Neujahrsvorschau 2017

Servus 2017.

Heute vor zehn Jahren hat das Spiel der Spiele im American Football stattgefunden, das mich bis heute fasziniert: Fiesta Bowl 2007 mit dem Underdog Boise State Broncos, der nach einer bis dahin (und seither) ungesehenen Latte an Trickspielzügen in der Crunch-Time den haushohen Favoriten Oklahoma Sooners 43-42 schlagen konnte.

Hook&Laterial, Halfback-Option Pass, Statue of Liberty, Zabransky Rückhand auf Johnson… unvergessen. Sports Illustrated hat zu diesem zurecht glorifizierten Spiel einen ausführlichen Rückblick verfasst, der viele der Protanogisten von damals zu Wort kommen lässt.

Das sensationellste Footballspiel, das ich je gesehen habe. Damit zur NFL von heute.

Frühschicht, 19h

  • Tampa Bay Buccaneers – Carolina Panthers
  • Miami Dolphins – New England Patriots (P7 Maxx)
  • Pittsburgh Steelers – Cleveland Browns
  • Cincinnati Bengals – Baltimore Ravens
  • Tennessee Titans – Houston Texans
  • Indianapolis Colts – Jacksonville Jaguars
  • Minnesota Vikings – Chicago Bears
  • New York Jets – Buffalo Bills
  • Philadelphia Eagles – Dallas Cowboys

Schwache Frühschicht. Da kannst du noch deinen Rausch von gestern Nacht ausschlafen um fit zu sein für die große Show später.

Das einzige Spiel mit direkten Playoff-Implikationen ist Tampa vs Carolina, und die Buccs brauchen neben einem eigenen Sieg u.a. Siege von San Francisco über Seattle, Detroit über Green Bay und ein Remis bei Washington vs Giants.

So ist die interessanteste Ansetzung vermutlich Miami vs New England. Die Patriots können den Top-Seed sichern, während Miami noch Außenseiterchancen auf den #5-Seed besitzt.

Eine völlig absurde Veranstaltung könnte Pittsburgh vs Cleveland werden: Die Steelers haben nichts mehr zu gewinnen und dürften sämtliche Stars auf die Bank setzen. Cleveland könnte eine unerwartete Chance auf einen zweiten Saisonsieg bekommen, und die Browns werden versuchen, die Chance zu nutzen – jedoch könnte ein Sieg die Browns den Top-Pick im Draft 2017 kosten.


Bei Cincinnati Bengals vs Baltimore Ravens heißt es nun wohl endgültig Abschied nehmen von WR Steve Smith. Smith hatte schon letztes Jahr seinen Rücktritt verkündet, es sich nach seiner schweren Achillessehnenverletzung aber noch einmal überlegt. Er war auch dieses Jahr wieder integraler Bestandteil der Ravens-Offense.

Randy Moss ist der beste Wide Receiver, den ich je gesehen habe. Calvin Johnson ist der ästhetischste. Larry Fitzgerald der aufregendste. Die Nummer 4 im Bunde meiner Favoriten war stets Smith, dem ich bereits zu seinem ersten Abtritt einen eigenen Tribut mit den besten Momenten spendiert hatte.

Steve Smith ist der Hauptprotagonist der ersten mich wirklich komplett fesselnden Erinnerung an American Football: Der 69-Yards Touchdown in der zweiten Overtime des Viertelfinalspiels bei den St Louis Rams zwischen den Safetys Sehorn und Archuleta Slalom laufend, das Siegesplay des krassen Außenseiters Carolina im damals fünftlängsten Spiel der NFL-Geschichte.

Spätschicht ab 22h

  • Atlanta Falcons – New Orleans Saints (22h05)
  • San Francisco 49ers – Seattle Seahawks (22h25)
  • Los Angeles Rams – Arizona Cardinals (22h25)
  • Washington Redskins – New York Giants (22h25, P7 Maxx)
  • Denver Broncos – Oakland Raiders (22h25)
  • San Diego Chargers – Kansas City Chiefs (22h25)

In dieser Schicht wird es schon heißer. Atlanta hat die Chance, aus eigener Kraft den #2-Seed der NFC und somit ein Freilos für Runde 1 zu lösen. Die erstklassige Pass-Offense der Falcons trifft auf die drittklassige Pass-Defense der Saints. Im ersten Aufeinandertreffen machte u.a. Falcons-WR #11 Julio Jones 12 Catches für 300 Yards und 2 TD.

Stolpern die Falcons, können die Seahawks mit Auswärtssieg in San Francisco durch die Hintertür den #2-Seed ergaunern.


Das vermeintlich wichtigste Spiel ist der NFC-East Kracher Washington Redskins vs New York Giants. Ein Heimsieg löst den Redskins mit 99.9%iger Wahrscheinlichkeit ein Wildcard-Ticket (nur ein Remis zwischen Lions und Packers im Sunday Night Game verhindert in dem Fall eine Qualifikation). Das Pikante: Für New York geht es um nichts mehr – außer, einem Lokalrivalen die Suppe zu versalzen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Giants in Woche 17 trotz vermeintlich wenig „Upside“ ihre Stammspieler auflaufen lassen – 2007 im Spiel gegen die 15-0 Patriots ist der Beweis. Aber in der Tat haben die Giants nur wenig zu gewinnen, wenn sie ihren Stamm einwechseln. Die Offense vielleicht, um einige Drives mit komplettem Personal zu testen.

Washington dagegen wird versuchen, aus allen Rohren zu feuern. Die Redskins machen heuer 7.5 NY/A im Passspiel. QB Cousins steht kurz vor einem monströsen Langzeitvertrag, den ihm keiner zugetraut hatte. Aber Cousins hat heuer wenige Bolzen geschossen. Heute hat er die Chance, mit einem Heimsieg über einen vermeintlich nicht voll spielenden Gegner die zweite Playoff-Teilnahme en suite zu fixieren.


Dazu AFC-West Fernduell um Divisionssieg und Playoff-Seeding: Die von QB McGloin angeführten Raiders spielen bei den schon eliminierten Broncos. Bei Sieg sind die Raiders Divisionssieger und mindestens die AFC #2. Sofern die Patriots um 19h in Miami verloren hätten, könnten die Raiders noch hochrücken auf AFC #1.

Bei Raiders-Niederlage ziehen die Chiefs mit Sieg in San Diego noch an Oakland vorbei. Für die Chargers ist es der Abschluss einer verkorksten Saison und vielleicht gibt es eine Prise Endzeitstimmung im Qualcomm Stadion: Headcoach McCoy steht auf der Kippe und zudem hängt das Damokles-Schwert des Umzugs über der Franchise.

Owner Spanos, zu dem ich meine Meinung bereits publiziert hatte, scheint desinteressiert an einem Verbleib in San Diego zu sein. Er sendet seit Monaten Signale aus, als Untermieter bei den Rams in Los Angeles einziehen zu wollen. Mitte Jänner soll die Entscheidung publik werden.

Nachtschicht ab 2h30

  • Detroit Lions – Green Bay Packers (DAZN)

Das Endspiel um den Gewinn der NFC North – und sofern Washington sein Heimspiel gegen die Giants gewonnen hat, auch ein Endspiel um das letzte Playoff-Ticket. Die Packers haben Detroit in den letzten Jahren stets spielerisch dominiert, mit Ausnahme zweier knapper Auseinandersetzungen im letzten Jahr.

Green Bay hat eine Achterbahn-Saison hinter sich, in der erst die Pass-Offense versagte, dann die Pass-Defense. Seit Mitte/Ende November aber haben sich beide Units erfangen; vor allem die Offense um QB Aaron Rodgers hat ihren Groove wieder gefunden. Rodgers soll zwar weiterhin schlampig im Lesen der Coverages sein, aber weil seine Receiver wieder konstant die 1:1-Duelle mit den Defensive Backs gewinnen und Rodgers nach wie vor brillante Pässe wirft, gilt die Offense wieder als brandgefährlich.

Du würdest das angesichts der vielen negativen Presse gar nicht glauben, aber Rodgers hat diese Saison schon wieder 36 Touchdowns geworfen – Ligaspitzenwert. Wie Detroit Rodgers heute unter Kontrolle halten will, ist mir nicht ganz klar. Blitzing funktioniert gegen den mobilen Rodgers nicht, da es nicht zu Sacks führt, dafür zu entblößter Coverage. Und Druck ohne Blitzing bringen die Lions eher selten zustande.

Ohne Pass Rush ist Detroit verloren, denn die eindimensionale Lions-Offense kann kein Highscoring-Game mitgehen. QB Stafford spielt ein gutes Jahr und die Packers-Secondary ist durchaus verwundbar, aber Detroits Offense zeigte auch letzte Woche in Dallas wieder, was sie „auszeichnet“: Es gibt immer wieder lichte Momente, in denen es Klick macht, aber dann verschwindet die Offense urplötzlich wieder für zwei Viertel und ward nicht mehr gesehen. Das reicht gegen die Packers nicht.

Ich bin sehr skeptisch, was die Chancen der Lions angeht. Mir fehlen sowohl das Vertrauen in die Secondary als auch in den Pass Rush, und die Offense kann ab 24-28 Punkten nicht mehr mitgehen. Daher ist meine größte Playoff-Hoffnung für Detroit ein überraschendes Durchspielen der New York Giants in Washington.

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