Montagsvorschauer, Week 16: Dallas Cowboys – Detroit Lions

Monday Night Football heute ab 2h30 bei DAZN und im NFL Gamepass: Dallas Cowboys (12-2) vs Detroit Lions (9-5) aus dem Cowboys-Stadion in Arlington. Dallas ist mit seiner Regular Season bereits durch – die Cowboys haben den Top-Seed das NFC bereits im Sack. Detroit muss noch bangen. Die Lions können heute ihr Playoff-Ticket lösen, wenn sie nicht verlieren. Es wäre eine sensationelle Playoff-Qualifikation.


Das letzte Playoffspiel der Detroit Lions ist fast zwei Jahre her. Es war wie der Zufall es will ein Wildcard-Spiel auswärts bei den Dallas Cowboys. Es war ein Thriller. Und es war das Ende der Lions-„Triplets“, der großen Drei, QB Matthew Stafford, WR Calvin Johnson und DT Ndamukong Suh, die die Detroit Lions aus dem tiefsten aller möglichen Tiefpunkte, die 0-16 Saison, wieder in die NFL-Relevanz zurückgeführt haben.

Die Wildcard-Niederlage in Dallas fühlte sich nicht hohl an. Sie fühlte sich „würdig“ an. Es war fast sicher, dass Suh die Lions im Anschluss verlassen würde. Du willst nie ausscheiden, aber wenn, dann willst du im Kampf ausscheiden – und die Lions lieferten den Cowboys an jenem Tag einen grandiosen Kampf. Mit etwas Glück hätte es auch einen Sieg geben können.

Zwei Jahre später ist nicht nur Suh Vergangenheit, sondern auch Johnson. Detroit 2016 ist eine merkwürdige Ansammlung an Cast-Offs, denen ich nix zugetraut hatte. Eine wirklich starke Mannschaft ist es nicht, aber wenn man bedenkt, dass die Lions nicht bloß ohne Johnson auflaufen mussten, sondern über weite Strecken der Saison auch noch DE Ezekiel Ansah, LB DeAndre Levy und für kurze Phasen auch CB Darius Slay vorgeben mussten, ist die aktuelle 9-5 Bilanz, so glücklich sie auch zustande kam, nichts anderes als eine Sensation.

Das Spiel

Dallas ist heute Nacht neben den Saints die vielleicht bislang beste Offense, auf die die Lions treffen. Die Cowboys dürften mit ihrer massiven Offensive Line und dem effizienten RB #21 Elliott ein gewaltiges Mismatch für die nicht immer diszipliniert stehende Lauf-Verteidigung der Lions sein. Detroit muss zwingend Zugriff auf das Laufspiel bekommen, ansonsten kannst du die Partie bereits im Vorfeld als gegessen abschenken.

Die Hoffnungsschimmer für Detroit sind das körperlich sehr präsente Tackle-Pärchen DT #92 Ngata und DT #91 A’Shawn Robinson in der Spielfeldmitte, sowie der immer besser gesundende LB #54 Levy, der jede Woche 20 Snaps mehr bestreitet und sich schon in New York als großer Gewinn für die Defense präsentierte. Dazu sah Safety #32 Tavon Wilson, ein Bust in New England, in den letzten 2-3 Wochen wie ein extrem brauchbarer Run-Defender aus. Dieses Quartett wird heute gefragt sein, das mit fast 48% Success-Rate extrem erfolgreiche Laufspiel der Cowboys einzubremsen.

Freilich ist Laufspiel nicht die einzige Waffe der Cowboys-Offense, aber wenn du es nicht stoppst, bist du per se verloren. Wenn du es stoppst, lädst du mehr Druck auf das Passspiel. Dort ist nicht ganz klar, ob Dallas heute mit Starting-QB Dak Prescott oder mit einem der Backups (Romo?) antreten wird. Fakt ist jedenfalls: Prescott mag nicht der am tiefsten entwickelte Werfer sein und du wirst mit ihm nicht die komplexeste Offense spielen können. Aber Prescott ist trotzdem eine Augenweide. Er macht nur wenige Fehler und wird dir die Offense am Leben erhalten, wenn dein Laufspiel nicht komplett abschmiert.

Prescotts #1-WR ist natürlich #88 Dez Bryant. Für Bryant hätten die Lions im Prinzip einen erstklassigen Manndecker parat, CB #23 Slay, der im Verbund mit FS #27 Quin schon bessere Receiver abgeschirmt hat. Aber Slay ist nicht fit und wird vermutlich ausfallen. In den letzten Wochen konnte sich überraschend CB #23 Lawson aufdrängen, und Lawson hat bereits einige gute Receiver abgedeckt, aber dann tut sich im Hintergrund die klaffende Lücke im Slot auf, wo zuletzt CB #30 Asa Jackson brutal verbrannt wurde. Ein Einsatz von Slay wäre für die Lions schon deshalb lebenswichtig um nicht zu viele Snaps auf die Schultern von CB Jackson zu laden.

Detroits Defense ist nach meinen Effizienz-Stats nur die #31 der Liga. Trotzdem kassierte sie in den letzten Wochen nie über 20 Punkte pro Spiel. Ich tat das stets ab als „Spiel gegen unterirdische Offenses“, aber mittendrin hast du einen 28-13 Auswärtssieg in New Orleans, den ich mir bis heute nicht erklären kann. Natürlich kam jener Auswärtssieg gegen eine Passing-Offense und nach nahezu idealem Spielverlauf zustande, aber er zeigte, dass Detroits DefCoord Teryl Austin durchaus in der Lage ist, auch mit suspektem Personal einen Gameplan zu zimmern, der einer Top-Offense den Nerv rauben kann.

Dallas musst du allerdings nicht den Nerv rauben. Du musst ihnen physisch an der Anspiellinie begegnen können um eine Chance zu haben.

Legt Dallas keine 30 Punkte über die Lions, könnte Detroit die Waffen haben um mit seiner Offense mitzugehen. QB Matthew Stafford wichst diese Saison ein Kurzpassspiel von durchaus guter Qualität das Spielfeld runter: 2/3 Completion-Rate, nur 8 Interceptions. Es gibt keinen offensichtlichen #1-WR mehr, dafür sind die WRs #15 Tate, #11 Jones und #80 Boldin im Verbund mit TE #85 Eric Ebron ein schwer aus dem Spiel zu nehmendes Quartett: Vier Spieler, vier unterschiedliche Talente. Du musst schon einen guten Plan haben wie du sie alle über 60 Minuten ausschalten willst.

Problem der Lions-Offense: Sie hat ziemlich genau null Laufspiel und sie taucht immer wieder für ganze Phasen ab – ein Viertel oder zwei Viertel. Sie war häufig im Schlussviertel trotz allem wieder präsent, aber wenn du wie in Dallas vielleicht 24-30 Punkte eingeschenkt bekommst, kannst du dir keine vier Drives en suite mit 3/out leisten.

Zum Ausgang

Auf dem Papier ist Dallas zu favorisieren: Die Cowboys haben mehr Waffen und sie dominieren das Matchup ihrer Offense gegen die Lions-Defense. Die Fragen drehen sich um die schwer zu greifenden Faktoren: Wie konzentriert geht Dallas ans Werk, wenn der höchste zu gewinnende Preis heute ein Erhalt der MVP-Chancen von Ezekiel Elliott ist? Wie nervös wird man in Dallas, wenn man nach Tennessee oder Oakland blickt, wo sich erst am Samstag essenzielle Spieler für den Rest der Saison verabschiedet haben?

Den Top-Seed gesichert zu haben, kann aber auch „befreit aufspielen“ bedeuten. Es kann bedeuten, dass ein Romo eingewechselt wird und sich als noch gefährlicher als Starter Prescott erweist. Es kann aber auch eine einmalige Chance für Detroit sein, sich gegen einen nicht mehr voll spielenden Gegner ein überraschendes Playoff-Ticket zu sichern.

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