NFL 2016, Woche 4: Montagsvorschauer

Die NFC ist weit offen. Während es in der AFC die vier Powerhouses gibt, gibt es in der NFC – Stand heute – zehn Mannschaften mit ernsthaften Chancen auf einen Trip nach Houston im Februar. Zum Beispiel Minnesota Vikings (3-0) und New York Giants (2-1).

Die Minnesota Vikings sind derzeit die Überdarlings der Liga und werden jetzt schon in den Super Bowl (die ganze Mannschaft) oder direkt in die Hall Of Fame geschrieben (Mike Zimmer). Das ist einigermaßen verwunderlich oder zumindest ein, zwei Stückchen drüber, läßt sich aber vielleicht damit erklären, daß in der NFC – neben dem Wentz Wagon natürlich – sonst niemand eine tolle Storyline präsentiert hat, geschweige denn ungeschlagen ist.

Das Hauptargument dafür ist die Verteidigung, die aufgeregten Menschen zufolge so aufspielt wie Seahawks 2013 oder Broncos 2015. Well…

Wie jede Mike-Zimmer-Defense der letzten Jahre zeichnen sich auch die Vikes 2016 durch ihre taktische Disziplin und sichere Foundamentals aus: keiner läuft in die falsche Richtung, jeder kennt seine Aufgabe, alle tacklen sicher. Das Prunkstück ist die Defensive Line um Linval Joseph, Sharrif Floyd (fehlt heute, dafür könnte Tom Johnson Alarm machen) und die Pass Rushers Brian Robison, Everson Griffen und Danielle Hunter. Im Verbund mit den athletischen Linebackers Barr und Kendricks machen sie vorne konstant Druck.

Dieser Druck hilft der Secondary enorm. Einer Secondary, die dem eye test nach leicht überbewertet ist. CB Newman ist 37 Jahre alt und lebt von seiner Erfahrung; der junge Trae Waynes läßt sich wie alle jungen Cornerbacks gerne mal von veteran moves überrumpeln; Captain Munnerlyn ist nur ein überbezahlter JAG; und Xavier Rhodes schlägt sich immer wieder mit kleineren Wehwechen rum. Alle solide und diszipliniert, wie sich das bei Zimmer gehört, aber keine ganz großen Talente. Einzig Safety Harrison Smith sticht positiv heraus. Die Gegner bisher waren auch eher mau: die Tennessee Pandas mit dem schwerfälligsten Angriff der Liga, die Green Bay „What’s-Wrong-With-Rodgers“ Packers und eine Panthers-Mannschaft, die sich ihrer Identität noch nicht ganz sicher ist und mit dem Duo Cameron Artis-Payne/Fozzy Whitaker läuft.

Mit den Giants heute kommt da ein ganz harter Test. Ihr WR-Trio Beckham/Cruz/Shepard könnte das beste der Liga sein. Dazu hat Ben McAdoo eine Offense installiert, die auf sehr vielen schnellen Pässen basiert. Das negiert den Pass Rush. Umso mehr kommt es auf sicheres Tackling an, das wird heute das entscheidende Match-up. Strength-vs-strength: Beckham, Cruz und Shane Vereen können jeden Verteidiger aussteigen lassen. (/update: Shane Vereen ist schon seit einigen Tagen auf IR. BigBlueView.com mit einem Blick auf drei RBs, die ihn ersetzen könnten/sollen/müssen.)


Auf der anderen Seite feiern die Pundits und Filmgucker derzeit Steve Spagnuolo ab: tolle kreative schemes, cleveres Aufstellen von Fallen, viele rotierende Coverages (vor dem Snap eine Aufstellung, mit dem Snap eilen die Verteidiger in ihre eigentlichen Positionen). Ich kauf‘ das noch nicht. Jahrelang habe ich Spags als geschädigter Pats-Fan für einen herausragenden Defensive Coordinator gehalten, obwohl seine Units regelmäßig in die Kategorie Hühnerhaufen zu stecken waren. korsakoff hatte mich irgendwann 2015 nach teilweise abenteurlichen Vorstellung der Big-Blue-D dann auch überzeugt: Spags‘ Ruf lebt von Strahan/Tuck/Umenyiora im Super Bowl.

Der Gegner heute in Zahlen: 25,1 yds/drive (viertschlechtester Wert der Liga), drei Touchdowns in drei Spielen. Sam Bradford for President!

Ich hab keine Ahnung, warum dieser Typ jetzt so abgefeiert wird. „Jetzt sieht man endlich, warum er mal 1st overall pick war!“ sagen die Auguren. Typisch übertriebener Septemberquatsch. Obwohl: er spielt ja tatsächlich so wie ein 1st overall pick: Alex Smith. Minnesota ist der einzige Angriff ohne Turnovers. Und OC Norv Turner traut ihm auch zu, diesen Angriff zu führen mit allem, was dazugehört. Er ändert die Spielzüge an der LOS, er ändert die Protection bei Bedarf, er läuft die No-Huddle-Offense, alles dabei. Aber in der Execution ist er eben nur Mittelmaß. Das Laufspiel war bisher nicht vorhanden und damit haben wir auf dieser Seite ein Match-up mit vielen Fragezeichen. Wer ist doller überbewertet: Steve Spagnuolo oder Sam Bradford? Oder sind sie’s vielleicht doch nicht?

3 thoughts on “NFL 2016, Woche 4: Montagsvorschauer

  1. Als ich die Giants letzte Woche gegen die Redskins gesehen habe, war die Offense alles andere als furchteinflößend. Und das war nur die löchrige Redskins-D.

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