NFL 2016, Woche 12: Montagsvorschauer

Green Bay Packers (4-6) gegen Philadelphia Eagles (5-5) on Monday Night Football Ende November. Sieht auf den ersten Blick nach einem Spitzenspiel aus, zumal beide Mannschaften mittendrin sind im verschmierten Playoffpicture der NFC. Aber.

Cheffilmgucker Greg Cosell hat letzte Woche in einem seiner Podcasts gesagt, daß man sich vor allem in dieser Jahreszeit als Beobachter immer weniger auf Season Averages konzentrieren sollte, stattdessen sollte man den Fokus auf die letzten vier Spiele setzen, wenn man wissen will, wie gut/schlecht eine Mannschaft einzuschätzen ist. Versuchen wir das mal mit diesen beiden Mannschaften. (Die Podcasts mit Cosell findet man über seinen Twitter Account.)

Also: für die letzten kumuliert acht Spielen dieser beiden Mannschaft ist der Record 1-7. Oh je. Aber. Der Ausblick für beide Teams ist immer noch Playoffkampf bis Neujahr, die Ergebnisse spiegeln bei weitem nicht das Potential der beiden Mannschaften wider.

Die Philadelphia Eagles hatten dabei vier Champions League Vetreter der NFC vor der Brust: Cowboys, Giants, Falcons und Seahawks. Gegen Cowboys und Giants hat man knapp im vierten Viertel beziehungsweise Overtime verloren; Atlanta geschlagen und wurde schließlich letzte Woche von den Seahawks outmuscled. Von den Leistungen her sieht es aber ganz okay aus.

Die Paßverteidigung ist schon aufgrund des Pass Rushes Top-10 Kaliber; die Laufverteidigung läßt zu oft Platz in der Mitte, was auch der aggressiven Spielweise der Pass Rushers geschuldet ist. Das ist kein dummer Approach, Paßverteidigung ist wichtiger als Laufverteidigung. Dieser Approach kommt ihnen heute auch extrem entgegen.

Über die letzten vier Spiele haben die Packers eine Pass/Run-Ratio von drei zu eins, 75% aller Spielzüge sind Pässe. Hauptgrund dafür ist vor allem das Fehlen von Eddie Lacey. James Starks stolpert für 2,5 Y/A durch die Gegend und den nominellen WR Ty Montgomery kann man nicht zu oft als RB aufstellen, weil er im Blitz pick-up auf einem Level mit korsakoff und mir ist. Montgomery macht zwar mehr als 5 Y/A, aber das Risiko, daß Rodgers ins Krankenhause muß, wenn er im Backfield steht und es kein Laufspielzug ist, ist einfach zu groß. Und wenn man immer läuft, wenn er im Backfield steht, weiß die Verteidigung was kommen wird. Also lieber passen.

Und Passen funktioniert auch ganz gut. Aaron-what’s-wrong-with-him-Rodgers hat in den letzten vier Spielen für 1265 Yards und 12 TDs bei 3 INTs geworfen. Davante Adams hat wohl endlich das Vertrauen von Rodgers gewonnen und auch Jordy Nelson sieht mehr und mehr aus wie früher: Adams mit mehr als 300 Yards und Nelson bekommt auch wieder mehr als 10 Targets pro Spiel (26 Catches für 342 Yards).

Was für einen Game Plan wird sich HC McCarthy hier zurechtlegen? Jim Schwartz ignoriert dein Laufspiel und will den Paß abwürgen. Dein Laufspiel ist eh schon Grütze und in der Offensive Line sind mit T.J. Lang und J.C. Tretter zwei der drei Interior Linemen angeschlagen, können vielleicht gar nicht spielen. Spannende Strategienummer McCarthy gegen Schwartz. Das klügste wäre wahrscheinlich, einfach auf Rodgers zu vertrauen. Immerhin sind die Offensive Tackles Bakhtiari und Bulaga zwei der besseren Pass Protectors der NFL.

Auf der anderen Seite ist die Verteidigung der Packers in den letzten vier Wochen kollabiert: 153 Punkte bei 1670 Yards in vier Spielen. Ganz schlimm. Aber: nicht ganz so schlimm ist der mittelfristige Ausblick. Das größte Problem waren Verletzungen. Die drei besten Cornerbacks fehlten verletzt. Sam Shields kommt zwar nicht mehr wieder, Damarious Randall und Quinten Rollins aber schon. Ebenso haben alle Linebackers verletzt gefehlt oder verletzt gespielt. Blake Martinez fehlt immer noch, aber immerhin wird Jake Ryan wieder spielen; auch Clay Matthews hat nach vierwöchiger Pause gegen Washington letzte Woche wieder seine ersten Snaps gespielt. Es hat sich gerächt, daß man keine Tiefe im Kader hat, jetzt hat man aber fast wieder alle Starters an Board.

Philadelphias Angriff ist auch kein angsteinflößendes Monster. Das Receiving Corps ist eine Lächerlichkeit und heute fehlt auch noch Running Back Ryan Matthews. Der Wentzwagon scheint zwar derzeit nur leere Fahrschulfahrten zu machen, aber Mr Wentz spielt wie ein richtig guter Rookie-QB. Mit dem wird man in Philly noch Spaß haben. Aber heute schon? HC Doug Pederson kommt aus der Andy-Reid-Schule, weiß also, wie man auch aus miesem Material einen funktionierende Angriff bastelt, indem man ungewöhnliche Spielzüge kreiert, die noch nicht auf Film zu sehen waren. Also look out für Spieler wie RB Wendell Smallwood, TE Trey Burton und WR Josh Huff.

Beide Mannschaften sind schon fast in Must-Win-Situationen. Philly liegt 4,5 Spieler hinter Dallas, muß also eine Wild Card erkämpfen, dazu braucht es in der Regel 10 Siege. Green Bay liegt 2,5 Spiele hinter Detroit, könnte aber in Woche 17 im direkten Duell noch ein ganzes Spiel im direkten Aufeinandertreffen aufholen.

2 thoughts on “NFL 2016, Woche 12: Montagsvorschauer

  1. Mal wieder eine gute, kurz und bündige Vorschau 👍🏻

    Bei einer Kleinigkeit muss ich allerdings mal nachhaken: Wie kommts dass du oft noch die Schreibweisen mit „ß“ benutzt?

  2. TJ Lang und JC Tretter sind definitiv out bei GB. Jake Matthews und Damarious Randall sind questionable – der MM-Logik zufolge würden sie normal geschont werden. Aber MM steht mit dem Rücken zur Wand – v.a. was CBs angeht. Randall wird wohl oder übel spielen müssen.

    Ansonsten gute Vorschau.

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