Eiersalat, 11. August 2017

Presseschau für die zweite Augustwoche.


The Ringer hat nach der „Inefficiency Week“ von letzter Woche diesmal die „Patriots Week“ ausgerufen – eine Latte an Artikeln über die NFL-Dynastie der New England Patriots. Also quasi die „Efficiency Week“. Besonders zwei Artikel haben es mir angetan:

  • How the 2007 New England Patriots Changed Football Forever. Ein Eintrag, der daran erinnert, dass das Vermächtnis der Patriots von 2007 weniger ihre Perfect-Season noch das Stigma der größten Loser aller Zeiten ist (ihre einzige Saisonpleite kam im Endspiel), sondern vielmehr ihre revolutionäre Offense. Viele der Konzepte, die New England damals mit einer ungekannten Brutalität in der NFL einführte, sind heute, zehn Jahre später, Standard.
  • Bill Belichick Will Tell You His Secrets If You Know What to Ask. Wir kennen es: Der oft so einsilbige Coach Belichick blüht immer dann auf, wenn er eine fachlich kompetente Frage gestellt bekommt. Dann mutiert Belichick zum Ratschweib, bloß mit dem Unterschied, dass du es nicht unterbrechen möchtest.

Zuletzt geschehen hier:

Auch Bill Barnwell hat zehn Jahre nach der Perfect-Season auf die Patriots von 2007 zurückgeblickt.


Viele Pundits prognostizieren dem Topfavoriten und Titelverteidiger Patriots schon wieder eine gewaltige Saison für 2017. Einige lehnen sich sogar schon soweit hinaus, dass New England eine weitere ungeschlagene Saison, diesmal mit Titelgewinn, prognostiziert wird. Ganz sicher nicht in diesem Camp wird die Preview-Serie von Deadspin sein, die ihre amüsante Vorschau stets für die Fans schreibt, die nicht Fan der jeweiligen Mannschaft sind: Why Your Team Sucks.


Einige der besten Fußballer aller Zeilten waren bzw. in Messis Fall sind, Linksfüßler. Der Football sah in den 90er Jahren in QB Steve Young einen der besten Quarterbacks mit dem linken Arm werfend. In „meiner“ Zeit kann ich mich aber nur an einen prägenden Footballer erinnern, der mit seinem linken Arm für Wirbel sorgte – Michael Vick, der einstige Falcons-QB.

Seither herrscht Flaute. 538 geht in diesem Artikel auf die Suche nach Gründen für das Verschwinden der großen, linkshändigen Footballstars. Zufall oder Methode?


Die Top-Draftees Trubisky und Mahomes sind derzeit die #3 auf ihren Depth Charts. Matt Miller beruhigt: Nichts ungewöhnliches. Einer der First-Rounder hat indes schon seit Debüt in der NFL-Preseason hinter sich – Deshaun Watson, jetzt Texans-QB.

In die Preseason sollte man nie zuviel hineinlesen, aber ein paar Eindrücke von Watsons Debüt von meiner Seite: Watson spielte wie in Clemson. Unter Druck gute bis sehr gute Eindrücke, aber Watson ist relativ langsam in seinen Reads und bringt den Ball nicht so wunderprächtig schnell raus wie die Top-QBs in der NFL. Watson mit einigen überworfenen und unpräzisen Bällen vor allem bei Seam-Routen. Der lange Ball bleibt wie schon am College ein Problem.

Auffällig im Vergleich zum rivalisierten QB Savage: Unter Watson ließ OffCoord/Headcoach O’Brien mehr Plays zu. Die Offense wirkte variabler. Wie ich es in der Kürze der Zeit beurteilen konnte, hatte Houston auch besseres Personal mit Watson am Feld. Ich wäre nicht überrascht, wenn O’Brien Watson schon im Rookiejahr zum Starter ernennt, so viel Watson auch noch lernen muss.


Spannen wir den Bogen von Bill O’Brien zum College-Football. Der Link ist „Penn State“. Die Washington Post schreibt über das große Comeback der lange verehrten, dann so tief gefallenen Penn State Nittany Lions, die sechs Jahre nach dem großen Vergewaltigungsskandal „Sandusky/Paterno“ den Weg zurück an die Spitze gefunden zu haben scheinen.

Als wesentlicher Faktor wird dabei immer wieder O’Brien genannt, der in den ersten zwei Jahren nach Paternos Entlassung das vom Auseinanderbrechen bedrohte Footballprogramm zusammenhielt. Aber auch der aktuelle Coach, James Franklin, kriegt darin seinen Platz.

Penn State ist und bleibt aber ein Mahnmal für das, was passiert, wenn unkontrolliert dem Erfolg alles untergeordnet wird. Dafür, dass auch scheinbar integere Menschen wegschauen, wenn es um eigenen Ruhm und zuviel Geld geht.


College Football zum Abschluss: Stewart Mandel, einstiger Northwestern-Student und später großartiger Kolumnist bei Sports Illustrated und FOX Sports, gründet seine eigene Sportseite: The Athletic All-American, die in ca. zwei Wochen online gehen soll. Mandel hat sich ein Team mit u.a. Nicole Auerbach, Matt Fortuna und Chris Vannini zusammengestellt. Es ist nicht ganz klar, ob die Seite „for free“ sein wird. Es gibt auf alle Fälle einen Teil hinter der Paywall (Abo soll ca. 5 USD/Monat) kosten.

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