Montagsvorschauer, Woche 8

Monday Night Game heute Nacht ab 1h30 live bei DAZN und im Gamepass: Chicago Bears (1-6) vs Minnesota Vikings (5-1) aus dem Soldier Field, ein Divisionsduell aus der NFC North.


Die Vorzeichen sind sehr verschieden. Chicago erlebt eine Horrorsaison, inklusive Komplettzusammenbruch der Offense – und in den letzten Tagen sind mal wieder viele Gerüchte durchgedrungen, dass die komplette sportliche Leitung um GM Ryan Pace und Head Coach John Fox auf dem Prüfstand stehen.

Auf der QB-Position wird man das Gefühl nicht los, dass Chicago QB Jay Cutler lieber heute als morgen loswerden würde, aber Cutler ist nach überstandener Verletzung und dem Ausfall aller NFL-tauglichen Backups heute mal wieder die einzige Option. Er soll unter der Woche erstaunliche Selbstreflexion gezeigt haben („Ich verstehe, dass sie mich loswerden wollen“) – ganz neue Töne von Cutler. Im Prinzip geht es aber auch für ihn wie für alle aktuellen Chefitäten bei den Bears nur noch darum, wider allen Wetten seinen Job zu retten.


Besser dran ist der Gegner, denn: Die Minnesota Vikings waren eine der großen Geschichten der ersten Wochen: 5-0 Start, hochgelobte Defense und eine Megaoffense dank Neuakquisition QB Sam Bradford, yadda, yadda. Die Bauchlandung folgte am Sonntag, als man bei den Philadelphia Eagles mit 10-21 komplett abgewürgt wurde.

Im Prinzip hat sich das bestätigt, was man auch schon während des 5-0 Starts vermutet hatte: Die Offensive Line ist gegen starken Pass Rush nicht in der Lage gegenzuhalten, was nur so lange gut geht, solange du einen ausgeglichenen Spielstand hast. In Kombination mit einem Rückstand und einem mittelmäßigen (ja…) Quarterback führt das nur selten zum Erfolg.

Sprich: Minnesota ist abhängig von früher Führung und der Möglichkeit, „auf Nummer sicher zu gehen“. Minnesota ist abhängig von Big Plays und Turnovers der Offense und von Fehlervermeidung der eigenen Offense. Fehlervermeidung kannst du am besten dann, wenn du mit Führung im Rücken spielen kannst.

Das ist alles keine Schande. Die Vikings sind trotzdem nach vielen erdenklichen Metriken ein Top-5 Team in dieser ersten Saisonhälfte. Die Defense spielte auch in Philly großartig (sie fabrizierte auch Turnovers, bloß diesmal keine Return-Touchdowns).

Die Front Seven ist eine Augenweide, und sie ist im Vergleich zur phänomenalen Secondary sogar nur die zweitgrößte Stärke dieser Unit. Die ganze Unit ist extrem sauber im Tackling und begeht kaum Umsetzungs- und Kommunikationsfehler. Und: Sie ist nicht von einem Einzelkönner abhängig. Kein einzelner Star-Passrusher, der allein irgendwelche Fehler kaschiert. Kein Mega-Cornerback, der allein des Gegners beste Waffe ausschaltet. Es ist im wahrsten Sinne eine Mannschaft, und das macht die Vikes-Defense sehr speziell.

Die Offensenot so much. Die ersten Wochen sahen noch nicht einmal schlecht aus, gemessen an dem, was das Spielermaterial prinzipiell hergibt. Denn die Offense Line ist ein Torso und nicht zu retten. Der Notnagel OT Jake Long, vor kurzem aus zweijährigem Ruhestand reaktiviert, erlebte in Philly einen katastrophalen Nachmittag. Sein Gegenüber OT Clemmings war nur 4th Rounder, nicht zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellt.

Hinter dieser Line ist kein Laufspiel möglich. Die Aussage kannst du nicht widerlegen. Schon mit RB Peterson ging nix, und ohne Peterson ist es naturgemäß nur noch unterirdischer geworden: Weniger als 30% Success-Rate und 2.5 YPC. QB Bradford machte es gemessen daran sehr gut, 7.0 NY/A bis Woche 6 sind super Werte. Bloß konnte man den Gameplan dank Führungen einfach halten.

Aber ohne die Benefits wird es schnell dunkel. Gegen die Eagles wurden die Routen schon wieder tiefer designt als zu Saisonbeginn, der alte OffCoord Norv Turner schien durch. Ohne Protection bist du dann schnell verloren, zumal ein QB Bradford nicht für die deep ball Offense geschaffen wurde.


Klingt alles negativer als es gegen einen kaputten Gegner wie Chicago möglicherweise ist. Aber es ist Divisionsduell. Und es ist auswärts in einem Stadion mit traditionell schwer zu spielendem Boden. Ein Bears-Erfolg wäre eine Überraschung, aber es hat größere Sensationen gegeben…

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