NFL Power Ranking 2016 – Week 13

Power Ranking der kleinen Schritte.


Wenige wesentliche Veränderungen in dieser Woche. Auffällig bleibt, dass sich Seattle als „komplettestes“ der Spitzenmannschaften präsentiert, natürlich auch geboostet von einem Kantersieg über die Carolina Panthers, die zum ersten Mal in dieser Saison wirklich zurückfallen (runter auf #19).

Seattle und New England sind die gefühlten Favoriten in ihren jeweiligen Conferences, aber beide haben in den letzten Tagen gewaltige Ausfälle zu beklagen gehabt: Bei den Seahawks musste FS Earl Thomas runter, in New England wurde TE Gronkowski auf die IR gesetzt. Du kannst argumentieren, dass die Teams damit ihren jeweils besten Verteidiger bzw. Angreifer verlieren.

Das Feld zwischen #7 Arizona und #12 Kansas City ist nicht einmal durch einen Prozentpunkt voneinander getrennt – das entspricht ca. einem halben Punkt Leistungsstärke. Eine Completion in Week 4 statt Drop, und die Chiefs sind drei Plätze weiter vorn… okay, bei Alex Smith auf QB vielleicht eher nicht, aber ein Raiders-QB Carr hätte vielleicht die 20yds-Completion angebracht, die notwendig ist um die Top-10 zu cracken.


Die Raiders bleiben derweil das Team mit der besten Crunchtime-Bilanz: 7-1 in engen Spielen. Da ist mit 10-2 Siegen leicht stinken. Was man diesen Jungs aber zugutehalten muss: Ihre Leistungskurve geht seit Wochen beständig nach oben. Waren sie noch im Oktober unterdurchschnittlich trotz vieler Siege, so sind sie nun ein veritables überdurchschnittliches Team.

Die „Close Game Spezialisten“ von 2016 sind neben den Raiders die Cowboys (6-1), Giants (7-2) Houston (5-1), Kansas City und Miami (jeweils 6-2) sowie mit Abstrichen Detroit mit 7-4, wobei die Lions am Sonntag ihr erstes „klares“ Spiel bestritten haben und in New Orleans sensationell gewonnen haben.

Die Loser-Truppen in engen Spielen sind neben Cleveland (0-4) die Eagles (0-4) und 49ers (0-3) sowie die 1-4 Bears, 2-6 Jacksonville Jaguars und 2-5 Carolina Panthers. Sie alle sind keine guten Mannschaften, haben aber Pech, nicht zumindest das eine oder andere Spiel mehr gewonnen zu haben.

Playoff-Rennen

NFCDallas ist mit 11-1 durch, nicht schlecht für ein Team, dem nicht nur ich im Sommer nichts zugetraut hatte. Den #2 Seed hält im Moment Seattle (8-3-1) und niemand zweifelt daran, dass die Seahawks zumindest dort bleiben werden. Detroit ist mit 8-4 Siegen momentan auf #3, in der AFC South hält Atlanta (7-5) knapp den Tie-Breaker gegenüber Tampa Bay.

Im Wildcard-Rennen sind die Giants trotz jüngster Pleite in Pittsburgh in exzellenter Position (8-4), wobei die Buccs (7-5) aktuell den #6 Seed halten. Die Wildcard-Kandidaten dahinter sind Washington (6-5-1), Minnesota und Green Bay (jeweils 6-6) sowie eventuell Arizona mit 5-6-1.

New Orleans dürfte mit 5-7 höchstens noch über den Divisionssieg in die Playoffs rutschen. Philadelphia (5-7) hat in der NFC East einen ganz schweren Stand und ist quasi eliminiert.

Vor allem das Divisionsrennen in der NFC North halte ich noch für völlig offen, da ich den Lions noch immer nicht wirklich traue. Sie halten zwar zwei Spiele Vorsprung gegenüber den Vikes (plus Tie-Breaker), aber für den Fall, dass die Packers zu Weihnachten gegen Minnesota gewinnen, wird es brutal eng, da am letzten Spieltag noch das direkte Duell gegen Green Bay wartet.


AFCOakland aktuell am #1 Seed, aber die Raiders haben die schwierigere Position als #2 New England (beide 10-2), da die Patriots in ihrer Division mit klarem Vorsprung auf Miami (aktuell mit 7-5 aus den Playoffs) und Buffalo (6-6) führen. Oakland muss sich dagegen mit lästigen Plagen wie #5 Kansas City (9-3) und #6 Denver (8-4) herumschlagen. Morgen geht es für die Raiders nach Kansas City zum direkten Duell…

#3 ist aktuell Baltimore (7-5), das gegen Miami sogar Anzeichen von Leben gezeigt hat. Baltimore hält den Tie-Breaker über Pittsburgh (7-5, aktuell außerhalb der Playoffs), muss aber am Christtag natürlich noch zu den Steelers und hat zudem diesen Montag ein Monday Night Game @New England.

Da die Teams in der AFC West vornewegmarschieren, könnte für alle anderen Divisionen ein Ergattern einer Wildcard schwierig werden. Insofern wird Steelers/Ravens ein ganz großes Spiel für Playoff-Implikationen. Auch Buffalo hat mit 6-6 noch kleine Playoffchancen.

In der AFC South dürfte mal wieder der #4 Seed zuhause sein: Houston, Indianapolis und Tennessee aktuell mit 6-6 gleichauf. Sieger kannst du dir auswürfeln bzw. auf Andrew Luck vertrauen.

Und ganz unten

Die diese Woche spielfreien Cleveland Browns krebsen derweil noch immer darniederliegend mit 0-12 am Boden. Sie sind auch mit .21 Siegchance gegen ein durchschnittliches Team auf neutralem Boden das schlechteste Team der Liga – aber sie sind nicht so schlecht wie einst Anno 2008 die Detroit Lions, die die Saison mit sensationell schlechten 12% Siegwahrscheinlichkeit abschlossen.

12%. Das ist jedes vierte Spiel gegen ein durchschnittliches Team. Aber selbst das bedeutet in einer „normalen“ Saison noch ein Sieg in jedem achten Spiel, also eine 2-14 Bilanz.

Die Browns performen am Liga-Bodensatz, aber sie sind als noch immer siegloses Team auch etwas vom Pech verfolgt. Ein Team mit ihren Effizienz-Stats gewinnt im Schnitt in einer Saison gegen durchschnittlichen Schedule 3.5 Spiele. Die Browns 2016 haben aber überdurchschnittlichen Schedule (#5 der Liga) und sind 0-4 in engen Spielen, mit äußerst unglücklichen Niederlagen gegen Baltimore und Miami.

Cleveland hat noch folgende Spiele und Siegchancen:

  • Vs Cincinnati 25%
  • @Buffalo 13%
  • Vs San Diego 23%
  • @Pittsburgh 12%

Macht in Summe eine 44%ige Chance, dass die Browns alle vier Spiele verlieren. Das fühlt sich natürlich relativ niedrig an, gemessen an der Tatsache, dass außer vielleicht die Bengals noch alle Teams irgendwo am Eck um die Playoffs bzw. gar um ein gutes Seeding mitspielen. Und die Bengals sind der Erzrivale.

Detroit 2008 war eine Mannschaft, die 0-16 „brauchte“ um die Zeichen der Zeit endlich zu kapieren und Tabula Rasa zu machen. Die Lions konnten sich hernach ohne interne Widerstände sanieren. Cleveland hat diesen Prozess bereits eingeläutet. Die Browns müssen kein 0-16 mehr durchstehen um es zu begreifen, außer Owner Haslam beginnt in geistiger Umnachtung aufgrund eines 0-16 alles in Grund und Boden zu feuern was bei drei nicht auffm Baum ist. Cleveland, eine sehr große, prägende NFL-Franchise, darf nicht das Schicksal der Lions erleiden.

NFL Power Ranking 2016 - Week 13.png

Und so liest sich das ganze: Die erste Sektion (WP | E16) beschreibt die Stärke der jeweiligen Mannschaft. WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16). Die zweite Sektion (SOS | Rs) beschreibt die Stärke des Schedules und die Platzierung des Schedules. OFF ist die Platzierung der Offense, DEF die Platzierung der Defense. LW ist die Platzierung der entsprechenden Mannschaften in der letzten Woche.

Hier zum Durchklicken die weiteren Daten – sorry, Leseanleitung nicht mehr in der Zeit, kommt hoffentlich nächtes Mal:

Wahrscheinlichkeiten

Letzte Woche wieder 10-5 Bilanz für das Power-Ranking, das damit über die Saison 48-24 korrekte Tipps an Land gezogen hat (67%). Gegen den Spread dagegen nur 7-8, was mit 37-34 über die Saison nur noch knapp positiv ist (52%) und weit unter Range „Geld verdienen“.

Abschließend: Freue dich auf ein Wochenende nicht nur mit wichtigen Matchups (KC-OAK, NYG-DAL, NE-BAL), sondern auch auf neun Partien, die innerhalb von 2 Punkten erwartet werden!

Wahrscheinlichkeiten, Week 14.png

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7 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2016 – Week 13

  1. Ich verstehe diese Powerrankings nicht, Sätze wie „…Da ist mit 10-2 Siegen leicht stinken.“ lassen mich extrem zweifeln. Klar können sie sich zu den Panthers entwickeln und nächstes Jahr abstürzen. SIe haben das Talent und alles funktioniert.
    „…Cleveland (0-4) … Carolina Panthers. Sie alle sind keine guten Mannschaften,…“ auch wieder so eine Einschätzung (anhand von Statistiken) die Ich nicht verstehen kann. Die Panthers spielen dieses Jahr nicht schlecht, aber auch nicht gut. Cleveland das gleiche in Brown!

    Anhand von Statistiken sich über Stärke und Schwächen eines Teams festzulegen ist gewagt.
    Um die Teams richtig einzuschätzen brauch man Tape, Tape und nochmals Tape!

    PS: Seattle ist für mich kein Komplettes Team, Patriots sind das einzige komplette team in der NFL! und das sag ich als Seahawker.

  2. @Elmo:
    Mit „leicht stinken“ ist glaub ich gemeint: Wenn die Raiders nicht 7-1 in engen Spielen sondern sagen wir mal 4-4 gehen, wäre ihr record nicht 10-2 Siegen, sondern 7-5. Damit wären sie hinter Kansas City (9-3) und Denver (8-4). 7-1 in engen Spielen heißt für mich persönlich: gegen Ende des Spiels das Quäntchen Glück mehr als der Gegner und man gewinnt das Spiel, denn ein Drop oder Catch entscheidet oftmals, ob ein Scoring Drive vorzeitig gestoppt wird oder nicht, und das ist dann in einem „engen Spiel“ die Entscheidung.

    Ich als Patriots Fan würde die Patriots auch nicht als komplettes Team bezeichnen. Wie man diese Woche die Rams dominiert hat, war schön. Aber es waren auch die Rams. Die Woche davor gegen ein Jets-Team (das diese Woche von den Colts vermöbelt wurde) war das keine so klare Geschichte und wurde erst im 4. Quarter entschieden – wenn ich mich recht erinnere.
    Halte die Patriots Defense manchmal noch zu labbrig, da kommt teilweise viel zu wenig Druck auf den QB. Das hängt auch mit dem Playcalling in der Defense zusammen – da gab’s ein paar Spiele, in denen sehr selten geblitzt wurde und auch mit den 3 bis 4 Standard-Rushern kein Druck ausgeübt werden konnte. (Rams Spiel war das Gegenteil: mehr Blitzes, u.a. zwei CB blitzes von Logan Ryan, an die ich mich erinnern kann. Hängt auch mit Belichicks Behandlung von Rookie QBs zusammen, gegen die die Pats häufig blitzen.)

    Gruß patpicksix

  3. Ich finde das „leicht stinken“ durchaus angebracht. Wie patpicksix schon gesagt hat, etwas weniger Glück in den „Münzwurf-Spielen“ und man steht 8-4 oder 7-5. Dieses Jahr gibt es mMn kein komplettes Team. Bei den Patriots, Raiders Falcons und Cowboys ist die Defense sehr fragwürdig, bei den Broncos, Chiefs und bei Baltimore ist die Offense sehr dürftig. Andere Teams wie Pittsburgh oder Green Bay haben viel Potential, spielen aber sehr inkonstant.

  4. Als Zusatz zum Kommentar von Patpicksix:

    Wie komplett die Mannschaften sind, zeigt der in der Gallerie verlinkte Graph: Kein Team fühlt sich im rechten oberen Quadranten (gute Offense + gute Defense) zuhause.

    Dieses Power Ranking misst die Effizienz jeder Mannschaft in jedem Spielzug und gewichtet diese gegen dis bisher gespielten Gegner sowie den Beitrag jeder Statistik zu Gewinnen und Verlieren.

    Was es nicht misst, ist die Qualität von in-Game Entscheidungen und den Anteil des Zufalls an der bisherigen Bilanz.

    Was es nur indirekt misst, sind Leidenschaft, Arbeitseinsatz, Momentum und Toughness.

    Ich weiß, wie diese Statistiken zustande kommen und ich weiß, wie ich sie erstellt habe. Ich weiß, wie oft ich sie hinterfragt habe. Ich weiß, wo die Schwächen liegen. Ich stehe für sie gerade.

    Wie viel man solchen Statistiken Glauben schenken mag, soll jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man mich zwischen Bauchgefühl und Zahlen entscheiden lässt, weiß ich, wem ich vertraue.

  5. Einige Anmerkungen zu den Spielen, die ich diese Woche noch gesehen habe:
    Lions Defense sah sehr überzeugend aus. Saints setzen fast nur auf Passing Game, aber Drew Brees mit 3 Picks und 0 TDs. Stafford dagegen mit 8.1 YPA sah sehr solide aus, insbesondere das Zusammenspiel mit Tate klappte sehr gut.

    Giants Offense kam gegen die Steelers nie wirklich in einen Rhythmus, OBJ muss wirklich den Alleinunterhalter spielen. Auf der anderen Seite hatten sie Antonio Brown einigermassen im Griff, dafür hatte Green ein 100yard Game, dessen Name mir bisher unbekannt war. RB Bell mit 114yards auf dem Boden und dazu noch 6 catches für 64yards- sehr beeindruckend. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Steelers Offense das Non plus ultra sein kann. Bisher war ja immer irgendwer verletzt, aber wenn sie jetzt so weitermachen können, einen groove finden, wird das ein richtig geiles Matchup gegen die Ravens D.
    Dagegen scheinen die Giants vom relativ einfachen Schedule und Siegen in engen Spielen profitiert zu haben.

    Chiefs@Falcons war eindeutig das unterhaltsamste Spiel. Chiefs Gameplan bestand anscheinend darin, das Gegenteil zu machen, was man von ihnen normalerweise erwartet. Smith mit 10.8 YPA(!), dadurch sah die Offense auch wirklich explossiv (!!!) aus. Beispiel erster Drive: 4 plays 72yards mit completion über 21 und 35 yards. Zudem liess Reid auch zwei Mal ein 4th down ausspielen. Auf der anderen Seite gab es aber auch untypisch viele Strafen.
    Aber auch die Falcons Offense marschierte übers Feld, die Chiefs Defense um Justin Houston, der letzte Woche ein tolles Spiel zeigte, erhielt keinen Zugriff auf Ryan. Was am Ende den Unterschied ausmachte:
    – Falcons mussten in der ersten Hälfte zwei Mal ein 22 yard FG versuchen
    – Ein Fake FG von KC, das für einen 55 yard TD Lauf sorgte
    – Eric Berry mit einem Pick Six
    – 4:28 vor Schluss Falcons mit dem TD zur 1 Punkte Führung, 2pt Conversion wird wieder von Berry abgefangen und für 2 zurückgetragen- 1 Punkte Führung Chiefs, die danach den Ball nicht mehr abgeben.

    49ers@Bears war wohl eines der schlechtesten Spiele der Saison, wenn nicht sogar der letzen Jahre. Zum ersten Mal seit 1988(?) gab es im ersten Viertel keine Completions. Durch den Schneefall setzten beide Teams komplett aufs Laufspiel. Dabei hatte SF die Nase vorn. Während der 2 Minute Warning kamen die Bears aber dann auf die Idee, dass man das Ei ja auch bei Schneefall werfen kann. Von da an dann nur noch die Bears mit 26 Punkten. Während Kaepernick auf dem Feld stand: 1-5 für 4 yards und 5 Sacks. Kein Wunder also, dass ein Wechsel von ihm wieder heiss diskutiert wird. Allerdings fand ich seine Leistungen in den letzten Spielen gar nicht schlecht. Meine Hoffnung für die Offseason: Kaep behalten, Baalke feuern, Draftpicks in die Secondary, WR, LB und Oline stecken.

  6. @elmo: wie List du denn aus dem tape die Stärke eines Teams – rein interessehalber?

    Wenn ich tape schaue geht es mir vor allem darum Spielzüge zu verstehen und Tendenzen zu erkennen.

    Für mich ist dieser Block eine kleine Erleuchtung gewesen, ein besseres Erklärmodel habe ich noch nicht gefunden, auch weil es eigene Fehler gut erklärt.
    Allerdings ist damit auch ein wenig der Zauber der nfl verschwunden.

  7. Pingback: Wie lese ich das Sideline Reporter Power Ranking? | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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