Super Bowl 2017 im Liveblog

Schluss für diese Saison mit dem größten Spiel des Jahres. 10 von 10 möglichen Punkten.


[04h45] Endstand Atlanta Falcons 28, New England Patriots 34/OT

Ein unglaubliches Spiel mit einem abstrusen Comeback der Patriots, die 25 Punkte gegen die beste Offense der Liga aufholen und sich endgültig als größte NFL-Dynastie ever positionieren. Fünfter Titel in 16 Jahren für Brady und Belichick.

Atlanta hat die Partie natürlich weggeworfen. Dan Quinn hat sich im Schlussviertel richtig verwachst. In mindestens zwei Drives haben die Falcons exzellente Feldpositionen verschenkt. Nach dem 28-3 kam nichts mehr. Man hat den fulminanten Jones-Catch verschwendet. Schlimmer geht nimmer. Solche Implosionen haben schon Karrieren zerstört – es bleibt zu hoffen, dass dieses junge Falcons-Team davon nicht betroffen sein wird.

Auf der anderen Seite: Die Patriots sind auch nie nervös geworden, haben sich strikt an ihren Plan gehalten und genau das gemacht, was es gebraucht hat:

  • Touchdown
  • Defense stoppen
  • Fieldgoal
  • Defense stoppen
  • Touchdown und 2pts Conversion
  • Defense stoppen
  • Touchdown und 2pts Conversion
  • Defense stoppen
  • Touchdown

Als die Falcons-Defense mit zunehmendem Spielverlauf immer müder wurde, war das Spiel desaster waiting to happen. Als Brady die Zeit bekam, zerpflückte er die Defense just so, wie es jeder vor dem Spiel erwartet hatte. Brady mit 43/62 für 466 Yards, 2 TD, 1 INT. Atlantas Defense musste über 90 Plays verteidigen.

RB James White wurde zum wichtigsten Mann der Patriots-Offense mit über 10 Catches für 110 Yards, 2 TD und der 2pts-Conversion. Die Patriots fackelten eine Kurzpassorgie mit Spielzügen wie von einem anderen Stern ab.  Es war atemberaubend.

Und natürlich der gewonnene Münzwurf vor der Overtime.

Ein solches Comeback bedingt immer ein Spiel, das eine zeitlang deutlich aussieht. Ein solches Spiel hat Längen. Aber spätestens als Atlanta nach dem 28-12 den Gnadenstoß versäumte, war Feuer in der Partie. Und was anfangs nur wie ein Wunschtraum aussah, wurde immer konkreter und schließlich Wirklichkeit.

Wir haben die erste Overtime der Superbowl-Geschichte gesehen. Zwei der phänomenalsten Catches. Das größte Comeback der Superbowl-Geschichte. Und die Zementierung der größten NFL-Mannschaft aller Zeiten. Mehr geht eigentlich nicht.


[04h40] Pfeifkonzert gegen Goodell bei der Pokalübergabe. Überragender Moment, Goodell versteht unter allen Buhrufen sein eigenes Wort nicht.

Kraft: Vor zwei Jahren dachte ich, der Sieg war der beste. Aber es wir sind in den letzten Jahren durch viel gegangen. Ich muss euch nicht sagen, durch was (lauter Jubel). Das macht den Sieg zum besten bisher.

Bradshaw zu Belichick: Du bist der größte Coach aller Zeiten. Belichick: Danke, Terry, aber wir haben großartige Spieler.

[04h36] Tom Brady zum vierten Mal Superbowl-MVP.

[04h35] Matt Ryan: 17/23 für 284 Yards, 2 TD. Und die Falcons verlieren das Spiel.

Der gewonnene Onside-Kick und der Jones-Catch waren goldene Chancen, den Titel zu holen. Beide liegen gelassen.

Das wird den Falcons lange nachhängen.

[04h31] Katastrophaler Kollaps der Atlanta Falcons, die etliche Chancen hatten, diese Partie zu begraben.

Aber was für Eier von den Pats. Sie hatten genau eine einzige Chance, das Comeback durchzuziehen. Sie haben diese eine Chance genutzt.

Champions gehen nicht ohne Fight unter.

Overtime

[04h26] Touchdown New England. #28 James White aus 2 Yards. New England Patriots zum fünften Mal Superbowl-Champion.

Nach 25 Punkten Rückstand.

[04h16] Patriots gewinnen den Münzwurf und bekommen zuerst den Ball. Alle Würfel fallen jetzt für die Patriots.

Und nur so nebenbei: Atlantas Defense hat bislang 86 Plays verteidigen müssen. Zuletzt zwei Touchdowns en suite kassiert. Drei TD und Fieldgoal in den letzten vier.

Touchdown gewinnt den Patriots das Spiel.

Viertes Viertel

[04h15] Patriots täuschen mit auslaufender Uhr einen Kneel-Down vor, #33 Lewis rennt plötzlich links downfield und verknackst sich den Knöchel.

Erste Superbowl, die in die Overtime geht. #DRINK

[04h12] Pass Rush bricht durch, Ryan geht tief. Jetzt Punt mit 11 Sekunden to go. Bei Fair Catch könnten die Patriots einen Kick versuchen… erinner dich an die Fair Catch Regel.

[04h09] Perfekter Kickoff an die 0-Yards Line. Weems returniert.

52 Sekunden für Atlanta um ohne Timeouts das Feld hinunterzujagen.

[04h07] 2pts Conversion gelingt! Ausgleich!
Atlanta 28, New England 28 | Q4 0:57

Unglaublich, die Patriots haben tatsächlich 25 Punkte Rückstand aufgeholt!

Aber Atlanta hat noch 57 Sekunden für ein siegbringendes Fieldgoal.

[04h06] Touchdown New England
James White 57 sek vor Schluss.

[04h02] 2min Warning. Amendola mit Catch an die ATL 20. Wir sind jetzt in dem Range, wo die Patriots das Spiel verlangsamen müssen um Atlanta nicht noch ausreichend Zeit für einen Fieldgoal-Drive zu geben.

[04h00] Brady feuert tief – und Edelman mit dem Tyree/Kearse Gedächtniscatch zwischen drei (!) Defensive Backs, abgefälschter Ball und Edelman fängt den Ball 1cm oberhalb der Grasnarbe.

New England damit in Atlantas Platzhälfte. Geht jetzt richtig rund.

[03h55] 3:30 min to go. New England von der eigenen 8. Es ist ein langer Weg: Touchdown, 2pts Conversion, Falcons dürfen keinen Ball mehr sehen – und danach würde die Overtime folgen.

[03h54] Punt Falcons
Ryan kassiert im nächsten Play einen Sack – Killer.

Nächster Snap: Strafe gegen die Offense wegen Holding.

Atlanta, das in scheinbar sicherer Punktereichweite war, muss punten.

Ganz üble Serie nach dem Wunder-Catch, der nun doch keinen MVP macht.

[03h49] 2nd Down, Ryan unter Druck, feuert tief und ein SENSATIONELLER, wirklich sensationeller Catch von Julio Jones.

Atlanta nahe Redzone.

Dafür sollten sie Jones zum MVP wählen.

[03h47] Freeman mit einem 39yds Catch/Run zum Auftakt des nächsten Drives.

[03h45] Diesmal ist wirklich kein Onside Kick der Patriots zu erwarten. Man darf also gespannt sein, wie die Atlanta Falcons ihren nächsten Drive anlegen. Üblicherweise werden Offenses in solchen Momenten extrem konservativ, aber Atlanta spielte in dieser Postseason aggressiver als ein übliches Team.

[03h43] Touchdown New England!
Atlanta 28, New England 20 | Q4 5:56
6yds-TD Catch #80 Amendola

Und plötzlich ist wieder Leben im Spiel!

Patriots scoren den TD, stellen sich zur 2pts-Conversion und auf während ich noch „direkt Snap“ sage und mich an die Panthers-Superbowl erinnere, nimmt #28 James White den Snap auf und taucht in die Endzone.

8 Punkte Differenz.

[03h39] BIG PLAY! Q4 8:24
#54 Hightower überläuft #24 Freeman und erzwingt den Fumble von Matt Ryan. 8:24 to go. New England kommt an der ATL 25 an den Ball.

[03h34] Kein Onside Kick – Footballexperten sind sich darin einig. Ich hätte es versucht.

[03h30] Fieldgoal New England
Atlanta 28, New England 12 | Q4 9:44
33yds-FG Gostkowski

Wieder ein beschissen gelaufener Drive für New England: 12 Plays, 72 Yards, über fünf Minuten verbrannt – und dann nur ein Fieldgoal gemacht, weil DT #97 Grady Jarrett zweimal zu Coverage-Sacks kommt und Brady niederreißt.

Ein Fieldgoal nutzt New England nur bedingt… es sei denn, du scorst zweimal TD + 2pts Conversion, und Atlanta bleibt punktelos.

Drittes Viertel

[03h20] Ende Q3 in Houston. Merkwürdige Regelung: Atlanta begeht eine Zeitstrafe mit 3sek auf der Uhr, danach wird die Uhr neu gesettet und tickert von allein runter. Die Erklärung liefert Mike Pereira auf dem Fuß:

Missratenes Viertel aus Patriots-Sicht. New England kann den guten Start der Defense nicht nutzen und verliert in diesem Viertel sogar noch einen Punkt an Atlanta.

Jetzt 19 Punkte Rückstand. Ab sofort darf kein Drive mehr sechseinhalb Minuten brauchen – und muss trotzdem im Touchdown enden.

[03h18] 3/out Atlanta
Verhunzte Serie der Falcons. Bei 2nd Down begeht OT #70 Matthews ein überflüssiges Holding, das Atlanta aus der Punktereichweite schießt.

Danach erhöhter Druck der Patriots-Defense, Incompletion und Sack gegen Matt Ryan und Atlanta muss mit auslaufender Uhr im dritten Viertel punten.

[03h12] Onside Kick der Patriots – aber es ist nicht der Patriots-Tag: Ball berührt Gostkowski zu früh am Knie, automatischer Ballbesitz für Atlanta, das damit schon wieder sehr nahe an Punkten ist.

Auch nicht der Tag der Special Teams für die Patriots: Geblockter PAT zu Beginn zurückgepfiffen, eigenen PAT verschossen, jetzt Onside Kick vermasselt.

[03h07] Touchdown New England!
Atlanta 28, New England 9 | Q3 2:06
4yds-TD Catch #28 White

Patriots mit dem ersten Touchdown des Tages, aber es hat 13 Plays und 6:25min für 75 Yards gebraucht. Und New England musste die Big-3 ziehen:

  • Double-Pass Edelmann (incomplete)
  • Scramble Tom Brady (1st Down)
  • 4th Down ausspielen

Die Trickkiste wird leerer. Atlanta hält die Patriots stets im Spielfeld, die Uhr tickert runter, Patriots scoren zwar den TD, aber die Zeit wird immer knapper.

Dann verschießt auch noch Gostkowski, der Rekordhalter für die meisten Extrapunkte en suite, den Extrapunkt.

Folgt jetzt ein Onside Kick?

[02h56] Touchdown Atlanta!
Atlanta 28, New England 3 | Q3 8:31
7yds-TD Catch #26 Coleman

Und der nächste lange Drive für die fulminante Falcons-Offense: 8 Plays, 85 Yards. Star des Drives ist WR #18 Gabriel, der CB #21 Butler komplett verarscht:

Butler kassiert in der Redzone bei 3rd Down noch eine DPI gegen Gabriel obendrauf. Atlanta macht alles richtig: Gutes Blocking, gutes Laufspiel. Wenn nötig, wird WR Jones angespielt. Ansonsten schön die Bälle verteilt für Sanu, Gabriel und die Runningbacks.

Vier Scores Vorsprung.

[02h47] 3/out New England
Patriots droppen die Bälle raus: Erst #15 Hogan tief, dann #11 Edelman im 3rd Down, das zumindest ein kurzes 4th Down gebracht hätte. Immerhin wirkt Brady nun wieder etwas solider, weniger aufgescheucht.

Aber Falcons-Defense hält – wichtig für Atlanta, hier nicht gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Score zu kassieren.

Atlanta verbrät aber auch schon sein erstes Timeout.

[02h40] 3/out Atlanta
Exzellenter Start für die Patriots: LB Hightower wrestelt RB #24 Freeman im Backfield für Raumverlust nieder. Dann Kurzpass für Freeman, dann 3rd Down, viel Kontakt zwischen CB #25 Rowe und WR #18 Gabriel, aber keine Flaggen – und incomplete.

56-yds Punt, aber #11 Edelman returniert in die gegnerische Platzhälfte. Nach Challenge der Falcons verlieren die Patriots ca. 10 Yards. Also „eigene Platzhälfte“.

[02h35] Drittes Viertel beginnt in Kürze, und Atlantas Offense war seit einer Stunde Realzeit nicht mehr am Feld. Wie geschrieben: Bislang nur 19 Plays für die Falcons-Offense.

Halbzeit

[02h32] Halbzeitshow: Lady Gaga beginnt am Dach des Reliant Stadiums mit einem politischen Statement. Springt ins Stadion hinein und danach farbenprächtige, live gesungene (!), 20-minütige Halbzeitshow.

[02h24] Brady sieht fast in jedem zweiten Snap Druck:

[02h09] Halbzeit Atlanta Falcons 21, New England Patriots 3

Von wegen Selbstgänger. Die Atlanta Falcons führen hier klar und deutlich mit 18 Punkten, und die Führung fühlt sich auch noch verdient an!

Vor allem die Art und Weise ist verblüffend: QB Matt Ryan hat in dieser Halbzeit nur 8 Pässe geworfen! 7 davon waren natürlich komplett, und Ryan hat das „perfekte Passer-Rating“, aber Atlanta gewinnt durch dominante Rushing-Offense und phänomenal aufspielende Defense.

Kervehrte Welt in Houston.

Die Falcons würgen den Patriots-Run komplett ab. RB Blount mit 2yds/Carry und einem Fumble. Dazu guter Druck der Front 7, die keine Blitzes braucht um Brady einzuheizen. Wenige Patriots-Blocker gefallen mir, auch nicht LT Solder, der sehr instabil wirkt. Brady macht der Druck offensichtlich nervös, ungenau Pässe und sehr viel zu kurzes Gewichse.

Atlantas pfeilschnelle Linebacker sind die große Geschichte. Dass CB #23 Alford einen Pick-Six mit einem nicht wirklich schweren Read von Brady quasi geschenkt bekam, kommt nur obendrauf.

Sensationell spielt auch das Laufspiel der Falcons bislang auf: 9 Versuche, 86 Yards. Atlantas Offense hatte in dieser Halbzeit nur 19 Plays, aber 189 Yards Raumgewinn (10/Play!).

Die Frage nach der Pause wird nun sein, ob die Falcons ihr Tempo beibehalten können. Die Offense war zuletzt um 1h30 am Feld, also vor 45 Minuten. Zieh die Halbzeitshow dazu und sie sind über eine Stunde vom Feld bis es wieder losgeht.

New Englands Defense zu larifari. Einige gute Ideen, aber es zündet nicht, weil Jones die Double-Teams schlägt und RB Freeman famoses Vorblocking kriegt.

Die Patriots müssen in der zweiten Halbzeit vieles verändern. Es wird mehr No-Huddle Offense geben. In 3rd Downs wird man seltener „empty set“ spielen. Die Defense wird den einen oder anderen Blitz mehr wagen.

Ist ein Comeback möglich? Natürlich. Wie wahrscheinlich ist es? Ich würde nicht drauf wetten, solange Atlanta nicht unerklärlich konservativ wird.

Zweites Viertel

[02h03] Fieldgoal New England
Atlanta 21, New England 3 | Q2 0:02
41yds-FG Gostkowski

Trostpreis für die Patriots: 10 Plays, 52 Yards zum Ende der ersten Halbzeit. Und ein Fieldgoal, aber bizarres PlayCalling von Josh McDaniels.

Erneut guter Druck auf Brady, Brady mit einigen richtig schlechten Würfen z.B. am weit offenen Edelman vorbei. Aber Brady mit ausreichend Plays um New England doch tief in die Redzone hinein zu bringen. Dann zerstört ein Holding gegen #88 Bennett die Touchdown-Chance.

Falcons gehen mit 18 Punkten Vorsprung in die Pause und bekommen hernach zuerst den Ball… wenn New England kein erfolgreicher Onside Kick gelingt.

[01h49] Nebeneffekt der klaren Falcons-Führung: New Englands Offense muss nun noch riskanter Spieler – was noch mehr Turnover-Möglichkeiten für die Defense bedeutet.

Und natürlich die Falcons stoppen…

[01h46] Pick Six – Touchdown Atlanta!
Atlanta 21, New England 0 | Q2 2:24
82-yds INT Return #23 Alford

Meine Fresse.

Ein übler Read von Tom Brady, den man von ihm in dieser Form nicht gewohnt ist. Alford springt dazwischen und returniert untouched zum TD und kann sich unterwegs noch schick machen für die Gallerie.

Patriots davor mit einem langen Drive, aber wenig Raumgewinn. Viel Druck gegen Brady, der immer nervöser wirkt. Falcons retten die Patriots dreimal mit Holdings bei gescheiterten 3rd Down aus der Scheiße – mindestens eins von ihnen war sehr fragwürdig.

Dann der Pick Six beim nächsten 3rd Down. Diesmal keine Strafe.

[01h30] Touchdown Atlanta!
Atlanta 14, New England 0 | Q2 8:48
19yds-TD Catch #81 Hooper

Patriots-Defense im ersten Snap in Zone-Defense, QB Ryan verbrennt sie sofort für 24yds für WR #18 Gabriel. Dann ein artistischer Catch von WR #11 Jones an der Seitenlinie. Dann Pass Richtung Endzone für Hooper, niedergeschlagen.

Nächster Snap, wieder Pass für Hooper gegen #23 Chung, diesmal Touchdown. Wieder nur 5 Plays, 62 Yards, Touchdown. Alte Falcons-Leier.

14 Punkte wäre das größte Comeback der Superbowl-Geschichte. Wenn die Patriots es bewerkstelligen wollen, wird die Offense erwachen müssen. Ich erwarte ab sofort mehr No-Huddle auch von den Patriots.

[01h24] Punt New England
Patriots beginnen erneut in schlechter Feldposition, weil RB #33 Lewis den Kardinalsfehler begeht und den Kickoff aus der Endzone herausträgt.

Dann 1st Down, Brady geht downfield für #19 Mitchell, aber der völlig unbekannte CB #23 Goodwin schlägt den Ball nieder.

2nd Down, #33 Lewis im Getümmel mit drei gebrochenen Tackles und trotzdem nur 1yd Raumgewinn, weil Atlantas Defense so schnell zum Ball stürmt.

3rd Down, Brady für #28 White, und wieder Goodwin mit dem Play, macht den sicheren Tackle. Atlanta tackelt hier überraschend stark.

[01h17] Touchdown Atlanta!
Atlanta 7, New England 0 | Q2 12:15
5yds-Run #24 Freeman

Quick-Strike Falcons: 5 Plays, 71 Yards nach dem Fumble der Patriots. Zwei Pässe zum Start: 2x für Julio Jones, der zweimal in Doppeldeckung ist und trotzdem für 19 und 23 Yards die Bälle fängt.

Dann ein phänomenaler Run-Play über RB #24 Freeman mit einem großartigen Block 1-vs-1 von C Mack gegen DT Branch (ist Mack wirklich verletzt?). Freeman schließt dann auch locker mit einem einfachen Cut nach außen zum Touchdown ab.

Sehr schnelle Falcons-Offense, deren No-Huddle Angriff die Patriots-Defense arg in Bedrängnis bringt. Pats müssen schon das erste Timeout ziehen.

New Englands Defense sah in diesem Drive hoffnungslos aus. Die Patriots sehen schon das ganze Spiel wackeliger als gedacht gegen das Falcons-Running Game aus.

[01h10] Fumble New England! Q2 14:08
RB #29 Blount fumbelt den Ball weg. #45 Jones schlägt das Ei frei, Atlanta recovert und erzwingt den ersten Turnover des Spiels!

New England 2016/17 ist ein Team, das kaum Interceptions wirft, aber bei Fumbles waren die Patriots eine der unsichersten Mannschaften überhaupt.

Erstes Viertel

[01h06] Ende Q1 in Houston. Punkteloses erstes Viertel. Fun-Fact: Die Patriots haben in nunmehr sieben Superbowls mit Brady/Belichick nie Punkte im ersten Viertel gescort.

Intensive, enge Partie bislang. Beide Offenses machen Yards und First Downs, werden aber zumeist ganz tief hinten reingedrückt. „Optische Überlegenheit“ für New England. Zögerlicher Matt Ryan.

Und exzellente Punter.

[01h02] Punt Atlanta
Die Falcons mit einer klaren Laufspielstrategie: Tosses nach außen für die Runningbacks um die Patriots-DTs Branch/Brown zu umgehen. 3 richtige und ein „halber“ Toss bereits für Atlanta.

Aber Matt Ryan sieht zögerlich aus. Wieder abwartend bei 3rd/3, wieder Coverage-Sack gegen Ryan, der normalerweise in diesen Momenten den Ball selbstbewusst wirft.

Im Coverage-Rätsel scheinen die Patriots CB Butler auf Sanu abzustellen und WR Jones mit Ryan, nicht Rowe, zu decken. Meistens Doppeldeckung gegen Jones.

[00h56] Punt New England
Zwei 1st Downs für die Patriots. Zunächst wenig Druck gegen Brady und überraschend horizontale Läufe über RB Blount. Dann, als die Offense in die gegnerische Platzhälfte gelangt, geigt plötzlich der 4-Mann Passrush massiv auf.

#91 Upshaw schiebt OG Mason förmlich in QB Brady hinein für einen 9-yds Sack. Sieht böse aus für Mason, aber verständlich – MAson wurde am falschen Fuß erwischt. Im 3rd Down ein reiner Coverage-Sack der Atlanta-Defense, die hier recht gut gegehält.

[00h46] Punt Atlanta
Atlanta von der eigenen 8-Yards Line, eröffnet mit einem Toss-Play für RB #24 Devonta Freeman. Grandioses Blockschema gegen auf Manndeckung getrimmte Defense, LT #70 Matthews nimmt sich den Cornerback vor, während WR #11 Jones innen den Linebacker wegblockt. Freeman bricht zwei Tackles und rennt 37 Yards downfield – hätte für mein Empfinden noch weiter laufen können, biegt aber zu schnell Richtung der beiden wartenden Safetys ab.

2nd Down, wieder Toss-Play, 4 Yards. Dann kurze Completion und im 3rd Down kommt der Pass Rush. QB Ryan zögerlich, tritt zwei Schritte zurück anstatt nach vorne und wird für -12 Yards gesackt.

Punt Falcons. Aber Feldpositionskampf ein Plus für die Falcons, die New England an die eigene 10 zurückdrängen.

[00h41] Punt New England
Erster Drive der Patriots: Trips Split-Aufstellung mit 3 WR und 1 TE, incomplete. Komplettierter Pass für Edelman im 2nd Down, aber bei 3rd/1 wird RB #29 Blount überraschend im Backfield gestoppt – von Deion Jones, dem Sensationsrookie. Patriots müssen punten.

Pregame

[00h37] Atlanta ist in der Blogabstimmung überraschend von 53% der Abstimmenden favorisiert worden.

[00h35] Der 92-jährige Ex-Präsident Bush sr. wird zum Münzwurf auf einem Rollstuhl ins Stadion gefahren.

Atlanta gewinnt den Münzwurf und nimmt das Ballrecht in der zweiten Halbzeit. New England bekommt also den ersten Ballbesitz in diesem Spiel.

[00h30] Hymne 2:03 lang.

Dann ein Flyover über einem Stadion mit abgeschlossenem Dach.

[23h42] Willkommen zum Liveblog zu Super Bowl 2017, New England Patriots vs Atlanta Falcons. Im Vorfeld der Partie ist alles gesagt worden. Wir können uns auf ein offensivträchtiges Spiel freuen.

Die Patriots sind in den Wettbüros mit 3 Punkten favorisiert, viele Experten sehen in ihnen einen noch klareren Favoritenstatus. In der Tat sprechen viele Faktoren für New England, das komplettere der beiden Endspielteams. Auch mein Power Ranking favorisiert die Patriots mit 1.5 Punkten leicht.

New England ist die faszinierendste Franchise der NFL, da sie in der auf Chancengleichheit getrimmten Liga als einzige konstant die Wahrscheinlichkeiten schlägt. Schon allein deshalb gönne ich den Patriots ihren Erfolg.

Ich bin heute aber für die Atlanta Falcons. Sie spielen die schönste, kompletteste Offense, die ich in der NFL in 15 Jahren gesehen habe. Sie sind eine langjährige graue Maus, die vieles durchgemacht haben und durch das tiefste Tal gehen mussten. Der Bauch sagt mir heute Atlanta 35, New England 31.

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55 Kommentare zu “Super Bowl 2017 im Liveblog

  1. Ich bin ganz bei dir Korsakoff…. ich würde es Brady und Belly gönnen (hab das Brady Gebashe eh nie verstanden) , bin aber auch für die Falcons heute…. Die Spiele die ich von Ihnen gesehen haben waren wirklich super. Unfassbar wie die über ihre Gegner drübergefahren sind :-). Würde mich freuen wenn ihre Saison den entsprechenden Abschluss erhält

  2. Warum malen sich die Spieler eigentlich schwarze Striche ins Gesicht? Ich finde immer, das sieht ganz affig aus. 😀

  3. Bin einigermaßen geschockt wie die Falcons D auftritt. Die vermeintlich schwächste Unit dominiert das Spiel nach Belieben.

    NE ohne Run Game, Blount kann getrost ausgewechselt werden. Schlechte Pass Protection für TB. Brady sichtlich außer Rhythmus, das wird noch ein langer Tag wenn die Falcons D nicht mangels Tiefe völlig einbricht.

    Auf der anderen Seite hat NE auch zwei scoring Chancen weggeschmissen, ganz finster also doch nicht…

  4. Na toll, jetzt habe ich eine Woche lang hier und sonstwo alle möglichen Previews gelesen und nichts davon tritt ein. Nachdem ich erst überlegt hatte, mir das Spiel nichtmal anzuschauen, weil alle mit etwas Ahnung die Patriots klar vorne sahen, bin ich froh, mir diesen Spaß geben zu können. Ich wurde selten von einem einseitigen Spiel so gut unterhalten. Nimmt man mal die zwei Turnover von New England raus, ist es aber schon gar nicht mehr so deutlich…

  5. @arda: du sprichst mir aus der Seele. Die Falcons D geigt mal so richtig krass auf. Damit scheinen die Patriots nicht gerechnet zu haben… Komisch.

  6. Nicht zum Spiel selbst aber das war mal ne miese Halbzeit Show. 😂
    Hoffen wir auf umso mehr Spannung in der zweiten Hälfte.

  7. Gehört ja zum guten Ton jedes Jahr an der Show rumzumosern. Mich catchen die auch nicht. Ich gucke halt wegen dem Spiel. Aber mies? Nope.

  8. die Defense und offense der Falcons sind eine Klasse für sich heute.
    Pats def und offense spielt eher so, als ob sie bei den Browns im Trainingscamp waren…

  9. Schwer einen MVP zu finden.

    Der CB mit dem ikonischen TD Return.
    Jarrett mit 3 Sacks
    Ryan mit Perfekt Rating
    Freeman mit seinen Big Runs

    Kompletter Team Win, würde ich sagen.

  10. Korsakoff, wo in deiner alltime-Favorite Liste landet dieser Superbowl?
    Btw: New England mit nem FG und Atlanta mit einem TD in der OT, dann passt deine Vorhersage!

  11. Stimmt, ich vergaß.
    Interessanterweise wird die PAT aber noch ausgespielt, selbst wenn die Zeit abgelaufen und das Spiel entschieden ist ^^

  12. Omfg. Gut, dass ich nicht ins Bett bin. Hatte bei 28:3 schon die Hoffnung verloren. Und dann sowas. Wow!!! #onemore

  13. Wie nur 10/10
    Ich dachte nach dem sb vor 2 Jahren mit der Butler int hätte man alles gesehen, aber nix da. Goat schlägt zurück.
    Ich bin hin und weg 😉

  14. @korsakoff
    Glaubst du das dieses Spiel dazu beitragen könnte die overtime regeln zumindest in den playoffs so zu ändern, dass jedes Team den ball bekommt unabhängig davon ob es im ersten drive einen td gibt?
    Finde es sehr schade, dass matt ryan nach diesem spiel keine chance kriegt noch einmal zu antworten und das spiel durch einen münzwurf entschieden wird

  15. @Dennis: Möglich, dass noch einmal eine Änderung kommt, zumindest für die Playoffs.

    Ich weiß aber nicht, ob ausgerechnet die Falcons nach einem weiteren Ballbesitz schreien sollten, nachdem sie etliche verschenkt hatten.

  16. Das ist natürlich richtig, chancen hatten sie weiß Gott genug.
    Trotzdem fände ich es im sinne der fairness eine gute änderung, da der münzwurf in solchen Situationen aus meiner sicht zu entscheidend ist

  17. Auf der einen Seite kann man es natürlich schade finden, dass Matt Ryan in der OT keine Chance mehr bekam, auf der anderen Seite hat er zuvor ausreichend Chancen liegen lassen. OT ist ähnlich wie ein 11er-Schießen im Fußball zu einem großen Teil auch Glück, das muss man akzeptieren. Am Ende war New England in der Lage, das Spiel nach der Pause anzupassen, das Laufspiel nahezu komplett aufzugeben und Atlanta so in eine Situation zu zwingen, aus der sie sich am Ende nicht mehr herauswinden konnten. Das war ganz großes Kino und deswegen ist der Sieg am Ende auch irgendwie verdient. Die Leistungssteigerung nach der Pause gebührt bestimmt zu einem großen Teil auch dem Coaching-Team der Patriots, die gingen mir fast ein wenig unter.

    Am Ende hat aber Atlanta selbst die Patriots überhaupt erst in die Lage gebracht, noch eine reelle Chance zu haben. Dass gerade New England diese dann nutzt, ist nicht sonderlich überraschend. Das machen sie halt immer.

    Eine Sache ist mir aber dann doch aufgefallen: Bei aller Show, die der American Football so liefert, bei der Pokalübergabe können sie noch einiges vom normalen Fußball lernen… Da bekommt wirklich ein gefühlt 90-jähriger Opa die Trophäe in die Hand und darf sich irgendwie feiern lassen? Bitte….

    Ich bin gespannt auf die nächste Saison. Ob Atlanta nochmal so groß aufspielen kann, wage ich zu bezweifeln, aber das Team ist noch nicht am Ende seiner Reise angekommen. Bei New England muss man mal abwarten, wie lange Bradys Körper das noch mitmacht. Gerade heute in der ersten Halbzeit dürfte dieser mal wieder um ein paar Monate gealtert sein. 🙂

  18. Die Atlanta Defense war dermaßen durch, da wäre es egal gewesen, wer in der Verlängerung den Ball gehabt hätte.

    Ich hab ein Spiel gesehen, dass in der erste Hälfte deutlich auf dem Scoreboard stand, als es sich angefühlt hat und wo bei den Pats gar nix funktioniert hat und eine zweite Hälfte, bei der das Pendel dann in die andere Richtung ausschlug und selbst unmögliche Dinge wie der Edelman-Catch funktionierten.

    Was ich aber immer noch nicht verstehe und gerne verstehen will: Bei 4:40 im Schlußviertel und an der NE22 und 8 Vorsprungen muss Atlanta doch nur dreimal laufen und dann das Fieldgoal kicken und hat a) die Uhr gemolken und b) mit einem Two-Scoring Game das Ding doch so gut wie im Sack. Wie kann man da im Second Down einen Pass callen? Ist das „aggressives Coaching“ , „Unerfahrenheit“ oder einfach nur „Dummheit“?

    Und die andere Frage zu der ich mich über eine Einschätzung freuen würde: Der DAZN-Experte hat recht vehement darauf bestanden, dass beim Fumble von Ryan im Schlussviertel der Arm bereits in der Vorwärtsbewegung war und es sich somit um kein Fumble sondern einen Incomplete Pass gehandelt habe. Ich sehe das anders und die Amerikaner haben das auch nicht weiter thematisiert.

  19. Alter Schwede. Grade fertig mit dem Schauen geworden, nachdem ich früh Arbeiten musste und mir das nicht live geben konnte. Zur Halbzeit wollte ich schon auf Website rüberwechseln, weil ich mir das Blowout in der 2. Halbzeit nicht mehr antun wollte. Hab es dann doch nicht gemacht – und meine Fresse. MEINE FRESSE. Das komische grade: Ich schwelge grade – obwohl Pats-Fan – nicht in kosmischer Freude sondern bin einfach nur verblüfft und hin und weg wie das möglich ist. Einfach nur brainfucked grade. Ich kapier’s nicht.

    @Dudel: Zu Atlantas Playcalling: Klar, im Nachhinein kann man es kritisieren, aber grade Atlantas Offense hat das ganze Jahr von ihrer aggressiven Einstellung gelebt. Dann im wichtigsten Moment des Jahres konservativ zu werden und seine eigene Identität gewissermaßen zu verleugnen – ich kann verstehen, warum man es nicht macht.

    Im Nachhinein bist du als Verlierer immer der Depp. Das gilt aber auch anders herum, wenn dein RB fumbled bei einem Lauf und die Leute sich dann aufregen, dass du den Ball nicht in die Hände von Matt Ryan legst, der grade mit perfektem Passer Rating durch die Playoffs cruised.

    @Fumble: Der Arm muss mit Ball in Vorwärtsbewegung sein. Das war – so weit ich das in den Replays gesehen habe – recht eindeutig, weil der Arm erst nach vorne schnalzt, nachdem der Ball schon eindeutig rausgeschlagen ist. Solange der Ball sich nicht vorwärts bewegt im Rahmen einer Wurfbewegung, ist es ein Fumble.

  20. Klar kann man dann auch bei einem Lauf fumblen, aber du hättest auch dreimal abknien können und hättest dann entweder zwei Minuten von der Uhr gehabt oder New England alle Auszeiten verbraten müssen. Und dann liegst 11 vorne, selbt wenn NE dann den Touchdown mit 2-Pt macht, kriegst Du höchstwahrscheinlich selber nochmal den Ball und kannst dann erneut die Uhr melken.

    Ich bin grundsätzlich auch ein Fan von aggressivem Play-Calling, aber für mich ist das ähnlich kontrovers wie die Butler-Interception vor zwei Jahren gegen die Seahawks. Habe dann doch bisweilen das Gefühl, dass man als Coach unbedingt beweisen muss, dass man etwas bringen kann, womit niemand rechnet.

  21. Mir geht es ähnlich wie @Philipp. Ich bin noch immer völlig erschöpft und irritiert von diesem Spiel. Fand das ganze im ersten Moment einfach nur überwältigend mit so vielen gleichzeitigen Storystreams.

    Ich frage mich, warum Atlanta zur Hölle nach dem JJ Catch nicht gelaufen ist, man war in FG Range und mit zwei Runs mehr kann man ein recht sicheres FG schießen und gewinnt den SB weil die Pats garantiert kein Comeback mehr zünden können. Dan Quinn wird sich in den Allerwertesten beißen, hätten seine Teams in zwei SB 2 – 3 Runs mehr gespielt, hätte er wohl zwei Ringe mehr.

    Beim Fumble ist einfach auch Pech dabei. Der RB überrumpelt vom LB und Ryan kann Hightower nicht sehen. Ein paar Augenblicke später und das ist wegen Armbewegung von Forward Pass.

    Der Edelman Catch war natürlich unglaublich, aber NE hätte auch ohne gewonnen, weil die Defense so shot war. Auch das keine Schande für die Falcons, es war klar dass die Tiefe nicht so da ist und gegen 90+ Plays geht auch eine top besetzte Defense schonmal ein.

    Ich weiß nicht ob ich als Falcons Fan überhaupt noch einmal gut schlafen könnte, aber für mich hat der SB Ausgang noch mehr mit den nie aufgebenden Pats zu tun als mit einem Choke von ATL. ATL hatte nur eine klare Punkte Chance und klar, musst du als Champion diese eine nutzen. Aber dass ATL das wegen totaler Unfähigkeit weggeworfen hat, so schlimm sehe ich es auch nicht. Vielmehr haben es die Pats mit unglaublichem Killerinstinkt gewonnen.

  22. Da waren zum Schluss so einige Möglichkeiten, den Deckel drauf zu machen. Im drive zum Ausgleich waren die Falcons mMn auch nah dran das Spiel mit einer INT zu beenden, nicht nur beim Edelman-Catch. Im Falcons-Drive davor gibts diesmal keine Diskussionen: Du hast mit Bryant einen der sichersten Kicker der Liga und bist in FG-Range. Ball und Uhr laufen lassen und dann das FG kicken. Klar, New England hatte bis dahin kaum Passrush, aber warum so ein unnötiges Risiko eingehen?
    Den Fumble von Ryan kann man sich so oft anschauen wie man will.Das wird auch beim zehnten Hinsehen kein incomplete pass.
    Dennoch, im letzten Viertel sind soviele Dinge ineinander gegriffen, sodass es sich immer noch unmöglich anfühlt, dass die Patriots dieses Spiel gedreht haben.
    @Korsakoff: Hast du zufällig ein Diagramm oder sowas, wie sich die Sieg-Wahrscheinlichkeiten im Spiel entwickelt haben? Würde ich spannend finden.

  23. @Napoleon190: Siehe hier den ESPN-Graph. Atlanta hatte demnach im dritten Viertel 99.8% Siegchance. Was vielleicht einen Tacken überkonfident ist. Aber Las Vegas und seine Wettbüros waren zu dem Zeitpunkt bei 96%.

    RE: Du brauchst nur noch zu laufen.
    Wir müssen an dem Punkt aber auch beachten, dass Atlanta nicht allein mit Laufspiel an die NE 22 gekommen ist, sondern just zwei Plays vorher den gigantischen Pass für Jones versucht hat. Und ein 40-Yards FG hat keine 100% Trefferquote. Play-Calling zu kritisieren ist berechtigt, aber dann bitte den ganzen Weg berpcksichtigen.

  24. Jetzt geht das hier schon wieder los mit der Kritik am Playcalling. Ob es um Coaching Philosophie geht oder um die Identität des Teams, ist einfach scheissegal.

    Wenn sich ein Team einen Gameplan macht und beschließt, eine relativ ausbalancierte Offense zu spielen, dann geht man ins Spiel mit dem Ziel pro Drive (/ pro Viertel / pro Hälfte) ungefähr 50:50 bei der Lauf/Pass Ratio zu stehen. In der Halbzeit wird dann analysiert, welche Spielzüge aus welchen Formationen gegen welche Defenseformation gut funktioniert haben und welche nicht. Die erfolgreichen Spielzüge werden eventuell noch einmal ähnlich oder variiert (gleiche Formation und Motion, dann aber ein Laufspielzug „draw“ statt Pass oder Play-Action statt Power-Run) nochmal gezeigt.
    – frei nach Pat Kirwan, Autor „Take your eyes off the ball“. Dieses Buch ist keine Bibel, zeigt aber schöne Eindrücke, was alles ins Playcalling einfließt, was der Zuschauer nicht ahnt und wie man im nachhinein immer alles besser weiß. Was nämlich alles mit einfließt, ist: Tendenzen des Gegners über die letzten 4 Spiele (/ die Playoffs / die ganze Saison) bei welchen Situationen: Down, Distanz, Feldposition, Zeit auf der Uhr, Personal auf dem Platz, uvm.

    Meine Vermutung ist, dass NE in der zweiten Hälfte die LOS dominiert hat und in den vorigen Spielzügen die Pässe von ATL trotzdem gut funktioniert haben. Dann versucht es Atlanta halt nochmal mit ihrem frisch gekrönten MVP mit perfektem Playoff-Passer Rating (credit @Philipp S.) und dem grandiosen Julio Jones (wie übertrieben gut ist der eigentlich?! Er hätte den Hype verdient, den OBJ abbekommt). Und sofort sind wieder die ganzen Leute da, die vor 2 Jahren Lynch den Ball gegeben hätte usw.

  25. Und weil da soviel einfliesst, dass es der normale, unbedarfte Fan sowieso nicht überblicken kann, ist das Playcalling automatisch und immer richtig und Kritik verboten?

  26. Kritik ist natürlich nicht verboten. Aber dieses besserwisserische Getue im Nachhinein ist einfach komplett unnötig. Wie auch korsakoff gesagt hat: „bitte den ganzen Weg berücksichtigen“. Einzelne Situationen im Vakuum zu betrachten und dann irgendwelche Urteile zu fällen, ist zu einfach gedacht. So einfach ist Football nicht.

  27. @Dudel: Das Problem dabei ist, dass die Kritik oft viel zu sehr in Richtung ‚cause-effect‘ simplifiziert. Alleine schon, dass viele Artikel Minuten nachdem so ein Spiel vorbei ist erscheinen, sollte einen schon skeptisch in Bezug auf die Tiefe der Analyse werden lassen. Das hat schon seine Berechtigung, aber ein so komplexes Spiel kann man eben nicht nur auf der Ebene „wenn dieses Play anders verläuft, geht das Spiel anders aus“ beurteilen. Erstens gilt das für jeden einzelnen Spielzug (inkl. Coin Tosses, Kneel Downs oder Fair Catches). Und zweitens reißt diese Art von Analyse den einzelnen Spielzug aus dem Kontiuum des gesamten Spiels inkl. Metagames vor und während des Spiels heraus.

    Das Beispiel von der SB vor 2 Jahren verdeutlicht das Problem mit dieser Art von Kritik. Damals wurde auf Seattle draufgehauen, warum zur Hölle man nicht an der Goal Line das macht, was dort vermeintlich am Besten funktionieren sollte – nämlich Beastmode den Ball in die Hand zu drücken. Diesmal hauen viele auf Atlanta drauf, obwohl sie das gemacht haben, was bei ihnen schon in der ganzen Saison am Besten funktioniert hat, nämlich zu passen. Ja, auch die Analyse vereinfacht grade sehr, aber ich denke sie illustriert das Problem: Kritik nur auf Basis des Ergebnisses bringt oft wenig und illustriert nicht, wo das eigentliche Problem liegt.

    Und letztlich bringen dir solche simplen Analysen vor allem dann nichts, wenn du versuchst ein Team in der NFL zu bauen. Es funktioniert selten, nach Sack Totals, Interceptions oder Receving Yards Free Agents zu bezahlen, und wer es tut fliegt meistens auf die Fresse, weil er oft die Gründe für das Zustandekommen dieser Zahlen nicht versteht und dann einem Spieler viel mehr bezahlt, als dieser eigentlich Wert ist.

    Insofern: Die Kritik am Playcalling ist berechtigt und notwendig, aber wenn es gute Gründe dafür gibt, dass ein Play so gecalled wurde, dann ist die Kritik in meinen Augen nicht allzu fundiert. Und die Gründe kann ich persönlich sowohl beim Beispiel aus 2015 (Jeder erwartet den Run, also passe ich) als auch beim gestrigen Spiel (Ich habe den MVP der bis jetzt ein Perfect Game gespielt hat UND jeder erwartet den Run) nachvollziehen.

  28. Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, einfach unglaublich dieses Team….. 😱

    Für mich zwei interessante Stats: Pats D hat Atlanta bei 1/8 bei 3rd Downs gehalten, vor allem in der zweiten Halbzeit TB den Ball schnell zurück gegeben.
    Nur 3 von 12(exklusive des finalen Trickplays am Ende des vierten Quarters) Drives der Pats gingen nicht bis in die Hälfte von Atlanta, einer davon an die NE 47. Die O hat’s nur bis zum Ende des dritten Quarters nicht geschafft, die Drives erfolgreich zu beenden.

    #OneMore

  29. In vielen Belangen war das Spiel dem von ATL gegen GB recht ähnlich (ATL mit famoser 1. Halbzeit inkl. defensiver Turnovers genau dann, wenn die gegnerische Offense doch mal Fahrt aufnahm) – nur hat die Defense der Pats dann der Offense wenigstens eine minimalste Chance gegeben in der 2. Halbzeit.

  30. Vielen Dank für die umfangreichen Erläuterungen und vieles ist auch absolut logisch und es leuchtet mir auch ein, dass man ein Spiel als Ganzes sehen muss, aber trotzdem bricht es sich dann immer wieder runter auf einzelne Entscheidungen, Money-Downs usw..

    Und ich bin mir auch sicher, dass Dan Quinn und Co. sich auch noch tagelang fragen werden, ob der Call richtig ist, aber er ist jetzt nunmal so gefallen und es hätte zweifelsohne Gründe für beide Entscheidungen gegeben. Den 2015er Call sehe ich übrigens genau aus dem Punkt des Überraschungsmoment als sehr vertretbar an, aber ich sehe einen Unterschied in der Situation, da Seattle damals den Touchdown brauchte und Atlanta heuer mit einem konservativen Fieldgoald sehr gut ausgekommen wäre.

    Ich finde man sollte man auch ohne ein Masterabschluss in Football Kritik an Szenen äußern dürfen oder fragen warum das so ist und nicht anders. Mit dem Wissen von heute: Quinn hätte anders gecallt, Ryan hätte den Ball weggeworfen, usw.. So ist es eben.

  31. Ich finde, der Vegleich mit dem SB vor zwei Jahren hinkt. Damals mussten SEA den TD machen. Daher war es mM vollkommen verständlich, wenn man überaschender Weise den Pass versucht. Wie Philipp S. gesagt hat, alle haben ja den Lauf erwartet.

    In diesem SB aber brauchten ATL nur noch ein FG. Und sie waren an der 23 yard Linie! Bei einem Kicker, der dieses Jahr bei 100% Erfolgsquote bei FG zwischen 40-49y lag! An so einer Stelle darf man drei Sachen einfach nicht machen: Fumble, Pick oder Sack. Einen Fumble kannst du eh nie verhindern. Pick und Sack verhinderst du wenn du läufst, auch wenn der Gegner das erwartet. Drei Läufe für -2yards wären ja immer noch vollkommen okay gewesen!
    Und selbst wenn der Coach seinem QB vertraut und einen Pass ansagt, darf Matt Ryan nie einen Sack kassieren, sondern den Ball vorher wegwerfen. Das darf man von einem MVP zurecht erwarten.
    Das ist ja schön und gut, dass man das ganze Spiel aggresiv war, aber man sollte nicht aggressiv sein um jeden Preis.

    Meiner Meinung nach haben sich die Falcons um den Sieg gebracht, weil Coach und Spieler nervös wurden und nicht mehr rationale Entscheidungen getroffen haben. Das darf man zurecht kritisieren. Trotzdem haben die Falcons natürlich eine Monstersaison gehabt!

  32. Danke Korsakoff, genau nach den beiden Zahlen habe ich gesucht!
    Zum Thema playcall: @pps Du und Korsakoff habt natürlich recht, der ganze Weg muss berücksichtigt werden und was du schreibst, was alles einfließt ist auch richtig und für den normalen Zuschauer sicher auch schwer nachzuvollziehen.
    Nur bin ich ob Football, Fußball usw. kein Freund davon alles von A-Z der Philosophie unterzuordnen. Am Ende musst du mehr Punkte/Tore als der Gegner haben und dann ist mMn der einfache Weg nicht immer der schlechteste.
    2015 war ich zugegebnermaßen im ersten Moment schockiert über den Pass, aber nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, ist dann die Erkenntnis gereift, dass vor allem ein absolutes freakplay von Butler „Schuld“ am Ausgang war.
    Wie gesagt, die Falcons haben es nicht in dem einen Drive verloren, ganz klar, aber meiner Meinung nach machts gerade Spaß über genau diesen zu diskutieren.

  33. Problematischer als den playcall ist für mich eher, wie Atlanta seine Time outs weggeworfen hat.

  34. @Dudel: Du weißt vor dem Spiel, dass es viele kritische Situationen geben wird. Nur weißt du leider erst nach dem Spiel, welche. Das was du Money Downs nennst, wird erst durch das Endergebnis zu einem solchen (Das gleiche sagt Belli auch im Postgame-Interview glaube ich): Beispiel der unfassbare JJ Catch, der beinah eine INT wurde. Im INT-Fall wäre der zu Tode kritisiert worden, im Falle, dass Atlanta gewinnt, wäre der Catch der entscheidende Moment gewesen. Der Edelman-Catch. Alles Sachen die im Nachhinein wichtig sind, aber nichts, aber das Gameplanning weiß nur das es passieren kann, nicht ob und nicht wie.

    @Napoleon
    Aber man macht sich die Philosophie (a.k.a. Gameplan = auf seine Offense und den Gegner und die Situation im Spiel) doch gerade, um am Ende mehr Tore/Punkte zu haben als der Gegner. Auf einem Niveau wo alle Leute nur so viel schlafen, wie sie eben müssen, damit sie möglichst viel arbeiten können, was soll da der einfache Weg sein? Am Ende einer Woche Gameplanning sagste: Scheiß drauf, 3 * Laufen ist auch geil, das ist angeblich einfacher? Wozu hab ich eig. Matt und JJ?

    Genau aus diesem Grund finde ich auch die Idee zu passen eine gute Idee. Wenn man selbst keine First-Downs hinkriegt, die Defense total am Ende ist und sich dann entscheidet NE, deren Offense gerade ins Rollen kommt, mit 2 Timeouts den Ball zu geben, gibt man das Spiel aus der Hand, WENN man vorher analysiert hat, dass man in so einer Situation mit bestimmten Passspielzügen seine Wahrscheinlichkeit auf den Sieg erhöht. Die Frage ist hier halt wieder eine nach der Philosophie (Was ich je nach Coach eher Gameplanning und akribische Vorbereitung nennen würde).

  35. noch ein Kurzer Nachtrag: Macks Bein könnte am Ende ganz im Arsch gewesen sein. ich kann nicht abschätzen, wieviel ein fehlender Center im Laufspiel über die Außen ausmacht. Aber wenn es Sicherheitsläufe sind, dann ja meistens innen durch …

  36. Ach, ich finde diese detaillierten Diskussionen einfach mega interessant – gerade auf dieser Seite. Viele Leute mit unterschiedlichen Meinungen und Standpunkten 🙂
    Egal, wie die Philosophie, das Scheme oder der Gameplan dann auch aussehen mögen, am Ende kommt es doch auf die einzelnen Spieler an, alles umzusetzen. Das nennt dann der großartige grumpy BB „execution“ und hört gar nicht mehr auf, genau davon zu sprechen 😀
    Ich denke, hier trifft auch @C3PO den Nagel auf den Kopf: „Und selbst wenn der Coach seinem QB vertraut und einen Pass ansagt, darf Matt Ryan nie einen Sack kassieren, sondern den Ball vorher wegwerfen. Das darf man von einem MVP zurecht erwarten.“ Stimmt genau. Er darf den Sack nicht kassieren. Als MVP darf man von ihm erwarten, den Ball wegzuwerfen. Wenn man den Spielzug nochmal anschaut, komme ich grob auf 2,5 bis 3 sec. bis Trey Flowers innen durchbricht. Das müsste genug Zeit sein, um weg zu werfen. Zugegeben, Druck über die Mitte ist immer unangenehm für den QB, aber ich sehe eher daran den Fehler, als am ursprünglichen call. Meine Meinung…

  37. @Hannes: Ich kann das schon nachvollziehen, allerdings erhöhe ich mit einem Passspiel meiner Meinung nach auch signifikant das Risiko für einen Sack oder eine Holdingstrafe was den Erfolg des Drives gefährdet.
    Und ja: Ryan hat wahrscheinlich auch nicht optimal reagiert. Fehler sind menschlich und ich denke, dass man auf Falcons-Seite auch einfach den Atem von Brady und Belichick schon im Nacken gespürt hat.
    Bin eigentlich kein Freund von Quervergleichen, aber es hat mich ein wenig an Deutschland-Schweden vor ein paar Jahren erinnert, wo Deutschland eine 4-0 Führung verspielte und um ein Haar noch ganz verlor. Wenn du innerlich nur ein paar Prozente runterfährst, sei es nur im Unterbewusstsein sein, wirds schwer bis unmöglich wieder hochzufahren, sollte es nochmal eng werden.
    Denke, so wars letztendlich auch nicht. Die Defense war verständlicherweise klipperhagelklar und die Offense hat kleine Fehler gemacht, die die Pats eiskalt ausgenutzt haben.

  38. @Napoleon: argumentierst du mit nicht runterfahren nicht pro Passen?
    Ich bin da Ewigkeiten lang exakt deiner Meinung gewesen (bzgl nicht runterfahren) aber finde Handball erklärt ganz gut, warum das auch nicht so simpel ist: du kannst kein Spiel 60 Min abwehr angriff 100 % geben. Also ist ein zentrales coaching Element bzw mentales Spieler Element, mit Schwächephasen umzugehen/ sie richtig einzuteilen. Ich glaube nur das Konzept findet sich zwar im Fußball, aber weniger im Football?! (Ist aber gerade ne unbegründete Vermutung)

  39. Ich habe das ehrlich gesagt nicht im Zusammenhang mit playcall gesehen. Ich meine eher die mentale Komponente, dass du einfach im Kopf die paar Prozente nachlässt, zu früh Spannung abfällt und du dann Fehler machst, gerade wenn du vermeintlich komfortabel in Führung liegst.
    Wie gesagt, ist bei mir in dem Fall auch nur eine reine Vermutung und ich weiss nicht, ob das wirklich eine Rolle spielt, bzw. gespielt hat.

  40. Off-topic: Es ist derzeit so unschön still hier. Besteht vielleicht die Chance einen MockDraft oder auch lose Gedanken zur Draft zu bekommen?
    (Ich weiss, Ihr habt ein Leben neben dem Football. Aber weil der Schnittpunkt von College und NFL genau Euer Ding ist, wären Eure Artikel zur Draft sicher hervorragend! Wenn Ihr nicht die Zeit findet, auf jeden Fall an dieser Stelle danke für die spannenden Beiträge zur vergangenen Saison!!!)

  41. Chance auf lose Gedanken besteht immer.

    Ich arbeite momentan daran, die 80-Stunden Wochen loszuwerden. Ich kann nicht garantieren, dass es vor dem Draft passieren wird.

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