Date am Donnerstag, Woche 4: Green Bay Packers – Chicago Bears

Heute Nacht der Auftakt zu Woche 4 mit dem Donnerstagsspiel Green Bay Packers (2-1) vs Chicago Bears (1-2), ab 2h30 live bei DAZN und im Gamepass. Es ist eine Partie zwischen zwei der ältesten Erzrivalen der NFL – und beide sind holprig in die Saison gestartet.

Bei den Packers herrscht trotz „Winning Record“ nur mäßige Stimmung. Der Auftaktsieg gegen die Seahawks (17-9 Sieg) sieht nach drei Wochen lange nicht mehr so eindrucksvoll aus, nachdem jeder gesehen hat, wie schwach Seattles Offense sich gegen San Francisco und Tennessee präsentiert hat.

Danach wurde man von Atlanta förmlich an die Wand gespielt ehe man sich nur knapp in der Overtime gegen das bis dahin unterirdische Cincinnati durchsetzen konnte. Fazit: Green Bay hat zwar zwei Siege, aber beide waren nicht restlos überzeugend.

Die Offense krankt an gravierenden Protection-Problemen für QB Aaron Rodgers, der bei jedem sich lange in der Entwicklung befindlichen Spielzug schwer unter Beschuss gerät und Notfallpässe werfen muss um Sacks zu vermeiden. Rodgers kassierte in 147 Passversuchen bereits 13 Sacks (8.8% Sack-Quote) und warf 3 INTs. Solange WR Nelson am Feld ist, hat Rodgers noch seinen Notnagel zum Anspielen, aber ohne Nelson sah es z.B. in Atlanta hoffnungslos aus – auch, weil der gehypte Frühlingseinkauf TE Bennett noch nicht das liefert, was man sich von ihm versprochen hatte.

Dass es mit der Offense Line so schnell viel besser wird, ist nicht zu erhoffen: OT Murphy fällt wohl verletzt aus, sodass die Protection um einen weiteren Spieler dünner besetzt ist.

Die Defense ist sowieso ein Torso, das nur dann funktioniert, wenn die Offense Punkte vorlegt und man sich mit bend but don’t break und Spekulieren auf Interceptions über Wasser halten kann.

Bei den Bears war die Stimmung nach zwei Auftaktpleiten bereits am Tiefpunkt. Allerorts wurde der schnelle Rausschmiss von Headcoach John Fox gefordert – vor allem nach der Turnover-Orgie gegen Tampa Bay wurde auch ein QB-Wechsel von Mike Glennon auf Rookie Trubisky gefordert… vergessen waren all die Beteuerungen aus dem Draft, dass man den völlig unreifen Trubisky niemals zu schnell ins kalte Wasser werfen dürfe und die beste Langzeitaussicht ein langsames Aufbauen von Trubisky sei.

Der alte Fox ließ sich von all dem Gerede nicht beeindrucken und konterte letzte Woche mit einem Overtime-Sieg gegen den Titel-Mitfavoriten Pittsburgh, der die schlimmsten Kritiker erstmal verstummen ließ.

Chicago lieferte dabei kein komplettes Spiel ab und Glennon war mit 11/22 für nur 101 Yards auch weit weg von einer weltbewegenden Leistung, aber dafür nutzte man ungekannte Vorteile im Laufspiel aus und schickte in den ersten 60 Offense-Snaps 44x die Runningbacks das Feld runter: RB Jordan Howard, mittlerweile viel mehr als bloß mehr ein Geheimtipp, und auch der bis dato völlig unbekannte Tarik Cohen machten etliche Big Plays – u.a. den siegbringenden Lauf in der Overtime:

Der Sieg-Drive war typisch: 4 Läufe, über 70 Yards. Touchdown. Dem stockkonservativen Fox muss das Wasser im Mund zusammengelaufen sein.

Natürlich bleibt die Offense ein gigantisches Problem, wenn Glennon nicht mehr als die 2yds-Shuffles anbringt und nur 4.8 NY/A fabriziert. Wenn Howard/Cohen 28 der insgesamt 72 Completions gefangen haben. Wenn der angedachte Top-WR #11 White weiterhin kaum spielt. Das Positive: Durch die Rückkehr von OL Kyle Long kehrt erstmal Ruhe in die zuletzt zu oft durcheinandergewürfelte Offense Line ein.

Dafür ist die Defense durchaus akzeptabel aufgestellt. Der Passrush ist auch ohne den bislang heuer wenig überzeugenden DE Leonard Floyd durchaus Sack-hungrig. Gegen Pittsburgh kamen die Einschläge von den DEs Young/Houston Hicks sowie durch Blitzes aus der zweiten Reihe.

Der gute Passrush sorgt dafür, dass die manchmal blank stehende Secondary ein wenig sicherer aussieht. Es gibt zwar immer wieder Bullshit-Momente wie im ersten Spielzug gegen Pittsburgh, als die Steelers einen sicheren Touchdown verschenkten, aber in Summe wird Chicagos Defense nicht mehr so überfahren wie 2016.

Ob das aber heute in Green Bay reicht, bleibt abzuwarten. Der Bears-Offense ist absolut nicht zuzutrauen, dass sie ausreichend Punkte macht um selbst mit einem durchschnittlichen Tag der Packers-Offense mitzugehen. Das einzige Szenario, das ich mir für einen Bears-Coup vorstellen kann, ist ein Monster-Tag des Pass Rushes, der Rodgers zu 1-2 INTs zu viel verleitet – und selbst dann braucht es lange Returns, dass die Offense zu Touchdowns kommt.

17 Kommentare zu “Date am Donnerstag, Woche 4: Green Bay Packers – Chicago Bears

  1. Man beachte bei Cohens Lauf das offensichtlichste Holding aller Zeiten and #21 Haden, welches nicht gepfiffen wurde… 😀

  2. Würde ich nicht als Holding beanstanden. Er drived die ganze Zeit weiter und schiebt ihn ums Play- blocking

    Wie kommst du drauf?

  3. Bei den Packers ist das Problem, dass die Offense eine absolute One-Man-Show ist. Kein RB, der zuverlässig ordentlich Yards macht und yards after catch machen die TEs und WRs auch eher, wenn Rodgers sie frei geworfen hat. Und da im letzten Draft erstmal dringend die Secondary wieder aufgepäppelt werden musste fehlen im Pass Rush Spieler.

    Sprich: Eigentlich müssen die Packers hoffen, dass die Probleme, in denen sie landen nie so groß werden, dass Rodgers sie da nicht irgendwie wieder rausholt. Wie eng das werden kann hat man gegen CIN gesehen, wo schon ein Pick-Six gereicht hat um das Loch sehr tief werden zu lassen. Ohne diesen Defense-TD sieht CIN in dem Spiel gar nicht gut aus (3 Pkt in der zweiten Hälfte!), und trotzdem wird es knapp…

    Um es mal positiv zu formulieren: Wenn GB trotzdem in den SB kommt kann sich Rodgers die Saison als sein endgültiges Meisterstück an die Wand hängen. Aber vermutlich werden alle diese frühen Urteile im Saisonverlauf mal wieder ad absurdum geführt.

  4. kurz OT: Seit dem 2. Spieltag gibt es wieder Spiele ohne Werbung zu sehen, dafür aber eine so schlechte Tonspur, dass man gar nicht mehr versteht, was die Kommentatoren schwafeln. Ist es bei euch auch so? Oder wollen die einfach nur die paar Megabyte auf Ihren Servern sparen. So groß kann eine 2StundenTonspur doch nicht sein….

  5. Wie die letzten beide Jahre wird von K. White nichts kommen der ist out for season (Schulter).

    L. Houston ist ein Free Agent. Hat sich im wohlgemerkt 4. Preseasonspiel verletzt und wurde daraufhin entlassen.
    McPhee soll ihn ersetzen.

  6. @holding:😅
    Nachdem ich es mir in Ruhe noch mal ein paar mal abgesehen habe würde ich zustimmen, dass man hier eine Flagge werfen kann; wohl auch sollte.
    Dennoch würde ich nicht unbedingt vom klarsten Holding aller Zeiten sprechen… Von den Bewegungsabläufen sieht es sehr nach Block aus-
    Grundsätzlich wird Holding aber sehr inkonsequent gepfiffen, wie ich finde.

    Es ist übrigens nicht die Cutback lane, die dadurch offen ist, sondern die Edge oder outside (etc. pp.) die cutback lanes sind immer innerhalb der Force/contain Spieler. Hier wird der Force-contain Spalier nach innen geblockt.

  7. ad Gamepass: ich sehe Fortschritte, heute morgen ist er mir nur einmal abgebrochen und das Casten hat in zwei Fällen (von zwei) funktioniert.

  8. zum gamepass:
    also ich bin mit der browservariante (Win8 und Chrome) sehr zufrieden. Bild ist mit ner 6000er Leitung top. auch mit PC via HDMI am 50Zoller. navi ist anders als zum letzten jahr aber man gewöhnt sich dran…

    was bei mir nicht geht, ist, dass ich mit der app auf Android keine spiele downloaden bzw sie angucken kann. ich kann die Downloads nur mit Wland oder Netz gucken; was ja nicht der sinn der Downloads ist… hat da einer eine Idee?

    zum spiel:
    es ist halt nur chic, was mal wieder über vieles hinweg täuscht bei GB. und nun bricht auch noch Adams weg…so richtig doll sieht das alles nicht aus

  9. Naja.. Jones war schon ziemlich ordentlich. Auch wenn es „nur“ die bears waren.
    Und dazu kommt, dass MM scheinbar das playcalling umgestellt hat. Rodgers wird den Ball viel früher los, um die O-Line zu entlasten. Was man bei den ganzen Scrambles gern vergisst: Rodgers ist der am schnellsten werfende QB. Und seine Stats sind interessanterweise wesentlich besser, wenn er den Ball in <2 Sekunden los wird:
    War also nicht alles schlecht.
    Und: die Verletzten könnten evtl. nächste Woche wieder spielen (zumindest die Tackles und auch Daniels hat wieder angefangen zu trainieren).

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