Sonntagsvorschauer – Spieltag 6

Spieltag 6.

Neues von der Hymnen-Front: Die NFL-Anweisung, zur Hymne zu stehen, steht diese Woche im Mittelpunkt des Interesses. Die NFL scheint eingeknickt zu sein. Der Besitzer der Trump Cowboys, der keine Probleme hatte, einen zu sich stehenden Vergewaltiger in sein Team einzuberufen, Jerry Jones, konnte unter der Woche sein Herzensanliegen – zur Hymne stramm stehende Footballer – in den NFL-Büros durchsetzen. NFL und NFLPA scheinen ein Skript verabschiedet zu haben, das die Spieler zum Stehen verdonnert. Es lebe free speech.

Siehe hierzu auch: Mike Tanier – Truce with Union May Bring NFL Peace, but There’s No Escaping Politics Anymore.


Ansonsten eine eher kurze Vorschau, da ich sowieso von diesem Spieltag vor Dienstagabend nichts mitbekommen werde.

  • 19h: Atlanta Falcons – Miami Dolphins
  • 19h: Minnesota Vikings – Green Bay Packers
  • 19h: New Orleans Saints – Detroit Lions
  • 19h: New York Jets – New England Patriots
  • 19h: Washington Redskins – San Francisco 49ers
  • 19h: Baltimore Ravens – Chicago Bears
  • 19h: Houston Texans – Cleveland Browns
  • 22h05: Arizona Cardinals – Tampa Bay Buccaneers
  • 22h05: Jacksonville Jaguars – Los Angeles Rams
  • 22h25: Kansas City Chiefs – Pittsburgh Steelers
  • 22h25: Oakland Raiders – Los Angeles Chargers
  • 02h30: Denver Broncos – New York Giants

Viel Spektakuläres gibt es heute nicht zum Schreiben.

Vikings – Packers: Aaron der Großartige gegen die famose Vikes-Defense. Minnesota immer noch ohne QB Bradford.

Texans – Browns: Alle Welt prügelt auf die sieglosen Browns ein, weil sie im Draft auf den QB Deshaun Watson verzichteten – auf jenen Watson, bei dem bereits im Zuge der Evaluierungsperiode im Frühling jeder Scout die große NFL-Karriere kommen sah. Wo waren all die Experten im Frühling?

Auf Watson liegen nach den Saison-Ausfällen der Top-Passrusher Watt und Mercilus nun alle Texans-Hoffnungen auf die Playoffs. Bei den Browns ist die QB-Situation nach dem Benching von Rookie-QB Kizer eine Katastrophe. Backup Hogan wird die nächsten Wochen starten. Die meisten werten das bereits als Signal, dass Headcoach Hue Jackson kurz vor der Entlassung steht – aber wenn man Kizer in den letzten Spielen zugeschaut hat, sah man einen QB, der gefährlich viele Tendenzen entwickelte, die junge QB-Karrieren zerstören, z.B. das Warten darauf, dass ein Wide Receiver irgendwann offen sein wird. Also: Besser den QB mal runternehmen und ihn mal sich sammeln lassen.

Saints – Lions: Detroits Defense wurde letzte Woche von Carolina nicht unerwartet in ihre Einzelteile zerlegt. Die komplette Unit wird glaube ich landesweit überschätzt, weil sie in Woche 1-4 eine unhaltbare Serie an Turnovers fabriziert hat. Sieht nicht gut aus, wenn heute die Saints-Offense zuhause antritt.

Die Detroit-Offense krankt nach wie vor an mangelhafter Offensive Line. Letzte Woche gegen Carolina war es nicht mehr bloß LT Robinson, sondern die komplette Line. Vorteil: Es war Carolina. New Orleans hat nicht annähernd einen solchen Pass Rush.

Jets – Patriots: Es wird viel Wirbel gemacht ob der Tatsache, dass Jets und Pats nach fünf Spieltagen denselben Record (3-2) haben. Trotz der Abwehrprobleme bei den Patriots halte ich die Differenz zwischen beiden Teams nach wie vor für Kategorie „Klassenunterschied“.

Zusatz-Storyline heute: Pats-QB Brady soll sich an der linken Schulter (also nicht Wurfschulter) verletzt haben, aber heute dennoch auflaufen.

Jaguars – Rams: Zwei positive Erscheinungen dieser Saison, beide mit 3-2 Siegen. Umso attraktiver, weil es sich bei beiden um jahrelange Bodensatztruppen handelt.

Jacksonvilles Erfolgsformel lautet dieses Jahr offensichtlich: Versteck deinen QB so gut es geht, vermeide Turnover in der Offense und lass die Defense mal machen. Jene Defense ist die #1 gegen den Pass, hat aber Schwierigkeiten gegen den Lauf. In der Offense kommt Laufspiel immer besser in Gang, während HC Marrone seinen QB Bortles nur noch mit 08/15 Aufgaben betraut: Snap annehmen, Ball an RB übergeben. Snap annehmen, 1yds Screenpass werfen. Snap anstellen, lieber Sack kassieren als Pass zu werfen.

Das reichte für Kantersiege gegen Mannschaften wie Houston, Baltimore und Pittsburgh, also keine Luschentruppen. Auf der anderen Seite war es aber auch nicht genug um die so schlappen New York Jets zu schlagen.

Die Rams verloren letzten Sonntag zwar knapp 10-16 gegen die Seahawks, aber es war a) ein enges Spiel auf gutem Niveau und b) fühlte sich mehr an wie „Rams haben es verloren“ denn „Seahawks haben es gewonnen“. Die Rams waren exakt zwei Fingerbreit von insgesamt zwei Touchdowns entfernt: RB Gurley fumbelte mit ausgestrecktem Arm einen sicheren TD zum Touchback in die Endzone, und zehn Sekunden vor Schluss flutschte dem WR Kupp ein prächtiger Pass von QB Goff durch die Finger. Er hätte das Spiel ausgeglichen mit Chance auf Extrapunkt zum Sieg.

Natürlich haben die Rams noch Probleme. Die Offense Line tat sich gegen Seattle brutal schwer und wird heute gegen die Super-Front von Jacksonville nicht viel sicherer aussehen. Die Beziehung zwischen Goff und WR Watkins sah gegen Seattle auch nicht flauschig aus – Watkins oft auf tiefen Routen angespielt, aber kein einziger Catch.

Run-Defense ist bei den Rams auch noch ein Fragezeichen. Wie wird das wohl gegen den bulligen RB #27 Fournette aussehen, der letzte Woche Pittsburgh in Grund und Boden stampfte?

Dafür geigten Pass Rush und Pass-Defense zuletzt immer besser auf. Es war einzig und allein Russell Wilsons genialen Scramble-Künsten zu verdanken, dass es letzte Woche nicht in einem 10-Sack Festival endete. Wie wird das wohl gegen Blake Bortles aussehen?

Chiefs – Steelers: Duell der bislang vermeintlich souveränsten Mannschaft in Kansas City gegen die wackeligen Steelers, die letzte Woche schwer enttäuschten. 5 Turnovers durch Roethlisberger, dazu ein Gameplan mit 50 Pässen vs nur 15 Läufen in einem lange Zeit engen Spiel.

Kansas City spielt eine sehr variantenreiche Offense mit viel Gewichtung auf misdirection plays. Mal schauen, wie sich das gegen die oft aggressiv auf den angedachten Ballträger gehende Steelers-Defense aussieht – LB Shazier dürfte mehr als einmal ins Leere greifen.

Broncos – Giants: Die Giants sind 0-5, spielen schlechte Offense und müssen für den Rest der Saison auf WR Beckham und einige seiner WR-Komparsen verzichten. Saison fürn Arsch. Denver hat auch keine berauschende Offense, aber eine Defense, die jeden abwürgen kann. Klingt also nicht nach Sunday Night Game mit vielen Punkten.

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9 Kommentare zu “Sonntagsvorschauer – Spieltag 6

  1. Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe dann, dass das Rookie Jahr von Quarterbacks 0,0 Impact bzw. besser geschrieben 0,0 Aussagekraft bezüglich der zukünftigen Qualität des Spielmachers hat. Selbiges gilt für mich also im Moment auch insbesondere für Kizer, Watson und Trubisky.

  2. Dacht ich auch. Aber nach dem fumble return von matthews hat hundley den snap der zum td führte schön gelöst!

  3. Wenn ich richtig mitgezählt hab, mittlerweile 3 INTs für die Browns. Wenn es doch bloß einen guten Freeagent-QB gäbe…
    Aber hey, wahrscheinlich hat die QB-position gar nicht soviel Bedeutung. *Ironiemodus aus*

  4. Brett Hundley war ganz gut, wenn die defensive mitspielt und hundley rücken Deckung seiner oline bekommt kann man die playoffs trotzdem erreichen. aber schade für rodgers

  5. @Koblenzer: Dem würde ich nicht zustimmen. Mit sehr wenigen Ausnahmen haben etwa Rookie-QB Busts die Wende geschafft. Von den in den letzten Jahren gedrafteten QBs fielen mit nur Alex Smith & nun Goff ein.

    Grundsätzlich haben fast alle der heutigen Star-QBs schon exzellente Rookie-Saisonen gehabt. Ausnahmen sind vielleicht Stafford (dessen Rookieteam horrend war) und RG3 (Verletzung).

    Aber fast alle 1st Round Flops der letzten Jahre waren schon im Rookiejahr schwach. Siehe: Russell, Sanchez, Gabbert, Ponder, Locker, Weeden, Manuel, Bortles, Manziel und Konsorten.

    Fazit: Übles Rookiejahr ist noch kein Killer. Starkes Rookiejahr ist noch keine Garantie. Aber der Weg wird schon dort vorgezeichnet.

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