NFL 2016, Woche 3: Date am Donnerstag – Texans @ Patriots

Thursday Night Football mit Houston Texans (2-0) @ New England Patriots (2-0), es spielt: Bill Belichick. Belichick mit seinen beiden aktuellen Lieblingsschülern Josh McDaniels und Matt Patricia gegen deren Vorgänger Bill O’Brien und Romeo Crennel (plus einem seiner Lieblingsspieler, Mike Vrabel, als LBs-Coach). Den ganzen Sommer wurde über New Englands Offense geredet, interessanter ist aber die Defense.

Tatsächlich sieht die Offense der Patriots aus wie eh und je – nur sieht der Quarterback jetzt selbst aus wie ein Model und nicht nur dessen Frau. In den sechs Viertel mit Jimmy G. sah man das, was man mit dem Golden Boy at the helm auch sah: viele schnelle Pässe auf die kurzen Routen, viel YAC von den Wuselern underneath.

Vor allem die 3×1-sets mit Edelman/Amendola/Hogan auf der 3-er Seite sind killer (backside dann meist TE Bennett). Hogan zieht dann mindestens einen Verteidiger tief während underneath Edeldola Katz & Maus spielen mit Pick Plays und diamantenharten Cuts.

Das einzige, was noch zu selten kam, waren die Pats-typischen option routes, bei denen der Receiver nach sieben Yards basierend auf der Haltung seines Verteidigers entscheidet, sich 1) umzudrehen, oder 2) nach innen beziehungsweise 3) nach außen zu cutten. Damit das funktioniert, braucht es ganz viel gemeinsame Spielpraxis. Nun mit Rookie Jacoby Brissett statt Jimmy G. als Quarterback kann man diese Routen vollends aus dem Playbook streichen, zu groß ist die Interception-Gefahr, wenn QB und WR nicht on the same page sind.

Mehr denn je müssen sich Amendola, Edelman und Hogan gegenseitig freiblocken oder Bennett einfach stärker sein als sein Gegenspieler. Kann Brissett dann sehr schnell die richtige Entscheidung treffen und einen genauen Ball werfen? Wir werden sehen. Das Ziel hier sollte sein, diese Fragen nicht allzu oft zu stellen. Statt dessen sollte RB Blounts Dampflokkörper oft durch die Mitte geschickt werden und die space players James White und DJ Foster viele Querpässe bekommen in der Hoffnung, einen LB schlagen zu können.

Wird so viel gelaufen, wie erwartet, bieten sich Möglichkeiten für shot plays. Letzte Woche hat sogar Special Teamer Matthew Slater mehr als Dutzend Snaps als Deep Threat gespielt, einzige Aufgabe: so schnell wie möglich geradeaus laufen.


Spannender – zumindest bis zum Ausfall Garoppolos (noch nicht 100% sicher) – ist die Defense.

Bei Passing Downs spielen vier oder fünf Linebackers. Neben den Stars Collins/Hightower (vs Houston wohl wieder dabei) laufen da Veteran Freeny, die Neuzugänge McClellin und Barkevious Mingo als auch Rookie Elandon Roberts auf. Rechts/links/mitte, an der Linie oder mit Abstand dahinter, auf den Quarterback stürmend und zurückfallend in Zonenverteidigung: alle machen alles. Das ist sehr verwirrend und vor dem Snap weiß kein Zuschauer und keine Offense, was nach dem Snap passiert. Zumal auch die Pass Rushers Jabaal Sheard und Chris Long manchmal in coverage zurückfallen. Das ist sehr schön anzusehen und auch sehr effektiv. Da bekommen Brock Osweilers Synapsen alle Drähte voll zu tun.

Sehr oft machen letztendlich nur drei Spieler Jagd auf den Quarterback. Schwer zu sagen, ob das in den ersten beiden Spielen nur gegnerabhängig war oder ob Belly/Patricia das permanent als Mittel einsetzen werden. Ligaweit greift das Kurzpaßgewichse immer mehr um sich, da bieten sich fünf oder sechs Mann zur Abdeckung der kurzen Routen natürlich an.

Hinter den kurzen Routen tacklen die Defensive Backs sehr sicher. Belichick hat mal in einer Pressekonferenz erzählt, daß er den guten Tackler immer dem guten Coverage guy vorzieht – und so sieht das Defensive Backfield auch aus. Die DBs sind alle gut in coverage, im Tackling aber sehr sicher bis hervorragend, vor allem Cornerback Ryan und Safety Chung.

Das wird eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für Brock Osweiler und seine WRs. Zumal die Patriots tief mit Duron Harmon auch noch eine Geheimwaffe under the radar haben, die mehr tiefe Bälle an der Seitenlinie erläuft als alle anderen Safeties östlich von Seattle.

Daß auch die Texans eine sehr starke Verteidigung haben, ist kein Geheimnis. Am Ende könnte es wie so oft auf die Fehler der unerfahrenen Quarterbacks ankommen.

7 thoughts on “NFL 2016, Woche 3: Date am Donnerstag – Texans @ Patriots

  1. Wie immer sehr gut geschrieben. Allerdings geht der Artikel fast nur auf die Patriots ein, während über die Texans fast nichts zu lesen ist. Das finde ich schade.

  2. Hopkins hätte ich in dem Artikel wahrscheinlich schon randlich erwähnt.😉 Bin sehr sehr gespannt wie Brock Osweiler sich schlägt. Ich war überrascht, wie fit er bis jetzt wirkt, aber New England ist definitiv eine gute Messlatte um sehen was er wirklich kann.

  3. -unerfahrenen Quarterbacks-
    kann tatsächlich die kleine Nuance ausmachen zwischen den beiden Kontrahenten. Wer ist der beweglichere bei Attacken?
    Jacoby Brissett seine Tapes aus College Zeit zeigen gute individuelle Entscheidungen mit gutem Lauf und einem starken Wurfarm. Im Grunde kann er unbeschwert aufspielen, hingegen wird Osweiler enormen Druck ausgesetzt werden.

  4. Zur Halbzeit:
    Die Patriots halten sich an die Vorschau von Herrmann.
    Keine Fehler, alles richtig gemacht.
    Das QB Duell klar an Brissett.
    Ein TO der Texans wird zum ersten TD des oben genannten.
    Osweiler kann nur kurzgewixxse, eine Interception geworfen wo die Frage erlaubt sei, wo er da einen freien Mann sah?
    Relativ viel Spielzeit der Gäste, aber Resultatlos.

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