Date am Donnerstag, #9: Tampa Bay Buccaneers – Atlanta Falcons Preview

Heute Nacht, 1h30 bei DAZN und im Gamepass: Divisionsduell aus der NFC South, Tampa Bay Buccaneers (3-4) vs Atlanta Falcons (5-3), das „Rückspiel“ von Woche 1. Damals gewann Tampa.


Jenes erste Saisonspiel ist auch bis heute das beste vom jungen Buccs-QB Jameis Winston geblieben: 72% Completion Rate, 4 TD. Winston führte seither einen extrem wechselhaften Angriff an, der in vielen Teilen wie Stückwerk wirkte und wenig mit dem feurigen Passspiel vom letzten Jahr zu tun hatte.

Zu Winstons Verteidigung: Tampa kann nicht die Offense spielen, die es spielen will. Die Offense Line ist horrender als angenommen, und vor allem der junge LT Donovan Smith ist in der aktuellen Verfassung eine Sollbruchstelle sondergleichen. Winston steht stets schnell unter Druck. Winston bekommt keine Entlastung durch den Lauf, seit RB Doug Martin auf der Verletztenliste steht und von third stringern wie Quizz Rodgers oder Peyton Barber vertreten wird.

Im Receiving-Corp fehlen seit Wochen WR Vince Jackson, Louis Murphy und Cecil Shorts. Einzige verbliebene Waffe: WR #13 Mike Evans, der deep threat – aber tief kannst du in Tampa mit der O-Line nur selten gehen. Resultat: Winston hat nur 5.9 NY/A Offense produziert, dafür aber über 3% Interception-Quote. Das ist zu wenig bzw. zu viel.

Gegen Atlanta würdest du normalerweise meinen, das ist kaschierbar. Aber die Falcons haben in den letzten Wochen ihrerseits Pass Rush entdeckt. DE #44 Beasley, letztes Jahr bereits als Flop abgestempelt, hat 6.5 Sacks auf dem Konto. DE Clayborn, in Tampa als Bust vom Hof gejagt, erlebt in diesen Wochen bei den Falcons eine Neugeburt. Zusammen bilden sie keinen furchterregenden, aber zumindest einen akzeptablen Pass Rush – das ist viel mehr als Atlanta in all den letzten Jahren hatte. Das ist auch schon ausreichend um in Tampa die Alarmglocken schrillen zu lassen.


X-Faktor in der Partie: Der Coaching Staff der Buccs. Sowohl Headcoach Dirk Koetter, als auch DefCoord Mike Smith haben signifikante Vergangenheit in Atlanta und kennen den Kern des Kaders auswendig. Koetter hat zwischen 2012 und 2014 die Falcons-Offense gecoacht. Sie ist seither personell im Kern fast gleich geblieben: QB Ryan, WR Jones. Koetter kennt die Tendenzen beider.Von den beiden lebt die Offense nach wie vor, auch wenn die letzten Wochen Diversifizierung brachten und sich sowohl RB Freeman als auch RB Coleman und WR Sanu in den Vordergrund spielen konnte.

Mike Smith war natürlich jahrelang der Falcons-Headcoach. In Tampa kann ich seine Arbeit noch nicht so recht einschätzen. Als die Buccs letzte Woche gegen Oakland und sein Super-WR Duo #89 Cooper / #15 Crabtree ranmussten, ließ Smith streckenweise Manndeckung gegen die beiden spielen – mit Rookie-CB Hargreaves in der Hauptverantwortung. Hargreaves, nicht der hochbezahlte CB Verner! Das wird heute gegen Jones zu beachten sein. Jones ist zwar angeschlagen, aber auch ein 80%iger Julio Jones ist noch immer eine Mega-Herausforderung für NFL-Verteidiger.


Das sind die Voraussetzungen. Wie das Spiel läuft, ist schwer vorherzusagen. Woche 1 zeigte, dass zwischen den beiden immer alles geht. Dazu kommt Tampas grundsätzliche Unkonstanz. Heimvorteil für die Buccs ist auch immer so eine Sache – eine alte Studienfreundin aus der Stadt, die noch vor zehn Jahren mit großem Stolz von ihren Buccs schwärmte, meinte vor einigen Wochen sinngemäß „mit diesen Buccs bringst du heute keine Sau mehr vom Strand ins Stadion“. Irgendwie zeigt sich das auch in mauer Stimmung vor oft nur spärlich gefüllten Rängen. Und dürfte auch Tampa nicht wirklich bevorteilen heute Nacht.

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