NFL 2016, Woche 14: Sonntagsvorschauer

Noch vier Spiele. Damit auch wieder vollgepackte Spielpläne. Mit Titans und Browns hatten vergangenes Wochenende die beiden letzten Mannschaften ihre Bye Weeks. Bis zum Ende der regulären Saison sind jetzt wieder alle an Deck. Die Titans haben die Pause hoffentlich gut für ihr Topspiel heute um 19.oo Uhr genutzt.

Frühschicht, 19.00Uhr

Vikings (6-6) @ Jaguars (2-10)
Cardinals (5-6-1) @ Dolphins (7-5)
Chargers (5-7) @ Panthers (4-8)

Do-or-die-Spiele für die Auswärtsmannschaften in den drei Interconference-Games um 19.00Uhr. Die Vikings sind seit ihrem 5-0-Start implodiert. Den einzigen Sieg seitdem gab es ausgerechnet gegen die Arizona Cardinals, sehr freakig mit mehreren Return-Touchdowns. Carson Palmer wurde dabei von Minnys Pass Rush so böse verkloppt wie sonst kaum jemand in dieser Saison. Diese Schwäche in der Pass Protection haben sie selber aber auch; wenn Jacksonvilles Defense noch einigermaßen motiviert ist, wird man schon auf ein oder zwei Bortles angewiesen sein, um zu gewinnen. Dabei kommt erschwerend hinzu, daß Safety Harrison Smith dieses Jahr wohl nicht mehr von seiner Knöchelverletzung zurückkehren wird.

Die Cards haben letzte Woche beim Sieg gegen Washington ihr erstes starkes Spiel seit dem 6-6 gegen Seattle am 23. Oktober gemacht. Die Pass Protection bleibt die große Not, aber gegen Miami ist laufen eh besser, das könnte wieder eine große David-Johnson-Show werden.

San Diego ist noch nicht ganz raus, sie können sich noch eine Wild Card holen mit 9-7, wenn man ganz fest daran glaubt.

Broncos (8-4) @ Titans (6-6)
Texans (6-6) @ Colts (6-6)
Bengals (4-7-1) @ Browns (0-12)
Steelers (7-5) @ Bills (6-6)

Hauptgang AFC: Aktuell ginge die zweite Wild Card an die Broncos mit 8-4. Die haben nun aber den denkbar ungünstigsten Gegner vor der Brust. Das Rezept gegen Denvers Verteidigung ist bekannt: man halte sie mit vielen RBs und TEs in ihrer Base-D; dann laufe man ab durch die Mitte oder attackiert mit RBs/TEs auf Paßrouten die LBs. Das ist nun genau das Spiel der Titans.

Dieses Heimspiel könnte nach dem Abmetzeln der Packers in Woche 10 (fünf Touchdowns in der ersten Halbzeit) der zweite signature win der Ära Mularkey/Mariota werden. Bei Denver wird Trevor Siemian wohl wieder spielen können (Fußverletzung). Siemian sieht um Längen besser aus als Paxton Lynch und mausert sich langsam zu einem richtigen NFL-Starter, noch scheint er besser zu werden und niemand hat sein ceiling gesehen. Das Laufspiel dagegen sitzt in einem Loch und buddelt immer noch weiter. Nach C.J. Anderson sind jetzt auch Back-up Kapri Bibbs und FB Janovich auf IR gelandet. Damit spielt der überforderte Devontae Booker die Hauptrolle. Ob Gary Kubiak jetzt noch einen RB findet, der wirklich helfen kann?

Anyhow: Match-up paßt, Heimspiel, letzte Woche spielfrei: das upset special um sieben.

Parallel spielen die beiden anderen 6-6-Teams aus der AFC South. Brock Osweiler gegen Andrew Luck. Must-Win Game für die Colts. Steelers-Bills wird wohl im Schnee/Schneeregen gespielt werden, damit ist alles offen. Von richtig vollem Schnee profitieren in der Regel starke QBs, weil der Pass Rush nicht in Tritt kommt. Bei (Schnee-)regen sollte man sich lieber aufs Laufen verlegen, weil der Ball sehr glitschig und damit kaum zu fangen ist. Regen: Vorteil Buffalo. Schnee: Vorteil Pittsburgh.

Redskins (6-5-1) @ Eagles (5-7)
Bears (3-9) @ Lions (8-4)

In den letzten fünf Spielen hat Washingtons Angriff dreimal mehr als 500 Yards abgerissen – aber nur einmal mehr als 27 Punkte gemacht. Es ist das alte Problem Red Zone Efficiency, kaum jemand kann erklären, wie das kommt und wann das wieder weggeht. Meistens verschwindet es aber ganz überraschend. Red Zone Efficiency ist eine der Metriken mit der höchsten Volatilität. Insgesamt ist Washingtons Angriff mittlerweile einer der besten und schönsten der NFL, jetzt kommt auch noch All-Pro LT Trent Williams nach vier Spielen Sperre zurück.

Auf der anderen Seite sind die Eagles in den letzten drei Wochen einfach in sich zusammengesackt. 15-26, 13-27, 14-32 waren die Ergebnisse. Zwar gegen gute Teams mit SEA, GB, CIN, aber dermaßen überfordert, daß man im Sommer schwer wird arbeiten müssen, wenn man nächste Saison in die Nähe der Playoffs kommen will. Komischerweise war es in der Defense vor allem der Pass Rush und 3rd Down Defense, die den Iggles das Genick gebrochen hat. Das ist sehr untypisch für eine Jim-Schwartz-Unit, zumal auch keine wichtigen Spieler verletzt haben. Aber: Divisionsduell im Dezemeber, eine enttäuschte Mannschaft hat die Chance, dem Rivalen in die Playoffsuppe zu spucken, das kann sehr spannend werden.

Spätschicht, 22.05Uhr/22.25Uhr

Jets (3-9) @ 49ers (1-11)
Falcons (7-5) @ Rams (4-8)
Saints (5-7) @ Buccaneers (7-5)
Seahawks (8-3-1) @ Packers (6-6)

Die NFC South ist weit offen. Die Saints haben insgesamt noch drei Spiele gegen Bucs und Falcons, sind also auch noch nicht ganz raus. Tampa ist derzeit in der Kategorie Frittenfett mit vier Siegen in Folge, davon die letzten drei gegen große Hausnummern: in Kansas City, gegen Seatte, in San Diego. Die Verteidigung würgt das gegnerische Paßspiel ab und sammelt Turnovers: 11 Turnovers in vier Spielen. Das wird sich nicht halten lassen. Aber um zu sehen, wie gut die Paßverteidigung mittlerweile ist oder nicht ist, bietet sich niemand besser an als Drew Brees (3913 Yards, 71,4Cmp%, 30 TDs/11INT, 7,5ANY/A).

Es gibt viele Leute, die behaupten, die „What’s-wrong-with-Aaron-Rodgers“-Ära begann am 18. Januar 2015. An diesem Tag hat ihm sein Coach McCarty mit einer unerklärlich katastrophalen Leistung die Chance auf den zweiten Super Bowl genommen, Gegner damals: Hawks.

So langsam sieht das in Green Bays Angriff wieder besser aus. Davante Adams scheint sich endlich als Nr.1 WR zu etablieren, Jordy Nelson hat auch wieder Rodgers‘ Vertrauen gewonnen, Randall Cobb ist die gute Nr. 3 und Allzweckwaffe Ty Montgomery macht immer zwei, drei wichtige First Downs pro Spiel. Die Verteidigung bekommt so langsam all ihre Verletzten wieder zurück (außer die LBs heute) und sieht dann auch gleich viel besser aus. Das wird ein ganz harter Test für die Hawks, die sich jetzt erstmal an eine Defense ohne Earl Thomas gewöhnen müssen.

Sunday Night Football

Cowboys (11-1) @ Giants (8-4)

Die Einschläge kommen näher bei den Cowboys. Seit ihrer Bye Week in Woche 7 haben sie einige Spiele nur glücklich gewinnen können: das OT-Game gegen Philly, der wilde Shootout in Pittsburgh, das Gegurke in Minnesota letzte Woche. Bei den Giants sieht es ähnlich aus: sechs Siege in Folge vor der Niederlage am letzten Sonntag gegen Pittsburgh, aber davon waren einige auch mehr Glück als Verstand. Zwei Fragen, die ich mit in das Spiel nehmen heute. 1) Können die Giants endlich mal einen ausgewogenen Game Plan mitbringen? Es wird seit Wochen immer dünner und eindimensionaler, bei 3rd Downs scheint mittlerweile nur noch „Slant zu OBJ“ im Playbook zu stehen. 2) Bricht die Defense der NYG nach der Verletzung von JPP zusammen? Pierre-Paul hat seit der Bye Week überragend gespielt, gegen Paß und Lauf. Idealerweise bekommen wir auch noch Frage 3) wie macht sich Rookie QB Prescott bei Rückstand auswärts in einem Divisionsduell. Aber bei der Eindimensionalität der Giants Offense und dem Ausfall JPPs, wahrscheinlich nicht.

Advertisements

5 Kommentare zu “NFL 2016, Woche 14: Sonntagsvorschauer

  1. Bei Titans vs. Broncos halte ich mal etwas dagegen. Ja, die Titans haben sich positiv entwickelt und sind jetzt immerhin Mittelmaß,aber ich will erstmal sehen, wie Mariota spielt, wenn er heute wieder mehr Druck bekommt. Gegen richtig gute D`s musste er seit Wochen nicht mehr ran.
    Habe mir das letzte Spiel in Chicago angesehen und da müssen sie trotz 27-7 Führung gegen einen Gegner ohne Offense verlieren. Einzig die Angst vorm gewinnen bei den Ersatzreceivern der Bears hat die Niederlage verhindert. Heute fällt mit Casey wahrscheinlich ein ganz wichtiger Spieler in der Front Seven aus und die Secondary ist leider nach wie vor gar nix.
    Meiner Meinung nach, sollte es heute für die Broncos reichen, wenn Siemian das Spiel mit wenig Fehlern managen kann. Selbst Matt Barkley hat nach Startschwierigkeiten die Lücken in der Secondary gefunden.
    Aber ich gebe dir recht: Für mich ist das um 19 Uhr das spannendste Spiel und für die Titans spricht zumindest mal die Bye Week.

  2. @couchballer: Er schreibt doch, dass Buffalo bei Schneeregen im Vorteil wäre, weil dort üblicherweise das Running-Game dominiert. Wenn es allerdings kein Schneeregen, sondern Schnee ist, sollte Pittsburgh im Vorteil sein, weil man das klar bessere Passing Game hat.

  3. Pingback: NFL zum Abendessen: Woche 14 im Liveblog | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s