NFL 2016, Sonntagsvorschauer: Woche 11

Hat schon jemand einen klaren Titelfavoriten gefunden? Normalerweise werden immer vor der Saison die dark horses gesucht. Jetzt kurz vor Thanksgiving, wenn according to Old Grumble sowieso erst die richtige Saison beginnt, gucken wir aber nochmal durch.

Frühschicht: 19.00 Uhr

Cardinals (4-4-1) @ Vikings (5-4)
Bears (2-7) @ Giants (6-3)
Buccaneers (4-5) @ Chiefs (7-2)

Die NFC ist diese Saison ein Paradies für Dark Horses. Bis auf Chicago und San Francisco sind alle Teams nur einen Sieg hinter den Wild Cards. Derzeit auf dem absteigenden Ast: Arizona und Minnesota. Bruce Arians ist jetzt tatsächlich der grantige alte Opa geworden, der jeden für schwache Leistungen verantwortlich macht, außer sich selbst. In Minnesota hat man jetzt endlich den Kicker gefeuert. Aber auf die Run-D hat massiv abgebaut und seit der Bye Week Mitte Oktober hat der Angriff nicht einmal mehr als 20 Punkte gemacht. Vier Niederlagen in Folge.

Jaguars (2-7) @ Lions (5-4)
Titans (5-5) @ Colts (4-5)
Bills (4-5) @ Bengals (3-5-1)
Steelers (4-5) @ Browns (0-10)

AFC. Die AFC South wird natürlich angeführt von Brock Osweiler (6-3). Dahinter Blake Bortles, der zuverlässig bortled und heute wohl die Defense der Lions wieder groß machen wird. Und zwei Mannschaften, die klassisches Dark-Horse-Potential haben. Die Colts auf ganz typische Weise mit einem überragenden Quarterback, der in jedem Spiel 30 Punkte machen kann. Die Titans auf eher untypische Weise: das bockstarke Laufspiel. Mehr als 140 Rushing Yards pro Spiel bei 4,8Y/A. Da das Laufspiel die ganze Aufmerksamkeit der Defense zieht, ist viel Platz für kreative Paßspielzüge. Die eigene Defense ist solide und fängt wie jede gute Defense mit dem Pass Rush an: Edge Rushers Orakpo, Morgan und DL Casey scheinen sich in Dick LeBeau’s D sehr wohlzufühlen.

Auch die Bills spielen wie Light-Version der John Jim Harbaugh 49ers: exotic smashmouth plus gute Verteidigung. Die Bengals spielen heuer wie die Light-Version der Marvin Lewis Bengals und niemand weiß so recht, woran das liegt. Definitiv nicht an Andy Dalton, der ist mittlerweile unterbezahlt und könnte locker ein Playoffspiel gewinnen. Aber der Rest des Teams – ausgenommen WR Green – spielt kollektiv 5-10% schlechter als die letzten Jahre. So verliert man die knappen Spiele (zuletzt 20-21 gegen NYG, 27-27 gegen WAS). Findet man diese 5-10% aber wieder – vor allem im Pass Rush um DEs Johnson und Dunlap und im Laufspiel die Offensive Line – ist der langersehnte Playoffsieg drin – wenn man denn reinkommt.

Ravens (5-4) @ Cowboys (8-1)

Super Dark Horse gegen Playoff Trainwreck. Dallas wird diese Saison überhaupt nichts reißen, weil sie völlig grundlos einen unerfahrenen Rookie spielen lassen, statt einen Top-5 Quarterback. Typischer Cowboys-Stuß. Prescott macht als Schönwetterquarterback eine gute Figur, keine Frage. Er mußte bisher aber erst einmal in Drucksitutation mit Rückstand spielen: vor drei Wochen gegen Philadelphia und dabei sah er prompt aus wie Blaine Gabbert. Ansonsten erläuft RB Elliott immer die Führung, zieht alle Aufmerksamkeit auf sich und die Verteidigung von DC Marinelli läßt sich immerhin nicht überfahren, profitiert aber auch davon, daß man immer mit Führung spielt.

Baltimores Defense ist eine recht namenlose Mauer, all die Newsome-Picks in den mittleren Runden in den letzten Jahren wurden von DC Dean Pees anscheinend hervorragend entwickelt. Die Offense hat massig Speed mit WRs Wallace/Perriman und massig Arm mit Flacco, aber so richtig paßt das alles noch nicht zusammen. Mit WR Smith, TE Pitta als Possesion Receivers und Talent in der Offensive Line, die aufgrund von Verletzungen bisher keine Kontinuität entwickeln konnte, hat man alle Zutaten für einen „Run“.

22.05Uhr / 22.25Uhr

Dolphins (5-4) @ Rams (7-9)
Patriots (7-2) @ 49ers (1-8)
Eagles (5-4) @ Seahawks (6-2-1)

Hier sind die einzigen beiden Favoriten, auf die sich jeder einigen kann. Die Patriots mit suspektem Pass Rush sogar nur mit Abstrichen. Seattle wird Phillys Offense heute brutal einbremsen. New England wird über San Frans Offense locker drüberrollen. Aber San Frans Offense bereitet leise Nervostät unter Pats-Fans: Die Edge Defenders machen nicht ihren Job. Kein Druck auf den Quarterback, Nachlässigkeiten im Tackling und bei „setting the edge“. Gegen einen Kapernick die schlechtesten Schwachstellen, die Du haben kannst.

Und dann noch zwei richtige Dark Horses, an die niemand glaubt. Miami mit vier Siegen in Folge und super Laufspiel. Die Rams mit guter Defense und jetzt auch endlich mit dem Nr.1 Overall Pick!

16 thoughts on “NFL 2016, Sonntagsvorschauer: Woche 11

  1. Ich finde die QB-Situation bei Dallas relativ schwierig. Ich bin ein Romo-Fan, aber im Moment wäre es meiner Meinung nach schwer zu vermitteln, würde man Prescott auf die Bank setzen.
    Ich sehe schon vor meinem inneren Auge, wie Romo einen Hit von Suggs kassiert…
    Darüber hinaus ist es eine gute Chance dem Rookie Spielpraxis zu geben. Ich denke, die Erfahrung, die Prescott jetzt sammelt, kann für seinen weiteren Karriereverlauf ganz wichtig sein.
    Auf Goffs NFL-Debüt bin ich auch gespannt und denke, dass er von seiner Defense viel Entlastung bekommen wird. Ich sehe für Tannehill ohne Pouncey und Albert einen ungemütlichen Abend voraus.

  2. Schöner Artikel mit klarer Meinung. Danke Herrmann! Meine Meinung:

    1. Die Cowboys sollen Dek starten solange er heiss ist. Warum er heiss ist ist doch gleich. Vielleicht klappt es ja bis zum SB mit dem Rezept „Elliott + frühe Führung“. Never change a winning Team.

    2. Ravens Offense finde ich auf dem Papier nicht schlecht, aber in der Realität sieht das alles irgendwie käsig aus. Ich fürchte, die können die Saison eintüten. (Irgendwie das Gegenteil der Cowboys, die auf dem Papier zwei Rookies auf den wichtigsten O-Positionen starten, aber in der Realität sieht das top aus… Respekt!)

    3. Obwohl ich Pats-fan bin, fände ich es sehr cool, wenn es doch ein spannendes Spiel heute Abend wird. Außerdem mag ich Kaep, also hoffe ich, dass Du Recht behältst: Go 9ers!!!

  3. Nur ein kleiner Mini-Fehler: die 9ers spielten unter Jim, nicht John Harbaugh. Entschuldige, wenn das zu kleinlich ist, nervt so ein Hinweis? Erinnere mich, das entw. Korsakoff oder Dogfood auf AAS mal gesagt hatte, dass ihm so Mini-Rummäkeln nervt.
    Anyways: Good Job, Guys! Liest sich wie immer perfekt!😉 Nicht, dass das untergeht! Danke schön🙂

  4. Konnte deine Meinung zu Dallas schon vor dem Spiel nicht nachvollziehen und falls du das Spiel siehst kannst du es mittlerweile hoffentlich auch nicht mehr.
    Keine ganz schlechte Leistung von Prescott bisher. Und das Romo ein Top-5 Quaterback ist würde ich auch nicht zwingend unterschreiben.

  5. @Dennis
    Auch ich bin der Meinung, dass es Prescott in Dallas ziemlich einfach hat. Mit der besten O-Line der Liga und einem überragenden Run Game spielt es sich ganz anders als ohne. Ich bin gespannt, was mit Prescotts Leistung passieren würde, wenn er mal Druck bekommt. Bei 1st Down wird immer gelaufen, was geschätzt immer zu 2nd and 6 (oder kürzer) führt. Wenn es dann mal ein Pass ist, kann sich der Spielzug 3+ Sekunden entwickeln, weil kein Rusher gegen diese O-Line konstant Druck bringt. Viel mehr als 3 – 4 Sekunden hält kaum eine Secondary die Coverage aufrecht. Falls doch: Checkdown zu Zeke, der auch dann noch ein neues 1st down erläuft. Ich muss echt sagen, da gibt es andere Herausforderungen für QBs.😀

    Und dass Romo – wenn fit – ein richtig guter QB ist (Top 5 könnte schon sein), ist auch auch sicher🙂

  6. @patpicksix
    Stimme dir mit der besten O-Line definitiv zu und würde Prescott deswegen ebenfalls nicht zu hoch bewerten, sondern sagen er macht das, was nötig ist und das klappt bisher ganz ordentlich. Aber genau das gleiche Argument gilt auch für Romo, den der spielte hinter der gleichen O-Line?! Und gerade wenn man das berücksichtigt, fallen mir z.B. mit Brady, Wilson, Rodgers, Roethlisberger, Brees, Ryan,… sofort genug andere Quarterbacks ein, die „verhindern“ das Romo ein Top-5 Quarterback ist oder war.
    Und daher sehe ich, so wie es momentan läuft, keinen Grund für Dallas von Prescott zurück zu Romo zu wechseln.

  7. @Dennis. Naja, die O-Line hat sich erst in den letzten 3 Jahren zu einer so krassen Unit entwickelt, denke ich. Über eine “Top X“-Auswahl lässt sich immer streiten. Romo ist aber letzendes ein QB, der dir ein Spiel gewinnen kann und grobe Böcke weitgehend vermeidet. Davon gibt es momentan nicht allzu viele. Fand einen Big Ben z.B persönlich nie besser als einen gesunden Romo.

  8. @Oscar: „Nerven“ ist der falsche Ausdruck. Es ist vielmehr… solche „Fehler“ bringen mich nicht um.

    Trotzdem sind Ausbesserungen natürlich immer erwünscht. Ohne genaueres Korrekturlesen wird es immer derlei Flüchtigkeitsfehler geben.

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