NFL 2016, Woche 9: Montagsvorschauer

Bill Belichick sagt immer, eine Mannschaft braucht bis Thanksgiving um seine Identität und besten Game Planes zu finden. Vorher ist es ein Suchen und Tasten – mit der Herausforderung, bei diesem Suchen und Tasten genügend Siege einzusammeln für eine gute Ausgangsposition im Playoffrennen. Beide Teams heute, Buffalo Bills (4-4) und Seattle Seahawks (4-2-1), suchen noch Antworten auf wichtige Fragen, haben sich aber gute Positionen erarbeitet in den unübersichtlichen Playoff Races in ihren jeweiligen Conferences.

Und wo wir schon bei Belichick sind: die Seattle Seahawks haben sich zu den New England Patriots der NFC entwickelt. Sie haben über die letzten Jahre eine unglaubliche Kontinuität und „Wettkampfhärte“ entwickelt, die sie auch trotz der in der NFL unvermeidlichen Schwachstellen und Fragezeichen Erfolg haben lassen. Was besonders beeindruckend ist: trotz der Kontinuität hat die gesamte Mannschaft immer noch ein Feuer und eine Motivation, als hätten sie das erste Mal eine Chance auf den Super Bowl. Das ist seit Jahren ganz großer Sport von Pete Carroll.

Auf der offensiven Seite des Balles fragt man sich, wie Russel Wilson aussieht, wenn er alle seine Verletzungen auskuriert hat. Seit Saisonbeginn quält er sich mit Knöchel- und Knieverletzungen. Dadurch fehlt ein elementares Element der Offense: Russel Wilsons Scrambling. Wilson hat in der gesamten Saison nur 44 Rushing Yards. Das macht er sonst in der Halbzeit eines Spiels.

Überhaupt ist das Laufspiel Seattles nicht vorhanden. Nur in zwei Spielen haben sie mehr als 100 Yards erlaufen: in Woche 1 gegen Miami und in Woche 3 gegen das offene Scheunentor aus San Francisco. Thomas Rawls, der letzte Saison zeitweise aussah wie der dicke Bruder von Marshawn Lynch, fehlt immer noch verletzt. Christine Michael könnte vielleicht hinter einer guten Offensive Line etwas reißen, aber er ist nicht der Typ, der sich trotz fehlender Unterstützung durch die Offensive Line mal zwei oder drei längere Läufe erkämpfen kann.

Und diese Offensive Line ist keine Sollbruchstelle, sondern eine Mußbruchfläche. Es rächt sich eben, wenn man versucht, eine gesamte Linie für Eine Mark Fuffzich zu kaufen. Kein Team gibt weniger Geld für die Linie aus als Seattle, kaum ein Team verwendet weniger Draft Capital. Seit zwei Wochen spielt zum Beispiel George Fant Left Tackle. Fant ist ein UDFA, der eigentlich Basketballer ist. Er hat 2015 überhaupt das erste Mal Football gespielt! Als Backup Tight End für Western Kentucky. WTF. Sollte der überforderte Bradley Sowell nicht fit gespritzt werden können, wird Fant heute von den Ryan-Brüdern persönlich überrollt. Die anderen vier Linemen, Glowinski, Britt, Iefdi, und Garry Gilliam kamen alle erst 2014 oder später in die Liga und sind allesamt work in progress. Es gibt auch tatsächlich Progress in kleinen Schritten, aber es wird bis zum Super Bowl die große Schwäche dieses Teams bleiben.

Wie stark der Rest der Seahawks ist, erkennt man tatsächlich am besten daran, daß sie mit dieser Offensive Line bis in den Superbowl marscheieren könnten.

Das ist die Frage auf der defensive Seiten des Balles: ist die Defense 2016 so gut wie die Jahrhundertunit 2013? Bobby Wagner und K.J Wright machen Carolinas Duo Kuechly/Davis Konkurrenz um das Label NFLs Bestes Linebacker-Duo; der Pass Rush um Michael Bennett, Cliff Avril und Frank Clark ist nicht weit hinter Denvers Pass Rush; und die Legion of Boom, neben Sherman/Thomas/Chancellor mit den Cornerbacks Jeremy Lane und DeShawn Shead, sieht tatsächlich besser aus als die ursprüngliche Legion.

Die größte Frage bei den Buffalo Bills ist: was machen, wenn das Laufspiel nicht funktioniert? Heute wird man darauf keine Antwort bekommen. Wenn heute das Laufspiel nicht funktioniert, sollten sie einfach trotzdem weiterlaufen. Alle Wide Receivers Buffalos sind verletzt. Die zweite Reihe wie Robert Woods und Marquise Goodwin wird trotzdem spielen. Und: Percy Harvin wird spielen, der wurde diese Woche noch schnell eingekauft, damit man überhaupt genügend Spieler hat. Percy Harvin soll wohl die Geheimwaffe mit Gimmick Plays werden. Ansonsten müssen die Bills ihren besten Greg-Roman-Gedächtnis-Game-Plan auspacken. Sie haben zwar nicht das Talent der Roman-49ers, die den Seahawks oftmals Probleme bereitet hat, aber eine andere Chance als Laufen werden sie nicht haben.

Die Defense der Bills hat aber gute Chancen, gegen diese Offensive Line der Hawks mit einem immer noch verletzten Wilson den Score niedrig zu halten. Die Bills müssen nur aufpassen, das die vielen aggressiven Blitzes und rotierenden Coverages nicht die Big Plays zulassen, die dir das Genick brechen.

5 thoughts on “NFL 2016, Woche 9: Montagsvorschauer

  1. Bei Seattles O-line muss man hoffen, dass Russell Wilson nicht im Laufe der Saison auf der IR landet. Was für eine kranke Taktik, seinen Star-QB nicht zu schützen…😦

  2. So einen Blödsinn hat man auch selten gesehen. Ob es entscheidend ist, wird sich herausstellen, aber was die referes in Seattle vor der Pause abliefern ist eine Katastrophe.

  3. Selten dass ich mich nerve, aber diese Ref“s verpfeifen auch die zweite Hälfte durch Kleinigkeiten, die ja Regel-konform scheinen mögen, aber die Spielfreude komplett killen.

  4. @Panthers: Zustimmung, die Calls rund um den Kick waren Bullshit hoch drei und sind selbst mit „Faktor Mensch“ schwer zu entschuldigen.

    Seattle damit eine Woche nach dem eher unglücklich gepfiffenen Spiel in New Orleans wieder auf der anderen Seite der Fahnenstange. Und damit auch wieder mit dem Sieg.

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