Sonntagsvorschauer, Woche 5

Auf ins zweite Saisonviertel!

Frühschicht um 19h

  • Cincinnati Bengals – Buffalo Bills
  • Cleveland Browns – New York Jets
  • Detroit Lions – Carolina Panthers
  • Indianapolis Colts – San Francisco 49ers
  • Miami Dolphins – Tennessee Titans
  • New York Giants – Los Angeles Chargers
  • Philadelphia Eagles – Arizona Cardinals
  • Pittsburgh Steelers – Jacksonville Jaguars

Eine Frühschicht mit nur einem nennenswerten Topspiel.

Lions – Panthers: Zwei 3-1 Teams, die in Detroit aufeinandertreffen. Die Lions sind eine Fingerbreite von einem 4-0 Start entfernt, während die Panthers nach Siegen über Buffalo, San Francisco und in New England sowie einer klaren Pleite gegen New Orleans ebenso bei 3-1 Record stehen, wenn auch mit Punktverhältnis von nur +8. Bei beiden Teams fühlt sich der Record etwas „über den Möglichkeiten an“.

Bei Carolina liegt das vor allem an der extrem banalen Offense der ersten Wochen. Erst gegen die aktuell unterirdischen Patriots wurde es für Cameron Newton und seine Unit besser, wobei abzuwarten ist, ob es an der Qualität der Patriots-Defense oder an Verbesserungen der Panthers-Offense lag. Offensichtlich ist: Carolina versucht gerade, die Offense umzustellen. Weg von der Run-Offense mit tiefen Bomben, hin zu kürzeren Pässen. Das sah in den ersten Wochen harzig aus. Und nun, nachdem man gegen New England erstmals ins Rollen kam, hat Newton eine selbst verschuldete Sexismus-Diskussion an der Backe.

Detroit stellt dem eine Defense entgegen, die bislang die Erwartungen völlig übertrifft. Detroit kassiert nur 6.1 NY/A gegen den Pass und forcierte bereits 11 Turnovers in 4 Spielen – eine nicht zu haltende Rate. An dieser Quote lässt sich auch festmachen, wieso ich Detroit für aktuell überschätzt halte, denn wirklich überzeugend ist die Defense in keinem Bereich. Nicht im Pass Rush, nicht in der Deckung. Wenn die Turnovers einmal nachlassen, ist diese Abwehr verloren.

Anders die Lions-Offense: Hier wirst du bei allen Problemen das Gefühl nicht los, dass sie trotz schlechter Effizienz-Zahlen (5.4 NY/A für den Pass) nicht weit vom Durchbruch entfernt ist. QB Stafford spielt auf hohem Niveau, aber es fällt immer wieder von der linken Flanke über LT #73 Robinson massiver Druck herein. Das führt entweder zu QB-Pressure, Hits/Sacks oder zu Holding-Strafen. Robinson ist ein echter Bremsklotz. Positiv: In Kürze wird der etatmäßige Left-Tackle Decker aus Verletztenstand zurückkehren. Dann sollte die Offense in der Lage sein, die zu erwartende Defense-Regression einzudämmen.

Viele andere 19h-Partien werden verspottet, aber haben doch ein paar interessante Storylines:

Bengals – Bills: Geht es nur mit so oder fühlen sich die 3-1 Bills immer noch wie Außenseiter gegen die 1-3 Bengals an? Cincinnati, das letzte Woche Cleveland abschoss und die Woche davor nur unglücklich in Green Bay verlor. Dessen Offense unter OffCoord Lazor deutlich homogener aussieht als unter dessen Vorgänger Zampese.

Browns – Jets: Die Browns sind bislang mit 0-4 eine glatte Enttäuschung. Was man von den 2-2 Jets nicht behaupten kann. Trotzdem ist Cleveland hier favorisiert. Aber die Browns müssen schön langsam liefern: Für 2017 war ein deutlicher Schritt nach vorne erwartet worden, und vier hoffnungslose Vorstellungen sind nicht wirklich Vertrauen weckend.

Colts – 49ers: Wie viele Punkte werden Brissett und Co. gegen die durchaus respektable 49er-Defense erzielen? Unterschätzte Story: 49ers-DT Buckner mausert sich zu einem heimlichen Superstar:

Vom Colts-Superstar dagegen nicht so wirklich überragende News:

Dolphins – Titans: Die Null-Punkte Dolphins gegen ein Titans-Team ohne QB Mariota. Die Medien prügelten die ganze Woche auf Tennessee ein, weil sie sich auf der Suche nach einem Mariota-Ersatz nicht nach dem „logischen“ Kandidaten Kaepernick griffen, sondern zu Brandon Weeden.

Giants – Chargers: Das vermutlich letzte 2004-Draft Gedächtnisaufeinandertreffen zwischen Eli und Philip Rivers. Beide sind 0-4. Beide fühlen sich unter Wert geschlagen an.

Steelers – Jaguars: Was um 2004 eine der physischsten, spektakulärsten Ansetzungen war, ist 2017 nur noch ein matter Abglanz. Pittsburgh war in der Offense zuletzt sehr Bell-fokussiert. Jacksonville ist ein totales Dark-Horse: Klare Siege gegen Baltimore und Houston, abgeschlossen von den Titans und verloren bei den Jets. So viel Varianz im Record wie in Bortles‘ Pässen.

Spätschicht ab 22h

  • Oakland Raiders – Baltimore Ravens (22h05)
  • Los Angeles Rams – Seattle Seahawks (22h05)
  • Dallas Cowboys – Green Bay Packers (22h25)

Wer hätte das gedacht, dass das Topspiel dieser Schicht das NFC-West Duell Los Angeles Rams (3-1) vs Seattle Seahawks (2-2) ist?

Ich hatte vor Saisonstart „gewarnt“: Die Rams werden was zeigen! Ich fühle mich nach einem Saisonviertel durchaus bestätigt in meiner „Hoffnung“ auf eine produktive Saison dieser durchaus talentierten Mannschaft. Sie zeigt aktuell: Coaching matters. Aber QB Jared Goff hat heuer noch keine Defense wie die Seahawks gesehen.

Auf der anderen Seite hat die Rams-Defense mehr Probleme gegen den Lauf als gedacht. Dafür ist der Pass Rush okay – das trifft sich gut gegen einen Angriff mit einer derart desaströsen Offensive Line wie jener der Seahawks. QB Wilson scrambelt nach jedem Snap um sein Leben. Wilson ist aktuell die komplette Seahawks-Offense. Die Rams wussten schon in der Vergangenheit genau, wie sie die Schwächen der Seahawks-Offense angreifen müssen – die Erwartung ist jetzt, dass sie es unter DefCoord Wade Phillips umso mehr wissen.

Die Rams bereiteten den Seahawks schon unter Jeff Fisher immer mehr Probleme als man erwarten durfte. Wird es auch diesmal so sein? Sollte Los Angeles sogar als Favorit gelten? Oder sollten wir vorsichtig sein, ein Team, das erst letztes Jahr am Boden lag, nach vier starken Auftritten bereits zum sicheren Sieger gegen eine der prägenden Mannschaften der letzten sechs Jahre hinauszuposaunen?

Cowboys – Packers: Das Spiel, das in der Vergangenheit häufig Geschichte schrieb, Stichwort Ice Bowl, aber auch Stichwort Dez Bryant.

Bei Raiders vs Ravens dürfen wir uns auf ein QB-Duell Manuel vs Flacco freuen, nachdem Raiders-QB Derek Carr mal wieder wochenlang ausfällt. Bleibt festzuhalten: Oakland hat einfach Pech. Mit Verletzungen, nicht mehr den Spielverläufen, wo häufig knapp gewonnen wird. Aber dann verletzen sich zum dümmsten Zeitpunkt Schlüsselspieler und schon riskierst du wieder eine Saison für’n Arsch.

Nachtschicht um 2h30

  • Houston Texans – Kansas City Chiefs (DAZN)

Monster-Duell in der Nacht: Die 2-2 Texans gegen die 4-0 Chiefs. Das einzige noch ungeschlagene Team der Liga gegen den neuen QB-Darling der Vereinigten Staaten. Die Chiefs sind nach vielen Metriken das beste, weil kompletteste, Team der ersten Wochen, und auch ich stehe noch unter dem Eindruck des wuchtigen Auftaktsiegs in New England. Aber lass mich mal Teufels Advokat spielen: Philadelphia war kein vollends überzeugender Sieg und gegen Washington brauchte es ebenso einiges Glück.

Und dann schnappe ich unter der Woche noch eine recht spannende Meinung von ESPNs Mike Sando, den ich sehr schätze, auf. Sando sagt folgendes: Im neuen CBA mit allen Trainingsrestriktionen ist der September die neue Preseason. Das merkst du zum Beispiel an New England, das momentan sehr unfertig aussieht. Die Chiefs sind hingegen eines der Teams, die am wenigsten verändert in diese Saison gegangen sind. Ja, sie haben mit Mahomes einen Monstermove im Draft gemacht – aber der beeinflusst 2017 kaum. Der restliche Roster ist fast identisch. Das merkst du in diesen frühen Wochen. Die wichtige Frage nun aber ist: Wie lange können die Chiefs ihren Wettbewerbsvorsprung halten?

So hatte ich das noch nicht gesehen. Zugegeben, die Offense ist schon sehr geil, mit all den Moves und einem QB Alex Smith, der so selbstbewusst spielt wie noch nie. Mit diesem wendigen RB Kareem Hunt, der alle aussteigen lässt und aktuell so gut drauf ist wie Jamaal Charles in seinen besten Tagen. Aber wie stabil ist das Gebilde längerfristig? Smiths Historie weist darauf hin, dass Smith nicht auf ewig in der Lage ist, aus eigener Kraft eine Defense zu schlagen wie Brady oder Rodgers. Er wird immer Scheming brauchen – und Scheming kann eine Defense aufholen.

Houston hat ein ähnliches „Problem“: Ihr QB Watson spielt grandios auf in den ersten Wochen, aber er ist eben noch völlig neu und unbeschrieben. Gegner wissen noch nicht, wie man ihn am besten verteidigt. Watson sah bislang eine mäßige Bengals-Defense, die beschrieben graupigen Pats und letzte Woche kaputte Titans. In den Chiefs sieht er heute das erste Mal eine komplette, abgewichste NFL-Defense. DefCoord Sutton ist seit vielen Jahren im Geschäft, und Kansas City draftet seit Jahren exzellente Spieler. Kann Watson gegen die Chiefs seinen Level halten?

4 Kommentare zu “Sonntagsvorschauer, Woche 5

  1. Detroit in keinem Bereich in der Defense überzeugend finde ich zu harsch. Zumindest in der Secondary war die Deckung in den Spielen die ich gesehen habe (NYG + ATL) sehr ordentlich. Wenn man bedenkt, dass die Coverage ohne Pass rush so gut gehalten hat, ist das doch ein gutes Zeichen!

    BTW es gibt bei Football Outsiders ein interessantes Film Breakdown zu Stafford, der sich viel negativer liest als man es als Außenstehender erwartet hätte.
    https://www.footballoutsiders.com/quick-reads/2017/film-room-matthew-stafford
    Essenz: OC Cooter hat den Ferrari Stafford zu einem Alex Smith 2.0 gezähmt und eigentlich nicht viel mehr geleistet als alle Risiko Plays zu eliminieren.

  2. Bei Browns und 49ers könnte es heute bereits wegweisende Richtung bzgl. First Pick im nächsten Draft gehen. Die kommenden Gegner werden da nicht mehr leichter.

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