NFL Power Ranking 2016 – Week 12

(Leider ist aus zeitlichen Gründen heute die versprochene ausführliche Leseanleitung nicht drin. Eine Kurzfassung unter der Power-Ranking Grafik)


Zuerst wie immer in diesem skurrilen Jahr der Blick auf den Effizienz-Graphen der NFL: Das rechte obere Eck ist mittlerweile gänzlich unbesetzt. Kein Team, das verlässlich in Offense und Defense überdurchschnittlich besetzt ist. Sowas hat es ewig nicht gegeben. Faszinierend. New England führt das Power Ranking an, aber ich getraue mich aktuell nicht, sie zu sowas wie einem „Favoriten“ auszurufen.

NFL Graph 2016, Week 12.png

Die Atlanta Falcons sind in meinem Power Ranking seit Wochen sehr hoch eingeschätzt. Sie sind mittlerweile auch in Rankings wie FPI (von ESPN) oder DVOA (Football Outsiders) in Spitzenpositionen angelangt.

Ebenso plötzlich vorne mit dabei: Pittsburgh und New Orleans. Bei den Saints habe ich es euch gesagt: Die Offense ist so potent, dass die Defense bloß „nicht horrend“ sein muss, dass dieses Team oben mitspielt. Nun haben die Saints aber bloß eine 5-6 Bilanz und das Wildcard-Rennen in der NFC ist nicht so trivial, aber können die Saints noch durch die Hintertür in die Playoffs rutschen?

Das Team von Sean Payton hat 1.5 Spiele Rückstand auf den momentanen #6-Seed Washington. Es hat 2 Spiele Rückstand auf den Divisionsführenden in der NFC South Atlanta (7-4) und ein Spiel Rückstand auf Tampa (6-5). Der Rest-Spielplan sieht noch drei Auswärtsspiele: @Tampa in Week 14, @Arizona in Week 15 und @Atlanta in Week 17. Dazu zwei Heimspiele: vs Detroit am Sonntag und vs Tampa am Heiligabend. Also noch drei Divisionsspiele. Von einem Sturm auf die Wildcards bis zu einem Gewinn der NFC South ist noch alles drin.

New Orleans ist im Power Ranking sogar minimal vor 10-1 Dallas klassiert. Das wird mir gewiss noch um die Ohren gehauen, aber hier die Erklärung: Dallas hat die #29 Defense der Liga. Die Offense ist mit 7.7 NY/A im Passspiel und fast 50% im Laufspiel sensationell – und ja, QB Prescott und RB Elliott verdienen sich Rookie-des-Jahres Preise im Duett – aber man hat es gegen den #29 Schedule erspielt und die Defense ist in allen Phasen im unteren Viertel klassiert.

Heute Nacht ein echter Test bei der Vikings-Defense. Danach auswärts gegen die unberechenbaren Giants, die das Cowboys-Spiel als Trigger für einen weiteren dark horse-Run nutzen wollen. Dann Tampa und Detroit plus @Eagles: Ein sehr machbarer Rest-Spielplan. 13-3 nicht auszuschließen, aber ich habe kein Vertrauen zu dieser Defense. Wenn in der NFC Seattle, Atlanta oder auch New Orleans kommen, wird man Punkte kassieren.

Seattle stürzt nach der überraschend sterilen Auswärtsleistung bei Tampa von #2 auf #7 ab, aber das Feld ist in der Region zwischen #2 und #10 so eng beisammen, da reicht eine minimale Änderung um gleichmal scheinbar weit abzufallen.

Carolina und Atlanta, die beiden enttäuschenden NFC-Vorjahresfinalisten, bleiben im Power Ranking in den Top-10: Carolina nutzt vor allem seine starke Run-Defense, während das Power-Ranking bei Arizona vor allem deren Pass-Defense noch immer schätzt. Dazu rechnet das Power Ranking den Panthers ihren #3-Schedule hoch an.

Weiter unten in den Power Rankings mausert sich Baltimore zu einem kleinen dark horse: Ich habe die Ravens zuletzt gebasht, weil sie keine Offense haben und vor allem Produkt von knappen Siegen gegen inferiore Konkurrenz waren, aber Baltimore hat einen großen Trumpf: Seine Defense, die #1 im Lande. Die Ravens glänzen vor allem mit Rushing-Defense: 67 SR%! Ich kann mich nicht erinnern, zu so einem späten Zeitpunkt in der Saison eine so großartige Success-Rate gegen den Lauf gesehen zu haben. Sprich: 2 von 3 Läufen werden von der Defense zu einer schlechteren Situation für den Gegner abgewürgt. Komplementiert wird die Run-Defense durch eine mit 5.8 NY/A (#4) schwer zu bespielende Pass-Defense.

Baltimore ist 6-5 und hat in der Division mit Pittsburgh massiv Konkurrenz bekommen. Im Wildcard-Rennen läge man aktuell hinter Kansas City (8-3) und Miami (7-4). Am Sonntag geht es gegen Miami in einem sehr spannenden Duell: Miami glänzt in erster Linie durch Lauf-Offense. Das wird gegen Baltimore brutal. Inwiefern ist QB Tannehill wirklich „angekommen“? Das wird am Sonntag beantwortet.

Baltimore danach noch @New England, vs Philly, @Steelers und @Bengals – sprich: Schweres Programm. Die Ravens müssen ihren Defense-Level halten und in der Offense einen Funken entzünden um die Playoffs zu erreichen. Pittsburgh und Miami zu schlagen wäre ein fassungslos guter Trumpf…

Ranking

nfl-power-ranking-2016-week-12

Und so liest sich das ganze: Die erste Sektion (WP | E16) beschreibt die Stärke der jeweiligen Mannschaft. WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16). Die zweite Sektion (SOS | Rs) beschreibt die Stärke des Schedules und die Platzierung des Schedules. OFF ist die Platzierung der Offense, DEF die Platzierung der Defense. LW ist die Platzierung der entsprechenden Mannschaften in der letzten Woche.

Hier zum Durchklicken die weiteren Daten:

Letzte Woche eine 12-4 Bilanz für das Power Ranking, das über die Saison jetzt 38-19 oder 66.7% Erfolgsquote ist. Gegen den Spread war es 8-8, über die Saison dort: 30-26 oder 53.6%. Die Wahrscheinlichkeiten für den anstehenden Spieltag:

Wahrscheinlichkeiten, Week 13.png

6 thoughts on “NFL Power Ranking 2016 – Week 12

  1. GB hat immer noch die 8-beste Run-O# der Liga? Das scheint aber alleine den Läufen von Aaron Rodgers geschuldet, oder?

  2. Jepp. Rodgers ist ja auch nicht schlecht gelaufen. Starks kam zumindest letzte Woche auf keinen langen lauf oder?

    ich wüsste gerne: was bedeutet:
    „Gegen den Spread war es 8-8, über die Saison dort: 30-26 „?

    Ich weiß, „Spread“ ist quasi das handicap, aber ich verstehe den Satz nicht😦

  3. Diese Woche war es 8-8, auf die Saison war das Power Ranking (bzw dessen Vorhersage) 30-26. Wobei das Ranking nicht sie gesamte Saison getippt hat

  4. @euterpe: Ja, vor allem dank Rodgers. Rodgers ist in Sachen Scrambling mit Kaepernick und Prescott in einer eigenen Liga (33 Scrambles, 28 erfolgreich) – Kneel Downs werden in meinem Ranking nicht inkludiert.

    Rodgers hat z.B. allein 21 der 63 First Downs der Packers erlaufen. Plus 7 weitere „Plus Plays“ für Rodgers, und schon haben wir 70 der 104 erfolgreichen Rushes der Packers (238 insgesamt ohne Scrambles).

  5. Ich bin wegen der Baltimore Defense echt fassungslos. Klar, sie haben Weddle geholt, Suggs ist wieder da und man hat ein paar No-Names in späteren Draftrunden geholt, aber dass man gleich soviel besser ist als letztes Jahr?

  6. Oft kann man sich auch einfach an den „roten Faden“ über die Jahre halten -> ein schlechtes Jahr ist häufig nur ein Ausreißer nach unten, zB wegen Verletzungen udgl.

    Baltimore ist quasi seit 15-18 Jahren eine Defensivschmiede sondergleichen. Die meisten Protagonisten sind ewig dort und die Abgänge konnten immer gut kompensiert werden. Insofern ist 2016 weniger „fassungslose Verbesserung“ als mehr schlicht Rückkehr zur Norm.

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