Recap – Detroit Lions vs Atlanta Falcons

Es war der Tag, an dem die NFL der Nummer 45 die Stirn geboten hat. Mit Gesten und mit starkem Sport. Kein Spiel endete dramatischer als Detroit Lions vs Atlanta Falcons.

Endstand Falcons 30, Lions 26. Ein verdienter Sieg der dominanten Atlanta Falcons, die Detroit das ganze Spiel über exzellent im Griff hatten. Das Spiel war „nur“ dank dreier Interceptions der Lions-Defense, zwei davon resultierend aus abgefälschten Bällen, überhaupt spannend.

Aber dieses Ende, Baby.

Man möchte meinen, dass man nach Calvin Johnson, Schwartz, Hitchens, Calvin Johnson II und der Phantom-Facemask so langsam alles an dramatischen Schiri-Entscheidungen in der letzten Spielminute erlebt hat – und dann kommt „Tate II“.

Tate, der Mann, der einst als Seahawk den Phantom-TD zum Ende des Referee-Lockouts scorte, wird 8 Sekunden vor Spielende von QB Matthew Stafford angespielt, das Moment zieht ihn Richtung Endzone – eine knappe Entscheidung:

Die Referees nahmen nach Video-Review den Touchdown zurück, platzieren den Ball an der halb-Yard Line und verkünden das Ende des Spiels, weil aus Fairness-Gründen für solche Momente 10 Sekunden von der Uhr genommen werden. Und 8 minus 10 ist minus 2. Zeit kann nicht negativ sein, und daher Spielende, Sieg Falcons.

Wie gesagt: Hautenge Entscheidung. Es ist wohl die richtige Entscheidung. Du ärgerst dich für einen Moment. Auch deshalb, weil eine klare DPI gegen den Receiver nicht gepfiffen wird. Aber dann erinnerst du dich daran, dass du schon fünf andere Freakentscheidungen überlebt hast.

Schön is datt trotzdem nicht.

Aber was willst du ändern. Festzuhalten bleibt, dass Detroit nach zwei Auftaktsiegen gegen Arizona und New York diesmal knapp verliert und nun bei 2-1 Siegen hält. Dass man in einer Partie, in der man so klar dominiert wurde, trotzdem fast gewonnen hätte, bleibt als positiver Punkt in Erinnerung. In der Mannschaft ist Leben. Aber dass man eben so brutal an die Wand gespielt wurde, sollte zu viel Optimismus bremsen.

Denn du kannst das 30-26 auch so lesen: Atlanta machte in gleich vielen Snaps wie Detroit (65) insgesamt 104 Yards mehr Raumgewinn. Die Falcons hatten 6.6yds/Play vs Detroit 4.9. Atlanta gewann trotz -3 Turnover-Bilanz, trotz eines Defensiv-Touchdowns der Lions, trotz zweier 55+ Yards Fieldgoals der Lions und trotz dreier Lions-1st Downs durch Penaltys der Falcons-Defense.

Atlanta hatte Drives von 75, 53, 64, 45, 75, 56 und 23 Yards und machte daraus „nur“ 27 Punkte. Detroit hatte einen 88yds-Drive am Spielende, gepaart mit Drives von 22, 38, 53, 0, -9, 75, 37 und 4 Yards. Atlantas Offense musste nur zweimal punten.

So sehr die ersten beiden Wochen gute Offense und Defense von den Lions brachten, so ineffizient waren diese beiden Units diesmal. 7.5 NY/A für die Falcons-Passoffense, 5.4yds/Carry im Laufspiel. DE Ansah war beim Gegner abgemeldet, und ohne LB Davis sah die Defense auf Mitteldistanzen verloren aus. RB Freeman mit etlichen langen Runs, einige davon durch Scheming, andere durch schwaches Tackling. Andere, weil Freeman schlicht ein Super-Runningback ist.

Die Lions-Offense krankte an schlechter Protection für QB Stafford, der konstant unter Druck war – obwohl Atlantas Defense den vermeintlich besten Passrusher Beasley verletzt vorgeben musste. Zwei Drives in der „Crunch Time“ zum Ende beider Halbzeiten endeten mit je drei Incompletions en suite schnell, Laufspiel meist schon an der Anspiellinie abgewürgt. Kurzpassspiel funktionierte nur zeitweise, erfolgreiche tiefe Pässe findest du nur selten.

Staffords Vorstellung fand ich isoliert betrachtet wirklich bemerkenswert. Mehr als eine Handvoll Pässe aus Bedrängnis wunderschön auf schwierigen Routen genau in die Hände der Receiver platziert. Ich habe Stafford in acht Jahren nie so gut gesehen. Aber es hängt zu viel an ihm selbst.


Atlanta auf der anderen Seite ist nach drei Partien gegen die so gehypte NFC North 3-0 trotz eines Punktverhältnisses von nur +21. Ich weiß nicht, ob der Schein trügt: Die Vorstellungen gegen Green Bay und Detroit waren insgesamt überzeugend. Die Offense macht 8.1 NY/A im Passspiel – auch wenn die Defenses „nur“ Chicago, Green Bay und Detroit waren. Wie viel diese frühen Zahlen wert sind, werden die nächsten Wochen zeigen.

Aber allein der optische Eindruck zumindest der letzten beiden Spiele war brillant. Drei Interceptions wird QB Ryan nicht jede Woche fabrizieren, schon allein, weil nicht jede Woche zwei Bälle genau in den Schoß der Defensive Backs abgefälscht werden. Und schon ein einziger Fehlpass weniger hätte gereicht um diese Partie schnell außer Reichweite zu bringen.

3 Kommentare zu “Recap – Detroit Lions vs Atlanta Falcons

  1. mit MLB Davis, SS Wilson, C Swanson und G Dahl haben bei den Lions schon einige gefehlt die normalerweise demnächst wieder zurück sein sollten, auch Taylor Decker wird Ende Oktobers (nach der Bye-Week oder im November zurückkehren. Das wird der Protection von Stafford helfen, jedoch ist die Performance der Offense meiner Meinung nach bisher trotzdem bedenklich. Kostbare Drops, unnötige Strafen, teils vorsehbares Playcalling und vorallem das nicht verwerten von 3rd & short. Die nächsten drei Spiele mit @Minnesota, vs Carolina und @Saints sind wichtig um einen positiven Trend in Gang zu setzen, da sollte man nach 3-0, 2-1 trachten. Vorallem ein Divisions interner Sieg gegen stark schwankende keenum/bradford Vikings wäre toll 😀

  2. Immer wieder bemerkenswert, wie sachlich auf diesem Blog regiert wird, wenn die Lions verlieren, bei meinem Lieblingsteam wäre ich nicht so nüchtern 😉
    Auch wenn es natürlich die richtige Entscheidung war, aber die Serie ist schon bitter wenn man darüber nachdenkt…

    Für die Lions ist das Vikings Spiel zu einem goldenen Zeitpunkt, vor allem wenn Bradford noch nicht fit ist und es sieht momentan nicht danach aus… Gegen Keenum zu spielen ist halt doch was anderes.
    Und wenn die Pack dann auch noch schwächeln, ist in der NFC North ja womöglich sogar was drin!

  3. Pingback: NFL Power Ranking 2017 – Woche 17 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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