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NFL Power Ranking 2017 – Woche 9

NFL Power Ranking nach Woche 9.

Die Seattle Seahawks verloren am Sonntag ihr Heimspiel gegen die Washington Redskins 14-17. Loser des Spiels war Blair Walsh, der drei Fieldgoals für die Seahawks verschoss. Es ist der gleiche Walsh, der einst in den Playoffs einen kurzen Kick gegen die Seahawks, als Minnesota Viking, verschossen hatte.

Die Spielsituation: Mit weniger als 2 Minuten auf der Uhr sind die Seahawks bei 8-10 Rückstand in der gegnerischen Redzone. Pass Wilson für WR Doug Baldwin, der von der 12yds-Line unberührt zum TD durchläuft und Seattle mit 1:34 Minuten auf der Uhr den Sieg beschert. Die Redskins hatten zu dem Zeitpunkt noch exakt ein Timeout. Redskins-QB Cousins beantwortete den Führungs-TD der Seahawks mit einem schnellen 70yds-Drive zum Sieg für Washington.

Brian Burke, einst Advanced NFL Stats, jetzt ESPN, argumentiert: Baldwin hätte an der 1 abknien sollen anstatt den Touchdown zu nehmen. Seattle wäre in „choke hold“ Reichweite gewesen, hätte abknien können, mit rund 20 Sekunden auf der Uhr den kurzen Kick nehmen können und das Spiel zu 99% gewonnen. Der Touchdown hingegen gab Washington eine 12%-ige Comeback-Chance.

Burkes Gedanke ist nicht neu. Maurice Jones-Drew kniete einst an der 1 zum Sieg ab anstelle einen TD zu scoren und dem Gegner noch einmal den Ball zu geben. Die Patriots schoben einst in der Superbowl bei 17-15 Führung förmlich den gegnerischen Runningback in die Endzone, um noch einmal den Ball für einen Gegenschlag zu bekommen anstelle mit einem kurzen Giants-Kick das Finale zu verlieren.

Gegner der Mathletics-Ecke werden argumentieren: Aber Walsh ist ein erwiesener Choker! Er hat schon einmal aus kurzer Distanz verschossen und in dem konkreten Spiel bereits dreimal daneben gekickt! Einwand zur Kenntnis genommen.

Trotzdem ist es extrem unwahrscheinlich, dass der Kicker aus kürzester Distanz versemmelt. NFL-Kicker hatten zu Extrapunkt-von-der-2 Zeiten eine Genauigkeit von 99.5%. Es wäre in der Tat schlauer gewesen, abzuknien und das kurze Fieldgoal zum 11-10 Sieg zu nehmen.

Bloß: Kann man es von einem Spiel erwarten, sich so zu verhalten? Kann man es vom Coach erwarten, sich so zu verhalten? Immerhin verlierst du in rund 1/100 Mal das Spiel – und kannst dir auf Wochen dem Spott von Fans und Medien sicher sein.

Ich würde eher sagen: Man muss es vom Spieler erwarten, hier abzuknien. Und wenn wir es vom Spieler in der Hitze des Gefechts nicht fordern kann, dann muss man es vom Coach erwarten können. Head Coaches verbringen rund um die Uhr, um auch nur den kleinsten Vorteil im noch so unwichtigen Matchup im zweiten Viertel auszuloten – und dann verschenken sie goldene Siegchancen wie diese. Leichtfertig.

NFL Power Ranking 2017 - Woche 9

Und so liest sich das ganze: Die erste Sektion (WP | E16) beschreibt die Stärke der jeweiligen Mannschaft. WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16). Die zweite Sektion (SOS | Rs) beschreibt die Stärke des Schedules und die Platzierung des Schedules. OFF ist die Platzierung der Offense, DEF die Platzierung der Defense. LW ist die Platzierung der entsprechenden Mannschaften in der letzten Woche. Bereits für die Playoffs qualifizierte Teams sind fettgedruckt.

Nachfolgend noch die weiteren Effizienz-Tabellen. Eine detailliertere Einführung „wie lese ich diese ganzen Tabellen“ hab ich letztes Jahr gegeben.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 10

Letzte Woche 8-5 Record für das Power-Ranking. Damit ist es 20-6 an den erste beiden Spieltagen dieses Jahr. Gegen den Spread war die Performance letzte Woche 5-6-2. Damit über die Saison ATS: 15-9-2.

Woche 10 bringt uns folgende Wahrscheinlichkeiten:

Wahrscheinlichkeiten - Woche 10

Date am Donnerstag

Das morgige Donnerstagsspiel ist Arizona Cardinals vs Seattle Seahawks – eine Partie, die letztes Jahr in einem krassen 6-6 nach Overtime endete. Damals eine Partie, die weithin niedergemacht wurde als offensiv-Armutszeugnis mit grottenschlechten Kickern (siehe auch: oben. Hat Pete Carroll wegen dieser Erfahrung nicht kicken lassen?). Ich fand das 6-6 eines der spektakulärsten Spiele der Saison. Ich fand damals nicht, dass es üble Offense war, sondern teilweise exzellente Defense.

Etwas ähnliches würde ich diesmal nicht erwarten. Beide Offensive Lines in dieser Partie sind problematisch. Arizonas Offense unter QB Stanton ist ein Desaster auf allen Ebenen. Bei den Seahawks ist die Offense streckenweise auch unansehnlich, aber QB Russell Wilson macht ausreichend Plays, dass es oft dennoch für die Siege reicht.

Im Prinzip ist das eine Partie, in der ich den Cardinals trotz ihrer durchaus passablen Defense keine Chancen einräume. Seattle sollte das „W“ trotz des aktuell noch nicht völlig runden Gesamtbilds hier nach Hause bringen können.

7 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2017 – Woche 9

  1. GENAU das hab ich mich auch gefragt. DET hat nicht einmal Punten müssen?
    Ich nehme an, die SoS von GB ist gestiegen…

  2. Bills, Broncos, Texans und Giants wirkten noch weniger überzeugend in ihren Auftritten. Außerdem haben die Drives im vierten Viertel wohl etwas die Effizienz gesteigert.

    Die Berechnung basiert auf der ganzen Saison Hundley hat ja erst seit 2,5 Spielen übernommen.

  3. Interessante Beobachtung. Ich musste selbst nachschauen. Es gibt mehrere Gründe – Schedule ist keiner:

    1. Green Bays Aufstieg ist automatisch. Denver, Buffalo, Houston schmierten in nur einer Woche total ab. Houstons Offense ist schon eine Woche nach Watsons Ausfall ein Desaster. Buffalo mit schwacher Vorstellung gegen unterirdische Jets. Denvers Defense zwar noch an #1, aber plötzlich nur noch knapp vor Baltimore. Und Denvers Offense nur abgeschlagen Schlusslicht.

    2. Green Bay mit leichtem Anstieg der WP, was mich überrascht, weil die Pass-Defense im Vergleich zur Woche zuvor eher auf die Fresse bekam. Aber: Verbesserte Run-Offense und Run-Defense im Vergleich zu Woche 8. Dazu bessere Turnover-Werte. Das reicht aus, dass der Logit-Component sogar etwas besser ist als letzte Woche.
    Grundsätzlich ist zu sagen, dass vor allem im Bereich zwischen .45 und .55 oft auch kleine inhaltliche Veränderungen zu größeren Veränderungen in der WP führen können. Die logistische Kurve macht’s möglich.

  4. Ich habe das Spiel diese Nacht gesehen und bin doch etwas überrascht. Für einen Achillessehnenriss war Sherman noch recht mobil und gut gelaunt.

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