NFL 2016, Woche 3: Sonntagsvorschauer

In den ersten beiden Wochen fragt man unwissend noch rein ins Blaue und jetzt in Woche Drei – tja: macht man das immer noch. Nur daß die Fragen jetzt in einigen Orten schon etwas lauter werden. Kurzer Blick auf das Menü am Sonntag, 25. September 2016.

19.00 Uhr

Vikings (2-0) @ Panthers (1-1)
Broncos (2-0) @ Bengals (1-1)

Sektion Heile Welt. Alle diese Mannschaften werden bis zum Dezember auf jeden Fall im Rennen um die Playoffplätze bleiben. Wer guten Football sehen will, sollte hier mal reinschauen. Wer Antworten auf die lauteren Fragen sucht, zappt weiter.

Ravens (2-0) @ Jaguars (0-2)
Raiders (1-1) @ Titans (1-1)
Lions (1-1) @ Packers (1-1) (auf Pro7Maxx)

Sektion „Wer bin ich – und vor allem: wann werd‘ ich besser?„. Dark Horse oder lahmer Gaul? Das fragt man sich bei den ersten vier Mannschaften. Die Ravens müssen sich am wenigsten sorgen, haben sie doch wenigstens ihre ersten beiden Spiele gewonnen. Sie stolperten da zwar eher so rein gegen zwei schlechte Mannschaften (BUF, CLE), aber immerhin haben sie erwiesenermaßen Qualität im Kader, im Coaching Staff und einen guten Quarterback. Von den anderen drei Mannschaften kann man das nicht behaupten.

Die Jags stehen jetzt schon mit dem Rücken zur Wand, nachdem sie letzte Woche von den Chargers mit 35-0 lächerlich gemacht wurden. Auch ohne Keenan Allen und Danny Woodhead hat Philip Rivers vier Touchdowns geworfen und Jacksonvilles Verteidigung aussehen lassen, als wäre es das zweite Spiel unter Gus Bradley und nicht das 50 (!, 12-38). Auch diesen Sommer wurde der Kader wieder personell verstärkt. Wenn die Defense nicht sehr zügig besser spielt, wird Bradleys Stuhl nun wohl endlich heiß wie Floridas Mittagssonne.

Oakland macht immerhin Punkte – aber die Defense sah in den ersten beiden Wochen katastrophal aus: mehr als 1000 Yards hat man bereits abgegeben, acht Yards pro Spielzug. Mit Tennessee hat man heute einen dankbaren Gegner vor der Brust.

Diese Titans haben letzte Woche die Lions geschlagen in einem ganz fürchterlichen Gemurkse mit 29 Strafen (!). Heute ein Spiel ohne viele bekannte Gesichter. Bei den Lions fehlen RB Abdullah, Ziggy Ansah und DeAndre Levy. Bei den Packers fehlen in der Verteidigung die Stammspieler Burnett (S), Sam Shields (CB), Letroy Guion (DL), Datone Jones (LB) und Clay Matthews (Clay Matthews). Meine Hoffnung: Aaron Rodgers haut gegen eine mittelmäßige Defense endlich mal wieder ein 400-Yards-und-5-TDs-Ding raus damit die „What’s-wrong-with-Aaron-Rodgers-Artikel“ endlich aufhören.


Redskins (0-2) @ Giants (2-0)
Browns (0-2) @ Dolphins (0-2)
Cardinals (1-1) @ Bills (0-2)

Sektion „Panic Alert!“ Verliert Washington heute haben sie bereits dreieinhalb Spiele Rückstand auf den Führenden der NFC East: Big Blue. Hier außerdem die zwei Hitzköpfe, die unbedingt mal zusammen in einen Panic Room sollten: Odell Beckham & Josh Norman.

Miami empfängt zu einem ganz unangenehmen Spiel die Browns. Die Dolphins müssen unbedingt gewinnen gegen Gottes gepeinigsten Prügelknaben, denn sonst liegt man bereits im September dreieinhalb Spiele hinter den Patriots, die ohne Tom Brady gespielt haben. Die Fins können heute eigentlich gar nicht verlieren. Diese Woche haben die Browns ihren Ersatzquarterback verloren (irgendein Rookie spielt jetzt), ihren 1st-rd Pick Corey Coleman verloren, weil dem WR im Training ein Mitspieler auf die Hand getreten ist und diese brach; Center Cam Erving war im Krankenhaus mit kollabierter Lunge und fällt aus; und ihr Lieblingsrookie auf der defensiven Seite, Pass Rusher Carl Nassib, hat sich auch irgendwie die Hand gebrochen.

In Buffalo derweil brennt es jetzt schon wie sonst nur an der Säbener Straße in längst vergessen Zeiten. Nach nur zwei Spielen feuert man den OC. Völlig bescheuert. Anscheinend hat sich das Besitzer-Ehepaar, die Pegulas, vorher mit den Spielern getroffen – wovon der Head Coach nichts wußte. Wenn die Bills heute so verteidigen wie letzte Woche gegen die Jets, ist es wieder völlig egal, wie gut oder schlecht der Angriff ist.

22.05 / 22.25 Uhr

49ers (1-1) @ Seahawks (1-1) (auf Pro7 Maxx)
Rams (1-1) @ Buccaneers (1-1)

Die NFC West ist noch völlig undefiniert, alle vier Mannschaften sind 1-1 und haben große Fragezeichen. Da ist die groteske Offensive Line der Seahawks und ein angeschlagener Russel Wilson; eine 49ers-Mannschaft, die zeitweise Talent gezeigt hat; die Mannschaft aus LA wurde 28-0 von SF vorgeführt, hat dafür aber Seattle geschlagen. Da müssen wir erstmal abwarten, wie sich das so hinspielt in den nächsten Wochen.

Eagles (2-0) @ Steelers (2-0)
Chargers (1-1) @ Colts (0-2)
Jets (1-1) @ Chiefs (1-1)

Mangels Alternativen ist auf dem „Wentz Waggon“ schon gut was los. Interessanter heute ist aber der erste Härtetest für die Jim-Schwartz-Defense. Nach den kaputten Browns und blutleeren Bears muß man heute ohne den besten CB McKelvin irgendwie den unnachahmlichen Antonio Brown einbremsen. Da muß Mr Wenzelvania schon einiges auf Tablet bringen, um dieses Spiel knapp zu halten.

Daneben um halb elf noch Highscoring-Alarm in Indianpolis, wo Andrew Luck und Philip Rivers gegen dezimierte Defensive Backfields antreten; in Kansas City zur gleichen Zeit Kurzpaßgedudel galore.

Sunday Night Football

Bears (0-2) @ Cowboys (1-1)

Primetime-Football mit Rookie Dak Prescott gegen Brian Hoyer. Jay Cutler hat sich an der Wurfhand verletzt und wird wahrscheinlich nicht spielen. Dallas sah bisher so mittel aus, Chicago eher ein bißchen weniger als mittel. 26 Spieler auf IR oder doubtful/questionable machen wenig Hoffnung auf einen großen Leistungssprung gegenüber der enttäuschenden Vorstellung im Monday Night Game. Prescott, die übertalentierte Offensive Line und Rookie Ezekiel Elliott sollten gegen die verletzten Bären ein Ausrufezeichen setzen, nachdem sie in den ersten beiden Wochen noch ihrem Ruf und Talent hinterherliefen.

7 thoughts on “NFL 2016, Woche 3: Sonntagsvorschauer

  1. Kleiner Nachtrag zur Verletztenliste der Browns:
    Neben den oben genannten fallen noch SS Ibraheim Campbell und K Pat Murray aus. CB Joe Haden ist seit Donnerstag „questionable“

  2. Die „What’s-wrong-with-Aaron-Rodgers-Artikel“ kommen ja nicht von ungefähr. Das ganze Offensivkonzept ist momentan genauso aus der Spur wie er, nicht die O-Line oder sonst irgendwas. Da hat Rodgers vor 3-4 Jahren hinter einer anderen, viel schlechteren Line gespielt und mehr geglänzt. Problem ist wirklich das Scheme, das dank der ganzen Zusammenstellung gar keins ist. Da hätte man mal die Jags in Week 1 fragen können, wie sie das vor einigen Jahren behoben haben. Die grundsätzlich gute Idee, Rodgers‘ Pocket Awareness & Scrambles zu einem Teil der Offense zu machen, geht jetzt völlig in die Hose. Alles konzeptlose und einzelne Routen, WRs schaffen es zu selten sich downfield zu lösen und Rodgers geht fast nur dorthin, Touchdown oder Checkdown ist momentan alles. #12 hat etliche offene WRs übersehen, weil der Blick nur down the field geht und ob ein WR sich 1-on-1 durchsetzt. Bei den Plays sehe ich höchstens mal in der End Zone ein paar gut designte Plays, wo die Routes aufeinander abgestimmt sind und man sich schematisch einfache Würfe erarbeitet. Seit letzter Saison ist da richtig der Wurm drin und ich weiß nicht, wie man den wieder rausbekommt, McCarthy & Rodgers sind diesbezüglich schon ziemliche Sturköpfe.

  3. Wenn man es logisch betrachtet, ist die NFC West simpel: 49ers haben Rams vernichtet, Rams haben Seattle besiegt. Ergo müssten die 49ers Seattle mit 87:3 schlagen. Hach, wäre das mal schön…😀 Realistisch spielt Gabbert gegen die LOB. Könnte knapp werden mit 87 Punkten.😦

  4. Könnte knapp werden mit 87 yards 😂. Seahawks mit Wut im Bauch, aber ohne O-Line gegen völlig unberechenbare 49ers (Dense hui?) kann unterhaltsam werden, kann aber auch ein Graus werden. Bin gespannt, waren ja einst große Spiele in der Harbaugh – Carrol Zeit.

  5. Pingback: N’Abend | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  6. danke für den Link, bestätigt genau meinen Eindruck. Sehe aufgrund der Problematik auch wenig Hoffnung auf Besserung…

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