NFL Draft 2017 Primer

Nächste Woche ab Donnerstag, 27.04., ist NFL Draft 2017. Zeit, sich langsam in die Materie einzugrooven.


Dem Draft 2017 wird nachgesagt, ungemein tief besetzt zu sein. Vor allem auf den Positionen Edge Rusher, Cornerback, Running Back und Tight End gilt der Jahrgang als bester seit vielen Jahren und soll jeweils mehr als eine Handvoll „Impact Player“ anbieten.

Als größter Star gilt DE Myles Garrett von der Texas A&M University, der in vielen Mock Drafts an #1 nach Cleveland geht. Bei den Runningbacks sind Leonard Fournette (LSU), Dalvin Cook (FSU) und Christian McCaffrey (Stanford) die Leuchttürme – alle drei sind seit Jahren als Spitzenspieler im College Football bekannt.

Als weniger prickelnd sieht man die Quarterback-Klasse an. QB Deshaun Watson von Clemson ist der bekannteste Name, aber es gibt keinen Konsens über sein NFL-Potenzial. Die meisten Pundits sehen Mitchell Trubisky von UNC vorn, einen Mann, der nur ein Jahr Starter-Erfahrung am College hat. Mike Mayock hatte lange Zeit Deshone Kizer von Notre Dame als besten QB auf seiner Liste, hat letzte Woche dann auf Deshaun Watson als #1 geswitcht.

Unterirdisch soll die Offense-Tackle Klasse besetzt sein – so unterirdisch, dass in der Free Agency horrende Preise für so unterdurchschnittliche Tackles wie Matt Kalil bezahlt wurden. Bei den Tackles vermutet man aber weniger, dass 2017 ein Ausreißer nach unten ist, sondern vielmehr einen Trend: Offense Liner werden in den „Spread-Systemen“ am College nicht mehr ausreichend für die NFL vorbereitet und kommen somit immer ungeschliffener in die NFL.

2017 ist auch der Draft der Vielseitigkeitsreiter: In Adoree Jackson (USC), Curtis Samuel (Ohio State) und Jabrill Peppers (Michigan) gibt es drei hochkarätige Namen, über deren beste Einsetzbarkeit sich Scouts seit Monaten streiten. Alle drei gelten als athletische Wundertalente. Alle drei galten am College als Superstars. Alle drei haben keine fixe NFL-Position.


Als Reminder: Die Draftreihenfolge in den Top-10 ist in dieser Reihenfolge Cleveland, San Francisco, Chicago, Jacksonville, Tennessee, NY Jets, LA Chargers, Carolina, Cincinnati, Buffalo. Cleveland (#1, #12) und Tennessee (#5, #18) haben nach ihren Megatrades im letzten Jahr jeweils zwei 1st Rounder, was sich für beide Franchises in einer hervorragend besetzten Klasse gut macht.

Auch die Saints (#11, #32) verfügen über zwei 1st Rounder, wobei man gemeinhin annimmt, dass sie ihren zweiten Pick noch für CB Malcolm Butler nach New England verschieben werden. Bei den in dieser Offseason ungewöhnlich aktiven Patriots gibt es auch noch das Szenario eines Verkaufs von Backup-QB Garroppolo, für den New England vermeintlich einen 1st Rounder verlangt.

Im Detail werde ich die Prospects in den nächsten Tagen durchschauen. Ich muss gestehen, dass ich die Offseason bis zum vergangenen Wochenende quasi überhaupt nicht verfolgen konnte – insofern kehre ich jetzt wieder zu den Wurzeln dieses Blogs zurück: Sich schreibend auf ein NFL-Ereignis vorzubereiten ohne von irgendwas eine Ahnung zu haben.

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8 Kommentare zu “NFL Draft 2017 Primer

  1. der letzte Satz „ohne von irgendwas eine Ahnung zu haben“ ist ja wohl der Schenkelklopfer des Tages.

  2. Schön, dass du wieder Zeit für ein bisschen Football hast! Der Trend mit den Offensive Linemen ist echt beunruhigend, aber schon seit einigen Jahren zu beobachten. Könnte auch der Grund sein, wieso gefühlt auch die OL Leistungen in der NFL etwas zurückgegangen sind.

  3. Zwei Dinge, die ich drafttechnisch spannend finde:
    1. Geht Reuben Foster wirklich zu den Bengals, die gerade Top LB FA Kevin Minter verpflichtet haben?
    2. Wann geht Joe Mixon? Von Mitte erster Runde bis „undrafted“ (ein „Experte“ von ESPN) ist alles dabei…

    „Ohne von irgendwas eine Ahnung zu haben“: Wieder etwas über die Wurzeln dieses Blogs dazugelernt! 😀

  4. @JD: Tolle Übersicht.

    Ein paar Gedanken dazu:

    – Ausgeglichenheit: Nur insgesamt 8 Teams bewegen sich außerhalb der +/- 10% Abweichung vom Standard.

    – Scot McCloughan kommt in der Übersicht sehr gut weg. Seine 49ers-Drafts waren die einzigen brauchbaren dieser Franchise, nach seinem Abgang sofort ein tiefes Loch. Seattle vor und nach seinem Abgang jeweils unter Durchschnitt, in seiner Anwesenheit die drei besten Drafts der NFL.

    – New England überraschenderweise nur im Mittelmaß. Aber die schlechten Drafts um 2007-2009 sind noch in guter Erinnerung. Auch die erste „Dynasty“ 2001-2004 lebte weniger von Draftpicks als gedacht, wobei zumindest Bledsoe, Law und McGinest vor dem Betrachtungszeitraum (ab 1996) gedraftet wurden. 2000er Draft mit Brady ragt weniger weit raus als gedacht.

    – Colts und Packers haben gemäß den Draftergebnissen vermutlich zu wenig Hardware in Form von Trophäen gewonnen. Chargers haben ihre goldene Generation Mitte der 2000er verschleudert.

  5. Tolle Übersicht, aber mir erschließen sich die Zahlen der Colts nicht ganz. Sagen wir nicht schon seit 3 Jahren, was für einen miesen Kader die Colts zusammengebastelt haben und dass einzig und alleine Luck den Laden zusammenhält? Sogar auf Colts Seiten feiert keiner die Drafts von 2013 bis 2015. Da kriegt jeder einen Hals auf Grigson, wenn er zurückdenkt an das Kadermanagement in diesen Jahren und Lucks vergeudete Zeit. Hier werden diese Drafts aber zum Teil sehr positiv bewertet.

  6. @Joffrey: Was vor allem an zwei Dingen liegt:

    1 – Die Colts haben ihren 1st Rounder 2013 (oder 2014?) für Trent Richardson verscherbelt und hatten entsprechend keinen hohen Erwartungswert für dieses Jahr. Sprich tiefer konnte es von vorneherein eh nicht gehen.

    2 – Die letzten paar Jahre war kaum Zeit für die Prospects um viel oder wenig AV zu sammeln. Dürfte also noch geglättet sein, die Übersicht.

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