Akademische Viertelstunde, Week 13

Keine Zeit für große Worte. Aber um nicht ohne Worte zu bleiben, machen wir es kurz.


Nach dem Rivalry-Weekend stehen zwei der vier Playoff-Teilnehmer im Prinzip fest:

#1 Alabama (12-0) hat genug gezeigt um auch mit einer (unwahrscheinlichen) Niederlage im SEC-Finale gegen Florida ins Playoff gewählt zu werden.

#2 Ohio State (11-1) verpasst die Qualifikation für das Endspiel der Big Ten, hat aber kein Spiel mehr zu bestreiten und ist eine der wenigen Mannschaften mit nur einer Niederlage. Ohio State hat eine Freakpleite gegen #6 Penn State und Siege über Michigan, Wisconsin, Nebraska und auswärts gegen Oklahoma auf dem Konto.

Ich verstehe die Argumente, dass ein Team, das noch nicht einmal seine Conference gewinnt, nicht über einen oder mehrere andere Conference-Champions reingewählt werden sollte, und ich war selbst lange Zeit Verfechter dieser Meinung, aber: Wenn wir diese Regelung durchsetzen, können wir die out of conference Spiele gleich ganz knicken.

Ohio State sollte, und wird, in die Playoffs kommen. Sie haben heuer ein besseres Argument als 2014, als sie aus fadenscheinigen Gründen durchgewunken wurden (um natürlich danach zum Titel zu rauschen).


#3 Clemson ist mit einem Sieg im ACC-Finale gegen Virginia Tech der dritte Fixstarter. Clemson ist nicht die überzeugendste Mannschaft der Saison, und ihr zweitbester Sieg gegen Louisville sieht auch nicht mehr so überragend aus wie noch vor ein paar Wochen, aber mit Siegen über Louisville, FSU und Auburn plus ACC-Titel wären sie ein valider Playoffteilnehmer.

Aber Clemson braucht den Sieg. Ohne ACC-Titel keine Playoffs für den letztjährigen Vizemeister.


Die vierte Mannschaft in der Verlosung ist etwas „murky“:

#4 Washington hat gute Chancen, wenn es die Pac-12 gewinnt. Die Pac-12 kann man klammheimlich, still und leise als beste Conference des Jahres ansehen. Cruist Washington dort mit 12-1 und einer Niederlage gegen #8 USC zum Titel, hat es gute Chancen, auch wenn der out of conference Spielplan eher mau war.

Der Big Ten Champ wird eine 11-2 Bilanz auffahren. #7 Penn State hat dabei den besten Sieg der Saison (gegen Ohio State), während #6 Wisconsin einen monströsen Schedule aufweisen kann, mit nur knappen 1-Score Niederlagen gegen Michigan und Ohio State sowie Siegen über Nebraska und out of conference gegen LSU. Penn State ziehen die Niederlagen gegen das durchschnittliche Pitt (mit 3 Punkten) und das Debakel gegen Michigan (mit 39 Punkten) runter. Ein B1G-Champ Wisconsin wäre für mich mit Abstand der bessere Playoff-Kandidat als ein B1G-Champ Penn State.

#5 Michigan ist 10-2 und sicherlich qualitativ ein Top-4 Team dieses Jahr (wahrscheinlich besser als Ohio State), aber als Dritter in seiner Big Ten Division IMHO ohne Chance, ohne zusätzliche Transaktionen unterm Tisch durchzukommen.

Was ist mit dem Big-12 Champ? Der Sieger der Big 12 wird entweder #9 Oklahoma oder #10 Oklahoma State sein, je nachdem, wer das „Bedlam Derby“ am Samstag gewinnt. Der Sieger wird am Ende des Tages 10-2 sein. Oklahoma ist der größere Namen, aber Oklahoma hat gegen Houston und Ohio State verloren. Oklahoma State hat eine irreguläre Niederlage auf dem Konto und könnte für sich technisch einen „11-1 Record“ beanspruchen.

Problem beider Oklahoma-Teams: Sie haben keine guten out of Conference Siege, und die Big 12 gilt diese Jahr als äußerst schwach: SRS sieht sie im Schnitt 5 Punkte hinter einer Pac-12.

Außenseiterchancen hätte vielleicht noch ein 11-2 Conference-Champion der Pac-12, #8 Colorado, wenn es gegen Washington überraschend das Endspiel gewinnen sollte. Ich vermute jedoch, dass Colorado extrem viele Würfel für sich fallen haben müsste, will es in die Playoffs.

Keine Chance für das noch ungeschlagene #17 Western Michigan, das aktuell außerhalb der Top-20 rangiert und keinen „Statement-Sieg“ außerhalb der Mid-American Conference vorweisen kann.

Western Michigan ist in den Rankings diesmal nur zwei Spots über der #19 Navy angesiedelt. Die Navy (9-2) hat im AAC-Finale gegen Temple noch einmal die Chance, richtig Eindruck zu schinden. Ist es möglich, dass Navy im letzten Drücker noch an einem eventuellen ungeschlagenen Western Michigan vorbeizieht und die Big-Bowl Entscheidung um eine Woche (bis zum Duell mit Army) verschieben kann?

5 thoughts on “Akademische Viertelstunde, Week 13

  1. Colorado und Oklahoma haben keine Chance in die Top 4 zu kommen:

    – Colorado hat das direkte Duell gegen Michigan verloren und sah auch sonst schlechter aus als die Wolverines. Keine Chance für die Buffs über Michigan zu kommen.
    – Oklahoma wurde zu Hause von Ohio State geschlachtet, während Michigan im „Horseshoe“ lange Zeit besser war und in zweifacher OT verlor. Zudem sah Michigan auch sonst deutlich besser aus.

    Das Kommitee hat außerdem klar gemacht, dass der Abstand zwischen 4 und 7 (also bis Penn State und nicht noch bis Colorado) sowie ganz besonders zwischen 4 und 5 (also Washington und Michigan) sehr gering ist. Ergo haben sie sich schon in Position gefahren, bei einer Niederlage von Washington (vielleicht reicht auch Clemson) Michigan auf Platz 4 zu hieven. Zumindest, wenn Penn State das B1G-Finale gewinnt, wird es in dem Fall wohl so kommen, weil Michigan Penn State auseinander genommen hat. Wisconsin hat im „Big House“ mit 7 verloren und sah wie du schon schreibst gegen einen monströsen Schedule besser aus. Da wäre es gut möglich, dass eher die Badgers reinkämen.
    Das Kommitee hat schon erklärt, dass es nicht so viel auf Conference- oder gar Divisionstitel hält, wie die Öffentlichkeit.

  2. Pingback: College Football 2016 – Conference Finals, Teil 1 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  3. Ich hab mir auch sowas ähnliches wie BlauGelb gedacht. Wenn Washington das Pac12-Finale verliert und PennState das B1G-Finale gewinnt, wäre für mich Michigan der logische vierte Playoff-Kandidat. Klar, PennState hätte die B1G geholt etc., aber niemand der noch bei Sinnen ist, würde PennState als besseres bzw. auch nur gleichwertiges Team sehen. Der Sieg gegen OhioState war ein Freak Sieg und das Debakel gegen Michigan schon eher dem Leistungsniveau entsprechend.

  4. „Besser“ ist nicht das einzige Argument.
    Ein B1G Champ Penn State ist „verdienter“ als Michigan, weil es zwei Plätze vor Michigan in der Division beendet hat. Das Debakel gegen Michigan ist genauso Teil von „dem Leistungsniveau entsprechend“ wie der knappe Sieg über Ohio State.

    Ist Michigan eines der 4 „besten“ Teams im Lande? Vermutlich ja. Eines der verdientesten? Nein. Michigan hätte bloß Ohio State schlagen müssen. Hat es nicht, obwohl es tausend Chancen gehabt hätte.

  5. Man darf aber nicht nur Divisions- und Conferencespiele werten. Out of conference games sollten die gleiche Wertschätzung bekommen, wie Conference-Spiele. Und im OOC-Spielplan hat PSU nunmal u.a. eine Niederlage bei Pitt, während Michigan ausschließlich Siege, u.a. einen Top10-Sieg gegen Colorado hat. Das lässt die Wolverines schon viel besser aussehen, noch dazu halt ihre zwei extrem knappen Niederlagen und dass deutlich gewonnene direkte Duell gegen Penn State.
    Wenn OOC-Partien quasi außen vor gelassen werden, dann könnten alle großen Teams in Zukunft ja „Bayloring“ betreiben und nur schwache Teams als OOC-Gegner nehmen, um mehr Siege einzufahren, weil dann ja OOC-Spiele für das Gesamtresüme keine Rolle spielen, es also nur die Ergebnisse bräuchte.

    Noch dazu muss man sich klar machen, dass ein Divisionssieg auch mit Zufall zu tun hat. Viele Leute wollen ja argumentieren, dass man Ohio State nicht in die POs lassen kann, wenn man Penn State draußen lässt, weil Penn State die Division vor tOSU und das direkte Duell gewonnen hat. Wenn jetzt aber bspw. das entscheidende FG von Iowa gegen Michigan vorbei gegangen wäre, hätte letztendlich Ohio State die B1G East gewonnen. Und kann ein Play zwischen Michigan und Iowa wirklich entscheiden, ob Ohio State oder Penn State besser/verdienter ist? Und wenn man das Argument: „Penn State sollte vor Ohio State stehen, weil sie die Division und den direkten Vergleich gewonnen haben.“ nicht benutzen kann, wieso sollte man es dann bei Michigan können, die gegen Penn State mit 39 gewonnen haben?

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