NFL 2016, Woche 6: Montagsvorschauer

Zwei Mannschaften, die ihr bisher unter ihrem Niveau gespielt haben: New York Jets (1-4) @ Arizona Cardinals (2-3). Zwei Mannschaften mit hochgeschätzten Head Coaches in Todd Bowles und Bruce Arians – zwei Mannschaften, die bisher zu oft schlecht gecoached aussahen. Das Potential für die Playoffs haben beide, vor allem in dieser Saison 2016, in der es kein klares Spitzenfeld gibt, sondern nur ein ganz breites Mittelfeld, das sehr unbeständig ist. Allein: die Coaching Staffs müssen das Potential ihrer Mannschaften auch heben.

Die Jets machen derzeit Schlagzeilen, weil sie eine der schlechtesten Paßverteidigungen der NFL stellen. Mit 8,2NY/A haben sie nur noch die Raiders hinter sich und nach DVOA sogar niemanden mehr. Das größte Problem dabei ist die häufige Verwirrung in der Secondary. Die Defensive Backs werden gar nicht so oft direkt geschlagen für Big Plays, sondern sie lassen die gegnerischen Receivers einfach ungedeckt. Anschließend gucken sich die DBs immer gegenseitig fragend an.

Ansonsten sieht die Paßverteidigung wie NFL-Mittelmaß aus. Um noch eine Klasse höherzusteigen, muß die hochgelobte Defensive Line, die so stark gegen den Lauf ist, auch endlich mal Druck auf den gegnerischen Quarterback bekommen.

Auch Gang Greens Angriff sah ganz vernünftig aus – wenn man nur die vielen Turnovers außer Acht läßt: 11 (!) gegen Kansas City und Seattle in den Wochen 3 und 4. Dann sind sie aber letzten Sonntag von den Steelers auch ohne Ballverluste abgewürgt worden, von einer schwachen Steelers-D. OL Brian Winters und Eric Decker konnten nicht spielen, Nick Mangold mußte verletzt raus, Brandon Marshall hat angeschlagen gespielt. Der Kader ist einfach zu dünn, als daß die Jets das angemessen auffangen könnten. Gang Green geht im Angriff jetzt schon auf dem Zahnfleisch; die Defense muß es richten.

Arizonas Angriff spielt bekanntermaßen mit viel Risiko. Für dieses Risiko wurden sie bisher aber nicht wie in den letzten beiden Jahren belohnt. Teils, weil Carson Palmer die Plays nicht macht, die er in den letzten Jahren gemacht hat. Teils, weil der High-Risk-/High-Reward-Würfel manchmal eben auf der High-Risk-Seite liegenbleibt. Auch wenn das häufiger passiert, sollte man seinen „Berechnungen“ glauben, die man die Woche über kalkuliert hat und nicht gleich ungeduldig werden. Es ist die alte Process-vs-Outcome-Nummer: glaubst du an deinen Process, solltest du nicht am Outcome verzweifeln – auch wenn es schwerfällt.

Bei den Cardinals jedenfalls führen die Fehler kurioserweise dazu, daß Bruce Arians noch aggressiver wird. Gregg Cosell hat nach der Niederlage gegen die Rams in Woche 4 in einem seiner Podcast-Auftritte erzählt, daß die Cards schematisch noch häufiger als sonst den tiefen Paß suchen, was er, Cosell, als mangelnde Geduld im Playcalling interpretiert.

Mit der Mini-Bye-Week hatte Arians aber hoffentlich genügend Zeit, sich nochmal seiner Philosophie zu vergewissern. Palmer hatte sogar zwei Wochen Zeit, um nochmal alle seine Fehler zu studieren. In den beiden Niederlagen in Buffalo und gegen L.A. waren es sechs Interceptions.

Trust the process muß das Motto für Cards sein. Zumal man mit Wunderwaffe David Johnson immer irgendwie die Ketten bewegen kann. Die Jets haben wie erwartet ein Bollwerk gegen den Lauf. Das Duell mit dem explosiven Johnson sollte etwas für Feinschmecker werden. In den ersten fünf Spielen hat Johnson 700 Yards from scrimmage gemacht. Die Verletzungen der Guards Mike Iupati und Evan Mathis erhöhen heute den Schwierigkeitsgrad für Johnson. Kann er hier irgendwie an der 100 kratzen, muß man ihn wahrscheinlich schon in die Le’veon-Bell-Kategorie einsortieren.

Beide Mannschaften haben das Potential, die Playoffs zu erreichen. Heute müssen sie zeigen, wie sie gedenken, dieses Potential auch auszuspielen.

2 thoughts on “NFL 2016, Woche 6: Montagsvorschauer

  1. Ich weiß nicht warum, aber ich habe mich selten so auf ein Spiel gefreut. Ich hoffe tief in mir drin, dass die Cardinals in dieser Saison noch die Kurve kriegen und zu dem Contender werden, der sie sein müssten. Auf der anderen Seite traue ich den Jets zu, das hier zu gewinnen. Wenn die Cardinals hier mit einem Sieg rausgehen, sehe ich sie auf einer ganz klar aufsteigenden Tendenz. Wenn sie es schaffen, hier ein Running-Game aufzuziehen und dazu die tiefen Big Plays zu werfen, kann man vielleicht in einen Flow kommen, der die nächsten Wochen anhält.

  2. Wenn man beide Teams nebeneinander stellt, dann haben die Cardinals sicherlich noch die besseren Karten die Saison noch herumzubiegen. Die Jets bei potentiell 1-5 wohl kaum noch. Ich denke hier gewinnen die Cardinals mit 10 Punkten Vorsprung etwa.

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