blitzsauberen Vorstellung, aber Jets geben dennoch einen weiteren langen TD auf.
    Buffalo-Offense ansonsten schwach. QB Taylor weiterhin keine Gefahr für Mitteldistanzen, verpasst mehrfach weit offene Receiver in der Zone zwischen 15-20yds.

    Buffalo-Offense mit einem anämischen Comeback-Versuch, der an die Playoff-Chiefs erinnert.

    Buffalo-HC Ryan zieht nach der Pause ein Timeout, als er überlegt ein 4th-und-1 auszuspielen. Das Timeout fehlt am Ende bitterlich.

    Fumble-Glück sieht in der Partie so aus: Jets fumbeln im ersten Drive zweimal den Ball weg, recovern beide. Das „gleich sich aus“ mit einem Fumble-Return TD für die Bills nach der Pause.

    Insgesamt eine extrem bittere Vorstellung der Bills, die in allen Phasen in Grund und Boden gespielt wurden. Das 37-31 und die finalen Stats sind geschönt durch das Comeback in der Garbage-Time. Comeback-Versuch war aber pathetisch. Buffalo ist in Trouble: 0-2 und Cardinals und @Patriots vor der Brust.

  2. Und just schneit die Meldung des Tages rein:

    Greg Roman macht aus einem 5th Round QB einen passablen Starter, die hochbezahlte Defense implodiert unter Genius Rex Ryan. Schreit natürlich nach der Entlassung des Offense Coordinators.

  3. Und am ersten Freitag (!) der neuen Saison, Tag 6 (!) der Saison, feuern die einen Coach. Selbst ohne zu wissen, welches Team und welcher Coach das ist, kann man wissen; da muß intern etwas ganz schlimm im Argen liegen. Ich hatte ja schon den desperation mode befürchtet, aber so?! Und das alles nach einem Spiel, in dem die von einem Fitzpatrick angeführt Offense nur einmal punten mußte.

    Es sieht aus wie eine ganz komische Überreaktion. Was macht man in zweieinhalb Wochen, Anfang Oktober also – immer noch bevor die Saison so richtig losgegangen ist – wenn man die Spiele gegen Cards und Pats verloren hat – den Verein auflösen?

    Selbst wenn die Beteiligten sich nicht riechen konnten (wovon ich bis jetzt noch nicht mal Gerüchte gelesen hatte), dann hätte der Head Coach strategisch mindestens noch die nächsten beiden Hammerspiele abwarten sollen um dann den Sündenbock zu feuern; dann, nach dem potentiellen 0-4-Start hätte er eventuell seinen Kopf noch retten können, indem er die Mannschaft zusammenhält und irgendwie mit 6-10 oder so in den Januar kommt.

    So aber ist Buffalo die letzte Station für Rex Ryan als Head Coach. Den faßt doch jetzt niemand mehr mit der Kneifzange an. Er hatte so viele große Defensiv-Units bei den Ravens und Jets; u.a. Verteidigungen, die sogar Peyton Manning und Tom Brady in their primes in den Playoffs kaltgemacht haben.

    Selbst wenn er jetzt noch Cheftrainer bleibt, der „alte“ Rex Ryan is gone: unterhaltsam als Typ, taktisch großartig, seine Spieler haben ihn geliebt (außer in Buffalo anscheinend), und auf dem Platz erfolgreich. Ich vermisse ihn jetzt schon, den Rex Ryan ca. 2006-2013. SAD! Schade.

    Greg Roman zum Glück wird bald wieder einen guten neuen Job bekommen und dem Football erhalten bleiben.

    Es ist ja jetzt egal, aber zum Spaß noch zwei Zitate aus dem im Artikel verlinkten ESPN-Bericht:

    „Everything’s questioned,“ Ryan told his players. „I forgot to how to f—ing coach. ‚The players don’t respond to Rex, he don’t know what the f— he’s doing anymore.'“

    „I’m going to tell you we’re the f—ing best because I believe it. Let me f—ing say it. And if it doesn’t work, I’ll be the first m—–f—– that goes.“

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