Alabama Crimson Tide vs Florida State Seminoles – Der Nachklapp

Nachklapp zum hochgejazzten Season-Opener im College Football, #1 Alabama Crimson Tide#3 Florida State Seminoles.


Es war eine Partie, die mindestens eine Halbzeit lang dem Hype entsprach. Zwei komplette Mannschaften, die sich auf Augenhöhe begegneten und sowohl gute Offense-Plays als auch famose Defense zeigten.

Dann passierte das, was Gegnern der Alabama Crimson Tide oft passiert: Sie machen den ersten Fehler und geben die Partie aus der Hand. Alabamas Wucht nimmt überhand und Crimson Tide gewinnt die Partie. Diesmal gewinnt Alabama 24-7 gegen FSU. Und für FSU ist diese Niederlage noch nicht die schlimmste Nachricht.

Zum Spiel

Beide Offenses brachten keine 300 Yards zustande. Vor allem nach der Pause wurde es ein Defense- und Special-Teams Festival, denn Alabama machte nur noch 77, FSU nur noch 65 Yards. Aber vor der Pause war datt ein ansehnliches Spiel.

Alabama eröffnete die Ära „post-Kiffin“ mit einem 34yds-Power Run über RB Damian Harris – und über inside. Danach übernahm erstmal FSU, wo QB Deondre Francoise mehr Zeit bekam als Crimson Tide eigentlich lieb sein konnte – Francois unter anderem mit einem tiefen Pass für WR Tate in enge Deckung – und Tate fing den Ball.

FSU übernahm die Führung mit einem 90yds-Drive über 11 Plays, abgeschlossen mit einem Pass auf WR Murray. Murray auf der Fade-Route gegen den hochgelobten FS Fitzpatrick – und Murray macht den contested catch: 7-3 pro FSU zu dem Zeitpunkt im zweiten Viertel.

Alabama konterte mit dem einzigen wirklich guten Pass von QB Jalen Hurts, downfield 53 Yards für WR Calvin Ridley, der eine broken coverage nutzt um auf 10-7 Halbzeitstand zu stellen. Das ist dann auch der Halbzeitstand in einer Partie, in der Alabama anfangs einige Probleme gegen den Pass hat, aber niemals gegen den Lauf: FSUs RB Cameron Akers macht keinen Stich.

Nach der Pause dreht die Partie massiv gen Alabama – und die Helden sind die Special Teams. Erst ein geblockter Punt in die Redzone hinein, Minuten später ein gefumbelter Kickoff, der nahe der gegnerischen Goal Line aufgenommen wird. Alabama macht aus den beiden Bolzen insgesamt 11 Punkte – erst Fieldgoal, dann Touchdown mit 2pts-Conversion und stellt so innerhalb kürzester Zeit auf 21-7.

Dritter Special-Teams Bock der Seminoles Mitte Schlussviertel, als ein late hit bei einem Fair-Catch Alabama zum fünften Mal Starting-Feldposition in feindlichem Gebiet gibt. Alabama nutzt das Geschenk zum Fieldgoal, 24-7.

Das ist dann auch gleich der Endstand, denn die Comeback-Versuche der Seminoles scheitern gnadenlos: Alabamas Defense stellt auf verstärktes Blitzing um und heizt Francois ordentlich ein. Francois mit zwei Interception in zwei aufeinanderfolgenden Drives – Alabama mit exzellenter Feldposition, aber ohne Punkte. Das spricht für die Defense der Seminoles.

FSU wäre bloß enttäuscht aus der Partie gegangen, hätte man „nur“ verloren. Aber dann kommt fünf Minuten vor Schluss der letzte definierende Moment dieser Partie: DB Ronnie Harrison auf einem CB-Blitz, QB Deondre Francois scrambelt nach rechts, Harrison fällt auf ihn, Francois bleibt liegen und hält sich das Knie – Abtranport nach minutenlanger Behandlung auf der Bahre.

Die Nachwirkungen

Zum sportlichen: Alabama ist wie erwartet das Team, das es zu schlagen gilt. Die Lauf-Defense ist weiterhin so mächtig wie sie immer war. Die Pass-Defense hat noch einige Probleme im Pass Rush, aber ausreichend Power um eine vermeintlich starke Offense wie FSU abzuwürgen.

In der Offense überzeugt mit QB Hurts nicht wirklich. Hurts (10/18 für 96yds) war nicht „schlecht“, aber er hat weiterhin diese Momente, in denen er viel zu früh aus der Pocket scrambelt und Nervosität versprüht. Bloß: Braucht Alabama mit so einem Gesamtpaket überhaupt einen fantastischen Quarterback?

Bei FSU war die Offense Line in der Pass Protection lange Zeit besser als befürchtet und gab Francois Zeit. Erst als das Blitzing einsetzte, kollabierte Francois. Man muss aber bedenken, dass das Laufspiel keinen Stich machte (Akers mit 40 yds in ca. 15 Versuchen).

FSU-Defense zeigte mächtig auf, kann sich ganz dick auf die Fahnen schreiben, dass man gegen all die exzellenten Feldpositionen der Crimson Tide (5x in Gegners Territorium in der zweiten Halbzeit) nur 14 Punkte kassierte.

Special Teams? Wenn sie den Seminoles nicht die Partie verloren, dann waren sie zumindest der wesentlichste Unterschied in diesem Spiel. Im Prinzip gehen drei Ballbesitze und 14 der 17 Punkte Differenz auf das Konto der Special Teams.

Der Ausblick für Alabama ist damit rosig: Man hat wieder mal einen Großen zum Saison-Einstand geschlagen. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das 24-7 ein zu hohes Resultat war oder ein zu knappes. Es hätte auch 40-7 ausgehen können, wenn die Offense alle sich bietenden Möglichkeiten genutzt hätte. Aber du kannst andererseits auch nicht in jeder Partie darauf zählen, dass dir deine Special Teams eine Touchdown-Chance nach der nächsten auf dem Silbertablett präsentieren.

Florida State wird nun bangend gen Krankenhaus blicken, wo QB Francois nun untersucht wird. Francois hielt sich direkt nach dem Kontakt das Knie, was nie ein gutes Zeichen ist. Zu viele Kreuzbandrisse hast du in solchen Situationen schon gesehen. Aber auch wenn es nur eine Dehnung sein sollte – ein mehrwöchiger Ausfall ist eher wahrscheinlich als nur möglich. In dem Fall muss Backup QB James Blackman, ein Freshman, ran.

FSU muss in zwei Wochen gegen die Miami Hurricanes antreten. Die sind zwar nicht 1:1 das Kaliber von Alabama, haben aber eine ähnlich gute Defense. Mit Backup dort anzutreten? Macht die Sache auf alle Fälle spannend. Aber summa summarum dürfte FSU mit einer Defense-Performance wie diese Woche gegen Alabama zumindest nicht auseinanderfallen. ACC-Titel weiterhin nicht ausgeschlossen. Alabama dagegen kannst du schon so gut wie für das Playoff buchen.

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