NFL 2016, Woche 5: Montagsvorschauer

Bei beiden Mannschaften klaffen Anspruch und Wirklichkeit noch weit auseinander. Die Carolina Panthers (1-3) wollten da weitermachen, wo sie im NFC Championship Game aufgehört haben. Die Tampa Bay Buccaneers (1-3) wolllten den jungen flüssigen Kern verfestigen und damit ein stabiles Fundament für die nächsten Jahre legen. Beide Mannschaften sind nicht nur auf der Suche nach Siegen, sondern auch noch auf der Suche nach ihrer Identität für die Saison 2016. Die Suche der NFL nach besseren Einschaltquoten wird mit dem Ausfall Cam Newtons auch nicht einfacher.

Bisher schien man sich in Tampa nicht entscheiden zu können, ob der focal point der Offense RB Doug Martin oder QB Jameis Winston sein soll. Diese Entscheidung wurde Neu-HC und Ex-OC Dirk Koetter mit Martins Verletzung abgenommen. Martin fehlte schon die letzten beiden Spiele und wird wohl erst im November zurückkommen. Sein Ersatzmann Charles Sims macht 2,8Y/A. Die junge Offensive Line (drei Spieler im zweiten der dritten Jahr) sieht aus wie eine der schlechtesten der NFL.

Unter diesen schwachen Linie leidet neben dem Laufspiel auch QB Winston. Er steht oft unter Druck und macht unter diesem Druck viele Fehler. Acht Interceptions hat Winston bereits geworfen, nur 58% seiner Pässe kommen an. Dabei leidet Winston aber auch unter den schwachen Leistungen seiner beiden besten WRs Vincent Jackson und Mike Evans. Die beiden sind groß und kräftig, schlagen niemanden mit Speed, sollen sich aber aufgrund ihrer Statur in 1-vs-1-Duellen durchsetzen. Nur hat das in dieser Saison nicht nicht ausreichend funktioniert. Evans hat 26 von 50 Bällen in seine Richtung gefangen, Jackson nur 12 von 27.

Die Match-ups Jackson/Evans gegen die Rookie-Cornerbacks aus Carolina so oft wie möglich zu suchen, muß hier trotzdem das Ziel sein. Einfachere Gegner werden sie kaum mehr bekommen. Nachdem Bene Benwikere in einer aufgeregten Überreaktion infolge des Julio-Jones-Fiaskos unter der Woche entlassen wurde, sind neben Robert McClain nur noch drei Rookies übrig: James Bradberry (2nd-rd pick), Daryl Worley (3rd- rd pick) und Zack Sanchez (5th-rd pick). (Daß Bradberry heute verletzt nicht spielen kann, was schon letzte Woche bekannt war, macht die Entlassung Benwikeres zu einem noch größeren head scratcher.) Winston ist zwar noch zu grün, um ihn 40 Mal pro Spiel werfen zu lassen und damit ihm allen Druck aufzuladen. Aber gegen Carolinas Front-7 zu laufen wäre nur Zeitverschwendung.


Auf der anderen Seite weiß man auch noch nicht so recht, wo man steht, vor allem im Laufspiel. Den Bulldozer aus der Saison 2015 konnte man mit den Verletzungen von Michael Oher und Jonathan Stewart zwar nicht erwarten, aber wenigstens einen stabilen Unimog sollten die Panthers dann doch schon ins Gelände bringen. Die Verletzung Ohers machte beide Tackle-Positionen schlechter. RT Remmers ging auf links und bekam überhaupt kein Bein auf den Boden. Rechts spielte Daryl Williams, ein 4th-rd pick 2015, der zwar mit seiner großen Masse gut schubsen und schieben kann, aber scheinbar Betonfüße hat. So kommt er im Laufspiel nicht ins 2nd level und hat in Pass Protection arge Probleme gegen Speed Rushers. Aber die hat Tampa ja zum Glück nicht. Die WRs der Panthers sind noch größer als die der Bucs und deren Cornerbacks auch schnell überfordert. Da sollte QB Anderson oft mit Erfolg in die zweite Etage werfen können.

Carolinas Laufspiel stellte vom scheming her bisher mehr Fragen an sich selbst als an die Gegner. Die Gegner scheinen über den Sommer viel Film geguckt und gute Antworten auf die komplexen Spielzüge gefunden zu haben. Auch laufen die Panthers jetzt häufiger mit drei WRs auf – um Kelvin Benjamin einzubinden, der 2015 verletzt gefehlt hat – und haben weniger Shot Plays mit Max Protection in ihren Game Planes (nur zwei, max. drei WRs laufen Routen, alle anderen schützen den QB). Der Ausfall von Newton (Gehirnerschütterung) ist damit doppelt ärgerlich: nicht nur fehlt er in dem Spiel, um einen 1-4-start abzuwenden, auch kann nicht weiter daran gearbeitet werden, den Stil für 2016 zu finden. Derek Anderson ist ein ganz guter Backup-QB, aber ein ganz anderer Spielertyp als Newton. Darum mußte OC Shula eine Woche damit verschwenden, einen Notfall-Game-Plan zu schmieden anstatt die reguläre Offense wieder in die Spur zu bringen.

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