NFL-Sonntagsvorschauer 2016, Week 13

Ein 13ter Spieltag ohne Divisionsduelle.


19h

Das P7 Maxx Spiel ist Baltimore Ravens (6-5) vs Miami Dolphins (7-4), die beste Rushing-Defense der Liga gegen Miamis Laufangriff, wo vor allem RB Jay Ajayi hochgelobt wird. Ajayi hat in den letzten 2-3 Wochen unerwartete Hilfe in Form von QB Ryan Tannehill bekommen, der erstmals in seiner nunmehr 5-jährigen Profikarriere sowas wie einen Groove gefunden zu haben scheint.

Es ist eine wichtige Partie im AFC-Rennen, denn beide sind nicht zwingend favorisiert, ihre Divisionen zu gewinnen – und dann sind die Tiebreaker im Wildcard-Rennen häufig ein wesentlicher Faktor.

Die New England Patriots (9-2) treffen auf die LA Rams (4-7). Es ist das erste Spiel der Patriots ohne TE Gronkowski, der heute Nacht auf die IR gesetzt wurde und damit für den Rest der Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Somit wird mehr Last auf TE Martellus Bennett fallen, der körperlich ähnlich gebaut ist wie Gronkowski und in lichten Momenten als ähnliche Waffe gilt, der aber längst nicht die Konstanz eines Gronkowski aufbringt.

Die Patriots hatten zudem in den letzten Wochen arge Defense-Probleme. Ob es mit dem Verkauf von LB Collins zusammenhängt, dass sich Seattle, San Francisco und für Phasen auf die Jets problemlos durch die Defense fräsen konnten? Inwiefern ist es überhaupt ein Problem gegen die anämische Rams-Offense, wo zwar mittlerweile QB Goff spielt, der aber hinter einer hoffnungslosen Offensive Line um sein Leben rennen muss.

Dann Atlanta Falcons (7-4) vs Kansas City Chiefs (8-3). Beide spielen in mittlerweile engen Divisionen, beide können sich im Prinzip nicht mehr viele Stolperer erlauben. Atlanta ist für mich noch immer schwer zu greifen: Die Mannschaft fährt an guten Tagen eine sensationelle Offense auf, hat in der Defense in guten Momenten einen DE Beasley, der zum Sackmonster geworden ist, aber CB Trufant fällt für den Rest der Saison aus – eine massive Schwächung der Abwehr.

Kansas City hat mit seiner risikolosen Offense erstaunlich viele Comeback-Siege auf dem Konto. Die Chiefs haben nun mit den Edge Rushern Houston, Hali und Ford drei gewaltige Einzelkönner ni der Verteidigung, aber trotzdem waren die Leistungen in den letzten Wochen schwankend.

Dann New Orleans Saints (5-6) vs Detroit Lions (7-4) aus dem Superdome. Die Lions zuletzt mit verbesserter Defense, allerdings gegen unterirdische Offenses wie Minnesota oder Houston. Ich befürchte hier einen Kollaps der Defense, wenn QB Brees und die WRs Thomas/Cooks auf heimischem Boden aufmarschieren.

Bei Denver Broncos (7-4) vs Jacksonville Jaguars (2-9) müssen die Broncos ohne ihren etatmäßigen QB Siemian antreten. Er wird durch Rookie Paxton Lynch vertreten, dessen bisherigen Auftritte meh waren.

Und natürlich Green Bay Packers (5-6) vs Houston Texans (6-5). Die Packers letzte Woche mit einer wiederbelebten Offense. Heute geht es gegen Houston, das ohne Watt und Clowney antritt – aber glaubt man den Auguren, so haben die Texans eine ausreichend flexible Defense um die Ausfälle zu kaschieren. Was sie nicht kompensieren können: Ihre katastrophale Offense um QB-Fehleinkauf Osweiler.

Cincinnati (3-7-1) vs Philly (5-6): Die Bengals haben bereits resigniert und die Saison abgeschrieben. Mit entwickelter Offense Line, einem weiteren Playmaker in der Offense und einem etwas quickeren Linebacker-Corps ist Cincinnati für nächstes Jahr wieder ein Superbowl-Contender. Bei den Eagles wird man nach 6 Niederlagen in den letzten 8 Spielen einigermaßen nervös und droht, den Anschluss in der NFC East zu verlieren. Eine weitere Niederlage heute und die Eagles können die Playoff-Träume 2016 abschreiben.

22h

Oakland Raiders (9-2) vs Buffalo Bills (6-5) ist eine der spannenderen Ansetzungen am heutigen Tag. Die Raiders marschieren vorneweg von Sieg zu Sieg, auch wenn es häufig knapp ist und die Defense ein echtes Torso ist. Buffalo ist nach Effizienz-Metriken eine der besseren Mannschaften des Jahres, hat aber viele knappe Niederlagen auf dem Konto. Für die Bills spricht heute die extrem gute Rushing-Offense um RB McCoy sowie die Rückkehr von Star-WR Sammy Watkins, der dem Passspiel eine neue Dimension geben wird. Für die Raiders sprechen Heimvorteil und die starke Passing-Offense.

Pittsburgh Steelers (6-5) vs New York Giants (8-3) ist das Aufeinandertreffen einer starken Steeler-Offense und einer starken Giants-Verteidigung, die in den letzten Wochen zu sich gefunden hat. Bei Pittsburgh sind jetzt die „Triplets“ QB Roethlisberger, RB Bell und WR Brown endlich alle fit. Die Giants haben eine derartige Offense noch die ganze Saison über nicht gesehen – vielleicht die Saints in Woche 2, aber damals hatten sie Heimvorteil.

Die Giants sind eher eine Einmann-Offense um WR #13 Beckham. QB Manning spielt eher eine durchwachsene Saison, vermeidet aber zumindest die Crunch-Time Böcke und ermöglicht den Giants damit etliche enge Siege.

Arizona (4-6-1) vs Washington (6-4-1) fühlt sich die ein „Trap Game“ für die Redskins an. Der große Preseason-Favorit Arizona ist aus allen Träumen gerissen, hat aber eine starke Pass-Verteidigung um QB Cousins zu ärgern.

San Diego (5-6) vs Tampa Bay (6-5) ist ein Duell zweier unberechenbarer Mannschaften. Die Chargers spielen eigentlich besser als ihr Record aussagt, vergeigen aber machbare Siege en masse. Die Buccs sind eher schwächer einzuschätzen als 6-5, aber in den letzten Wochen haben QB Winston und vor allem der überragende WR #13 Evans zu sich gefunden und fahren nun eine in Ansätzen großartige Offense auf.

Sunday Night Game

Ab 2h30: Seattle Seahawks (7-3-1) vs Carolina Panthers (4-7). Im Jänner besiegte Carolina im „heimlichen NFC-Finale“ in den Divisional Playoffs die Seahawks 31-24 nach 31-0 Halbzeitführung. Carolina ließ es danach sehr gemächlich angehen und die Seahawks auf 7 Punkte herankommen. Das liest sich dramatischer als es ist, denn die Seahawks hatten keinen einzigen Ballbesitz, in dem sie das Spiel hätten ausgleichen können.

Aber: Es zeigte die extrem konservativen Tendenzen von Headcoach Rivera, der den Panthers diese Saison bereits den einen oder anderen Sieg geraubt oder zumindest streitig gemacht hat. Carolina tendiert dazu, brutal zurückhaltend zu werden, führt es einmal. Das begann in den Playoffs gegen Seattle – und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Rivera es damals richtig angelegt hat. Ich bin tendenziell eher dafür, eine Schwäche beim Gegner auszunutzen wo es nur irgendwo geht, denn zurücklehnen wird in der NFL gerne schwer bestraft.

Ab nach 2016: Seattle wird seiner Mitfavoritenrolle einmal mehr gerecht, bleibt aber aufgrund anhaltender Offense-Line Probleme ein schwer einzuschätzender Wackelkandidat Woche ein, Woche aus. Carolina kann die Saison abschreiben, dank schwacher Offense Line, aber auch aufgrund besagt ängstlichem Rivera-Coachings.

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11 Kommentare zu “NFL-Sonntagsvorschauer 2016, Week 13

  1. Heute gilt mein Augenmerk den Buffalo Bills. In der Season 2014 verloren sie alle Games gegen die AFC West, aber die 24: 26 Niederlage in Oakland (3:12) in der vorletzten Runde (8:7) hat sie wahrscheinlich eine Wildcard (gegen Ravens) gekostet.

  2. Ich werde mich heute wohl auf ATL-KC und PIT-NYG konzentrieren. NO-DET klingt auch noch ganz nett. RedZone bin ich für dieses Jahr wohl übersättigt.

  3. AFC Wildcard: die Bills (-5) können um den 6. Seed ihre Chancen wahren, WENN sie bei einem Sieg in Oakland die Direktbegegnungen zu Hause gegen die Steelers (-5) und Dolphins (-4) für sich entscheiden. Dazwischen noch Cleveland und im letzten Game die Jets in NY.

  4. Meine Fresse, Baltimore sieht grade echt verdammt gut aus, grade ein Monster von einem Drive 18-Play, 88 yds, 8:57 min zum 21-0.
    Aber dazwischen auch wieder eine ganz schön dumme INT von Flacco

  5. @couchballer:
    Hab das mit Jeff Fisher auch gesehen und mir nur gedacht, was da wohl falsch geht 😀 Dieser sog. Head Coach kann es sich erlauben, in der Pressekonferenz vor dem Patriots Spiel von den Patriots RBs zu reden, die es nichtmal mehr wirklich gibt:

    “I’ve been impressed with Brandon and what he’s done out of the backfield. You’ve got to deal with him, in addition to Danny. You’ve got playmakers all around, so we have to play sound defense.”

    1) Brandon Bolden ist Backup RB und Core-Special Teamer. Hat sich gegen Buffallo in Woche 4 verletzt. Hat meines Wissens seither nichtmal mehr nen Snap für die Offense gespielt. (Korrigiert mich wenn ich falsch liege).

    2) Danny Woodhead spielt für die San Diego Chargers. Seit 2013. Hat sich in Woche 2 das Kreuzband gerissen und ist auf IR. (Zugegeben, vielleicht meinte Fisher auch Danny Amendola, WR).

    -> Ich denke, der Punkt ist klar. Fisher redet vor der Saison von „that’s some 7-9 bullshit“ und lebt diesen 7-9 bullshit selbst vor, indem er einen extrem unqualifizierten Eindruck macht. Wenn ich als HC mit Defense Hintergrund nichtmal die Spieler des Gegners kenne, wie will ich dann einen guten Gameplan gegen jenes Team erarbeiten. Für mich völlig unverständlich, wie so jemand eine Vertragsverlängerung bekommen kann.

    Quellartikel hier:
    http://www.patspulpit.com/2016/11/30/13800190/rams-head-coach-jeff-fisher-doesn-t-know-the-patriots-running-backs-or-is-a-time-traveler

  6. Wie ich schon gestern schrieb: Die Vertragsverlängerung war eine Frage der Zeit. Rams-Owner Kroenke hat vor vielen Monaten, vielleicht vor 2-3 Jahren, schon klargemacht, dass ihn der sportliche Part der NFL erst interessiert ab dem Moment, an dem das NFL-Stadion eröffnet wird. Also 2019, mit einem Jahr Vorlaufzeit vielleicht 2018.

    Fisher passt perfekt auf dieses Team. Hätte Kroenke Fisher nicht gewollt, hätte er ihn bereits letztes Jahr feuern müssen, bevor Fisher und sein Stab Millionen und etliche Draftpicks in den QB der Zukunft investieren.

    Hat er nicht. Also auch eine Weiteranstellung Fishers keine Überraschung – zumindest vorerst nicht.

  7. Okay danke für die Aufklärung. Wusste nicht, dass Kroenke kein Interesse am sportlichen Erfolg hat (vorerst).

  8. „Katastrophale Offense um QB-Fehleinkauf Osweiler“? Auf den Kommentar hin habe ich mir dann doch mal Packers-Texans komplett angesehen. Brock hat nicht schlecht gespielt. Es war eiskalt, seine WR (inklusive Hopkins) haben des Öfteren gut geworfene Bälle fallengelassen, seine O-line ist nicht HOF-Kaliber, sein Top-RB ist im 1.Viertel ausgefallen. Aber Brock war nicht schlecht. Waren gute Pässe und Läufe dabei. One-score-game gegen die Packers. Aktuell überbezahlt? Mag sein. Aber „Fehleinkauf“ würde ich (noch) nicht sagen.

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