College Football 2016 – Conference Finals, Teil 1

Auftakt heute zum letzten Spieltag der Regular Season im College Football 2016, an dem noch die Conference-Finals und eine Handvoll letzter „Round Robin“ Punkterundenspiele ausgetragen werden. Die Playoff-Implikationen haben wir schon unter der Woche diskutiert. Heute der Auftakt mit den Endspielen in MAC und Pac-12.

#17 Western Michigan Broncos – Ohio Bobcats

MAC-Finale aus Detroit, 1h, live ESPN-Player

Western Michigan ist einen Sieg von einer “Perfect Season” (13-0) entfernt, und bekommt trotzdem nicht einen Hauch von Playoff-Wind ab. Mehr noch: Die Broncos sind nur zwei Plätze vor Navy in den Rankings klassiert – und Navy hat morgen die Chance, mit einem Sieg gegen das starke Temple noch genügend Pluspunkte zu sammeln um am Ende sogar noch über WMU in die Neujahrs-Bowls gewählt zu werden.

Western Michigan hat diese Saison in der wirklich schwachen MAC kein Spiel mit weniger als zwei Touchdowns Vorsprung gewonnen. WMU ist heute mit fast 3 TD gegen Ohio favorisiert. Die Stärken dieses Teams liegen vor allem in der Offense: QB Zach Terrell hat eine sensationelle 30-1 Ratio bei TD vs INT, und sein #1-WR Corey Davis gilt als angehender hoher Draftpick. Terrell macht fast 10 NY/A, Davis macht 15.5yds/Catch und hat 17 Touchdowns gefangen. Die Broncos machen pro Spiel rund 250 Pass-Yards und 250 Rush-Yards, sind also äußerst balanciert.

Es gibt nur wenige Anzeichen, dass die Partie spannend wird. Wenn, dann müssen wir abseits des Platzes suchen: Broncos-Headcoach P.J. Fleck wird derzeit bei vielen offenen Trainerstellen als Nachfolger gehandelt und gilt einem Aufstieg auf der Karriereleiter nicht abgeneigt. Wie sehr konzentriert sich Fleck noch auf das MAC-Finale? Hat er bereits seinen Megavertrag im Hintergrund abgeschlossen?

Ohio hat eigentlich nur diese eine Chance: Gegner konzentriert sich schon auf Neujahr, Gegner-Coach ist mit den Gedanken schon beim neuen Job. Frank Solich, Ohio-Headcoach, ist mit seinen 72 Lenzen ein Trainerfuchs, der alles gesehen hat, und der im Prinzip nur darauf wartet, dem Jungspund Fleck ein Schnippchen zu schlagen.

#4 Washington Huskies – #8 Colorado Buffaloes

Pac-12 Finale aus Santa Clara, 2h, FOX

Das natürlich viel größere Spiel ist das Pac-12 Finale, das bei usnow.tv zu sehen sein könnte. Washington und Colorado sind die Teilnehmer, die in den USA Erinnerungen an die 1990er Jahre wecken, als beide Unis einen Landesmeistertitel holten. Seither sind beide in tiefe Niederungen abgeschmiert: Washington war 2008 mal komplett sieglos, Colorado ist seit ich College Football schaue eigentlich nur zum Erbarmen.

Für beide Mannschaften kommt der gegenwärtige Aufschwung als Ergebnis von geglückten Trainer-Einstellungen: Washingtons Chris Petersen muss ich glaube ich niemandem mehr vorstellen. Petersen ist der Footballcoach, den ich neben Belichick und Chip Kelly vermutlich am meisten vergöttere. Petersen hat aus dem Durchschnittstrupp Washington in erstaunlich kurzer Zeit – 2016 ist sein drittes Jahr am Ruder – einen Playoff-Contender gemacht.

Bei Colorado sieht die Sache etwas anders aus: Dort ist Headcoach Mike MacIntyre in seinem vierten Jahr. Dass er überhaupt ein viertes Jahr bekam, grenzt nach 4-8, 2-10 und 4-9 Saisons in den ersten drei Jahren mit nur zwei Conference-Siegen (nicht pro Jahr, sondern insgesamt!) an ein Wunder. MacIntyre, dessen Philosophie ich vor ein paar Jahren schon einmal auf diesem Blog präsentiert habe, hatte alle seine Vorbereitungen auf das Jahr 2015 fokussiert – wo dann der Verletzungsteufel alles zunichtemachte.

Das Gute an der Misere von 2015: Colorado musste junge Backups aufstellen. Die Spielerfahrung dieser Jungs ist heute hauptverantwortlich dafür, dass Colorado eine der tieferen Kader im Football besitzt. Vor allem die Secondary gilt als ganz große Stärke, aber auch in der Offense konnten die Buffaloes einen wochenlangen Ausfall von QB Sefo Liufau locker wegstecken. Das hatte vor der Saison keine Sau zu träumen gewagt.

Zu erwarten ist hier eine Partie zweier disziplinierter Mannschaften. Washington hat die insgesamt explosivere Offense mit dem vermeintlich gefährlicheren Quarterback (Jake Browning: 40 TD, 7 INT), aber Colorado punktet mit einer durch und durch ausbalancierten Mannschaft, deren Defensive Backfield bislang immer in der Lage war, Gegners Offense gewaltig einzubremsen. Washington hat den in der Spitze besseren Kader und ist zurecht zu favorisieren, doch Colorado braucht sich im Quervergleich nicht mehr zu schämen, und es wäre keine völlige Sensation, sollten die Buffaloes hier das Upset schaffen.

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