Vorschau-Quickie auf Sonntag, Week 15

Ein hochkarätig besetzter 15ter Spieltag heute Abend.

Frühschicht um 19h

  • Chicago Bears – Green Bay Packers
  • Houston Texans – Jacksonville Jaguars
  • Buffalo Bills – Cleveland Browns
  • Baltimore Ravens – Philadelphia Eagles
  • Kansas City Chiefs – Tennessee Titans
  • New York Giants – Detroit Lions (P7 Maxx)
  • Minnesota Vikings – Indianapolis Colts
  • Cincinnati Bengals – Pittsburgh Steelers

Bei New York Giants – Detroit Lions treffen zwei nicht überzeugende 9-4 Teams aufeinander. Trotzdem können sich beide mit einem Sieg eine exzellente Voraussetzung schaffen um zumindest einen Wildcard-Playoffplatz zu ergattern.

Beide haben kritische Zonen. Bei den Giants bewegen sich die Fragen vor allem um die extrem inkonstante Offensive Line, die oft einem Schweizer Käse ähnelt und für Passrusher wie #94 Ansah oder #61 Hyder ein gefundenes Fressen sein könnte. Dazu ist die Pass-Offense brutal von WR #13 Beckham abhängig. Beckham dürfte heute in Manndeckung von CB #23 Slay genommen werden. Im Normalfall dürfte Beckham das Duell gewinnen, aber wenn die Lions mit Scheming die ganz großen Plays aus dem Spiel nehmen, wird die Passing-Offense schnell eindimensional und man muss „nur“ noch hoffen, dass Eli Manning keinen seiner selten gewordenen Sahnetage erwischt.

In der Detroit-Offense dreht sich alles um den Mittelfinger von QB John Matthew Stafford. Stafford hat ihn letzte Woche verletzt. Er trainiert seither mit Handschuh und die Eindrücke von der Qualität seiner Würfe sind bestenfalls gemischt. Ohne einen Stafford auf der Höhe haben die Lions in dieser Partie keine Chance. Mit Stafford auf der Höhe dürfte sich eine enge Partie ohne allzu viele Punkte entwickeln.


Das schematisch interessanteste Spiel ist sicherlich Kansas City Chiefs vs Tennessee Titans. Die Chiefs können mit einem Sieg das Tor zum Divisionssieg in der AFC West weit aufstoßen. Die Titans müssen vielleicht noch dringender gewinnen, sind sie mit ihrer 7-6 Bilanz in der AFC South doch aufgrund der Tie-Breaker etwas im Hintertreffen.

Tennessee gilt als Liebling der Massen in den letzten Wochen. Die Running-Offense ist sehr vielseitig und QB Marcus Mariota hat immer wieder in einen Groove gefunden, der diese „exotic smashmouth“ Offense ebenso ansehnlich wie effizient gestaltet hat. Wer hätte sich das vor der Saison gedacht? Wer hätte sich auch gedacht, dass die Chiefs so oft tief werfen wie sie es in den letzten Wochen gemacht haben?

Tennessees Rushing Offense trifft bei den Chiefs auf eine Schwäche. Kansas City gilt als nicht kohärent gecoacht, wenn es ins Verteidigen von Laufspielzügen geht. Man sagte den Chiefs stets nach, dass sie vor allem dank der individuellen Klasse von LB #56 Derrick Johnson nicht ganz auseinandergefallen sind – aber just jener Johnson fällt mit Achillessehnenriss von letzter Woche nun für den Rest der Saison aus. Freie Bahn also für Mariota, Henry und Murray?

Spätschicht ab 22h

  • Arizona Cardinals – New Orleans Saints
  • Atlanta Falcons – San Francisco 49ers
  • Denver Broncos – New England Patriots (P7 Maxx)
  • San Diego Chargers – Oakland Raiders

Denver Broncos – New England Patriots ist für beide Mannschaften gleichermaßen bedeutungsvoll. Denver (8-5) muss gewinnen um im AFC-Wildcardrennen nicht ins Hintertreffen zu geraten, während es für New England (11-2) vor allem um den Top-Seed in der AFC geht.

Traditionell tun sich die Patriots in Denver eher schwer. Letztes Jahr verlor man dort zweimal, weil man die Offense nicht bzw. erst sehr spät in Gang bekam. In diesem Jahr trifft man auf eine famose Pass-Defense, die nur 4.9 NY/A zulässt – der zu diesem Saisonzeitpunkt beste Wert einer Passverteidigung seit den Steelers 2011. Sehr wahrscheinlich, dass Denvers Passverteidigung 2016 noch besser ist als jene vom Superbowl-Team 2015.

Es ist vor allem eine Pass-Defense ohne ganz klare Schwachstelle: Sie sind die #1-Passdefense sowohl gegen den WR1 als auch gegen WR2, sie sind die #3 gegen alle anderen WR, die #6 gegen den Tight End und die #16 gegen Pässe auf die Runningbacks. Das Thema hatten wir schonmal Anfang des Jahres gegen Atlanta: Du kannst höchstens mit Pässen auf Runningbacks die Ketten bewegen, aber wirklich offensichtlich ist diese Phase auch nicht. Bleibt das Laufspiel und die Hoffnung, dass die eine oder andere Anspielstation 1-2 Plays macht.

Denver wird mit seiner Offense gewiss den Gameplan „Fehlerminimierung“ verfolgen und darauf hoffen, dass QB Siemian gegen eine suspekte Secondary 1-2 tiefe Bomben auspackt und die eigene Defense den Rest erledigt, sprich die Partie mit maximal 17 zugelassenen Punkten eng hält.

Nachtschicht um 2h30

  • Dallas Cowboys – Tampa Bay Buccaneers (DAZN)

Für viele ist es das Spiel des Tages, nachdem die Buccs (8-5) seit einigen Wochen in einen Groove gefunden haben, der sich gewaschen hat. Es ist nicht bloß die Offense um den furchtlosen QB Winston und den extrem dominanten 2m-Hünen WR #13 Mike Evans. Es ist vor allem die Defense, die zu sich gefunden hat und DefCoord Mike Smith wieder in die Diskussion um einen Headcoach-Posten gebracht hat.

Tampa hat nicht das beste Defense-Personal der Liga, aber wenn ein DT #93 McCoy im Passrush unterstützt wird von einem DE Spence, gibt es meistens Terror auf das gegnerische Backfield. Panische Quarterbacks werfen zu frühe Bälle, die in der Secondary der Buccs abgefangen werden: 14 Turnovers der Defense in den letzten 5 Spielen – ein schwer zu haltender Wert.

Da spielt es den Buccs ins Konzept, dass bei den Cowboys gerade eine QB-Controversy in the making ist. Rookie-QB #4 Prescott hat zwei mittelprächtige Partien hinter sich (u.a. nur 7 Punkte gegen die Giants), weswegen von allen Seiten ein Einsatz von QB Tony Romo gefordert wird – eine pikante Sache. Romo hat seinen Starter-Platz nur qua Verletzung verloren. Aber mit Prescott hat die Offense so gut funktioniert, dass du nicht ohne Not per QB-Wechsel eine potenzielle Baustelle aufmachen willst.

Heute dürfte Prescott starten. Wenn Dallas seinen Gameplan wortwörtlich ins Laufen bringt und wieder von Beginn an die Führung übernimmt, dürfte der Plan aufgehen. Ein Prescott, der nicht zu schwierigen Würfen gezwungen wird, war bislang immer ein guter Prescott. Aber wehe, den Buccs rutschen zwei frühe Big Plays raus und Dallas muss in der zweiten Halbzeit Catch-Up spielen…

Advertisements

5 Kommentare zu “Vorschau-Quickie auf Sonntag, Week 15

  1. Heutiges Augenmerk;
    Cincinnati Bengals – Pittsburgh Steelers
    Die Bengals könnten zum Stolperstein werden weil Dalton & Co. frei aufspielen dürften ohne den Druck/Zwang einer Qualifikation.
    Am Schlusstag stehen dann noch die Ravens auf dem Programm.
    Werden die Bengals sogar zum „Meister“-Macher in ihrer Division?

  2. Bills Game heute im Schnee, die Bevölkerung in Buffalo ist zum Schneeschippen aufgerufen. Meinst du, das ist ein Vorteil für die Browns im Schnee zu spielen? Wie wahrscheinlich ist jetzt die 0-16 für die Brownies?

  3. @Seven Destiny: Zum aktuellen Zeitpunkt hilft den Browns alles, was nicht unter „normale Bedingungen“ einzuordnen ist.

    Unter normalen Bedingungen stehen die Wahrscheinlichkeiten auf 13% Sieg in Buffalo, 24% Sieg gegen San Diego, 11% Sieg in Pittsburgh. Macht 59% Wahrscheinlichkeit für 0-16.
    Also 6 von 10 Fällen. Vielleicht verletzten sich bei den Chargers diese Woche noch weitere 7 Starter, dann könnte es ein Weihnachtsgeschenk für Cleveland geben.

  4. Pingback: NFL Live in der Frühschicht | Woche 15 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s